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Archiv der Einträge: September, 2009
  • Dreimal Blackmore's Night

    Ritchie Blackmore und Candice Night machen seit 1997 lt. eigener Aussage die Musik, die ihnen selbst gefällt und zwar unabhängig von irgendwelchen kommerziellen Vorgaben des Labels. Das ist auch gut so. Vielleicht sollten das noch mehr Künstler machen. Mir gefällt die Musik nämlich auch.

    Blackmore's Night - Village Lanterne Video

    blackmore's night

    Blackmore's Night "Crystal Ball" SPV Records

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  • Ein paar Worte über Datensicherheit ...

    Rund zwanzig Jahre lang habe ich mich beruflich mit Datensicherheit befasst - ein äußerst undankbarer Job! Wird nämlich eine Sicherheitslücke gefunden, dann liegt's immer an dem, der sie entdeckt hat. Und nicht an dem, der vielleicht unachtsam war. Ich setze mal voraus, dass jede(r) im eigenen Interesse nur mit aktuellem, permanent upgedatetem Virenscanner und aktiver Firewall ins Netz geht (ist Wunschdenken, ich weiß ...). Aber keine Firewall ist gegen das Unterlaufen sicher und kein Virenscanner erfasst alles (zum Ausgleich dafür läuft aber ab und zu mal eine Heuristikprüfung Amok und zersägt ein harmloses, aber dringend benötigtes Programm als vermeintliches Virus - Norton Antivirus kann das ganz besonders gut). Deswegen habe ich hier mal ein paar URLs zusammen gestellt, die darüber hinaus vielleicht noch ganz nützlich sind.

    http://www.grc.com
    Wenn man die Seite der Gibson Research Corporation aufruft, dann findet sich im unteren Seitendrittel der knallige Schriftzug "Shields Up!!". Da drauf klicken. Man gelangt auf eine etwas unübersichtliche Seite, wo etwa mittig (unter "Hot Spots") nochmal "ShieldsUp!" verzeichnet ist. Da auch draufklicken. Jetzt ist die Seite für die Online-Prüfung erreicht worden. Etwa in Seitenmitte erscheint jetzt die DNS-Adresse, mit der sich der eigene Rechner im Netz identifiziert. Das ist normal. Mit "Proceed" geht's weiter. Unter "ShieldsUP!! Services" stehen nun verschiedene Optionen zur Verfügung. Testen sollte man erst einmal "Common Ports" und "All Service Ports". Das Ergebnis des jeweiligen Tests hat "Stealth" zu lauten - wenn da was anderes steht, dann steht eine Hintertür für Einbrüche offen. Wichtig ist darüber hinaus noch "File Sharing". Hier sind zwei Meldungen wichtig: "Your Internet port 139 does not appear to exist!" Und: "Unable to connect with NetBIOS to your computer." Alles andere weist auf mögliche Sicherheitslücken hin.

    http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/
    Das ist der Hoax-Info Service der TU Berlin. Hier findet man reichlich Material über aktuelle Sicherheitslücken, welche Browser wodurch betroffen sind, was man dagegen machen kann usw. Interessant und lesenswert.

    http://www.ip-secrets.info/
    Gratis-Dienst: Auf einer HTML-Seite wird all das präsentiert, was sich über einen User ganz legal herausfinden lässt (und allein das ist schon beängstigend!).

    http://www.virustotal.com/de/
    Online-Virenscanner für einzelne, hochzuladende Dateien. Das kann ganz nützlich sein, wenn man dem eigenen Virenscanner misstraut - immerhin ist die Programmierung eines Trojaners, der einen der verbreiteten Scanner unterläuft, ja schon seit zig Jahren nun wirklich nichts Neues mehr. Deswegen bei Zusendungen von dritter Seite lieber einmal mehr prüfen. Doppelt hält besser!

    Online-Dienste haben zwei Nachteile: Einerseits setzen sie immer die Internetanbindung zwecks Nutzung voraus und andererseits ist so eine Prüfung deutlich zeitaufwändiger als wenn man eine installierte Software verwendet. Aber es gibt auch einen Vorteil: Die Online-Prüfung arbeitet unabhängig vom Betriebssystem! Wichtig: Online-Prüfungen ersetzen niemals den turnusmäßigen Virencheck! Sie können immer nur ergänzen.

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  • Naturkatastrophen

    "Macht euch die Erde untertan" - oder auch nicht. Die Natur kommt auch ohne uns aus. Über Milliarden von Jahren hinweg hat sie das bewiesen. Jetzt also das Beben in Samoa. Vier Sechs-Meter-Wellen, die anderthalb Kilometer weit ins Land geflutet sind. Ein Beben der Stärke 7,8 bzw. 8,3 - je nach zugrunde gelegter Skala. Bei 10 fliegt die Kugel auseinander. Jedenfalls war das Beben für mich der Auslöser, mal wieder einen Blick auf das Survival-Netzwerk von Eva Marbach unter http://survival.4u.org/ zu werfen. Und wen's interessiert, für den bzw. die habe ich hier mal die Links zu aktuellen Erdbeben- und Vulkan-Warnmeldungen (eigentlich wollte ich das per IFRAME implementieren, aber das ist ja aus Sicherheitsgründen nicht gestattet - verständlich und akzeptiert!).

    Erdbebenmonitor
    Vulkanmonitor

    Die zugrunde liegenden Original-Quellen sind Centre Sismologique Euro-Méditerranéen und International Volcano Research Centre. Eine kleine Ergänzung vielleicht noch, weil's bei den Vulkanen in der Legende fehlt: VEI steht für Volcano Eruption Index. Stufe 8 kennzeichnet einen Supervulkan, Stufe 1 einen "rülpsenden" Berg.

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  • Quellen für Musik im Web

    Im letzten Beitrag habe ich dargelegt, wie man Musik aus dem Web ganz legal mitschneiden kann. Jetzt fehlt es nur noch an den Quellen für die Musik. Die gibt es zwar zuhauf, doch die Musikanbieter, die das kostenlos und in guter Qualität machen, werden immer weniger. Jetzt also ein paar Hinweise zum noch verbliebenen Rest.

    http://www.imeem.com/
    Social Music Station mit sehr guter Qualität. Gratis-Registrierung erforderlich. Viele renommierte Künstler, aber auch viele gekürzte Tracks. Hier gibt's zwei Suchtipps: Zum einen kann es bei gekürzten Songs ganz sinnvoll sein, gezielt nach Tippfehlern zu suchen (also bspw. "Meik Oldfield" anstelle von "Mike Oldfield"). Oftmals finden sich dann nämlich die ungekürzten Stücke. Zum anderen ist es nützlich, bei der Suche nach Musik einen Oberbegriff wie bspw. "Celtic" o. ä. einzutippen. Was daraufhin ausgeworfen wird, hält i. d. R. viele interessante Überraschungen bereit - nie zuvor gehörte und dennoch verdammt gute Stücke.

    http://www.deezer.com/
    Konkurrent von Imeem. Auch hier ist die Gratis-Registrierung erforderlich, muss aber per Mail bestätigt werden. Hat andere Songs als Imeem, so dass beide zusammen sich sehr gut ergänzen. Tipp: Deezer gibt zu jedem Titel an, von welchem Album er stammt. Mit dem Albumtitel aber lässt sich bei Amazon recherchieren, was da noch so alles drauf ist.

    http://listen.grooveshark.com/
    Erfordert keine Registrierung und enthält nichts Gekürztes. Einfach Titel oder Interpret eingeben und wenn was da ist, dann kann man's auch abspielen. Das Angebot ist allerdings deutlich kleiner als bei Imeem oder Deezer. GrooveShark neigt zu Aussetzern, so dass das Aufnehmen u. U. zur Geduldsprobe ausartet und vergleichsweise viel Nachbearbeitung beim Remastern erforderlich macht.

    http://www.myspace.com/ und http://www.soundclick.com/
    Da tummeln sich auch etliche mehr oder weniger bekannte Künstler. Registrierung ist nicht nötig - einfach Abspielen. Bei MySpace ist ganz im Gegensatz zu Youtube auch bei den Musikvideos die Soundqualität exzellent. Soundclick hingegen bietet mitunter sogar Songs explizit zum Gratisdownload an.

    http://www.dizzler.com/ und http://www.lastfm.de/
    Qualitativ sind diese Stationen zwar sehr gut, aber da ist sehr viel gekürztes oder gesperrtes Zeug dabei. Bei Dizzler wird zudem noch Sprachwerbung reingeknallt - geschieht das am Anfang oder Ende des Songs, dann lässt es sich häufig (nicht immer!) wegschneiden; passiert das in der Mitte, dann muss man's nochmal probieren.

    http://www.youtube.com/
    Kommt m. E. wirklich nur dann infrage, wenn keiner der anderen einen ganz bestimmten Song hat - weil die akustische Qualität in 9 von 10 Fällen einfach zu schlecht ist.

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  • Musik mitschneiden

    Beim Runterladen von Musik greifen ja etliche gesetzliche Regelungen, die dagegen sprechen. Aber das Mitschneiden ist (noch) erlaubt, ergo völlig legal. Erinnert sich noch jemand daran, wie man mit Tonband oder Kassettenrekorder am Radio saß, darauf wartete, dass der Ansager aufhört zu sabbeln und dann ganz schnell auf "Aufnahme" gedrückt hat? Das Mitschneiden per PC funktioniert so ähnlich. Nur besser - jedenfalls hinsichtlich der Qualität. Unter Windows favorisiere ich dabei zwei Freeware-Programme, nämlich "No23Recorder" ( http://www.no23.de - portabel) und "Exact Audio Copy (EAC)" ( http://www.exactaudiocopy.de/ - Installer). Wichtig: Die ganzen nervigen Systemsounds sollten unter "Einstellungen/ Systemsteuerung/ Sounds, Sprachein-Ausgabe und Audiogeräte/ Sounds und Audiogeräte/ Sounds" abgeschaltet werden, sofern man das elende Gepiepse nicht ohnehin schon längst gekillt hat - sonst findet man es nämlich später auf der Aufnahme wieder!

    No23Recorder ist die Aufnahmesoftware schlechthin. Sieht aus wie die alten analogen Aussteuerungsinstrumente und wird auch so bedient. Zu beachten: Zuerst einen Aufnahmetest machen - die Aussteuerung sollte so irgendwo zwischen 40 und 80 Prozent liegen; Übersteuerungen sind auf jeden Fall zu vermeiden, denn die lassen sich später nicht mehr korrigieren. Dann in WAVE mit 44100 kHz aufnehmen, damit sich die Aufnahme später vernünftig remastern lässt. Und am Anfang einer jeden Aufnahme lässt man tunlichst etwa 5 Sekunden an Rauschen, weil das für's spätere Remastern gebraucht wird. Der Rest der Bedienung erschließt sich intuitiv - Play, Stop, Pause, Record kennt jeder. No23Recorder "frisst" alles, was am Lautsprecherausgang ansteht. Ein Tipp noch: Falls der PC während der Aufnahme eine "Bill-Gates-Gedenkminute" einlegt, dann die Aufnahme einfach weiterlaufen lassen. Die unerwünschte Pause wird später mittels EAC rausgeschnitten.

    EAC ist eigentlich ein CD-Ripper. Aufnehmen kann man damit zwar auch, aber längst nicht so gut wie mit No23Recorder. Aber EAC ist dafür ein Super-Tool zum Remastern! Und das geht so: Man startet EAC und liest mit "Tools/ Process Wav..." die mittels No23Recorder erstellte Aufnahme ein. Dann ein paar Mal auf "Zoom In" klicken und das Rauschen am Anfang der Aufnahme aufsuchen. Dort mit gedrückter Maustaste und gezogener Maus etwa 2-3 Sekunden des Rauschens markieren. Nun "Process Selection/ Noise Profile/ Get From Selection" wählen. Damit wird ein "Fingerabdruck" aller möglichen Störungen erstellt. Dann die gesamte Aufnahme mit "Edit/ Select All" markieren und "Process Selection/ Reduce Noise..." selektieren. Hier das Entstörungsmaximum wählen und das Entrauschen auf der Basis der individuellen "Fingerabdrucks" starten. Wenn es beendet ist, mit "Process File/ Normalize" den Pegel auf 98 % justieren. Zwischenspeichern, danach Pausen am Anfang und Ende des Songs mit dem Markieren der betreffenden Stellen und "Edit/ Cut" rausschneiden. Etwaige Aussetzer während der Aufnahme werden auf gleiche Weise rausgeschnitten. Diese Störungen werden umso unhörbarer, je weiter man reinzoomt (also desto besser man die Endpunkte der Welle erwischt). Abspeichern - fertig! Was hier vielleicht auf den ersten Blick etwas kompliziert erscheint, das muss man nur zwei- oder dreimal selbst gemacht haben. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht!

    Der Song liegt jetzt im Format PCM-Wave auf der Platte und kann als Audio-CD gebrannt werden. Oder man konvertiert ihn mit CDex nach MP3 (vgl. http://realasmodis.blog.de/2009/09/26/mp3s-audio-cds-7042390/ - nur das umgekehrte Verfahren).

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  • ... Viehzeug ...

    Heute Nachmittag hatten wir Dauerregen. Kein Grund um drin zu bleiben. Wir haben hier in der Nachbarschaft einen (Feierabend-) Bauern, der Damwild naturnah hält. OK, also Regenjacke an und los. Aber das Viehzeug hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zuerst gingen sie stiften, als da so ein Typ mit Regenjacke angeschlichen kam. Alle. Dann habe ich angefüttert. Mit Kastanien. Und sie kamen zurück. Auch alle. Klasse, jetzt ein paar Fotos. Denkste! Kann sich eigentlich irgendwer vorstellen, wie klebrig Hirschspucke auf dem Objektiv ist?!?

    dam2
    So ungefähr hatte ich mir die Fotos vorgestellt ...

    dam1
    ... und das war das letzte Bild, bevor die Zunge kam!

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  • Deep inside the forest ...

    I thank you for teaching me something ... to love nature.

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  • Wahl-Nachlese: Positives!

    Die taz hat heute einen Bericht als Wahlnachlese gemacht. Einen interessanten Bericht, unter http://www.taz.de/1/politik/bundestagswahl/artikel/1/nicht-heulen/ zu finden. Immerhin listet der sage und schreibe 23 positive Punkte an Schwarz-Gelb auf. Hoffentlich haben die Schreiber Recht ...

    Interessant ist auch die "beteiligungskorrigierte" Prozentverteilung, die http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/09/de-omnibus-dubitandum.html veröffentlicht hat.

    Wahlboykott: 29,2 %
    CDU/CSU: 23,6 %
    SPD: 16,1 %
    FDP: 10,2 %
    LINKE: 8,3 %
    Grüne: 7,5 %

    Mit anderen Worten: Wir werden künftig von einer Koalition regiert werden, die gerade mal ein Drittel der Bevölkerung vertritt. Ein weiteres Drittel ist anderer Meinung als die Regierungsparteien. Und ein Drittel sagt kurzerhand "leckt mich am Ar...", was schon bezeichnend für das Ansehen unserer "Elite" in der Bevölkerung ist. Wie wird wohl dieses letztgenannte Drittel reagieren, wenn das regierende Drittel Mist baut? Ich glaube, es könnte spannend werden!

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  • Rezept: Zwiebel gegen Insektenstiche

    Ein einfaches, uraltes Hausmittel hilft bei Stichen von Bienen und Wespen (bei Bienen erst vorsichtig den Stachel rauspulen; Pinzette nehmen!): Man nehme eine frisch aufgeschittene Zwiebel und drücke die etwa zehn Minuten lang auf die Stichstelle. Die Schwellung bleibt dann wesentlich kleiner, schmerzt kaum noch und heilt binnen Rekordzeit ab.

    Wie funktioniert's? Im Zwiebelsaft sind Thioether (chem. R-S-R mit R als Kohlenwasserstoffrest) enthalten. Die Thioether sind in Gegenwart von Luftsauerstoff hochgradig instabil - sie zerfallen umgehend (deswegen muss die Zwiebel auch frisch aufgeschnitten worden sein). Der darin gebundene Schwefel wird vom Sauerstoff sofort aufoxidiert und es bilden sich bei Anwesenheit von Wasser winzigste Mengen an Schwefelsäure. Wenn die verdunsten, dann reizen sie das Auge: Zwiebelschneiden ist zum Heulen! Bienengift ist eine komplexe Mischung verschiedener Proteine. Proteine werden durch Schwefelsäure denaturiert ("verbrannt" - sie gerinnen). Oder kurz: Das Gift wird vom sich zersetzenden Zwiebelsaft zerstört. Sollte man vielleicht mal wissen. Und dann im nächsten Jahr vielleicht mal ins Freibad einen kleinen Beutel mitnehmen, in dem sich eine kleine Zwiebel und ein Taschenmesser befinden.

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  • Geistige Abkürzungen

    Auf meinem Weg am Kiosk vorbei "sprangen" mir kürzlich bestimmte Schlagzeilen förmlich ins Auge und ich wurde daran erinnert, dass wir ganz offensichtlich im Zeitalter der "geistigen Abkürzungen" leben. Was sind geistige Abkürzungen? Dabei handelt es sich um die simplifizierende Darstellung komplexer Sachverhalte. Ein paar Beispiele:

    Seriöse Meldung: "Afrikanische Schwellenländer bitten um Kredite."
    Geistige Abkürzung: "Neger wollen unser Geld!"

    Seriöse Meldung: "Merkel und Westerwelle bereiten Koalitionsgespräche vor."
    Geistige Abkürzung: "Merkel hat 'nen Neuen!"

    Seriöse Meldung: "Hartz-IV-Empfänger schafft es, sich Geld für einen Urlaub zusammen zu sparen."
    Geistige Abkürzung: "Sozialschmarotzer: Luxusleben auf Teneriffa!"

    Der Mensch tendiert von Natur aus dazu, sich Sachverhalten schnell und einfach zu nähern. Er bevorzugt folglich geistige Abkürzungen. Die Ursache mag in grauer Vorzeit liegen: Dem auf unseren Vorfahren zustürzenden Säbelzahntiger musste ausgewichen werden; das war überlebenswichtig. Durch die Frage, ob man ihn vielleicht nur aufgescheucht hat oder ob er hungrig sein könnte, hätte man viel zuviel Zeit verloren. Es ging also darum, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen. Wissenschaftlich wird das als Heuristik bezeichnet.

    Die Heuristik ist eine geistige Abkürzung: Ein Verfahren, mit dessen Hilfe man Entscheidungen unter Unsicherheit trifft. Die Grundidee besteht darin, dass man komplexe Probleme mit einfachen Lösungen beantwortet. Grundsätzlich ist diese Annahme auch korrekt. Wenn etwas Ähnlichkeit zu bekannten Phänomenen aufweist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um das gleiche Phänomen handelt, recht hoch. Aber es handelt sich eben immer nur um eine Wahrscheinlichkeit - und nicht um eine Tatsache. Das bewirkt, dass ganz schnell auch Fehleinschätzungen möglich sind. Und zwar umso eher, je mehr vereinfacht worden ist.

    In solchen Fällen liefert die geistige Abkürzung keine gute Lösung mehr, denn sie wird wertend; sie gibt eine Denkrichtung vor. Das Vorgeben einer Denkrichtung aber ist Manipulation, ist die Bildung und Zementierung von Vorurteilen. Die Wahrheit bleibt dabei mitunter auf der Strecke, denn sie wird durch die Wertung ersetzt - so wie bei den obigen Beispielen. Alle o. a. exemplarisch dargestellten geistigen Abkürzungen waren einmal BILD-Schlagzeilen.

    Personen, die über eine hohe soziale Rangordnungsstellung verfügen, bevorzugen oftmals geistige Abkürzungen, denn die sichern ihre Position - weil niemand mehr auf den Gedanken verfällt, eine (vielleicht falsche) Entscheidung zu hinterfragen. Und weil sie geistige Abkürzungen mögen, setzen sie auch alles daran, ihre Untergebenen mittels geistiger Abkürzungen zu führen - oder sollte es besser manipulieren heißen? Wenn man sich aber erst einmal klar macht, dass es geistige Abkürzungen gibt und wie die funktionieren, dann befähigt das auch dazu, sie zu erkennen. Oder anders ausgedrückt: Man fällt nicht mehr ohne Weiteres auf die Manipulation herein ...

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  • Eine kleine SF-Geschichte

    (Ich habe mich nach sehr langer Zeit mal wieder an Science Fiction versucht. Die Betonung liegt dabei auf "Science" und auf "versucht". Und zwar überlegte ich mir, ob nicht auch Kohlenwasserstoff-basierende Lebensformen ohne Sauerstoff möglich sein könnten. Prinzipiell scheint das hinzuhauen, jedenfalls rechnet es sich - chemisch betrachtet. Für die an Chemie Interessierten: Ich habe folgende Reaktionsgleichungen zugrunde gelegt:
    N(CH3)3 + H2O -> HN(CH3)2 + CH3OH
    NH3 + 3 CH3OH -> N(CH3)3 + 3 H2O
    N2 + 3 H2 -> 2 NH3 (katalytisch, basisch)
    CH4 + H2O -> CH3OH + H2 (katalytisch, ammoniakalisch)
    CH4 + NH4OH -> CH3OH + NH3 + H2 (katalytisch mit pH-Änderung)
    Das wären die Gleichungen für ein grundlegendes Lebenssystem auf Basis der Atmosphärengase Methan, Ammoniak, Wasserstoff und Wasserdampf. Im nächsten Schritt bemühte ich dann ein paar Suchmaschinen, um heraus zu finden, welche Beschaffenheit Planeten mit ähnlicher atmosphärischer Zusammensetzung aufweisen. Das waren Himmelskörper wie Jupiter, Saturn und Neptun. Deren physikalische Daten - Luftdruck, Gravitation, Temperatur, Färbung usw. - gaben weitere Hinweise. Und so entstand die folgende Geschichte.)

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    Einfach unglaublich!

    Die Sonne war klein und gelb, unscheinbar am Rande eines ziemlich aus der Mode gekommenen Seitenarms der Galaxis gelegen. Sie wurde von mehreren Planeten umkreist. Einer davon wies aus dem All betrachtet eine bläuliche Farbe mit bräunlichen Flecken auf. Er war recht voluminös ausgefallen und umkreiste seine Sonne in beträchtlicher Entfernung. Gerade so eben noch dicht genug, um nicht in Kälte zu erstarren, aber auch eben noch weit genug entfernt, um nicht zerkocht zu werden. Auf diesem Planeten existierte Leben.

    Zepp beendete die Versorgung seiner Symbionten. Auf jeden Symbionten kamen drei Versorger. Das war ein festes Verhältnis; das musste so ein - denn andernfalls wäre Leben gar nicht möglich gewesen. Er blickte zum Himmel auf. Lange helle Wolken in der Hochatmosphäre überschatteten die darunter liegenden Luftmassen. Es würde Regen geben. Oder sogar Schnee. Vielleicht auch einen Sturm. Die Symbionten kamen ob ihrer großen Körpermasse mit so etwas spielend klar. Die grazilen Versorger hingegen eher weniger. Ihn fröstelte und langsam bewegte er sich auf seine Unterkunft zu, dabei den sauren Senken ausweichend.

    Auch die sauren Senken hatten ihren festen Platz im Spiel des Lebens. Sie bestanden aus Aluminium- und Ammonium-Mineralen, mit Schwefelverbindungen gekoppelt. Am überwiegend basischen Gestein des Planeten verbanden sich Stickstoff und Wasserstoff katalytisch zu Ammoniak. Die Druckverhältnisse waren ideal dafür. Dieses Gas wurde von den Symbionten eingeatmet. Aber nicht alles. Etwas blieb übrig. Die sauren Senken wandelten den verbleibenen Rest gleichfalls katalytisch in Ammonium- und Hydroxyl-Ionen um. Die ihrerseits katalysierten die Umsetzung des allgegenwärtigen Methans - das auch dem Planeten seine blaue Farbe verlieh - zu Methanol, Ammoniak und ein wenig Wasserstoff.

    Gasförmiges Methanol, Ammoniak und Wasserdampf: Die Hauptbestandteile der Atmosphäre. Die atembaren Gase, von denen alles Leben abhing. Die Symbionten nahmen Ammoniak und Methanol auf. Sie setzten es zu lankettigen Derivaten von Trimethylamin um - zu Körpermasse - und schieden den Wasserdampf aus. Die Versorger nahmen den Wasserdampf auf, setzen ihre Trimetylamin-Derivate damit zu Dimethylamin-Verbindungen um und schieden Methanol aus. Sie wurden auf diese Weise mit zunehmendem Alter leichter und beweglicher. Das ermöglichte es ihnen, sich intensiv um die Symbionten kümmern zu können. Irgendwann, wenn ein Versorger zuviel an Substanz eingebüßt hatte, dann starb er, indem er einfach "verwehte". Er wurde wieder integraler Bestandteil der allumfassenden Natur, Teil des großen Ganzen, aus dem alles entstanden war. Alles - auch die Symbionten.

    Symbionten konnten getrost als Instinktlebewesen bezeichnet werden. Sie durchliefen im Verlauf ihres Lebens zwei Teilungsperioden. Bei der ersten Teilung bildeten sich zwei kleine Symbionten. Das bedeutete Vermehrung. Danach wuchs der kleine Symbiont enorm an. Bei der zweiten Teilung entwickelte er zwei Einschnürungen seines Körpers. Dort erfolgte die Trennung. Daraus entstanden dann durch Metamorphose drei Versorger. In gewissem Sinne stellten die Symbionten somit die "Kinder" der Versorger dar. Noch ein Grund mehr, ihnen sorgfältige Pflege angedeihen zu lassen. Das Gleichgewicht des Lebens auf diesem Planeten erwies sich als eine sehr fragile Angelegenheit. Die Pflege seitens der Verorger bestand darin, die Symbionten von den sauren Senken fern zu halten. Andererseits - um eine optimale Gasversorgung zu gewährleisten - bedurften die Symbionten aber auch der Nähe zu den Senken.

    Die korrekte Versorgung der Symbionten wurde zur Triebfeder der Evolution. Auf diese Weise entwickelten die Versorger im Lauf der Zeit ihre Intelligenz. Intelligenz und Evolution durch Miteinander - das uralte Prinzip. Es galt für alle Lebewesen, nicht nur für Versorger wie Zepp. Irgendwann in grauer Vorzeit entdeckten die Versorger den Zugang zur Quantenkommunikation. Da die quantenphysikalische Ebene alles zeitlos miteinander verband und Entfernung keinerlei Rolle spielte, bedurfte es bei dieser Art der Kommunikation nicht einmal technischer Möglichkeiten. Ein Fokussieren des "Miteinander"-Gefühls reichte vollkommen aus. Auf diese Weise traten die Versorger in Kontakt mit den anderen Zivilisationen der Galaxis. Sie alle wiesen drei Gemeinsamkeiten auf: Die Entstehung der Arten in der Ammoniak-Atmosphäre und das fragile Gleichgewicht des Lebens. Die Evolution durch das Miteinander.

    Man nahm inzwischen allgemein an, dass Leben auf anderer Basis gar nicht möglich sein konnte. Zepp erreichte seine Unterkunft. Er kroch auf sein Ruhelager und versenkte sich in sich selbst. Auf diese Weise wurde der Kontakt zum Kommunikationsnetz hergestellt. Doch die Neuigkeiten, die Zepp heute erfuhr, erschreckten ihn zutiefst. Das konnte er beim besten Willen nicht glauben! Völlig unmöglich! Einige der anderen Zivilisationen schickten von Zeit zu Zeit Forschungssonden aus. Eine davon brachte Ergebnisse mit, die sich eigentlich nur durch einen technischen Fehler erklären ließen. Denn was die Sonde mitbrachte, das war schlicht unvorstellbar!

    Ein Giftgasplanet war untersucht worden. Einer, dessen Atmosphäre zu rund einem Fünftel aus dem zweitaggressivsten Element überhaupt, nämlich aus Sauerstoff, bestand. Die Sonde interpretierte die blaue Farbe des Giftgasplaneten zunächst fälschlicherweise als Methan und änderte, auf ihrer Suche nach Leben, den Kurs. Was sie fand, war eine Welt, die überwiegend von flüssigem Wasser bedeckt wurde. Flüssiges Wasser, das musste man sich einmal vorstellen! Und sie fand noch etwas völlig Unerwartetes - nämlich Leben. Es gab Städte, deren nächtliche Beleuchtung schon aus dem All sichtbar wurde. Es existierte ein Ring von metallischem Müll um den Planeten; untrügliches Anzeichen dafür, dass man versuchte, in den Weltraum vorzustoßen. Also technisch orientiertes Leben, sogar mit einer gewissen rudimentären Intelligenz behaftet ...

    Aber was sollte das für ein Leben sein? Die Sonde umkreiste den Planeten lange, ortete, beobachtete, sammelte Daten. Das Bild, das sich daraus ergab, hätte einem Horrorfilm entsprungen sein können. Die Triebfeder der Evolution auf dem Giftgasplaneten war kein Miteinander, sondern ein permanentes Gegeneinander. Gut, es schien auch ein Miteinander zu geben, aber nur unterschwellig. Die dominierenden Bewohner der Giftgaswelt kümmerten sich nicht darum. Sie gingen mit ihrem Planeten um, als hätten sie einen zweiten Planeten in Reserve. Diese seltsame, gewalttätige und offensichtlich sehr kurzlebige Lebensform hielt sich obendrein noch für die Krone der Schöpfung.

    Sie stand im Begriff, ins All vorzustoßen. Sie vermehrte sich schlimmer als das Wachstumsgeschwür, an dem schon einmal einer von Zepps Symbionten verstorben war. Früher oder später würde es den Giftgasatmern gelingen, den Weltraum zu erkunden. Früher oder später musste es dann zwangsläufig auch zum Kontakt mit Zepp und seinen Artgenossen kommen. Was in dem Falle geschehen würde, war sonnenklar. Ein Alptraum!

    Die Fremden würden keinerlei Rücksicht auf anderes Leben nehmen. Ohnehin schien fraglich zu sein, ob die aufgrund ihrer Engstirnigkeit und ihrer beschränkten Kommunikationsmittel überhaupt dazu in der Lage wären, anderes Leben als Solches zu erkennen. Die alteingesessenen Zivilisationen der Galaxis berieten sich untereinander. Sie fassten einen schwerwiegenden Entschluss. Einen, der ihnen auf Generationen hinaus das Äußerste abverlangen würde. Aber es gab keine Alternative. Sie würden das betreffende Sonnensystem von Rest des Universums isolieren. Manche Krankheiten ließen sich nur besiegen, indem man den Krankheitsherd ausschaltete.

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  • Gestern war auch Landtagswahl!

    Bei dem ganzen Frust über den Ausgang der Bundestagswahl sollte man nicht vergessen, dass gestern auch zwei Landtagswahlen stattgefunden haben. Wie? Landtag kennt ihr nicht? Günther der Treckerfahrer erklärt das mal. Hier zwar im Falle von Niedersachsen, aber für die anderen gilt das sinngemäß - und für den Bund wohl auch.

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  • Neue Bundesflagge

    ... passend zum Wahlausgang wird jetzt wohl auch bald die Bundesflagge geändert werden ...

    bundesflagge

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  • Kindermund

    Der Wecker klingelt. Es ist Viertel vor Sechs am Morgen. Ich bin arbeitslos. Ich zähle den 'Faulen', die 'liegenbleiben' können. Jedenfalls, wenn es nach den verschrobenen, weltfremdem Utopien eines gewissen Herrn aus der Politik geht. Die Realität sieht doch etwas anders aus. Das Viehzeug muss gefüttert werden; der Frühstückstisch ist zu decken. Brote schmieren. Die Kinder müssen ja zur Schule. Die Große kann erstmal liegenbleiben. Bei der fällt wieder mal alles Mögliche aus. Lehrermangel. Die Kleine hingegen muss spätestens um halb Sieben Aufstehen.

    Später, am Frühstückstisch. "Papa?" "Ja?" Meine Zwölfjährige ist heute Morgen auffallend wach. "Was bedeutet das Ergebnis von Gestern bei der Wahl?" "Na ja, ich denke mal, dass das, was jetzt schon schlimm ist, noch schlimmer wird." "Werden wir das merken?" "Sicher. Wundere dich nicht, wenn deine Klasse noch größer und die Lehrer noch weniger werden." Entsetzter Gesichtsausdruck: "Aber - aber ... Wir sind doch schon von 20 Kindern auf 31 hochgesetzt worden. Und wir haben andauernd nur Vertretungslehrer. Da kann man doch gar nichts mehr lernen!" Ich zucke mit den Schultern. Was soll ich dazu auch sagen? Rein vom Unterricht her hat sie eine 30-Stunden-Woche. Kommen nochmal so um die zwanzig Wochenstunden für Hausaufgaben und Üben sowie etwa 8 Wochenstunden an Fahrzeit hinzu. Macht summa summarum eine 58-Stunden-Woche für ein zwölfjähriges Kind. Platz für Hobbys bleibt da nicht mehr.

    "Papa?" "Hmmm...?" "Meine Schwester hat gesagt, dass die in Politik eine Testwahl gemacht haben. Und dass die Lehrerin die Klasse angebrüllt hat, weil da fünf Stimmen für 'Die Linke' mit dabei waren. Darf die das eigentlich?" "Nein, natürlich nicht. Aber keiner kontrolliert unsere Lehrer. Jedenfalls nicht so, wie es in dem Fall eigentlich nötig gewesen wäre. Sieh mal: Die sind beim Staat angestellt. Deswegen liegt es auch in deren Interesse, die gerade aktuelle Regierungsmeinung zu vertreten. Dafür kriegen die ihr Geld. Und wer das nicht mitmacht, der ist ganz schnell weg vom Fenster." "Das war doch aber eine demokratische Wahl, oder?" "So sagt man jedenfalls." "Warum habe ich dann bei Web.de gelesen, dass Bremen die Wahlergebnisse schon um 15:00 Uhr gemeldet hat, wo doch die Wahllokale erst um 18:00 Uhr schließen?" Schulterzucken meinerseits. Was soll ich darauf noch antworten?

    "Sag mal ..." "Ja?" Die Fragerei nervt, ist aber typisch für ein aufgewecktes Kind in dem Alter. "Oma meinte gestern, dass sie den Gysi nicht gewählt hat, weil der ein Republikaner von den Rechten ist." "Wie kommt die denn auf das schmale Brett?" "Frau Weißalles hat ihr das erzählt." Schon klar - Dorfbuschtrommel. Ich seufze: Wie aufgeklärt und bestens informiert meine lieben Mitmenschen doch sind. "Das ist völliger Quatsch" entgegne ich, doch meine Tochter setzt gleich noch einen nach: "Du, Opa kann inzwischen schon nicht mal mehr alleine den Fernseher einschalten. Und sich selbst Kaffee eingießen kann er auch nicht." Wir waren gestern nach der Stimmabgabe bei Opa und Opa. Sie hat alles genau beobachtet. "Ja, und?" "Wieso darf der dann wählen und ich noch nicht?" "Weil die in Berlin das so festgelegt haben. Erst ab 18." "Auch dann, wenn man nichts mehr mitkriegt?" "Auch dann." Schweigen.

    "Papa?" "Ja?" "Oma hat gesagt, die SPD ist für die Arbeiter, die FDP für die Bauern und die CDU für die Reichen. Und dass die Linke hier DDR-Verhältnisse einführen will. Stimmt das?" Ohgottogott, denke ich, das hört sich schon wieder frappierend nach Frau Weißalles an und verschlucke mich beinahe an meinem Kaffee. "Also erstmal die Linke. Was Oma dir da erzählt hat, das ist völliger Blödsinn. Bei den anderen Parteien war das tatsächlich mal sowas in der Art. Vor ungefähr 50 Jahren. Aber das ist schon ein paar Tage her und da hat sich seitdem eigentlich alles verändert. Was Oma dir da aufgetischt hat, sind die neuesten Nachrichten aus der ausgehenden Jungsteinzeit." Meine Tochter überlegt.

    Dann: "Du, meine Schwester hat gestern gesagt, wenn sie das Abi fertig hat und studiert, dann schickt sie uns mal aus dem Ausland 'ne Karte. Warum aus dem Ausland?" "Na, glaubst du vielleicht, dass ihr Kinder hier noch eine Zukunft habt?" "Nee - deswegen will die weg. Weiß ich doch. Darf ich dann mitgehen?" "Mach hier erstmal deine Schule fertig. Danach sehen wir dann weiter." Inzwischen ist es fünf vor Sieben und sie muss zum Bus. So endet das Gespräch am Frühstückstisch.

    Später - ich sitze allein in der Küche - lehne ich mich zurück und lasse das Gespräch noch einmal Revue passieren. Habe ich richtig geantwortet? Ich denke schon. Rumeiern bringt nichts; sowas erkennen die Kids sofort. Und ein ketzerischer Gedanke schießt mir durch den Kopf: Wie wäre das Wahlergebnis wohl ausgefallen, wenn altersunabhängig eine Prüfung der intellektuellen Befähigung des Wählers erst zum Wahlrecht führen würde? Dann fällt mir noch ein altes Sprichwort ein: "Kindermund tut Wahrheit kund."

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  • Neue Nationalhymne

    So, die Wahl ist gelaufen. BILD hat gewonnen. OK, ich hätte mir zwar was anderes gewünscht, aber die sind es ja auch, die die Meinung machen. Und es bestätigt sich wieder einmal Murphys Gesetz als das einzig wahre Naturgesetz: "Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen - und zwar so, dass ein größtmöglicher Schaden entsteht." Was bleibt, ist die zugegebenermaßen schwache Hoffnung auf ein möglichst frühzeitiges Misstrauensvotum. Grund genug, unsere Nationalhymne endlich einmal gründlich zu modernisieren. Und jetzt alle mitsingen!

    It's not the right time to be sober
    Now the idiots have taken over
    Spreading like a social cancer, is there an answer?

    Mensa membership conceding
    Tell me why and how are all the stupid people breeding
    Watson, it's really elementary
    The industrial revolution
    Has flipped a bitch on evolution
    The benevolent and wise are being thwarted, ostracized, what a bummer
    The world keeps getting dumber
    Insensitivity is standard and faith is being fancied over reason

    Darwin's rollin over in his coffin
    The fittest are surviving much less often
    Now everything seems to be reversing, and it's worsening
    Someone flopped a steamer in the gene pool
    Now angry mob mentality's no longer the exception, it's the rule
    And I'm startin to feel a lot like charlton heston
    Stranded on a primate planet
    Apes and orangutans that ran it to the ground
    With generals and the armies that obeyed them
    Followers following fables
    Philosophies that enable them to rule without regard

    There's no point for democracy when ignorance is celebrated
    Political scientists get the same one vote as some Arkansas inbred
    Majority rule, don't work in mental institutions
    Sometimes the smallest softest voice carries the grand biggest solutions

    What are we left with?
    A nation of God-fearing pregnant nationalists
    Who feel it's their duty to populate the homeland
    Pass on traditions
    How to get ahead religions
    And prosperity via simpelton culture

    The idiots are takin over

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  • Digitalfotografie: 8BF-Filter

    Digitalkameras und auch Digiprint-Services bieten ja oftmals die Möglichkeit, Fotos durch "Filtern" zu verbessern. Meistens wird daraus aber nur eine "Verschlimmbesserung". Da ist es sinnvoller, die Bilder zuvor selbst zu bearbeiten. Ganz wichtig: Immer nur Kopien bearbeiten, um das Original nicht zu zersägen! Zum Bearbeiten gibt's 'ne Menge an professioneller und semi-professioneller Software. Aber die kostet Geld. Viel Geld! Meistens braucht man die Möglichkeiten, die sich tief in den Innereien solcher Programme verstecken, aber gar nicht. Dann kommt man auch mit guter Freeware weiter. Das ist kostenlos.

    Grafikprogramme verfügen unter Windows oftmals über die so genannte "8bf-" oder auch "Photoshop-" Schnittstelle. Was bedeutet das? Ganz einfach: Mit so genannten 8bf-Filtern, die in das Grafikprogramm eingebunden werden, lassen sich dessen Fähigkeiten enorm erweitern. Aus Bildbetrachter-Freeware wie z. B. dem bekannten IrfanView ( http://www.irfanview.com/ ) oder XnView ( http://www.xnview.com/ ) wird mit solchen Filtern eine komplette Grafikbearbeitung. Im Web lassen sich Hunderte (wenn nicht sogar Tausende) an Freeware-8BF-Filtern finden.

    Zu beachten ist noch, dass 8BF-Filter mitunter im Windows\System32-Ordner die beiden Laufzeit-Bibliotheken plugin.dll und mscvrt10.dll benötigen. Mscvrt10.dll kann auch im jeweiligen Filter-Ordner liegen. Falls Filter nicht laufen oder sich mit einer Fehlermeldung verabschieden, dann sollte man die beiden Files in den o. a. Ordner kopieren. Msvcrt10.dll ist Freeware ( http://www.dll-files.com/dllindex/dll-files.shtml?msvcrt10 ) und plugin.dll kann man aus lizenzrechtlichen Gründen (weil es einem Adobe-Copyright unterliegt) eigentlich nur irgendeiner Adobe-Testinstallation entnehmen; es wird aber auch unter http://www.dlldump.com/download-dll-files_new.php/dllfiles/P/Plugin.dll/7.0/download.html angeboten.

    Und was sind das jetzt für Filter? Hier mal eine winzig-mikroskopisch-klitzekleine Auswahl.

    Harrys Filters: http://thepluginsite.com/products/harrysfilters/index.htm
    Das sind 55 Verfremdungsfilter unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche.

    Flaming Pear: http://www.flamingpear.com/goodies.html
    Sammlung von Trickfiltern.

    Amphi Soft: http://photoshop.msk.ru/
    Schärfen, Effekte, Bildkorrektur und mehr.

    AAA: http://8bf.net/
    Belichtungskorrektur, Farbkorrektur, Rahmen etc.

    Redfield: http://www.redfieldplugins.com/Downloads.htm
    Umfangreiche Sammlung starker Trickfilter!

    EmbossWorks: http://www.chip.de/downloads/EmbossWorks_13013275.html
    20 Konturenfilter unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche.

    Simple Filters: http://www.btinternet.com/~cateran/simple/
    10 Trickfilter, die es in sich haben.

    SwapShop: http://www.cybia.co.uk/swapshop.htm
    15 Filter für Farbverfremdungen.

    Foto-Freeware: http://www.foto-freeware.de/
    Portal für kostenlose Fotosoftware; dort am besten nach "Filter" suchen (Beachten: Viele Trials und Demos!).

    Chez Kiki: http://www.chezkiki.com/les_filtres.htm
    Hier gibt's ein Riesenangebot ganzer Filtersammlungen - das sind Hunderte!

    So weit, so gut. Jetzt müssen die Filter eingebaut werden. Wie geht das? Üblicherweise sind das ZIP-Archive (EXE bei Redfield), die man in separate Ordner entpacken sollte. Und zwar - aus Schaden wird man klug! - NICHT alle in den gleichen Ordner (den Fehler habe ich nämlich mal begangen und bei rund 600 Filtern sucht man sich dann tot!). Die Filter sind jetzt betriebsbereit da. Sie müssen noch in das Grafikproggie eingebunden werden. Wie das funktioniert, ist bei jedem Programm etwas anders geregelt. Um auf die beiden o. a. Beispiele IrfanView und XnView zurück zu kommen:

    In IrfanView "Bild/ Effekte/ Adobe 8BF Filter" wählen. Dann öffnet sich ein Fenster, in dem man den Button "Add 8BF Filters" anklickt und den Ordner angibt, in dem man die Filter abgespeichert hast. Jetzt noch ein Doppelklick auf das gerade notwendige Filter und fertig. Bei XnView ist das ziemlich Sch... gemacht. Da hat man auch irgendwo das Plugin-Verzeichnis. Man muss aber per Doppelklick ein Bild aus der Vorschau erst formatfüllend darstellen, bevor da mit "Filter/ Adobe-Photoshop-Plugins/ Konfigurieren/ Hinzufügen/ (Pfad mit den 8BF-Filtern angeben)" drauf zugegriffen werden kann.

    Zuletzt wäre noch ein Filterbrowser ganz schön. Den gibt es, und zwar als Freeware NiGulp ( http://www.sigmapi-design.com/cms/index.php?page=nigulp ). NiGulp starten. Man wählt den Ordner mit den 8BF-Filtern an ("Ordner-Öffnen"-Button), klickt auf den Button "Load Plugins data", lädt ein beliebiges Bild (mit linker und rechter Maustaste kann das gezoomt werden) und wendet mit dem Button "Run, plugin run!" den Filter auf das Foto an. Auf diese Weise kann sehr effizient ein geeigneter Filter in einer riesigen Sammlung aufgefunden werden.

    Ach ja - alle vorgestellten Programme sind selbstverständlich portabel. Keine Installation - sie laufen als 1:1-Kopie vom USB-Stick aus.

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  • Schräge Kündigungsvarianten

    Ein Bekannter von mir - einer, dem sowas niiiieee passieren würde - ist kürzlich arbeitslos geworden. Mit rechten Dingen ging das zwar nicht zu, aber er konnte nichts mehr dagegen machen. Er war auf eine schräge Kündigungsvariante reingefallen. Das sind die Arten der Kündigung, bei denen jeglicher Kündigungsschutz ausgehebelt wird. Einige dieser fiesen Methoden sind mir im Verlauf meines Berufslebens untergekommen. Und die beschreibe ich hier mal - als Warnung, damit andere nicht drauf reinfallen.

    Variante 1:
    Wegen irgendeiner belanglosen Nichtigkeit (z. B. dem Aufschreiben der eigenen Arbeitszeiten oder so ohne explizite Genehmigung des Chefs) erhält der Arbeitnehmer eine "Ermahnung". Die muss nicht mal schriftlich erfolgen. Mündlich reicht auch. Der Chef vermerkt das in der Personalakte. Rein rechtlich gesehen ist aber eine "Ermahnung" immer eine "Abmahnung", auch wenn dieser letzte Begriff nicht mal ansatzweise erwähnt wird. Ist eine Abmahnung (aus welchem Grund auch immer!) erst einmal ausgesprochen worden, dann berechtigt sie im Falle einer zweiten Verfehlung (egal worum es sich dabei handelt) den Arbeitgeber zur fristlosen Kündigung des Arbeitnehmers.

    Variante 2:
    Diese Methode schilderte mir mal unter der Hand ein Anwalt für Arbeitsrecht, der auch Arbeitgeber berät. Sie ist simpel: Der Chef sucht den Untergebenen auf und sagt zu ihm, er könne heute früher nach Hause gehen. Was noch an Arbeit zu erledigen sei, das wäre nicht so wichtig und könne morgen gemacht werden. Natürlich gibt es für das Gespräch keine Zeugen. Was passiert? Der Arbeitnehmer nimmt das Angebot an und geht vorzeitig nach Hause. Später weiß der Boss nichts mehr von seinem Angebot und behauptet, sein Mitarbeiter habe den Arbeitsplatz vorzeitig und eigenmächtig verlassen. Das ist Arbeitsverweigerung. Die berechtigt zur sofortigen Kündigung, auch ohne Abmahnung.

    Variante 3:
    Hier hat der Arbeitnehmer Urlaub angemeldet und bewilligt bekommen. Er hat aber unvorsichtigerweise verlauten lassen, dass er eine drei- oder vierwöchige Auslandsreise macht; sein Flug geht am ersten Arbeitstag gleich frühmorgens. Das ist dem Boss bekannt. Am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub gibt sein Arbeitgeber die fristlose Kündigung - die in diesem Fall nicht mal zu begründen ist - in die Post. Im Zweifelsfalle zählt das Datum des Poststempels. Die Widerspruchsfrist beträgt drei Wochen. Wenn der Brief zugestellt wird, dann erfreut sich der Arbeitnehmer bereits an seinem Urlaub. Er ahnt überhaupt nicht, was auf ihn zukommt. Zuhause im Briefkasten aber liegt seine Kündigung. Kommt er zurück, dann steht er vor dem Aus: Egal, wie unrechtmäßig die Kündigung auch gewesen sein mag - die Widerspruchsfrist von drei Wochen ist unabwendbar abgelaufen und Kündigung damit rechtskräftig geworden.

    Variante 4:
    Auch diese Variante spielt mit der Widerspruchsfrist. Und mit einer besonderen Form von Fensterbriefumschlägen. Es gibt da diese Briefe, bei der das Porto über der Adresse auf das Anschreiben gedruckt wird. Auf dem Brief steht dann nur "Freimachung im Fenster". Was jetzt geschieht, ist sehr einfach: Die fristlose Kündigung - wieder braucht kein Grund angegeben zu werden - wird geschrieben. Es zählt in diesem Falle das auf dem Schreiben vermerkte Datum, denn einen Poststempel gibt es nicht. Nach drei Wochen (also nach Ablauf der Widerspruchsfrist) gibt der Arbeitgeber dieses Schreiben in die Post. Wenn der Arbeitnehmer es bekommt, dann kann er nichts mehr machen, weil es im Zweifelsfalle sein Bier ist, zu beweisen, dass er die Widerspruchsfrist nicht verpennt hat.

    Variante 5:
    Hier wird die EDV genutzt. Der Arbeitnehmer bekommt einen Arbeitsauftrag zugewiesen, der mit den vorhandenen Mitteln an Software nicht bewältigt werden kann. Er hat aber eine Idee und engagiert sich - er bietet an, in diesem Fall eine Freeware von zuhause mitzubringen und die einzusetzen. Der Chef signalisiert sein Einverständnis. Mit der Freeware wird die Aufgabe dann gelöst. So weit, so gut? Denkste! Der Chef hat natürlich niemals in die Nutzung betriebsfremder Software eingewilligt. Solche Software ist im Zweifelsfall generell immer als gravierendes Sicherheitsproblem zu betrachten. Die eigenmächtige Verwendung derartiger Programme durch den Arbeitnehmer wird als Sabotage und Industriespionage betrachtet. Beides berechtigt zur sofortigen, fristlosen Kündigung.

    Ich weiß nicht, ob es auf diesem Sektor noch andere Verfahren gibt, kann es mir aber gut vorstellen. Jedenfalls sollten Arbeitnehmer in Krisenzeiten auf alles vorbereitet sein - und dazu zählt eben auch die Kenntnis der schrägen Kündigungsverfahren. BTW: Ich habe die dargestellten fünf Methoden nur so am Rande mitbekommen. Mir ist aber bekannt, dass es Managerseminare gibt, in denen neben ausgeklügelten Mobbingverfahren eben auch so etwas gelehrt wird.

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  • Desktop-Backgrounds

    Wer auf der Suche nach wirklich sehenswerten Hintergrundbildern für den Desktop ist, der sollte mal einen Blick auf http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/archivepix.html werfen. Da präsentiert die NASA unter dem Motto "Discover the cosmos! Astronomy Picture of the Day" jeden Tag ein sehr ästhetisches und überwiegend auch ziemlich hochauflösendes Bild (Fotos oder Grafiken) von Gegebenheiten aus dem Kosmos. Die Spanne reicht vom Sonnenuntergang über Nordlichter und Teleskopfotografien bis hin zur Spaceart. Die Grafiken können mit der "Grafik-Speichern-unter"-Funktion des Browsers (rechte Maustaste) runtergeladen werden. Einfach nur schön ...

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  • Afghanistan: Von Japan lernen!

    Japan hat sich jetzt gegen den Afghanistankrieg ausgesprochen und den USA - die Afghanistan ja mit ihrer Kaspisches-Meer-Pipeline durchqueren müssen - die Unterstützung aufgekündigt: http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/us-marine-verliert-tankstelle/ - und warum lernen wir nichts daraus?

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  • Parteien zur Wahl. Heute: Nichtwähler

     
    WICHTIG! HIER KLICKEN!

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  • Das ist UNSER Land!

    Morgen ist Wahl. Da streben die Comiker Der Unterwelt, die den Sozialstaat Partout Demontieren müssen, Fette Drei Prozent an. Vielleicht sollten WIR uns dann daran erinnern, wen die eigentlich vertreten sollten, wen die wirklich vertreten und was wir dagegen tun können!

    woody guthrie- this land

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  • Windows ...

    Manchmal denke ich, Computer sind nur erfunden worden, um den Menschen in die Geschlossene zu bringen. OK, nicht alle Computer. Nur die mit Windows. Es ist immer das Gleiche: Irgendwann beglückt einen die Gurke mit dem BSOD, dem Blue Screen Of Death. Nun muss man aber gaaaaanz superdringend noch 'ne Mail loswerden, einen Brief an die Bundesagentur für Schwarzarbeitsförderung und Versichertenbetrug schreiben oder irgend sowas. Zum Glück gibt's dann ja noch Linux. Macht man also mit Linux. Das läuft wenigstens. Da bleibe ich dann auch erstmal dabei. Bis eine meiner Töchter mit irgendwelchen Hausaufgaben kommt, für die ein PC gebraucht wird. PC - da war doch mal was? Stimmt, Windows. Aber das lief nicht mehr. OK, schweren Herzens wird versucht, das längste Virus der Welt wieder in Gang zu setzen. Das dauert. Manchmal klappt's sogar. Wenn nicht, dann ist ein Neuaufsetzen fällig. Man hat ja Zeit. Glücklicherweise habe ich meine Datensicherungen auf Memorystick in kompatiblen Formaten und kann das alles auch unter Linux nutzen. So lange, bis Windoof wieder läuft. Und dann kommt die gefürchtete Frage des herzallerliebsten Kindes: "Papa, warum nehmen wir in der Schule eigentlich dieses Sch...-Windows und kein vernünftiges Betriebssystem?" Dann steht man da als Elternteil und antwortet im vollen Bewusstsein seines kompetenten Fachwissens: "Pffft.... tjaaa... äääähh..."

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  • Parteien zur Wahl. Heute: Wahlwerbung

     

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  • Aus MP3s Audio-CDs machen

    Kürzlich bin ich per PN gefragt worden, wie man aus einer Sammlung von MP3s Audio-CDs für den ganz normalen Standalone-CD-Player der Stereoanlage machen kann. Da es möglich ist, dass dieses Thema mehrere Leute interessiert, will ich hier mal kurz ein unter Windows anwendbares Verfahren erläutern. Ich weiß nicht, ob es sich dabei um das Nonplusultra handelt und inwieweit es noch andere Möglichkeiten gibt - aber dieses Verfahren funktioniert garantiert und es kostet nichts.

    Ich setze voraus, dass die MP3s und ein Programm, mit dem sich Musik-CDs brennen lassen (das können fast alle Brennproggies!) bereits "an Bord" sind. Somit geht es nur noch um die Konvertierung selbst. Die erledigt die portable Freeware CDex, unter http://cdexos.sourceforge.net/ runterzuladen (der Link ganz oben links auf der CDex-Seite). Das ZIP-Archiv wird in einen beliebigen Ordner entpackt. Die Software kann danach bei Bedarf 1:1 auf einen USB-Stick kopiert werden und läuft dann auch von da aus.

    Jetzt mit einem Doppelklick "CDex.exe" starten. Es erscheint ein mehr oder weniger leeres Programmfenster. Unter "Options/ Settings/ Filenames" wird im Feld "WAV - MP3" das Zielverzeichnis angegeben, in welches die später zu brennende Musik geschrieben werden soll. Einstellungen bestätigen und zurück zum Hauptfenster. Jetzt in der Menüzeile "Convert/ Convert Compressed Audio File(s) To WAV File(s)" wählen. Es öffnet sich eine Dialogbox. Dort unter "Directory" das Quellverzeichnis mit den MP3s auswählen. Die MP3s gelangen zur Anzeige. Dann alle zu konvertierenden MP3s auswählen ("Select All") und die Konvertierung mit "Convert" starten. CDex schreibt jetzt die MP3s als PCM-Wave-Dateien in das zuvor angegebene Zielverzeichnis.

    In Folge wird CDex nicht mehr gebraucht. Jetzt nimmt man mit dem vorhandenen Brennprogramm die PCM-Wave-Dateien und brennt sie als Audio- bzw. Musik-CD (die Bezeichnungen variieren je nach Programm etwas). Die Wahl dieser CD-Art ist insofern wichtig, als dass das Brennprogramm die letzte Konvertierung von PCM-Wave nach CDA-Wave (dem Format der Audio-CDs) automatisch durchführt. Das Ergebnis der Aktion ist eine CD, die in jeden Standalone-CD-Player passt.

    Vielleicht noch ein paar abschließende Anmerkungen zu den CD-Rohlingen: Wenn ein Hersteller mit 700 MB und 80 Minuten wirbt, dann ist das normalerweise ziemlicher Blödsinn. Nutzbar sind bei 700MB-Rohlingen 684 MB (etwa 67 Minuten) und bei 800MB-Rohlingen ca. 780 MB (etwa 80 Minuten) für die Musik. Bei einer Überschreitung dieser Größenbegrenzung besteht die Gefahr, das die CD nicht mehr korrekt erkannt wird - und die dann wieder aus dem Player rauszukriegen ist ein Thema für sich. Auch wenn einige Programme (z. B. Nero) es erlauben, eine CD bis zum Äußersten auszureizen, sollte man doch lieber nicht bis an die Grenze gehen. Und wenn die Musik "hoppelt", dann hat man eine minderwertige Charge von Rohlingen erwischt. Es gibt da gewaltige Qualitätsunterschiede!

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  • Wie man einer Katze eine Pille verabreicht

    Nehmen Sie die Katze in die Beuge Ihres linken Armes, so als ob Sie ein Baby halten. Legen Sie den rechten Daumen und Mittelfinger an beiden Seiten des Mäulchens an und üben Sie sanften Druck aus, bis die Katze es öffnet. Schieben Sie die Pille hinein und lassen Sie die Katze das Mäulchen schließen.

    Sammeln Sie die Pille vom Boden auf und holen Sie die Katze hinterm Sofa vor. Nehmen Sie sie wieder auf den Arm und wiederholen Sie den Vorgang. Holen Sie die Katze aus dem Schlafzimmer und schmeißen Sie die angesabberte Pille weg.

    Nehmen Sie eine neue Pille aus der Verpackung, die Katze erneut auf den Arm und halten Sie die Tatzen mit der linken Hand. Zwingen Sie den Kiefer auf und schieben Sie die Pille in den hinteren Bereich des Mäulchens. Schließen Sie es und zählen Sie bis 10.

    Angeln Sie die Pille aus dem Goldfischglas und die Katze von der Garderobe. Rufen Sie Ihren Ehepartner aus dem Garten. Knien Sie sich auf den Boden und klemmen Sie die Katze zwischen die Knie. Halten Sie die Vorderpfoten fest. Ignorieren Sie das Knurren der Katze. Bitten Sie Ihren Ehepartner, den Kopf der Katze festzuhalten und ihr ein Holzlineal in den Hals zu schieben. Lassen Sie die Pille das Lineal runterkullern und reiben Sie anschließend den Katzenhals.

    Pflücken Sie die Katze aus dem Vorhang. Nehmen Sie eine neue Pille aus der Packung. Notieren Sie sich, ein neues Lineal zu kaufen und den Vorhang zu flicken. Wickeln Sie die Katze in ein großes Handtuch. Drapieren Sie die Pille in das Endstück eines Strohhalmes. Bitten Sie Ihren Ehepartner, die Katze in den Schwitzkasten zu nehmen, so dass lediglich der Kopf durch die Ellenbogenbeuge guckt. Hebeln Sie das Katzenmäulchen mit Hilfe eines Kugelschreibers auf und pusten Sie die Pille in ihren Hals.

    Überprüfen Sie die Packungsbeilage, um sicher zu gehen, dass die Pille für Menschen harmlos ist. Trinken Sie ein Glas Wasser, um den Geschmack los zu werden. Verbinden Sie den Arm Ihres Ehepartners und entfernen Sie das Blut aus dem Teppich mit kaltem Wasser und Seife. Holen Sie die Katze aus dem Gartenhäuschen des Nachbarn. Nehmen Sie eine neue Pille. Stecken Sie die Katze in einen Schrank, so dass der Kopf herausschaut. Hebeln Sie das Mäulchen mit einem Dessert-Löffel auf. Flitschen Sie die Pille mit einem Gummiband in den Rachen.

    Holen Sie einen Schraubenzieher und hängen die Tür zurück in die Angeln. Legen Sie kalte Kompressen auf Ihr Gesicht und überprüfen Sie das Datum Ihrer letzten Tetanusimpfung. Werfen Sie Ihr blutgesprenkeltes T-Shirt weg und holen Sie sich ein neues.

    Lassen Sie die Feuerwehr die Katze aus dem Baum auf der gegenüber liegenden Straßenseite holen. Nehmen Sie die letzte Pille aus der Verpackung. Binden Sie die Vorder- und Hinterpfoten der Katze mit einer Leine zusammen. Ziehen Sie sich Gartenhandschuhe über, öffnen Sie das Mäulchen mit Hilfe eines Brecheisens. Stopfen Sie die Pille hinein, gefolgt von einem großen Stück Filetsteak. Halten Sie den Kopf der Katze senkrecht und schütten Sie Wasser hinterher, um die Pille herunter zu spülen. Lassen Sie sich von Ihrem Ehepartner ins Krankenhaus fahren. Sitzen Sie still, während ein Arzt Finger und Arm näht und ein weiterer Arzt Ihnen die Pille aus dem rechten Auge entfernt.

    Auf dem Rückweg besorgen Sie sich einen Hund.

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  • Aushungern, notfalls Verrecken lassen

    Madame Cherie hat unter http://hartz-nordhausen.blog.de/2009/09/25/aufschlussreiches-interview-thema-hartz-4-claudia-haseking-solveig-koitz-7038711/ auf die Broschüre "Wer nicht spurt, kriegt kein Geld - Sanktionen gegen Hartz-IV-Beziehende - Erfahrungen, Analysen, Schlussfolgerungen" hingewiesen. Dafür bin ich überaus dankbar. Die Originalbroschüre der Erhebung zu den Hartz-Sanktionen kann sich jede(r) unter http://www.amrande.de/pdfs/broschuere_zu_sanktionen_2008_11_24.pdf kostenlos runterladen. Ein umfangreiches Werk; ein richtiges Buch. Ich hab's mal angelesen und überflogen. Zwar erschütternd, aber ein Spiegelbild der Realität. Einer Realität, die seitens unserer Politiker verdrängt wird. Die - leider!!! - auch von denen verdrängt wird, die NOCH nicht arbeitslos geworden sind. Besagte Broschüre ist ein absolutes Muss für alle am eigenen Leben Interessierten. Darüber hinaus ist sie gerade auch ein absolutes Muss für alle die, die NOCH nicht arbeitslos geworden sind. Leute: Ladet euch das runter! Lest es! Und denkt mal darüber nach!

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  • Der Merkel-Song

    Im Radio spielen die immer nur den gleichen Müll. Lady GaGa und was weiß ich noch. Ich kann's nicht mehr hören. Deswegen bin ich im Web mal auf die Suche gegangen. Und wer sagt's denn - da findet man noch echte Kultur! Sowas wie das hier:

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  • Noch ein paar "Anderswelten"

    Da die Fotomontagen, die ich gestern hier eingestellt habe, ja recht positiv aufgenommen worden sind, will ich hier nochmal ein paar "Anderswelten" präsentieren.

    aw1
    aw2
    Es gab unweit meines Wohnortes bis vor nicht allzu langer Zeit einen sehr begabten Steinmetz, der in einem alten Gemäuer nahe der Paschenburg sein Geschäft führte. Einmal im Jahr, üblicherweise zum Consualia-Fest, versammelte sich da eine ganz illustre Gesellschaft zum Feiern. Das ging den Nachbarn auf den Keks und führte dazu, dass er sein Geschäft aufgeben musste. Die beiden Tore auf den Fotos gehörten zu seinem früheren "Reich". Es sind die beiden Seiten des gleichen Tores, einmal mit Mallorca-Klippen und einmal mit der Nordsee kombiniert.

    aw3
    Dieses "Urwaldmonster" ist ein Spiel mit verschiedenen Größenordnungen. Die Dschungelpflanzen habe ich im Regenwald-Bereich des Sealife Hannover fotografiert. Der dazwischen hervor guckende Kopf ist nichts weiter als eine Eidechse.

    aw4
    Der Wasserfall in der Wüste setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Einmal der Wüste von Nevada und zum anderen aus den Niagarafällen von unten. Das Foto der Niagarafälle von unten entstand "blind" vom Schiff aus: Kamera hochreißen, abdrücken und blitzschnell wieder einstecken, bevor sie durchweicht. Weil da überall Wasserströpfchen in der Luft schwebten, ist der Himmel bei diesem Bild auch etwas körnig.

    aw5
    Und schließlich brauchte ich vor ein paar Jahren auf meiner Internetseite mal ein Bild zur Illustration einer unheimlichen Geschichte, das Unbehagen und Beklemmung auslösen sollte. Dazu diente ein Schwarzweiß-Background mit Mauerwerk, aus dem ich einiges entfernte und so den Blick auf einen per Gothic-Filter verfremdeten Süntelbuchenwald öffnete.

    Wie war das doch gleich: "Ein Bild lügt mehr als tausend Worte" - guckst du unter:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15559/1.html
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14526/1.html
    http://www.kusem.de/konz/dobmei/dobmei.htm
    http://www.freace.de/artikel/200412/251204a.html

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  • Ein Brief von Angie

    Heute befand sich in meinem Briefkasten ein Schreiben von unserer (hoffentlich nur Noch-) Kanzlerin. Eigentlich wollte ich den Brief gleich ungeöffnet wegwerfen, weil ich ja binnen der vergangenen vier Jahre erlebt habe, welche Politik die macht. Doch dann öffnete meine bessere Hälfte dieses Poststück, las es und übergab es mir. Hier mal der Wortlaut, nebst meiner Gedanken dazu (jawohl - ich mache von meinem Recht zur Meinungsäußerung nach Art. 5 Abs. 1 GG Gebrauch!).

    Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
    (Die Kinder haben Sie sie vergessen, aber die sind ja uninteressant, weil noch nicht stimmberechtigt.)
    am 27. September ist Bundestagswahl.
    (Hätte ich ohne den Hinweis nie gemerkt!)
    Sie entscheiden mit Ihrer Stimme, welchen Weg unser Land in den nächsten Jahren gehen wird.
    (Wirklich? Und wozu brauchen wir dann Wahlbeobachter? Und wird man sich künftig nach unseren Wünschen genauso richten, wie Sie es in den vergangenen vier Jahren getan haben?)
    Heute fordert uns eine internationale Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, wie wir sie in den letzten 60 Jahren nicht erlebt haben.
    (Logo - die kam ja auch aus heiterem Himmel über uns. Ohne jegliches Zutun der Regierung. Weil sich im neoliberalen Markt alles von selbst regelt. Und Ostern kommt der Osterhase und Weihnachten der Weihnachtsmann ...)
    Ich bin überzeugt: Gemeinsam können wir es schaffen, dass unser Land die Krise nicht nur überwindet, sondern gestärkt aus ihr hervorgeht.
    (Gemeinsam: Indem die Reichen noch reicher und die Armen noch mehr ausgequetscht werden. Das stärkt die soziale Schicht, zu der auch Sie gehören, Frau Merkel! In diesem Sinne glaube ich Ihnen den Satz Wort für Wort!)
    Für dieses Ziel arbeite ich mit aller Kraft.
    (OK, akzeptiert - die in den vergangenen vier Jahren gesunkenen Realeinkünfte der Arbeitnehmer und die Steuererleichterungen für Besserverdienende belegen, dass Sie durchaus erfolgreich sein können. Akzeptiert bedeutet aber nicht für gut befunden.)
    Dafür brauchen wir heute mehr denn je Sicherheit und Verlässlichkeit.
    (Sicherheit - ist das, wenn ein Herr Schäuble und eine Fau von der Leyen sich selbstgefällig über das Grundgesetz hinweg setzen? Verlässlichkeit - ist das, wenn ein Heer an sozial Schwachen geschaffen wird, das gezwungen ist, zum Überleben auch noch den prekärsten Job anzunehmen? Aber das haben wir doch schon alles! Oder soll das zukünftig noch perfektioniert und zementiert werden? Das wiederum hatten wir schon mal. Vor 70 Jahren. Mir scheint, Sie sind wirklich traditionsbewusst!)
    Die CDU steht für Wirtschaft mit Vernunft und nachhaltiges Wachstum.
    (Wirtschaft mit Vernunft sind wohl die Milliarden, die man Pleitebankern hinten und vorne reingeschoben hat. Oder das Verscherbeln von OPEL an die Russenmafia. Was das nachhaltige Wachstum betrifft, da muss ich Ihnen, Frau Merkel, allerdings wirklich Recht geben: Die Asse und Gorleben sprechen für sich.)
    Damit sichern wir Arbeitsplätze.
    (Ähemm - ohne flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn schließt das aber Zwangsarbeit und Lohnsklaverei mit ein ... - ich mein ja nur mal so!)
    Wir setzen uns ein für stabile Sozialsysteme, die den Menschen dienen.
    (Stimmt - Hartz-IV haben Sie im Verlauf der letzten Legislaturperiode um satte 3,3 % erhöht. Das sind pro Tag und Nase in den vier Jahren 0,82 Cent täglich. Respekt! Hoffentlich werden die Leute davon nicht übermütig!)
    Wir wollen eine gute Bildung und damit auch eine gute Zukunft der jüngeren Generation.
    (Deswegen fehlt es auch allerorten an Lehrkräften und die Schulklassen sind überbelegt. Und bitte, nur zur Erinnerung: Diese Situation in ihrer heutigen Form hat sich so auch erst während Ihrer Regierungszeit entwickelt!)
    Deutschland braucht in der heutigen schwierigen Situation den Zusammenhalt der Gesellschaft und eine stabile politische Führung, der die Menschen vertrauen.
    (Zusammenhalt: Ist das, wenn sich ein Herr Ackermann in die Situation einer alleinerziehenden Hartz-IV-Abhängigen einfühlen kann? Und was die stabile politische Führung betrifft, da gab es schon mal jemanden im Reichstag, der darum gebeten hat. Ist auch gut 70 Jahre her.)
    Jetzt ist nicht die Zeit für politische Experimente.
    (Sag ich ja - Neoliberalismus funktioniert nicht. Experiment gescheitert. Das ist spätestens seit dem Platzen der Dot-Com-Blase um die Jahrtausendwende herum allgemein bekannt. Aber manche Leute haben wohl eine ziemlich lange Leitung und brauchen etwas länger, um das zu begreifen. Also Schwamm drüber und jetzt zur Abwechslung mal was Vernünftiges!)
    Deshalb bitte ich Sie ganz persönlich: Gehen Sie am 27. September zur Wahl ...
    (Da können Sie sich drauf verlassen!)
    ... und geben Sie beide Stimmen der CDU.
    (Ganz sicher nicht, oder glauben Sie etwa, ich würde mir selbst mein eigenes Grab schaufeln wollen?!?)

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  • Parteien zur Wahl. Heute: Kanzlerkandidaten

    Unsere so genannten "Volksparteien" wollen ja insbesondere die Jungwähler erreichen. Und weil jüngere Leute sich neuester Technik bedienen, führt kein Weg an der Wahlwerbung im Internet vorbei. Das betrifft gerade auch die beiden Kanzlerkandidaten Frank Waltraut Walter Steinmeier (SPD) und Angelo Angela Merkel (CDU). Ich wollte mal wissen, was die im Web so zu ihren politischen Vorstellungen zu sagen haben und suchte danach. Und ich bin tatsächlich fündig geworden! Hier sind die Videobotschaften unserer Kanzlerkandidaten:

    Frank Walter Steinmeier: http://www.youtube.com/watch?v=IypZ8gHH6h8
    Angela Merkel: http://www.youtube.com/watch?v=GI4TrD1fsTw

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  • Gestapo-Neuauflage?

    Als ich DIESEN Artikel in der taz gelesen habe, da dachte ich, es reicht wirklich bei Weitem noch nicht aus, ein ganzes Volk völlig unbegründet unter Generalverdacht zu stellen. Jetzt muss auch noch eine Neuauflage der Gestapo her, ausgestattet mit Möglichkeiten, an die George Orwell wohl nicht mal in seinen schlimmsten Alpträumen dachte. Was denkt sich so ein Innenminister - wie war doch gleich sein Name, Adolf, nee Moment, ich hab's gleich, Wolfgang S. - eigentlich? Kein Wunder, wenn dieses Mal Wahlbeobachter zu uns geschickt werden, wie die Deutsche Welle vermeldet - HIER nachzulesen.

    Paranoia war gestern - es lebe der Generalverdacht!

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  • Abzocke mit Mogelpackungen

    Was haben wir nicht alles der EU zu verdanken: den Euro, von dem wir seit seiner Einführung alle ohne Ende profitiert haben, der alles vereinheitlichende Lissabon-Vertrag ... Seit April '09 gibt es EU-weit keine fixen Verpackungsgrößen mehr, welcher Fortschritt! Das eröffnet den Herstellern die Möglichkeit, ganz legal Mogelpackungen in den Handel zu bringen und durch Verpackungstricks einen verdeckten Preisschub in Gang zu bringen. Und wer bezahlt's?!?

    Unter http://verdecktepreiserhoehungen.de/ findet man von Verbrauchern aufgedeckte Mogelpackungsabzocke. Und da sind verdammt viele renommierte Namen dabei: Jacobs, Knorr, Frolic, M&M, Milka, Hipp, Zentis, Ariel, Nivea, Milupa, Wasa, Real, Aldi - um nur einige zu nennen. Jedes Unternehmen hat übrigens die Möglichkeit, zu der Abzocke bzw. Verpackungsänderung Stellung zu nehmen. Bisher ist diese Möglichkeit nur ein einziges Mal bei 38 Mogelpackungen genutzt worden. Oder, statistisch ausgedrückt: 2,6 % der Unternehmen reagieren auf die Beschwerde des Verbrauchers. Das ist doch was, oder nicht?

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  • Anderswelten im Märchenwald

    Wie real ist die Realität? Gibt es nur eine Realität? Lt. Quantenphysik (Everett-Hypothese) existieren unendlich viele Welten quasi "nebeneinander" auf verschiedenen Wahrscheinlichkeitsleveln. Unter diesen Gesichtspunkten habe ich mal ein paar Fotomontagen gebastelt - nur mal um zu sehen, ob ich's hinkriege. Ausgangspunkt waren die Süntelbuchen (der Märchenwald), weil die bogen- und ringartige Verwachsungen zeigen. Da wurden andere Motive reinkopiert.

    Bild 1: Süntelbuchenallee in Bad Nenndorf mit Mittagssonne
    Bild 2: Süntelbuche am Hohenstein mit einkopierter Klippe auf Ibiza
    Bild 3: Felsen auf Mallorca mit einkopierter Süntelbuchenallee
    Bild 4: Drehwüchsige Süntelbuche bei Rodenberg mit einkopiertem Steinaltar
    Bild 5: Süntelbuche in Bad Nenndorf mit einkopierten Bromeliaceen

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  • Always Look On Bright Side Of Life

    "Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen."
    (Loriot)

    Ich weiß auch nicht - aber wenn ich die ganzen Hackfre... Gesichter sehe, die mich inzwischen von den Wahlplakaten her so angrinsen, warum muss ich dann immer an Monty Python denken?!?

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  • Ahmed

    Ein Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein und alt und schwach. Sein Sohn studiert in Paris. Deshalb schreibt er eine E-Mail an seinen Sohn:

    Lieber Ahmed!
    Ich bin sehr traurig, weil ich in meinem Garten keine Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn Du hier wärst, könntest Du mir helfen und den Garten umgraben.
    Ich habe Dich lieb,
    Dein Vater

    Prompt erhält der alte Mann eine E-Mail:

    Lieber Vater!
    Bitte rühre auf keinen Fall irgendwas im Garten an. Dort habe ich nämlich "die Sachen" versteckt.
    Ich habe Dich auch lieb,
    Ahmed

    Keine zwei Stunden später umstellen die US-Army, die Marines, das FBI und die CIA das Haus des alten Mannes. Sie nehmen den Garten Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden aber nichts. Enttäuscht ziehen sie wieder ab.

    Am selben Tag erhält der alte Mann noch eine E-Mail von seinem Sohn:

    Lieber Vater!
    Sicherlich ist der Garten jetzt komplett umgegraben und Du kannst die Kartoffeln pflanzen. Mehr konnte ich aus der Entfernung leider nicht für Dich tun.
    Ich habe Dich lieb,
    Ahmed

    :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :)

    (Heute gefunden bei http://www.nachdenkseiten.de/ )

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  • Lebendige Geschichte

    Erleben wir vielleicht gerade eine Geschichtswiederholung? Vieles an der aktuellen Regierungspolitik kommt mir so maßlos bekannt vor. Es erinnert an das Ende der Weimarer Republik. Wie lief das seinerzeit ab? Hier ein paar Stichworte zur Erinnerung (hinsichtlich der Weimarer Republkik handelt es sich um Zitate aus Wikipedia):

    - Nach dem Schwarzen Donnerstag, dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am 24. Oktober 1929, kamen kaum mehr Auslandskredite nach Deutschland.
    - Die Krise in der Exportwirtschaft griff schnell auf die Binnenkonjunktur über.
    - Durch die einsetzende Massenarbeitslosigkeit verschlechterte sich die soziale und wirtschaftliche Lage dramatisch.
    - Am Ende der Weimarer Republik im Jahr 1933 zählte man insgesamt sechs Millionen offizielle Arbeitslose, dies entsprach einer Quote von etwas mehr als 30 %. Nur noch 12 Millionen Menschen arbeiteten regulär. Viele lebten am Existenzminimum.
    - Die abbröckelnde Binnennachfrage verstärkte die Wirtschafts- und Sozialkrise.
    - Im Sommer 1932 verstaatlichte die Regierung Papen den Rundfunk und öffnete ihn für die Wahlkampfwerbung der Parteien, darunter die NSDAP.
    - Das Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 war eine Zusammenkunft Adolf Hitlers mit 27 Industriellen in Hermann Görings Amtssitz im Reichstagspräsidentenpalais zur Finanzierung des Wahlkampfes der NSDAP.
    - Die Reichstagsbrandverordnung und das Ermächtigungsgesetz führten direkt in die Diktatur des Nationalsozialismus.

    Und heute?

    - Die aktuelle Weltwirtschafrskrise wurde durch den Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank im September 2008 ausgelöst.
    - Deutschland lebt und produziert vom bzw. für den Export, doch keiner hat mehr Geld für die Produkte und so kommt auch kein Geld mehr rein.
    - Durch die Massenarbeitslosigkeit verschlechterte sich die soziale und wirtschaftliche Lage dramatisch.
    - Derzeit vermeldet das World Fachtbook des CIA für Deutschland eine saisonbereinigte Arbeitslosenquote von 10,8 % zzgl. 11 % der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. In Summe sind das 21,8 % der Bevölkerung: Fast jeder Vierte!
    - Die wachsende Ungleichheit der Einkommen schwächt die Wirtschaft weiter, weil sie die Binnennachfrage bremst und die Abhängigkeit vom Export erhöht.
    - Die bundesdeutsche Medienlandschaft ist unter dem Bertelsmann-Konzern, der ProSiebenSat1-Gruppe, dem Axel-Springer-Konzern, Gruner+Jahr und den regierungsseitig kontrollierten öffentlich-rechtlichen Anstalten aufgeteilt. Über Beteiligungen in Arbeitgeberverbänden finanzieren die privaten Medienanbieter die Parteien mit Spenden und über die Teilnahme an Arbeitsgruppen nehmen sie z. T. unmittelbaren Einfluss auf die Politik.
    - Geheimtreffen sind überflüssig geworden, denn Spenden werden inzwischen ganz legal gezahlt. Die Korruption wurde in "Public Private Partnership (PPP)" umbenannt und legalisiert. Hinzu kommt die teils heimliche und teils öffentliche Lobbyarbeit der so finanzierten "Volksvertreter".
    - Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnungen von Hausdurchsuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschränkungen des Eigentums, Gleichschaltung der Reichsanstalt, Abschaffung der freien Berufswahl, Zensur, Einsatz militärischer Mittel auch innerhalb von Deutschland: Das waren die Inhalte von Reichstagsbrandverordnung und Ermächtigungsgesetz. Vieles davon haben wir heute - wenngleich unter Bezeichnungen und insbesondere mit Hinblick auf die Hartz-Gesetze - bereits wieder, anderes wird seitens der Regierungskoalition angestrebt und wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Ewigkeitsklausel des Grundgesetzes (Art. 79 Abs. 3) wird schlichtweg ignoriert.

    In den 1930ern führte der Filz aus Wirtschaft und Politik zum Zusammenbruch der ersten Demokratie, nämlich der Weimarer Republik, in Deutschland. Der Unterschied zur Bundesrepublik Deutschland ist inzwischen nur noch marginal. Wohin steuert unser Land? Noch ist es möglich, den Irrweg zu korrigieren. Am Sonntag ist Wahl!
    ________________________

    Links zum Thema:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimtreffen_vom_20._Februar_1933
    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/index.html
    http://www.mindestlohn.de/meldung/ungleichheit-schwaecht-wirtschaft/
    http://www.wuv.de/nachrichten/medien/die_groessten_konzerne_in_deutschland_medienhaeuser_gut_vertreten
    http://www.lobbycontrol.de/download/nebentaetigkeiten-studie2009.pdf

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  • Tiere, einfach nur so ...

    Heute mal ein paar Tierbilder - einfach nur so ...

    eisvogel
    Der Eisvogel (bitte genau hinsehen - er sitzt auf dem Ast über dem Bach) gehört zu den schon fast ausgestorbenen Tierarten. Aber hier bei uns brüten jährlich zwei oder drei Pärchen und mit viel Glück bekommt man einen dieser blitzschnellen, fliegenden Diamanten zu Gesicht. Mit noch unglaublich viel mehr Glück auch mal vor die Kamera.

    eichhoernchen
    Das Eichhörnchen ist mir schon häufig über den Weg gelaufen. Aber Fotos vom Eichhörnchen im Baum habe ich erst ein einziges Mal hinbekommen.

    schwan
    Die Schwäne sah ich am Steinhuder Meer. Es war einfach ein zu schönes Motiv, um daran vorbei zu gehen.

    luchs
    Unseren hiesigen Luchs vermisse ich sehr. Seit den Aufforstungsmaßnahmen ist er wieder weg. Dreimal habe ich ihn zu Gesicht bekommen. Dieses Bild hier stellt nur einen Ersatz dar - aufgenommen im Saupark Springe (Wisentgehege) und nicht wie üblich in freier Wildbahn.

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  • Einfache Hautschutzsalbe

    Da es jetzt wieder herbstlicher wird, droht die Zeit der aufgerissenen Hände. Mit dem Problem hatte ich zu kämpfen, als ich mal aushilfsweise im Winterhalbjahr per Fahrrad als Briefträgerr unterwegs war. Damals überlegte ich, was man tun könnte. Mir fiel etwas ein und ich probierte es aus - eine supersimple Hautschutzsalbe auf der Grundlage von Bienenwachs. Das Wachs kann man zur Not durch das Abwickeln einer gerollten Bienenwachskerze gewinnen und die Vaseline liefert der Dogeriemarkt. Hier ist das Rezept:

    Ein einfaches Handpflegemittel gegen rissige Hände bei Kälte und Witterungseinflüssen lässt sich herstellen, wenn 1-2 Teile Vaseline und 1 Teil Bienenwachs im Wasserbad zusammengeschmolzen werden. Noch flüssig in das Endverbrauchsgefäß füllen. Hält sich bei Raumtemperatur jahrelang. Damit alle zwei bis drei Tage die Hände einreiben. Die Vaseline dient einzig dazu, das Wachs pastös und streichfähig zu machen.

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  • Mailverschlüsselung

    Abhören und Ausforschen stehen hoch im Kurs, vor allem deswegen, weil ein gewisser Innenminister ja das ganze Volk unter Generalverdacht stellt und Vorratsdatenspeicherung betreibt: "Alles potenzielle Gefährder" oder so. Wer dennoch Wert auf seine Privatsphäre legt (Das macht du? Schäm dich! Das ist im höchsten Maße subversiv! Bist wohl ein Terrorist, was?!?), der kann seinen Mailverkehr auf einfache und dennoch sehr effektive Weise verschlüsseln. Der kostenlose Steganosdienst FreeCrypt (unter https://www.steganos.com/de/produkte/datensicherheit/freecrypt/uebersicht/ zu finden) bietet so etwas. Beliebige Texte werden mit dem Verschlüsselungsstandard AES 256 Bit ver- und entschlüsselt (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Advanced_Encryption_Standard zu diesem sehr sicheren Verfahren). AES ist bspw. in den USA für staatliche Dokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe zugelassen.

    Wie geht das jetzt? Zuerst bereitet man den Mailtext (am besten mittels Editor) offline vor; reinen Text ohne Formatierungen und Schnörkel, also so genannten Plain Text. Danach braucht man einmalig ein MySteganos-Benutzerkonto. Wie das erstellt wird, steht auf der Steganos-Seite. Bei dem Benutzerkonto meldet man sich mit gültiger Mailadresse und Password an. Daraufhin gelangt man zur Eingabeseite. Hier wird der vorbereitete Text per Zwischenablage in das Formular einkopiert. Zum Verschlüsseln des Textes wählt man jetzt ein beliebiges, neues Password, welches in einem zweiten Eingabefeld zu bestätigen ist. Bei den Radiobuttons wird "Verschlüsseln" gewählt und der Klick auf "Steganos FreeCrypt starten" führt die Verschlüsselung durch. Als Resultat erhält man ein undefinierbares Zeichenkauderwelsch. Das wird rauskopiert und per Mail verschickt.

    Der Empfänger verfügt auch über ein MySteganos-Benutzerkonto. Er loggt sich dort mit seinen eigenen Daten ein und kopiert das per Mail erhaltene Zeichenchaos in das Formularfeld. Das Password zum Entschlüsseln hat er vom Absender auf anderem Wege bereits erhalten (bspw. per Telefon) und gibt es ein. Dann wählt er "Entschlüsseln" sowie "Steganos FreeCrypt starten" und bekommt wieder den Klartext, der rauskopiert werden kann.

    Um Steganos FreeCrypt zu beenden, muss man sich ausloggen - das einfache Verlassen der Seite reicht NICHT aus! Das Abmelden geschieht mit einem Klick auf den geradezu winzigen Schriftzug "Abmelden" in der rechten, oberen Ecke der Seite. Gegenüber der Verwendung von zu installierenden Krytografieprogrammen hat dieser Dienst den ganz großen Vorteil, unabhängig vom Betriebssystem zu sein. Übrigens - ich hab's ausprobiert - scheint es keine Begrenzung der Textlänge zu geben. Im Versuch hat das Ding ein ganzes Buch verwurstet!

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  • Sch...-Bedienungsanleitungen!!!

    Im allgemeinen komme ich mit technischen Geräten ganz gut zurecht. Wenn ich erstmal raus habe, wie die funktionieren, dann verstehe ich meistens auch die Bedienungsanleitung. Aber heute war wieder so ein Tag, wo ich kurz vor'm An-Die-Wand-Werfen stand. Schuld war meine vier Jahre alte Digitalkamera, die plötzlich in so eine Art von "undokumentiertem Überraschungsmodus" geschaltet hatte. Nun, inzwischen geht das Ding wieder. Und ich bin froh, dass es mit den Bedienungsanleitungen nicht nur mir allein so geht!

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  • Der Anfang vom Ende

    Meine folgende Geschichte, bereits im AEiD-Newsletter 05/2009 erschienen (unter http://www.aktive-erwerbslose.de/ im Newsletter-Archiv nachschauen), ist rein fiktiv, frei erfunden und als Satire zu verstehen. Es existieren keinerlei Hinweise darauf, dass es sich jemals wirklich so oder in ähnlicher Form abgespielt hat. Es existieren aber auch keine Hinweise, die das Gegenteil belegen. ;)
    __________________________

    "Und damit komme ich zum Ende meiner Ausführungen" sagte der international renommierte Erdölgeologe. "Eine gravierende Veränderung steht uns bevor. Das Öl neigt sich dem Ende zu. Die Gesellschaft, so wie wir sie bisher gekannt haben, wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben. Denn alles - aber auch wirklich restlos alles - basiert auf diesem einen einzigen Rohstoff. Und dessen Vorräte sind erschöpft. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit."

    Der Regierungschef schaute die Vorsitzende der Oppositionspartei fragend an. Er selbst hatte von Chemie so viel Ahnung wie eine Kuh vom Eierlegen. Sie hingegen war in einer Art von früherem Leben einmal Chemielaborantin oder doch zumindest so etwas ähnliches gewesen. Sie nickte. Sie bestätigte damit die Worte des Sachverständigen. Der Regierungschef sah den Erdölgeologen an und meinte: "Ich sach ma' - was wird passieren?" Der Experte zuckte mit den Schultern. Er antwortete: "Das weiß keiner. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Aktienmärkte zuerst zusammen brechen werden. Dem voraus könnten Fluktuationen an der Börse gehen." "Wann wird das geschehen?" "So etwa in vier bis sechs Jahren schätze ich."

    "Und dann?" "Wirtschaftskrise. Arbeitslosigkeit. Versorgungsengpässe. Schließlich wird der Verkehr zusammen brechen, voraussichtlich so in zehn bis zwanzig Jahren. Da auch Medikamente aus Öl gemacht werden, wird es die nicht mehr geben. Irgendwann kommt eine Pandemie - Grippe, Tuberkulose oder was weiß ich - und macht reinen Tisch. Was danach noch da ist, das bewegt sich auf dem Level der zwanziger bis dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts." "Mit wie vielen Toten rechnen sie?" "Weltweit? Fünf Milliarden. Mindestens."

    "Welche Optionen haben wir?" "Gar keine. Um etwas zu tun, hätte man schon vor über zwanzig Jahren alternativ-regenerative Energien fördern und die Rohstoffsituation konsequent auf schnell nachwachsende und landwirtschaftlich wenig intensive Rohstoffe umstellen müssen. Das ist leider versäumt worden. Derartige Technologien brauchen Jahrzehnte, bis sie voll entwickelt und ausgereift sind. So viel Zeit haben wir leider nicht mehr und die bisherigen Ansätze reichen nicht mal annähernd. Es tut mir leid."

    Der Sachverständige schaltete Beamer und Laptop aus und begann, seine Sachen zusammen zu packen. Er hatte gesagt, was gesagt werden musste. Und das auch noch vor einer äußerst illustren Runde von Staatschefs, Parteibonzen, Industriekapitänen und Topmanagern. Der Regierungschef blickte in die Runde. Betretene Gesichter. Die Vorsitzende der Opposition nickte noch einmal. Erneut bestätigte sie die Worte des Geologen. Einer der Industriekapitäne legte die Faust auf den Tisch und wies mit dem Daumen zur Tür. Der Regierungschef verstand das Zeichen. Er bedankte sich bei dem Experten und komplimentierte den hinaus. Daraufhin blieb der Blick des Industriekapitäns am Assistenten des Regierungschefs hängen. Letzterer nickte. Einverständnis ohne Worte. Er wandte sich an seine rechte Hand: "Ho' mir ma' 'ne Flasche Bier. Und lass Dir Zeit dabei. Gaaanz viel Zeit." Auch der Assistent verließ den Raum. Jetzt erst war man unter sich.

    Zunächst räusperte sich der Industriekapitän und begann mit den Worten: "Ich teile die Einschätzung des Sachverständigen ganz und gar nicht. Damit meine ich aber nicht das Ende des Öls, sondern die Aussage, dass wir keine Option mehr haben. Wir haben sehr wohl eine." Fragende Gesichter und hochgezogene Augenbrauen. "Und welche?" wollte der Regierungschef wissen. "Ist doch ganz einfach. Wir retten unseren eigenen Arsch. Die unteren Chargen sind doch scheißegal. Das ist Verbrauchsmaterial. Wir sind die Elite. Auf uns kommt es an. Auf uns allein. Nur wir können die Wirtschaft führen. Und wer nicht der Wirtschaft dient, der ist überflüssig. Wenn seine Existenz der Wirtschaft schadet, dann hat er kein Recht auf Leben."

    Das war hart. Aufgeregtes Murmeln erfüllte den Besprechungsraum. Nur ein als ‚neuer Zar' titulierter Staatspräsident eines befreundeten Landes lächelte wissend. Dieser Industriemensch hatte nur das ausgesprochen, was insgeheim alle hier dachten! "Das ist unerhört!" ereiferte sich die Vorsitzende der Oppositionspartei. Der neue Zar ergriff das Wort und sagte: "Was wollen Sie eigentlich? Weiterhin luxuriös leben oder in ein paar Jahren elend verrecken? Schauen Sie doch mal den Tatsachen ins Auge!" Daraufhin hielt die Frau ihren Mund. Der Regierungschef jedoch fragte seinen Freund, den Zaren: "Wie stellst Du Dir das vor?" "Towarischtsch" entgegnete der "fast das gleiche Problem hatten Deine Vorfahren schon mal. Erinnere Dich daran, wie die das gelöst haben."

    "Und was bringt mir das?" "Es sind hier alle maßgeblichen Personen versammelt, um etwas in Gang zu bringen. Nutze das Potenzial. Den Beratervertrag, um für die Zukunft ausgesorgt zu haben, schenke ich Dir dann." Der Regierungschef atmete tief durch. Er blickte in Runde und erkannte einhellige Zustimmung. "Na gut" gab er sich geschlagen "dann bitte ich um konkrete Vorschläge." Der Topmanager eines großen Automobilkonzerns meldete sich zu Wort: "Wir müssen aus den Leuten das Letzte rausquetschen und in Sicherheit bringen. Außer Landes. Ich habe da jemanden in meinem Unternehmen, der Ihnen das detailliert ausarbeiten kann." "Gut" gab der Regierungschef zu "dann leiern Sie das mal an. Zusätzlich benötigen wir aber auch noch die Unterstützung der Medien, denn wenn einer was rauskriegt, dann sind wir geliefert. Dann werden sie uns kreuzigen."

    Ein Medienmogul meinte: "Kein Thema. Unsere Unterstützung haben Sie. Wir wissen, was die Leute brauchen. Das lässt sich auf eine ganz einfache Formel reduzieren, nämlich Hass, Lügen, Titten, Ärsche, Sport und Wetter. Panem et circensis. Alles schon mal da gewesen. Sie kontrollieren die öffentlich-rechtlichen Medien über die Parteibücher und wir die Privatmedien über die Werbeverträge - Gleichschaltung. Ich garantiere Ihnen, dass kein Revoluzzer ein Sprachrohr bekommt."

    Der Leiter des Arbeitgeberverbandes nahm den Faden auf. "Am einfachsten ist es, wenn wir den Leuten das Denken abgewöhnen. Wir müssen dazu schon frühzeitig ansetzen, nämlich in Schule und Ausbildung. Wir gründen einfach einen Förderverein, eine Reforminitiative. Die berät Sie dann hinsichtlich der Arbeitsmarkt- und Schulpolitik und betreibt massive Öffentlichkeitsarbeit. Geld spielt keine Rolle. Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht in den Griff bekämen."

    Darauf die Oppositionsvorsitzende, die in früheren Zeiten schon einmal für Propaganda zuständig gewesen war: "Wie stellen Sie sich die Öffentlichkeitsarbeit vor?" "Sie erhalten jede Wahlkampfunterstützung, die Sie brauchen. Ist ja alles steuerlich absetzbar. Darüber hinaus machen wir der Öffentlichkeit auch die haarigsten Einschnitte mit Euphemismen schmackhaft. Sozialabbau wird beispielsweise zum aktivierenden Sozialstaat, Probleme zur Herausforderung, Kündigung zur Entlassungsproduktivität, Verfolgung zur aktivierenden Hilfe usw. Na, Sie kennen das sicherlich. Es war ja mal Ihr Metier." Die Frau wirkte ob dieser Spitze peinlich berührt und erwiderte nichts.

    "Also, ich sach' ma'" nahm daraufhin der Regierungschef den Faden wieder auf "wir brauchen einen Koordinator für die Vorschläge. Wer macht das?" Der Topmanager des Autokonzerns hob die Hand. "Gut, alle Vorschläge gehen an unseren Geschäftspartner. Natürlich verschlüsselt. Ich brauche wohl nicht extra zu betonen, was passiert, wenn von unserem Gespräch irgendwas an die Öffentlichkeit dringt. Weiter - wann kann ich mit einem konkreten Plan zur Vorgehensweise rechnen?" "Ungefähr in einem Vierteljahr. Ich informiere Sie dann."

    Der Topmanager überlegte kurz und fügte hinzu: "Wir sollten, sobald das geschehen ist, ein neues Treffen an einem anderen Ort ausmachen, um die Pläne durchzugehen. Von Ihrer Seite" - er blickte den Regierungschef an - "erwarte ich, dass wir einen Hebel zum Geldtransfer an einen Offshoreplatz bekommen. Sie müssen folglich Hedgefonds zulassen." Der Regierungschef stimmte zu. Man sprach noch kurz über das eine oder andere Detail und dann löste sich die Versammlung auf.

    *

    Ein Vierteljahr später, an einem anderen Ort. Die illustre Runde traf erneut zusammen. Wohlweislich fehlten nur der Sachverständige und der Assistent des Regierungschefs, denn die Beiden brauchte man nun wirklich nicht mehr. Der Topmanager stellte in einer Präsentation den Plan des zukünftigen Vorgehens vor:

    "Unser Konzept umfasst mehrere Stufen. Zuerst wird der Kündigungsschutz aufgeweicht und parallel dazu etablieren wir die Zeit- und Leiharbeit. Leiharbeit drückt die Löhne und erlaubt höheren Gewinn. Wer nicht mitspielt, der ist schnell draußen. Danach fassen wir die Arbeitslosen in JobCentern zusammen, so dass eine bessere Kontrolle möglich ist. Auch werden nicht sozialversicherungspflichtige Jobs, so genannte Minijobs eingeführt. Zusätzlich öffnen wir mit den Ich-AGs den unbegrenzten Werkverträgen Tür und Tor, womit der Kündigungsschutz endgültig passé ist."

    Einer der Anwesenden wollte eine Frage stellen, doch der Topmanager wiegelte ab: "Nicht jetzt. Die Details diskutieren wir alle hinterher. Machen wir erstmal weiter. In der dritten Phase orientieren wir uns an 1933, an der Gleichschaltung der Reichsanstalt für Arbeit. Das umfasst die Abschaffung der freien Berufswahl zu Gunsten der Lenkung der Arbeitskräfte, die Einführung von Arbeitsdienst und Arbeitspflicht usw. Wir nennen das vornehm Ein-Euro-Jobs. Im Rahmen dieser Phase wird das Arbeitsamt zur Agentur für Arbeit umgebaut. Arbeitsamt und Sozialämter werden zu einer einzigen Behörde zusammen geführt. Deren Hauptaufgabe liegt danach nicht mehr in der Vermittlung, sondern vielmehr in der Lenkung der Arbeitskräfte, vornehmlich hin zur Zeitarbeit. Ausgebildete Vermittler stören dabei nur - die müssen durch neue und unwissende Leute ersetzt werden. Ein Blitzkursus für die Neuen sollte dazu ausreichen. Das alles wird seitens der Regierung koordiniert und gelenkt." Erwartungsvoll blickte der Manager den Regierungschef an. Der signalisierte Einverständnis.

    "OK, weiter. In der vierten und letzten Phase schließlich wird die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld drastisch gekürzt. Die Arbeitslosenhilfe stirbt ebenso wie die Sozialhilfe. Wir fassen das zu einem Arbeitslosengeld II auf einem Niveau unterhalb der bisherigen Sozialhilfe zusammen. Das wird nicht zum Leben ausreichen und die unteren Chargen verängstigen. Wer Angst hat, der schreit lautstark nach einer starken Hand, die ihm zeigt, wo es lang geht. Die starke Hand sind wir, die Elite. Das funktioniert genau so wie das Abrichten eines Hundes. An dem Punkt angekommen können wir mit den Menschen machen, was wir wollen. Wer Angst hat, der ist beliebig führ- und manipulierbar. Lohndumping, Zeitarbeit, Minijobs, fehlender Kündigungsschutz und Arbeitspflicht eröffnen uns alle Möglichkeiten für Gewinne in jeder Höhe. Die müssen nur rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Das war's. Fragen zu den Details?"

    Der Regierungschef meinte: "Die Zusammenlegung von Arbeitsamt und Sozialamt ist verfassungswidrig. Wie stellen Sie sich das vor?" "Nichts leichter als das - ändern Sie einfach das Grundgesetz." Der neue Zar lachte lauthals los. Mit derartigen Schachzügen kannte er sich perfekt aus und entsprechend zollte er dem Topmanager Beifall. Das beeindruckte den Regierungschef. Vielleicht würde es ja wirklich so funktionieren ... "Was machen wir, wenn die Gewerkschaften querschießen?" wollte die Oppositionsvorsitzende wissen.

    Darauf der Manager: "Das kann uns in dem Moment vollkommen egal sein, in dem die Gewerkschaften keine Macht mehr haben. Und wir werden sie schwächen, verlassen Sie sich drauf. Wir gründen und unterstützen Scheingewerkschaften. Das Arbeitsvolk wird dadurch zersplittert. Es spricht nicht mehr mit einer Stimme und die Macht der Gewerkschaften ist dahin. Das lässt sich binnen zwei oder drei Jahren erledigen, vor allem dann, wenn die Leute blöd gehalten werden." Einer der Parteibonzen warf ein: "Und was sollen wir machen, wenn die Menschen unzufrieden werden? Ich meine, wenn das Geld für die zum Leben nicht mehr reicht, dann macht sich doch Existenzangst breit, oder etwa nicht? Wie gehen wir damit um?"

    Darauf der Topmanager: "Kein Problem. Wir machen es wie im Dritten Reich und konstruieren einen Sündenbock, dem wir alles in die Schuhe schieben. Ich verlasse mich da ganz auf Presse, Funk und Fernsehen." Er blickte den Medienmogul an, der zustimmend nickte und erwiderte: "Ich weiß auch schon, wen wir dafür nehmen. Nämlich die Unzufriedenen selbst. Damit werden die unglaubwürdig. Dann noch eine saftige, langfristige Hetz- und Diffamierungskampagne und die Sache ist gelaufen. Wenn man eine Lüge nur oft genug wiederholt, dann mutiert sie zur Wahrheit. Ich rechne dabei allerdings mit der Rückendeckung durch die Politik." Die anwesenden Politiker stimmten einhellig zu.

    Darauf der neue Zar: "Sicherheitshalber sollten Maßnahmen zur Totalüberwachung der Bevölkerung getroffen werden. Ich weiß da genau, wovon ich spreche und die Frau Vorsitzende der Oppositionspartei wird mir sicherlich zustimmen - Sie kennen so etwas ja aus Erfahrung." Die Angesprochene nickte und setzte das Thema fort: "Ja, und dazu haben wir inzwischen ja auch jede Menge neuer, effektiver Techniken. Handy-Bewegungsmuster, automatisierte Mautstationen, RFID-Chips in Pässen und Ausweisen und die Pflicht, den Personalausweis jederzeit mit sich führen zu müssen. Da fehlen dann nur noch hinreichend viele Scanner."

    Der Zar nahm den Faden auf: "Auch die Kommunikationsmittel sind zu überwachen - Telefon und Internet." Er wandte sich an seinen Freund, den Regierungschef: "Nimm einfach einen Vorwand, sowas wie Nine-Eleven. Unter dem Deckmäntelchen von zwingend erforderlichen Anti-Terror-Gesetzen kannst Du alles realisieren." "Ja aber" warf der Angesprochene ein "wenn wir trotz allem nun bei unbequemen Leuten doch nichts finden? Was machen wir mit solchen Personen? Auch gibt es da noch die Gerichte, die ein Wörtchen mitzureden haben."

    Die Dame von der Oppositionspartei seufzte. Hatte der Boss denn überhaupt keine Ahnung? Dabei war doch alles so einfach, so naheliegend. Sie sagte: "Dann betreiben wir eben eine Vorratsdatenspeicherung. Irgendwas, was man gegen jemanden verwenden kann, lässt sich immer finden. Auch wenn es drei oder mehr Jahre zurück liegt. Und wenn wir etwas finden, dann stecken wir solche Leute in Arbeitscamps. Zumindest nennen wir das so, denn unbequem können ja nur Arbeitslose werden und die sind - wie mir unser Freund von den Medien bestätigen wird - arbeitsunwillig. Sozialschmarotzer. Jedenfalls stellen wir das so dar und dann wird der Rest der Bevölkerung jubeln."

    Der Regierungschef dachte nach. Ja, das alles ergab einen Sinn. "Und die Gerichte?" fragte er nach. Die Frau fuhr fort: "Die Gerichte haben eine unendlich lange Leitung. Die brauchen Jahre. Wenn wir dann obendrein noch ein paar Richter, die in unserem Sinne agieren, an den richtigen Stellen einsetzen, dann ziehen sich die Prozesse noch länger hin. Was letztlich dabei rauskommt kann uns egal sein. Wir spielen auf Zeit. Und wir sitzen am längeren Hebel. Gar kein Problem."

    Doch das Informationsbedürfnis des Regierungschefs war noch nicht befriedigt. "Wie iss'n das - wenn die Leute so unter Druck gesetzt werden, werden die nicht krank? Depressiv oder so?" "Ja, aber genau das ist doch erwünscht!" ereiferte sich der Pharmavertreter. "Nur ein kranker Patient ist auch ein guter Patient. Das ist doch unser Geschäft!"

    "Hmmm..." fuhr der Regierungschef fort "... dann bleibt da nur ein Problem. Jede Partei, die sowas einführt, wird einen Mitgliederverlust ohne Ende erleiden. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich gut finde." Darauf die Dame: "Aber mei' Guetster, Dir bleiben doch immer noch die Traditionswähler, die ihr Kreuz ohne nachzudenken dahin machen, wo sie es schon ihr Leben lang hingesetzt haben. Und falls das nicht reichen sollte, dann führen wir eben Wahlcomputer ein. Da brauchen Sie sich wirklich gar keene Sorgen zu machen. Sicher, da werden Mitglieder abspringen. Na und?"

    "Ähem ... wie meinen Sie das mit den Wahlcomputern?" "Is doch ganz eenfach. Wir beauftragen ein Unternehmen, für uns Wahlcomputer herzustellen." Sie blickte den IT-Vertreter an und der stimmte wortlos zu. "So een Gompuder is eine Black Box. Verplombt. Der zählt die Stimmen. Die Software da drinnen geht keinen was an. Deswegen kann die auch keener kontrollieren. Da lässt sich ganz viel an Problemen schon im Vorfeld ausräumen. Überzeugt?" Der Regierungschef nickte. Darauf fügte die Frau hinzu: "Dann sind wir uns also einig und machen das so?" Einhelliges Abnicken. "Und wer macht das?" Alle Blicke richteten sich nun erwartungsvoll auf den Regierungschef.

    Der grinste und erwiderte: "Ich sach' ma' - ich kenne da einen. Der wittert Macht wie 'ne Fliege die Scheiße. Wenn ich dem dann noch mit 'nem Superposten winke, dann macht der alles. Das ist schon so gut wie gelaufen." Und damit war die Sache beschlossen. Der Regierungschef bekam seinen Beratervertrag von einem Unternehmen des Zaren, verlor die nächste Wahl und die Frau setzte den einmal eingeschlagenen Kurs fort. Das Verhängnis nahm seinen Lauf und die Bevölkerung verarmte immer mehr, während Milliarden über Milliarden in die Steueroasen flossen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kassieren sie noch heute.

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  • Wirklich christlich verhalten

    Das "C" bei CDU und CSU steht für "christlich". Und man kann unseren (hoffentlich nur noch auf Zeit!) Regierungsparteien vorwerfen, was man will, aber eines haben sie wirklich gemacht. Nämlich sich christlich verhalten, getreu dem Bibelwort:

    "Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat." (Matthäus-Evangelium 13, 12)

    Da ist jetzt sogar der ansonsten eher konservativ eingestellte "Stern" drüber gestolpert, unter http://www.stern.de/wahl-2009/bundestagswahl/grosse-koalition-reiche-verschont-arme-belastet-1509737.html nachzulesen. Hier mal ein paar Ausschnitte aus der "Erfolgsbilanz" der Regierungskoalition, aufgezeigt vom Armutsforscher Christoph Butterwegge:
    - Überdurchschnittliches Profitieren Besserverdienender von Kinderbetreuungskosten, während das für sozial benachteiligte Familien gar nicht greift.
    - Volle Anrechnung des Kindergeldes auf die Hartz-IV-Transferleistung.
    - Volle Anrechnung des "Schulbedarfspaketes" auf die Hartz-IV-Transferleistung.
    - Die Mehrwertsteuererhöhung hat besonders sozial benachteiligte Familien schlechter gestellt.

    Natürlich könnte man jetzt noch tausend andere Faktoren anführen, aber über die schweigt sich der Stern-Artikel aus. Wie schon gesagt: Konservativ! Dabei fällt mir allerdings das ein, was ich heute in der IG-Metall-Zeitung gelesen habe:

    "Gibt's was Dämlicheres als Nichtwähler? - Ja, die Nichtwählbaren."

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  • Herbstwald

    Es ist Herbst geworden. Die Bäume hängen voll. Einfach nur schön; einfach nur was für's Auge. Ein sich beständig veränderndes Spiel von Licht und Schatten, niemals langweilig werdend. Hier mal eine Rotbuche, eine Fichte und eine Edelkastanie.

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  • Datenschutz

    Wer sich dafür interessiert, was vom Datenschutz in unserer Bananenrepublik Adsurdistan noch übrig bzw. zu halten ist, dem sei die URL http://www.zaftda.de/ empfohlen (Zentralarchiv für Tätigkeitsberichte des Bundes- und der Landesdatenschutz- beauftragten und der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz). Dort finden sich jetzt erstmals alle Tätigkeitsberichte der Datenschutzbeauftragten in Bund und Ländern gesammelt (PDFs).

    WICHTIG (nach einer ersten, groben Durchsicht): Es ist nicht auszuschließen, dass die Berichte das sittliche Empfinden einzelner Personen verletzen können! Die dortige Literatur ist für die Befürworter von Menschenrechten denkbar ungeeignet!

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  • Schäubles Bundestrojaner

    Schäubles Bundestrojaner soll ja - wenn man den Berichten in den IT-Medien Glauben schenken darf - von regulären Virenscannern wie McAfee oder Norton unbeachtet bleiben. Wie kann man dann feststellen, ob da nicht doch so ein Ding vielleicht auf irgendeiner Platte sitzt? Hinweise geben zwei Freeware-Programme für Windows, nämlich CurrPorts (steht für "Current Ports", Download unter http://www.portablefreeware.com/index.php?q=currports&m=Search ) und SmartSniff (steht für "Smart Sniffer", Download unter http://www.nirsoft.net/utils/smsniff.html ). Beides sind portable Programme u. d. h., sie laufen ohne Installation auch vom USB-Stick aus. Das hat den großen Vorteil, mit einem entsprechenden Stick beliebige PCs überprüfen zu können. Allerdings sollte man sich schon etwas mit den Programmen, die Windows standardmäßig benutzt, auskennen.

    Wie geht man damit jetzt vor? Zuerst kommt CurrPorts zum Einsatz. Das ist ein Scanner für die am eigenen PC aktuell benutzten Ports. Er zeigt an, welches Programm gerade womit eine Verbindung ins Internet am Laufen hat. I. d. R. sind das etliche Windows-Systemfiles. Wer mit dem jeweiligen Dateinamen nichts anzufangen weiß: Metager ( http://meta.rrzn.uni-hannover.de/ - die beste Suchmaschine von allen) hilft weiter! Kommt einem nun eine Datei dabei seltsam vor (weil man vom besagten Programm noch nie zuvor gehört hat, sich dazu auch nichts im Internet finden lässt und eine unbekannte Remote-, also Fernsteuerungs-, Adresse angegeben wird), dann gelangt im nächsten Schritt SmartSniff zum Einsatz.

    SmartSniff ist ein Packet-Sniffer. Er zeigt die über aktive Leitungen laufenden Datenpakete an, wahlweise als ASCII (also im Klartext) oder als Hex-Dump. Bitte Beachten: Inaktive, aber geöffnete Leitungen werden NICHT gefunden! Via SmartSniff lässt sich also im Klartext ersehen, welche Informationen der eigene Rechner ohne Zutun des Benutzers an unbekannte Dritte im Internet sendet.

    Sowohl CurrPorts wie auch SmartSniff sind keine irgendwie gearteten Hackertools, sondern ganz reguläre, legale Programme für die Systemwartung, und zwar ausschließlich am eigenen Rechner. Sie gestatten keinerlei Zugriff auf andere Rchner über das Netzwerk. Im Zusammenspiel eignen sie sich allerdings recht gut dazu, um dem "Ei", das einem irgendwer vielleicht Platte gekac... gelegt hat, auf die Spur zu kommen. Nachteil: Sie können das "Ei" nicht entfernen.

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  • Honig und Zwiebeln

    OK, ich geb's ja zu - Honig und Zwiebeln zusammen klingt erst mal etwas abartig. Aber das folgende Hustensaft-Rezept von meiner Großmutter funktioniert. Und es schmeckt gar nicht mal so schlecht:

    Man schält 2-3 Zwiebeln und viertelt sie. Dann mit ein Viertel Liter Wasser und 100 Gramm Honig 5-10 Minuten zugedeckt köcheln lassen (zu große Hitze zerstört die Wirkstoffe). Abseihen und noch heiß in kleinen Schlucken trinken. Dieses Mittel wirkt gut als Saft gegen Husten und Reizhusten.

    Und weil's gar nicht mal so schlecht schmeckt (nur ungewohnt), habe ich mal was ausprobiert. Man nehme ein Brot oder Brötchen mit Honig als Aufstrich und gebe da eine frisch geschnittene Zwiebel drauf. Wie gesagt: Ungewohnt! Aber nicht schlecht ...

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  • NLEPD-Hymne

    Endlich gefunden - das Regierungsprogramm der Neoliberalen Einheitspartei Deutschlands!

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  • Ein nachdenklich machendes Lied

     

    Forget not the days of old
    And recall the stories told
    Of the burnings and the screams
    Do they ever haunt your dreams?

    There was a time when freedom died
    It was an age of genocide
    The Inquisition at the door
    The Church of Rome in a holy war

    They broke children on the wheel
    In the madness of their zeal
    In the shadow of their wake
    The innocent burning at the stake

    Children resist a return to the burning times
    People be wise to the power of their lies
    Be not fooled as those who were fooled before
    Children, oh children, be free, be wild

    They came to bring the ‘good news’
    To burn witches, pagans, Jews
    Said they were the Shepherd’s sheep
    Whipped old women through the streets

    Then the turning of the tide
    From the truth they could not hide
    Now the darkest age has passed
    The Goddess has returned at last!

    Ein Lied mit religiösem Hintergrund. Allerdings kann man die folgenden Textzeilen auch durchaus politisch verstehen:

    Children resist a return to the burning times
    People be wise to the power of their lies
    Be not fooled as those who were fooled before
    Children, oh children, be free, be wild

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  • Deutschland im Vergleich

    Glaubt man den Politikern und Wirtschaftlern, dann kann unser Land keinesfalls auf den Neoliberalismus verzichten. Ein Verzicht käme einem Rückfall in die Barbarei, einem Untergang des Abendlandes, gleich. So ähnlich hört sich das jedenfalls an. Aber ist dem wirklich so? Ich habe mir einmal die Arbeit gemacht und die Lage Deutschlands mit der anderer Länder verglichen. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eine Internationale Organisation mit 30 Mitgliedsländern, die sich sowohl der Demokratie wie auch der Marktwirtschaft verpflichtet fühlen) liefert hierzu ganz interessantes Zahlenmaterial. Dieses Zahlenmaterial belegt eindringlich, welche "unglaublichen Erfolge" die bisherige neoliberale Politik bisher bereits vorzuweisen hat. Da ich aber nicht beabsichtige, den geneigten Leser bzw. die Leserin mit Statistiken zu langweilen, fasse ich hier nur einmal zusammen, was die OECD seit der Jahrtausendwende über Deutschland zu vermelden hat.

    - Von allen Ländern bildet Deutschland hinsichtlich der Ausgaben für den Binnenmarkt das Schlusslicht. Warum? Die Leute haben schlichtweg kein Geld mehr zum Ausgeben.
    - Deutschland hat unter Berücksichtigung der geschönten Zahlen der BA von allen Ländern die dritthöchste Arbeitslosenquote. Wo würde Deutschland ohne diese Statistikbereinigung stehen? Und kann man diese Quote darauf zurück führen, dass die Leute "faul" sind (wie ein Herr Westerwelle behauptet) oder dass es einfach nicht genug Jobs gibt?
    - Hinsichtlich der Arbeitnehmereinkommen bildet Deutschland das Schlusslicht. Wer profitiert von den z. T. sittenwidrigen Hungerlöhnen?
    - Hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung und der Lohnstückkosten bildet Deutschland das Schlusslicht. Das bedeutet: Was bei uns produziert wird, das wird zum überwiegenden Teil automatisch gefertigt. Billiger geht's kaum noch. Das bedeutet auch, dass man keine Arbeitnehmer mehr braucht und die Arbeitslosenzahlen steigen werden.
    - Bei den Bildungsausgaben bewegt Deutschland sich an letzter Stelle. Seit 1995 sind die Bildungsausgaben kontinuierlich gesunken (sagt die OECD - nicht unsere Politik!). Die Ausgaben für die Verteidigung sind höher. Man produziert folglich ganz bewusst "dumme Befehlsempfänger". Handelt es sich dabei um "Kanonenfutter" für Kriegseinsätze oder wem kommt das zugute?
    - Zugleich sind die Schüleranzahlen pro Klasse immer weiter erhöht worden, wodurch die Aufnahme des Lernstoffs behindert wird. Kann man das nicht auch auf die einfache Faustformel "schlechte Ausbildung = leicht beeinflussbar" bringen? Leicht beeinflussbar: Das sind Untertanen anstelle von mündigen Bürgern. Wer profitiert von Untertanen?
    - Bei der Ausbildung in den Ingenieur- und Naturwissenschaften steht Deutschland an viertletzter Stelle. Bedeutet das nicht, dass wir künftig Know How werden importieren müssen? Dann aber hat sich's "ausgeexportweltmeistert".
    - Die Wahrscheinlichkeit, dass nur Kindern aus sozial hochstehenden Schichten eine vernünftige Ausbildung zuteil wird, ist weltweit in Deutschland am stärksten ausgeprägt. Deutschland rangiert diesbezüglich noch vor Mexiko und der Türkei. Lässt sich Herkunftspädagogik eigentlich noch besser beweisen? Und wo bleibt die Chancengleichheit lt. Grundgesetz?
    - Bei der Erwerbslosigkeit von Personen mit mittlerem Bildungsniveau ist Deutschland Weltmeister. Das aber ist nun exakt die Gruppe, die früher einmal den größten Arbeitgeber - nämlich den Mittelstand - gestellt hat. Mit anderen Worten: Wenn wir immer noch Exportweltmeister sind und gleichzeitig der Mittelstand in die Knie geht, dann bedeutet das, dass nur noch Konzerne und Lobbyismus wirtschaftlich relevant sind.
    - Von allen Betrieben investieren die deutschen Unternehmen am Wenigsten in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Warum? Ganz einfach: In einer Hierarchie ist es niemals gut, wenn einer zuviel weiß. Je weiter man Arbeitsschritte zergliedert, desto einfacher lassen sich Arbeiter ersetzen, denn desto geringer muss ihre Qualifikation sein. Oder, mit einem alten Sprichwort ausgedrückt: "Drittklassige Vorgesetzte stellen nur fünftklassige Untergebene ein - weil die ihnen nicht gefährlich werden können."
    - Hinsichtlich der durchschnittlichen Lebenserwartung bewegt sich Deutschland im Mittelfeld. Die Rente mit 67 bedeutet, dass jemand noch 13 Jahre Rente beziehen kann, bevor er stirbt. Aber: Bei der Erwartung langanhaltender Gesundheitsprobleme im Alter ist Deutschland Weltspitze. Daraus folgt: Die Menschen, die noch in Arbeit sind, werden systematisch überfordert (ein anderer Begriff wäre "ausgebeutet") und wenn sie nicht mehr können "weggeworfen". Das lässt eine Lawine von Pflegekosten erwarten. Man arbeitet folglich also rund 45 bis 50 Jahre, um danach 13 Jahre lang dahin siechen zu dürfen.
    - Deutschland hat die größte Anzahl an Krankenhäusern und liegt hinsichtlich der ärztlichen Versorgung zugleich im unteren Drittel. Daraus folgt, dass eine entmenschte Apparatemedizin bevorzugt wird, um die o. a. Pflegekostenlawine abzumildern. Menschlichkeit und Zuwendung sind ganz offensichtlich verzichtbar geworden.
    - Bei den Steuereinnahmen liegt Deutschland im Mittelfeld. Aber: Bei Kapital-, Vermögens- und Unternehmenssteuern ist Deutschland in jedem einzelnen Fall im oberen Drittel der preisgünstigsten Länder, der "Steueroasen", zu finden. Daraus ist zu schließen, dass die eigentliche Steuerlast von denen beglichen wird, die ohnehin schon nichts haben. Oder kurz: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.
    - Deutschland steht mit dem Anteil der wenigen Superreichen auf Platz 3 der Weltrangliste. Und wovon leben die anderen in diesem unserem Lande?

    Das ist die bisherige "Erfolgsbilanz" unserer vielbeschworenen neoliberalen Politik im internationalen Vergleich, entsprechend den Statistiken der OECD. In ganz bestimmter Hinsicht kann sie sich durchaus sehen lassen. Und jetzt treten die Parteien, die das verbrochen haben, erneut zur Wahl an. Ich selbst hätte mich für so eine geradezu unmoralische Bilanz geschämt! Aber gerade deswegen noch um Stimmen zu betteln - ich finde, das hat in gewisser Weise auch was! Wäre "selbstsüchtig" nicht ein passender Begriff dafür? Dazu fällt mir gerade der Schriftsteller Hans-Georg Behr ein (Zitat): "Nur Betrüger werben um Vertrauen."
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    Links zum Thema:
    http://de.wikipedia.org/wiki/OECD
    http://www.jjahnke.net/oecd06.html

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  • Achim at his best!

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  • Hausmittel gegen Zerrungen und so ...

    Die Herbstzeit ist die Zeit, in der man draußen alles für den Winter klar macht. Die Gartenmöbel müssen rein, hier und da wird das aufgeräumt, was schon den ganzen Sommer über auf die lange Bank geschoben worden ist usw. Schnell hat man sich da eine Zerrung, Verstauchung o. ä. geholt. Geht man damit zum Arzt, dann muss zuerst Eintritt bezahlt werden, um in Folge ein nicht von der Krankenkasse übernommenes Rezept für eine nicht rezeptpflichtige Salbe zu erhalten. Das geht auch anders. Und preiswerter.

    Man nimmt eine 100ml-Flasche mit nativem Olivenöl (Sojaöl geht auch; Sonnenblumenöl geht nicht). Ein gutes Viertel davon wird abgegossen. Den entstandenen Raum füllt man mit "Byrd's Eyes" aus dem Gewürzregal im Supermarkt auf. Das sind die kleinen, roten und ziemlich giftig schmeckenden getrockneten Chilis. Mindestens 4 Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen (je länger, desto besser - das Pflanzenmaterial verbleibt dabei und auch zukünftig ständig im Öl). Mehrmals täglich kräftig schütteln. Je mehr Wirkstoffe gelöst werden, desto gelblicher verfärbt sich die Lösung. Sehr dünn auftragen; benetzte Fingerspitze (Handschuhe!!!) reicht völlig aus. Äußerst ergiebig. Die Wirkung tritt abhängig von der behandelten Hautpartie sofort oder binnen einer Viertelstunde ein und hält etwa 1-2 Stunden vor. Dieses Öl fördert die Durchblutung und damit den Heilungsprozess. WICHTIG: Niemals das scharfe Zeug mit Schleimhäuten in Kontakt bringen! Vielleicht noch ein Wort zu den Schutzhandschuhen: Einweg-Plastikhandschuhe verwenden, denn Latexhandschuhe lösen sich auf.

    Der Wirkstoff darin ist ein Mix verschiedener Capsaicine. Das eigentliche Capsaicin ist bspw. in den Wärmepflastern aus der Apotheke enthalten. Und BTW: Ein uraltes Hausmittel gegen kalte Füße im Winter ist das Einstreuen von Chili-Pulver in die Socken.

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  • Neoliberalismus am Ende?

    Die folgende Meldung kommt aus einer hoch industrialisierten, freien Marktwirtschaft, in der zunehmend dereguliert und privatisiert worden ist. Besagte Marktwirtschaft wurde dadurch einerseits zur drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, drangsalierte andererseits aber mit "Sozialdumping" die eigene Bevölkerung. Kommt das irgend jemandem vielleicht irgendwie bekannt vor? Die Rede ist in diesem Fall allerdings von Japan. Jetzt zieht man die Notbremse - unter http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/japan-setzt-auf-binnennachfrage/ nachzulesen.

    "Mit dem ... Geld will die Regierungskoalition ... die Abgaben senken und das soziale Netz verstärken. Dahinter steht das neue wirtschaftspolitische Ziel, die Kaufkraft der Verbraucher zu erhöhen und die Binnennachfrage zu stärken. Dadurch soll die Konjunktur unabhängiger vom Exportgeschäft werden ... Die Abschaffung der Schulgebühren soll die jüngeren Generationen zu mehr Babys ermutigen ... Die Zeit- und Vertragsarbeit im produzierenden Gewerbe sollen verboten und der Mindeststundenlohn schrittweise ... auf 7,50 Euro angehoben werden."

    Wenn man diese Rückkehr zur Realität mit den Parolen der jetzt bei uns zur Wahl stehenden NLEPD vergleicht - lieber nicht ... Oder vielleicht gerade!!!!
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    Link zum Thema:
    http://www.djjv.org/japrecht/heft1/inhalt.html

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  • Staatsterror?

    In einem Kommentar zur Päsentation einer Qualifizierungsmaßnahme hat Elfie 13 das als "Terror staatlicherseits" bezeichnet. Deswegen habe ich den Begriff "Staatsterrorismus" mal bei Wikipedia nachgeschlagen. Er ist dort unter http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsterror zu finden. Lt. Wikipedia ist Staatsterror definiert als (Zitat):

    "Staatsterror bezeichnet staatsphilosophisch den Einsatz der Angst der Bürger vor dem Gewaltmonopol des Staates als Zwangsmittel des Staates für die Gesetzestreue seiner Bürger."

    Und:

    "Allgemeiner gefasst werden als Staatsterror auch Formen des Polizeistaates bezeichnet, die keine rechtsstaatliche Grundlage besitzen oder deren rechtsstaatliche Grundlagen in Zweifel gezogen werden."

    Jetzt habe ich aber ein Problem. Ich dachte immer, wir hätten hier eine Demokratie. Wenn Menschen jetzt aber durch die JobCenter in megalausig bezahlte oder gar unbezahlte Jobs gezwungen werden (also Zwangsarbeit verrichten müssen), dann beruft sich die Behörde auf das Gewaltmonopol des Staates. Hmmm... Wenn eine EGV (Eingliederungsvereinbarung) die rechtsstaatlichen Grundlagen, sprich das GG, unterläuft, indem die Freizügigkeit nach Art. 11 aufgehoben wird ... Wenn eine ARGE die Artikel 1, 6 und 12 GG unbeachtet lassen darf ... Wenn sich eine Regierung über die Art. 5, 10 und 13 GG mit der Begründung einer ominösen "Gefahrenabwehr" hinweg setzen kann ...

    All das entspricht der Wikipedia-Definition von Staatsterror. OK, ich sehe ja ein, dass wir uns vor echten Terroristen schützen sollten. Aber wo sitzen die nun eigentlich?

    diktaturzensur
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    Link zum Thema:
    http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/gg/gesamt.pdf

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  • Präsentation einer Qualifizierungsmaßnahme

    (Eine wahre Geschichte, die sich im Mai 2008 so und nicht anders wirklich abgespielt hat.)
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    Vor geraumer Zeit erhielt ein Hartz-IV-Abhängiger ein Schreiben seiner zuständigen ARGE. Darin wurde er ultimativ und unter massiver Sanktionsandrohung aufgefordert, dann und dann zur Präsentation von Qualifizierungsmaßnahmen in der Behörde zu erscheinen. Er hatte drei Jahrzehnte lang Erfahrung und mehrere technische Berufe erlernt. Hinzu kamen weit über Hundert Publikationen nebst eben so vieler Weiterbildungen. In den letzten zehn Jahren war er u. a. als Systemadministrator und IT-Supporter sowie als IT-Dozent tätig gewesen. Deutsch war seine Muttersprache, denn er war - wie schon etwa zehn Generationen vor ihm - in diesem Lande geboren. Das amtliche Schreiben besagte, dass es sich um zwei ineinander greifende Qualifizierungsmaßnahmen handele - nämlich um einen Kursus zum Erlernen der deutschen Sprache und um einen EDV-Kursus mit dem Thema "Computer für Anfänger".

    "Was soll der Quatsch denn jetzt wieder?" fragte sich der Hartz-IV-Abhängige. Angesichts der Sanktionsandrohung nahm er allerdings vorsichtshalber den Termin wahr. In der Behörde angekommen traf er auf zirka zwanzig andere Personen. Gut drei Viertel von denen kamen aus dem gleichen Betrieb - einem Automobilzulieferer, der gerade wegen einer Werksverlagerung nach Tschechien dicht gemacht hatte. Das waren Büroleute, Techniker, Entwickler, Ingenieure. Alles in allem eine ziemlich gebildete und auch gut ausgebildete, erfahrene Gruppe von Leuten.

    Als alle vollzählig versammelt waren begann die Präsentation, die Vorstellung der beiden Qualifizierungsmaßnahmen durch die Firma XYZ. Mit anwesend waren außer den beiden Firmenvertretern noch drei Fallmanager des JobCenters. Die Vertreterin der Firma XYZ führte aus, dass es sich bei beiden Kursen um aufeinander aufbauende Maßnahmen handele, an die im Anschluss unbezahlte Betriebspraktika zwecks Heranführung an das Arbeitsleben folgen sollten - damit man die Arbeitslosen nicht überfordere und sie so nach und nach auf die Verhältnisse in einem Unternehmen vorbereiten könne.

    Den Anfang bildete der halbjährige Deutschkursus. Damit die Teilnehmer an der Qualifizierungsmaßnahme mit der Sprache in diesem unserem Lande auch zurecht kämen. In der zweiten Hälfte des Deutschkursus würde man verstärkt zum EDV-Einsatz greifen. Dadurch könnten die Teilnehmer an der Qualifizierungsmaßnahme später guten Gewissens behaupten, wenigstens schon mal einen Computer gesehen und auch ein ganz kleines Bisschen an Textverarbeitung gemacht zu haben. Das weitere Heranführen der Arbeitslosen an die EDV war für das zweite Halbjahr vorgesehen mit dem Ziel, selbständig eine Bewerbung schreiben zu können. Nochmal zur Erinnerung: Für erfahrene Bürofachkräfte, Techniker, Entwickler und Ingenieure.

    Im letzten Viertel der insgesamt einjährigen Qualifizierungsmaßnahme sollte es schließlich begleitend zum Kurs noch zu den Betriebspraktika kommen. Als Tätigkeiten dabei wurden genannt: Das Ausfegen von Tischlereien (ungeachtet der Tatsache, dass ein Fegen lt. VBG aus Gründen des Gesundheitsschutzes unzulässig und stattdessen ein Absaugen vorgeschrieben ist), das Auffüllen von Regalen in Discountern, Hausmeistertätigkeiten für eine Immobilienkette und Gebäudereinigung. Damit sollten die Techniker, Ingenieure und Bürofachkräfte zur Wiederaufnahme ihrer erlernten Berufe qualifiert werden - denn Weiterbildung tat schließlich Not; die Zeit blieb ja nicht stehen.

    Am Ende der Präsentation herrschte schockiertes Schweigen im Saal. Das war doch nicht wirklich deren Ernst, oder etwa doch? Der eingangs angeführte Hartz-IV-Abhängige kam sich veralbert vor und ergriff das Wort: "Ich bin in diesem Lande geboren und aufgewachsen. Genau wie meine Vorfahren. Warum zum Teufel soll ich jetzt plötzlich - nach einem halben Jahrhundert an Lebenserfahrung - meine Muttersprache nochmal lernen?!?" Die Dame von Firma XYZ blickte hilfesuchend zu den Fallmanagern hinüber. Einer der Fallmanager meinte daraufhin zu dem Hartz-IV-Abhängigen: "Wie heißen Sie?" Der nannte seinen Namen und erhielt zur Antwort: "Aufgrund Ihres nicht Deutsch klingenden Familiennamens mussten wir von einem Migrationshintergrund ausgehen. Deswegen sind Sie für die Maßnahme vorgesehen worden."

    "Und warum ein Kursus zum Thema Computer für Anfänger?" Jetzt war es an der Dame von Firma XYZ zu antworten: "Die Meisten der über Vierzigjährigen können nicht mit PCs umgehen. Sie haben überhaupt keine Ahnung davon. Das ist belegt; wir verfügen über unzweifelhafte Umfrageergebnisse." Darauf der Teilnehmer, ziemlich sarkastisch: "Mir scheint, dass Sie sich da mit uns wohl die falsche Zielgruppe ausgesucht haben. Vielleicht sollten Sie das besser unseren Vermittlern anbieten. Zumindest in meinem Fall ist in der hiesigen Datenbank nämlich vermerkt worden, dass ich über zig Jahre hinweg als Admin und als Supporter tätig war. Und ich glaube sagen zu können, dass auch die Meisten der hier Anwesenden über ein profundes EDV-Wissen verfügen." Gemurmelte Zustimmung von allen Seiten. Der Hartz-IV-Abhängige fuhr fort: "Aber wenn Sie auf der Suche nach Dozenten sein sollten, dann stelle ich mich gerne zur Verfügung." Großes Gejohle auf der einen und betretenes Schweigen auf der anderen Seite.

    Daraufhin meldete sich ein weiterer Teilnehmer zu Wort: "Ich denke, wir alle wollen wieder Arbeit haben. Ich meine auch, dass keiner von uns etwas gegen Hausmeistertätigkeiten, Regale auffüllen usw. einzuwenden hat. Aber dann sollte das wenigstens bezahlt werden! Das als unbezahlte Tätigkeit in eine Qualifizierungsmaßnahme einzubetten und uns mit Sanktionen bei Nichtteilnahme zu drohen ist nichts weiter als Zwangsarbeit!" Lautstarke Zustimmung von allen Seiten. So ging es noch lange weiter. Schließlich sahen sich die drei Fallmanager zu einem Machtwort genötigt: "Sie alle werden widerspruchslos an dieser Maßnahme teilnehmen. Punkt. Nichts anderes, oder sie erhalten keinen müden Cent mehr! Tragen Sie sich gefälligst verbindlich in die Teilnehmerliste ein!"

    Die Teilnehmer an der Präsentation blickten sich betreten an. Einer ergriff seinen Block und zeichnete darauf eine Tabelle. Er reichte die weiter mit den Worten: "Wir sammeln jetzt Unterschriften. Ich lasse mich doch nicht nötigen. Das geht an die Zeitung!" Die Fallmanager wollten den Block an sich bringen, scheiterten aber. Immer dann, wenn die Mauer der Leiber einen von ihnen durchließ, dann befand sich der Block schon wieder ganz woanders. Die Tabelle füllte sich. Die Liste hingegen, auf der sich die Teilnehmer an der Qualifizierungsmaßnahme eintragen sollten, blieb bis auf zwei Unterschriften leer. Zwei Wochen später bekam der eingangs genannte Hartz-IV-Abhängige einen Brief des JobCenters. Man ruderte zurück. Die Einladung an ihn sei unter falschen Voraussetzungen ergangen. Wer's glaubt ... Fast schon überflüssig, darauf hinzuweisen, dass sich massive Schikanen der "Maßnahmenverweigerer" bei jeder noch so kleinen Gelegenheit anschlossen.

    flyer
    Der Originalflyer zur o. a. Veranstaltung

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  • Unser aller Guido ...

    Heute habe ich unter http://www.forum-grundeinkommen.de/grundeinkommen/grundeinkommen-morgens-noch-aufstehen die folgende Passage des Gespräches mit einem Herrn Guido Westerwelle gefunden (Zitat):

    "Denn wir wollen mal feststellen: dieses bedingungslose Grundeinkommen heißt ja in Wahrheit: leistungsloses Grundeinkommen. Das heißt: der Staat bezahlt alle - ob sie morgens aufstehen oder ob sie liegen bleiben. Ich bin der Meinung, der Staat ist für diejenigen da, die sich nicht helfen können. Er ist nicht für diejenigen da, die lieber auf Kosten der Allgemeinheit leben möchten. Unser Sozialstaat soll die Schwachen schützen - nicht die Faulen. Und deswegen halte ich auch dieses bedingungslose, leistungslose Grundeinkommen für ein Programm "Brüder zur Sonne zu Faulheit". Leistung muss sich lohnen. Alles andere ist mit Verlaub gesagt Quatsch. Ich bin ja sehr dafür, dass wir darüber debattieren. Nebenbei bemerkt, ich finde es auch gut, dass Sie das hier ansprechen, weil nämlich das auch mal Augen öffnet, worüber mittlerweile in der deutschen Politik geredet wird. Ich meine, wenn alle - egal ob sie sich anstrengen oder nicht anstrengen, das Gleiche bekommen, wie nach dem Konzept der Grünen, eben das leistungslose Grundeinkommen, ja, wer soll da morgens noch aufstehen?"

    Eines geht daraus klar hervor: Unser aller Guido ist ein brillianter Rhetoriker. Zuerst macht er aus "bedingungslosem Grundeinkommen" ein negativ besetztes "leistungsloses Grundeinkommen". Damit wird die Basis für ein Gebäude aus Unterstellung und Diffamierung geschaffen. In Folge unterstellt er nämlich, dass Menschen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, lieber morgens liegen bleiben als zur Arbeit zu gehen - den Beweis für die Behauptung bleibt er allerdings schuldig. Weiter unterstellt er, dass die Bezieher des Grundeinkommens auf Kosten einer (arbeitenden) Allgemeinheit leben wollen - den Beweis bleibt er erneut schuldig. Im nächsten Schritt werden die Menschen, die nicht arbeiten, als "faul" diffamiert und damit verstärkt er die negative Besetzung. Mit welcher Begründung? Er führt aus, dass Leistung sich lohnen muss - verschweigt aber das "Wie". So erweckt er schleichend und durch die Hintertür den Eindruck, dass alle Arbeitslosen faul seien und gar nicht arbeiten wollen.

    Nicht mit einem Wort wird auf die tatsächliche Situation, nämlich den i. d. R. nicht selbstverschuldeten Jobverlust und auf die daraus resultierende verzweifelte Suche nach Arbeit, eingegangen. Nicht mit einem Wort wird ein Gegenmittel zur Krise genannt. Nicht mit einem Wort erklärt Herr Westerwelle, wie er Leistung entlohnen will. Nicht mit einem Wort definiert er seine persönliche Vorstellung des Begriffs "Leistung". Nicht mit einem Wort sagt er etwas dazu, wie er Arbeitslose zur Arbeit zu motivieren gedenkt und woher er die Jobs überhaupt nehmen will. Stattdessen ergeht er sich in einer durch nichts zu begründenden Hetztirade über die, die unter dem von ihm befürworteten Raubtierkapitalismus Neoliberalismus zu leiden haben. Wie würde so ein Mensch wohl erst agieren, wenn er die Regierungsverantwortung tragen müsste?

    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung. Bei Wikipedia steht unter dem Begriff "Rhetorik" zu lesen (Zitat):

    Gedanken zur Ethik sind von jeher Bestandteil der Rhetorik. Wann handelt es sich bei einer Rede (noch) um ein legitimes Beeinflussen von Einstellungen? Wo beginnt Manipulation?

    Welchen Stellenwert misst ein Redner, der sich Hetztiraden und Diffamierungen bedient, wohl der Ethik zu? Und kann man daraus nicht Rückschlüsse auf dessen moralische Werte ziehen?

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  • Reptilien am Wegesrand

    Tiere erzählen keine Lügen. Deswegen mag ich sie. Oftmals sind es gerade die Tiere, an denen man normalerweise achtlos vorbei geht, die am interessantesten sind. So etwas wie die einheimischen Lurche und Amphibien. Ein paar Vertreter dieser Gattungen habe ich per Kamera mal "mitgenommen". Wenn man sie sucht, dann sollte man sich möglichst lautlos bewegen. Und auch etwas mit ihrer Lebensweise vertraut sein. Das schult das Auge und das Miteinander für die bzw. mit der Natur. Wenn man sie findet, dann ist das Auge mitunter bereits geschult. Über das Miteinander muss sich jede(r) selbst klar werden. Hier sind mal ein paar Bilder von meinen Wanderungen: Ein Feuersalamander, ein Teichfrosch, eine Eidechse, eine Blindschleiche und ein Bergmolch.
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    salamander
    frosch
    eidechse
    blindschleiche
    bergmolch

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  • Laptops: Fehlerumgehung

    Ich habe schon häufiger mit muckenden Laptops zu tun gehabt. Dabei haben sich vier "Hauptfehler" heraus kristallisiert. "Hauptfehler" deswegen, weil sie nach meiner Erfahrung am häufigsten vorkommen. Man kann dann natürlich den Laptop reparieren lassen - aber das ist eine teure Angelegenheit. Preiswerter ist es meist, den Fehler zu umgehen.

    Fehler 1: Der DVD-Brenner brennt keine DVDs mehr, wohl aber CDs.
    Hier handelt es sich um ein Softwareproblem. Laptop-Besitzer, die Windows als Betriebssystem verwenden, mögen das Problem kennen: Da zieht sich Windoof irgendein Update. Prima. Aber danach verweigert der eingebaute DVD-Brenner aufgrund einer Treiberinkompatibilität das Brennen von DVDs. CDs lassen sich vielleicht noch anfertigen, aber das war's dann auch schon. Wie löst man das Problem? Die Anfrage beim Brenner-Hersteller verweist auf Microsoft. Dort empfiehlt man kurzerhand, den Brenner in einer Fachwerkstatt austauschen zu lassen. Auf Kosten des Anwenders selbstverständlich. Eigentlich eine Frechheit eines Quasi-Monopolisten. Aber Abhilfe ist möglich. Das portable Freeware-Programm Starburn (Download unter http://www.rocketdivision.com/download_starburn.html ) bringt alle benötigten Treiber mit. D. h. damit läuft der Brenner dann wieder - auch für DVDs. Meistens jedenfalls. Das Programm ist zwar vergleichsweise langsam und etwas gewöhnungsbedürftig, aber einen Versuch allemal wert.

    Fehler 2: Der Klinkensteckerausgang gibt nur noch einen Kanal wieder.
    Hier handelt es sich um ein Hardwareproblem. Das liegt meist daran, dass die Klinkenbuchse einen Schlag weg hat. Entweder sind deren Kontakte verbogen oder aber es hat sich ein Wackelkontakt auf der Platine gebildet. In beiden Fällen hilft eigentlich nur noch das Austauschen der Buchse, aber auf SMD-bestückten Platinen mit Mikrominiaturleiterbahnen rumzulöten ist so eine Sache für sich. Doch man erinnere sich: Auch über USB lässt sich das Soundsignal abgreifen. Steckt man da eine externe USB-Soundcard rein, dann wird der Hardwarefehler preiswert umgangen. Billiger als eine Reparatur ist das allemal.

    Fehler 3: Windows hat endgültig den Geist aufgegeben.
    Hier handelt es sich um ein Softwareproblem. Grundsätzlich muss erst einmal das BIOS ein Booten von CD als erstem Laufwerk unterstützen - das also ggfs. frühzeitig entsprechend umschalten. Zunächst sollte man versuchen, das Betriebssystem über die Recovery-/ OEM-DVD zu restaurieren. In vielen Fällen ist nicht mal das mehr möglich. Dann steht da so ein nutzloses Stück an Hardware rum ... Nicht ganz. Mit einem externen optischen Laufwerk, das über USB angeschlossen wird, bekommt man die Möglichkeit, weiterhin Brennen zu können. Das interne Laufwerk hingegen wird von einer Linux-Live-CD oder -DVD belegt. Über die bootet man mit Linux und arbeitet danach auch unter Linux (Puppy, Knoppix usw.). Doch Vorsicht: Wer sich erst einmal an Linux gewöhnt hat, der weint Windows keine Träne mehr nach!

    Fehler 4: Das Touchpad funktioniert plötzlich nicht mehr.
    Hier handelt es sich um ein Hardwareproblem. Auch so ein höchst seltsames Verhalten: Laptop oder Notebook werden unter Windows hochgefahren und so lange das dauert, funktioniert das Touchpad noch. Danach hingegen nicht mehr. Die Tastatur u. U. auch nicht mehr, während eine externe (USB-) Tastatur es wieder tut. Schuld ist häufig ein defekter Akku und nach dem Akkutausch geht's wieder. Besonders beliebt ist die Macke bei Rechnern vom Typ Acer TravelMate, aber keineswegs nur auf die beschränkt. Um festzustellen, ob's wirklich am Akku liegt, wird der entfernt und der Rechner mit angeschlossenem Netzteil gebootet. Wenn es dann funktioniert, dann ist definitiv der Akku der Übeltäter und muss getauscht werden.

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  • Nichtwissen und Nichtwissenwollen

    spiegel

    Wenn ein gewählter Volksvertreter nicht weiß, wie die von ihm mit zu verantwortende Gesetzgebung in der Praxis gehandhabt wird, dann ist das schlimm. Das ist Nichtwissen. Nichtwissen an sich darf aber erst einmal durchaus neutral betrachtet werden: Wissenslücken lassen sich ja beseitigen. Das Nichtwissenwollen hingegen ist weitaus schlimmer, denn es beinhaltet Ignoranz und Arroganz dem Wähler gegenüber. Wissenslücken will man dann nicht beseitigen, sondern bestenfalls Aussitzen - zu Lasten der Betroffenen.

    Gestern war ich beim Einkaufen - nur ein paar notwendige Lebensmittel, denn mehr kann man sich ja ohnehin nicht erlauben. Vor dem Lebensmitteldiscounter befand sich ein Wahlkampfstand der SPD. Die dazu gehörige Dame schaute mich nur kurz an und blickte dann betreten weg. Genau wie ich erinnerte sie sich wohl an die Begebenheit vom letzten Jahr. Damals bot die SPD für relativ wenig Geld eine Fahrt nach Berlin an, nebst Reichstagsbesuch und Bürgergespräch mit zuständigen Abgeordneten meines Wahlkreises. Ich fuhr mit, wohl wissend, dass ich mir das finanziell eigentlich gar nicht erlauben könnte.

    Aber das Gespräch reizte mich, denn zuvor hatte ich bereits mehrfach mit dem Büro des Herrn Abgeordneten telefoniert. Dabei ging es darum, ihm die Information zukommen zu lassen, wie unmenschlich Hartz-IV-Abhängige seitens einer gewissen ARGE behandelt werden. Und ob er über die gängige Praxis informiert sei, den Leuten GAR NICHTS mehr zu zahlen, mit welcher fadenscheinigen Begründung auch immer. Im Büro des Abgeordneten meldete sich seinerzeit eine Dame. Ich telefonierte im Beisein meiner Familie und hatte das Telefon auf Lautsprecherwiedergabe geschaltet, so dass Zeugen für das Gespräch nicht nur da, sondern später obendrein in Berlin auch noch anwesend waren. Besagte Dame aus dem Büro des Herrn Volksvertreters äußerte sich nämlich sehr abfällig über die arbeitsunwilligen Sozialschmarotzer, die sich ein Leben in Saus und Braus auf Kosten der Allgemeinheit gönnen würden und die es deswegen auch nicht besser verdient hätten. Besagte Mitarbeiterin des Volksvertreters betete im Grunde genommen alles das nach, was ein "BLÖD-macht-deine-Meinung"-Schmierblatt tagtäglich an journalistischem Ausfluss absonderte.

    Mit einer gewissen Wut im Bauch fuhr ich zum Reichstag: Der Herr Abgeordnete war trotz verbindlicher Zusage nicht da. Seine Tätigkeit hatte ihn derart beansprucht, dass nun ein außerplanmäßiger Urlaub unerlässlich war. OK, nicht schön, aber akzeptiert - auch wenn ich sehnsüchtig daran dachte, wie unendlich weit mein eigener letzter Urlaub schon zurück lag. Jedenfalls schickte er einen Mitarbeiter seines Büros. Ohne Hemmungen und vor der gesamten Busladung eingeschworener SPD-Anhänger (zumeist Rentner) redete ich Klartext und fragte, wie es zu einer solchen Meinungsbildung, wie sie mir telefonisch aufgetischt worden war, käme. Der Mitarbeiter des Herrn Abgeordneten wusste von nichts, war verunsichert. Er versprach aber, sich über den Vorgang kundig zu machen. Die mitgereisten SPD-Anhänger zeigten sich betroffen.

    Zwei Wochen später war der Herr Abgeordnete aus dem Urlaub zurück, besuchte das JobCenter, um das es ging und äußerte sich äußerst positiv über deren hervorragende Arbeit. Ääähhh - wie jetzt?!? Nochmal vier Wochen später erhielt ich ein Schreiben seines Berliner Büros, in dem es wörtlich hieß:

    "Nach Auskunft unseres Büroleiters hat weder im von Ihnen genannten Zeitraum noch sonst zu irgendeinem Zeitpunkt eine Frau ... eine Tätigkeit in den Büros des Abgeordneten ... ausgeübt ... Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das o. g. Telefonat ... geführt haben eher gering."

    Mit anderen Worten: Ich bilde mir das nur ein; ich habe gelogen. Das es Zeugen für das Telefonat gab und dass die nicht nur in Berlin anwesend waren, sondern meine dortigen Ausführungen sogar untermauerten, wurde geflissentlich übersehen. Später fragten mich einige der eingeschworenen SPD-Anhänger, was denn aus der Sache geworden sei. Ich erzählte es ihnen. Einigen von denen öffnete das die Augen: Das Nichtwissenwollen gewisser Volksvertreter scheint System zu haben. Denn die Geschichte mit diesem Abgeordneten ist kein Einzelfall. Auch Frau Merkel ist in Kenntnis gesetzt worden. Der E-Mail-Verkehr mit dem Kanzleramt (vom Dezember '07) ist nachzulesen im Anhang meines Buches "Fordern statt Fördern" (unter http://asmodis.heim.at/absurdistan.pdf als Gratisdownload oder unter http://www.bod.de/ als Printversion erhältlich). Dennoch tischte sie DANACH dem Volk das Märchen von den Hartz-IV-Abhängigen als Großverdienern auf (im Juni '08).

    Für mich ist so etwas Nichtwissenwollen. Nichtwissenwollen geht immer zu Lasten der Betroffenen. Und es gereicht denen, die es praktizieren, zum eigenen Vorteil. Die Dame gestern am SPD-Wahlkampfstand wusste das. Vorsichtshalber sprach sie mich gar nicht erst an.

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  • Welten wie Sand ...

    Bei Zersen im Süntel liegt ziemlich versteckt und nur durch eine eher anstrengende Wanderung erreichbar der Hohenstein. Dabei handelt es sich um eine beeindruckende und zum Wesertal hin steil abfallende Klippengruppe. In Vorzeiten war diese Klippengruppe ein altes germanisches Heiligtum, ein Kultplatz. Auch heute noch weist dieser Ort eine bemerkenswerte Ausstrahlung auf. Deswegen hat er mich schon häufiger zu kleinen Mystery-Geschichten inspiriert. Hier ist eine davon.
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    kultplatz

    Can you hear the heartbeat of the Earth?
    Can you hear the heartbeat of the Earth?
    The rhythm comes, and the rhythm goes
    The river ebbs and the river flows
    Can you hear the heartbeat of the Earth?
    (Inkubus Sukkubus in "Heartbeat Of The Earth")

    Ulrike war überdurchschnittlich intelligent. Vielleicht nicht gerade schön zu nennen, aber doch ganz hübsch. Und sie war eine Ausgestoßene. Zwanzig Jahre lang hatte sie hart gearbeitet, sehr viel Freizeit in Weiterbildungen investiert, halbwegs gut verdient, sich im Kleinen etwas aufgebaut und immer treu und brav Unsummen an Sozialversicherung gezahlt. Dann war sie durch Fremdverschulden arbeitslos geworden. Aufgrund ihrer hohen Qualifikation galt sie als "schwer vermittelbar", zudem auch noch als "zu alt" und so wurde eine Vermittlung gar nicht erst versucht.

    Ihr früherer Chef - ein sadistischer Psychopath, der normalerweise in eine geschlossene Anstalt gehört hätte, dem aber aufgrund seiner hohen gesellschaftlichen Stellung niemand an's Bein pinkeln konnte - machte obendrein alle ihre eigenen Bemühungen um Arbeit zunichte. Ulrike wusste das, konnte es aber nicht beweisen. Und selbst wenn sie es hätte beweisen können, dann hätte ihr das auch nichts genutzt. Sie fiel unter die Hartz-Gesetze; sie musste nach und nach alles das, was sie sich im Verlauf ihres Berufslebens aufgebaut hatte, zu Geld machen und davon leben. Erst dann, als wirklich gar nichts mehr da war, bekam sie seitens des Staates ein zum Leben viel zu geringes Almosen als Sozialhilfe. Der Staat hatte sie vorsätzlich um die ihr eigentlich zustehenden Versicherungsleistungen betrogen und zusätzlich ihr Hab und Gut abgezockt! Anstelle von Hilfe seitens der zuständigen Behörden erfuhr sie wiederholt persönliche Beleidigungen übelster Art und man scheute auch vor unverschämten Lügen nicht zurück.

    Angesichts dieser Tatsache veränderte sich ihr Denken, veränderte sich ihre Einstellung zu Staat und Gesellschaft. Warum logen die Leute, die noch - noch! - in Arbeit und Lohn standen? Sie recherchierte. Lange und gründlich. Sie fand heraus, dass die große Mehrheit der Menschen nur unreflektiert genau das nachplapperte, was ihr seitens politisch und wirtschaftlich beeinflusster Medien vorgebetet wurde. Sie ließen sich nach Strich und Faden manipulieren! Da gab es nämlich die vom Verfassungsgericht selbstherrlich und völlig realitätsfremd gemachte Aussage, dass diese Almosen "für ein Leben in Würde" ausreichen sollten. Die in verschiedenen Orten gezwungenermaßen eingeführten Armenspeisungen führten den höchstrichterlichen Beschluss jedoch in der täglichen Praxis ad absurdum. Nur wollte keiner davon was wissen. Die Gesellschaft war zu einer Gesellschaft der Wegseher geworden.

    Versuchte sie anfangs noch, die Menschen auf derartige Widersprüche hinzuweisen und durch Gespräche nachdenklich zu machen, so ließ sie das schnell wieder sein. Man wollte ihre Meinung nicht hören, denn die entsprach nicht der offiziellen Lesart, sondern verhieß Unannehmlichkeiten - hätte man sich doch unbequemen Tatsachen stellen müssen! Man begann, die Frau zu meiden. Hinzu kam noch, dass sie sich selbst von gesellschaftlichen Ereignissen fern hielt - weil sie sich fern halten musste! Egal ob Kinobesuch, Volksfest, Schwimmbad oder was auch immer - all das kostete Geld. Geld, das sie selbst nicht mehr zur Verfügung hatte. Sie verarmte immer mehr, verschuldete sich, wurde zur Ausgestoßenen. Wer nichts mehr zu verlieren hat, der kämpft nur noch um das nackte Überleben. Sie arbeitete schwarz, übte illegale Tätigkeiten aus - um des reinen Überlebens willen. Sie erfuhr am eigenen Leib, dass die Gesetzgebung, der sie ihren sozialen Abstieg zu verdanken hatte, nur die Schwarzarbeit und die Kleinkriminalität förderte, anstatt für Beschäftigung zu sorgen. Und Ulrike war beileibe kein Einzelfall, sondern nur einer von Millionen ...

    Was kann jemand tun, dem staatlicherseits alle Möglichkeiten, in Würde zu leben, genommen worden sind? Dem der Staat durch seine Gesetze alles das kaputt gemacht hat, wofür jahrzehntelang gearbeitet worden ist? Es kam ihr vor wie ein Krieg. Ein Krieg, angezettelt von einer Führungsriege gegen die Bevölkerung. Was sich früher Korruption nannte, das war heute unter der Bezeichnung "Öffentlich-Private Partnerschaft", oder kurz ÖPP, zum Standard avanciert und niemand regte sich mehr darüber auf.

    Ulrike kannte andere Menschen in gleicher Situation wie sie selbst. Sie wusste bei denen von zwei Selbstmorden aus Verzweiflung. Deren Familien verschuldeten sich auf Ewigkeiten hinaus, um die Begräbnisse finanzieren zu können. Andere besoffen sich schamlos oder versackten vor dem Fernseher. Und eine Minderheit kämpfte verzweifelt um's Überleben, genauso wie sie. Ulrike begann, einen Großteil ihrer manipulierten und denkunwilligen, sie selbst ablehnenden Mitmenschen als geführte Herde zu sehen. Jetzt war es an ihr, diese selbstgefälligen Hackfressen abzulehnen! Sie war froh, nicht mehr dazu zu gehören. Sie suchte sich andere Menschen, die ähnlich wie sie selbst dachten. Davon gab es inzwischen schon auffallend viele, denn auffallend viele andere hatten den Wandel von Demokratie über Autoritarismus und Raubtierkapitalismus hin zum Polizeistaat und daraus resultierend zum schleichend beginnenden totalitären Regime bereits bemerkt.

    Die Gespräche und Diskussionen mit diesen Leuten erwiesen sich als fruchtbar. Aber sie waren kein Lebensinhalt, konnten es gar nicht sein! Welche Perspektive blieb folglich der Frau? Wie kann man seine Zeit so verbringen, dass es nichts, aber auch absolut gar nichts, kostete? Viele Möglichkeiten gab es nicht. Sie las viel. Sie suchte Abwechslung in exzessivem Sex. Sie bildete sich weiter, soweit ihre Möglichkeiten das zuließen. Sie wurde gezwungenermaßen zum Improvisationstalent. Sie hielt sich viel im Freien auf, fuhr mit dem Rad oder wanderte. All das blieb nicht ohne Folgen für ihr Aussehen und genau diese verminderte Attraktivität warf man ihr dann im zuständigen Amt obendrein auch noch in ausgesprochen hämisch-beleidigender Form vor!

    "Gemeinsam doof sein macht stark!" dachte sie sarkastisch. Um Abstand von dieser Herde, wo ein Arsch hinter dem anderen hertrottete, zu gewinnen, suchte sie abgelegene Plätze in der Natur auf. Plätze, an denen sie mit sich und ihren Gedanken allein sein konnte. Plätze, die ein ganz eigenartiges Flair aufwiesen und um welche die Herdenmitglieder gerade deswegen instinktiv einen großen Bogen schlugen. Solche Plätze waren weder häufig noch selten - und sie waren auf keiner Landkarte verzeichnet.

    Wer es gelernt hatte, seine Sinne zu öffnen, der fand diese Orte mit Leichtigkeit. Sie hatte es auf dem Wege des erzwungenen Konsumverzichts gelernt und nun zog es sie immer wieder dorthin. Anfangs war damit ein eher als negativ einzustufendes Gefühl verbunden gewesen, doch bald erkannte Ulrike, dass es weder eine negative noch ein positive Ausstrahlung war. Negativ und positiv waren menschliche Wertungen. Das Flair dieser Orte war jedoch anders - es reichte von schwach bis überwältigend stark. Im letzteren Fall konnte man das durchaus schon mit einer negativen Ausstrahlung verwechseln.

    Auch heute war sie wieder unterwegs. Der Tag war eigentlich ganz normal verlaufen, aber da war etwas ausgesprochen Unruhiges in ihr - dieser Drang - einen der seltsamen Orte einfach aufsuchen zu müssen! Deswegen wanderte sie jetzt durch den Wald. Ihr Ziel war eine Bergkuppe, die in grauer Vorzeit einmal ein Opferplatz gewesen war. Der Weg war beschwerlich. Sie aber fühlte diese schon als magisch zu bezeichnende Anziehungskraft ihres Ziels bereits von Weitem. Wie Spinnwebfäden umfing es sie. Fäden, die mit jedem Schritt zahlreicher und fester wurden. Fäden, die sie nicht mehr losließen und die sie förmlich dorthin zogen! Nach langer und anstrengender Wanderung - sie hatte zwischenzeitlich zweimal Rast machen müssen - erreichte sie die Spitze des Berges. Vor ihrem inneren Auge sah sie das ganze Bergmassiv wie eine Wand aus goldgelb-ultrablauem Feuer, aber kalt und nicht bedrohlich. Eher einladend. Jetzt, hier auf der Bergkuppe, war sie vollkommen in dieses Feuer aus einer anderen Welt eingetaucht. Paradoxerweise war sie aber voll da - es war keinesfalls mit einem Rausch vergleichbar. Und dennoch ...

    Ulrike setzte sich auf den im Sonnenschein liegenden Felsen, den früheren Opferstein. Sie fühlte eine irritierende Erregung - nicht von sexueller Natur, aber auch nicht ganz weit davon entfernt. Irgendwie auf unbestimmbare Weise damit verwandt. Ihr ganzer Körper schien wohlig-lustvoll zu vibrieren. Ihr Blick schweifte über das weite Tal, das mäandernd von einem Fluss durchzogen wurde.

    Aber etwas stimmte nicht. Sie war zuvor schon häufiger hier gewesen. Der Fluss ... Seine Windungen waren irgendwie an den falschen Stellen! Jedenfalls bot sich ihr nicht das gewohnte Bild. Gleichfalls hätte sie nicht genau zu sagen vermocht, was eigentlich falsch oder ungewohnt war. Was für den Fluss galt, das galt auch für das Tal selbst. Das Windrad dort drüben rechts stand heute zu weit links. Bauernhöfe schienen ihre Positionen verändert zu haben. Ulrike kniff die Augen zusammen und öffnete sie wieder. Sie blickte auf ihre Uhr. Fünfzehn Uhr. Sie sah in das Tal hinab. Stand das Windrad jetzt nicht noch weiter links? Und war der Bauerhof nicht dichter an den Berg heran gewandert? Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf und blickte erneut auf die Uhr. Vierzehn Uhr fünfundfünfzig! Irgendetwas stimmte hier nicht. Irgendetwas war total befremdlich. Tickte sie etwa langsam aus?

    Wieder der Blick ins Tal: Der Fluss zeigte einen geringfügig veränderten Lauf. Wieder der Blick auf die Uhr: Fünzehn Uhr fünf. Na gut, vielleicht hatte sie sich vorhin auch nur verguckt! Sie schloss die Augen und versuchte an nichts zu denken; versuchte, zu sich selbst zu finden. Sie war aufgeregt und atmete schwer. Die Sonne brannte in ihr Gesicht, wurde kurz darauf von einer Wolke verdunkelt.

    Sie öffnete die Augen und schloss sie sofort geblendet wieder. Die Sonne strahlte mit voller Kraft. Blauer Himmel. Weit und breit nicht eine einzige Wolke! Etwas stimmte hier nicht. Etwas war absolut befremdlich. Noch ein Blick auf die Uhr: Vierzehn Uhr achtundfünfzig. Plötzlich schien sich die Welt um sie herum, um diesen Ort herum, zu drehen. Nahezu unmerklich zwar, aber dennoch wirklich. Gebäude veränderten ihre Positionen. Auch der Fluss war betroffen. Auch der Berg unter ihr. Sie glaubte, in den Berg hineinsehen zu können, erkannte dort Höhlen und Klüfte. Alles war in einer nicht genau beschreibbaren und rein sinnesmäßig nicht exakt erfassbaren Bewegung begriffen.

    Der einzig ruhende Punkt war die Bergkuppe, auf der sie sich befand, war der uralte Opferplatz. Und diese seltsame Bewegung betraf nicht nur das Tal und den Berg. "Was ist das? Was geschieht hier?" dachte Ulrike alarmiert und erkannte im gleichen Moment die Lösung. Es war die Welt an sich, die sich drehte - und nicht nur diese eine. Es waren unendlich viele parallele Wirklichkeiten, ineinander verschachtelt wie die russischen Matroschka-Puppen, nur um Winzigkeiten verschieden und an Orten wie diesem auch untereinander durchlässig. Welten wie Sand ...

    All diese vielen, unendlich vielen Welten drehten sich in unmöglichen Winkeln, für deren Beschreibung drei Raumkoordinaten niemals ausgereicht hätten, um Angelpunkte, die in allen Welten statisch waren. Erst alles zusammen bildete ein Ganzes. Ulrike begriff schlagartig - indem sie es auf eine nicht mit Worten beschreibbare Art und Weise sah -, dass ihre bisherige Realität nur ein dreidimensionaler Schatten von etwas viel Größerem war, weniger noch als die Spitze des berühmten Eisbergs. Sie und ihre Welt waren nur ein verschwindend kleiner, unbedeutender Teil des Ganzen, waren im Grunde genommen nur Schatten! Sie spürte jetzt den Herzschlag der Erde, den Herzschlag des Universums an sich. Es war ein grandioses, ein erhebend-ekstatisches Gefühl, vergleichbar einem Orgasmus im Kopf.

    Und die Menschen, die finanziellen und materiellen Gütern nachjagten, betrogen sich im Grunde nur selbst - denn sie jagten Schatten nach! Ob dieser Erkenntnis fing die Frau lauthals an, fröhlich zu Lachen. Immer noch heiter und aufgekratzt erhob sie sich. Zeit für den Rückweg. Wie spät? Wieder vierzehn Uhr fünfundfünfzig. Sie lachte wieder. Also eine neue Welt. Mal sehen, was die in der Zukunft bringen würde. Und wenn ihr das nicht gefiel - ja, dann konnte sie jederzeit hierher zurück kehren und sich eine neue Realität aussuchen. Oh, diese Kleingeister in der Herde! Diese Menschen, die mit ihren begrenzten fünf Sinnen nur den schwachen Abklatsch des Ganzen wahrnahmen und diesen jeweils gültigen Irrtum dann als Wissenschaft verkauften! Oh, diese Globalisierungsidioten und Politclowns, die sich selbst als Elite fühlten, um ihr Mittelmaß und ihre Unfähigkeit zu verbergen! Keiner von denen würde ihr gegenüber zukünftig noch einmal als Autorität auftreten können. Autoritär vielleicht, aber ganz gewiss nicht als Autorität. Dazu hatte sie heute zuviel erfahren.

    Lächelnd und fröhlich wanderte sie zurück, erlebte, wie hinter ihr die goldgelb-ultrablaue Feuerwand langsam kleiner wurde. Erst unten im Tal blieb sie stehen und legte die Hände auf das alte, verwitterte Holz eines Weidezauns. Sie blickte nachdenklich zu dem Berg empor. War das alles heute wirklich geschehen? Oder war es nur ein Flash von dem vier Tage zuvor konsumierten Joint - einem Joint, der sie wie niemals zuvor für sage und schreibe vierzehn Stunden aus dem Verkehr gezogen hatte, weil es sich um richtigen Raketentreibstoff, um eine holländische Hochtzuchtvariante, gegen die Schwarzer Afghane wie ein Zuckerlolly für Kinder gewirkt hatte, handelte? Sie wusste es nicht. Beides war möglich - echte Erfahrung und Flash. Aber eines wusste sie genau: Wenn die Zukunft ihr übel mitspielen würde, dann käme sie hierher zurück!

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  • Wahre Worte

    Es gibt keine Stille in den Städten der Weißen.
    Keinen Ort, um das Entfalten der Blätter im Frühling zu hören oder das Summen der Insekten.
    Aber vielleicht nur deshalb, weil ich ein Wilder bin und nicht verstehe.
    Das Geklappere scheint unsere Ohren nur zu beleidigen.
    Was gibt es schon im Leben, wenn man nicht den einsamen Schrei des Ziegenmelkervogels hören kann, oder das Gestreite der Frösche am Teich bei Nacht?
    Ich bin ein roter Mann und verstehe das nicht.
    Der Indianer mag das sanfte Geräusch des Windes, der über eine Teichfläche streicht - und den Geruch des Windes, gereinigt vom Mittagsregen oder schwer vom Duft der Kiefern.
    Die Luft ist kostbar für den roten Mann - denn alle Dinge teilen denselben Atem - das Tier, der Baum, der Mensch - sie alle teilen denselben Atem.
    Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken; wie ein Mann, der seit vielen Tagen stirbt, ist er abgestumpft gegen den Gestank.
    (Chief Seattle)

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
    (Chief Seattle)

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  • Geschichtsunterricht anno 2030

    (Die folgende Story habe ich schon vor über einem Jahr in einem Schriftstellerforum veröffentlicht. Sie wurde seinerzeit stilistisch gelobt und inhaltlich verrissen - weil viel zu abwegig und undenkbar. Besagtes Forum existiert nicht mehr. Die Geschichte fand ich heute zufällig wieder - ich dachte, ich hätte sie gelöscht. Zum Glück war das nicht der Fall. Ich stelle sie hier mal so als Denkanstoß rein ...)
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    "Papa, ich will nicht zur Schule! Ich will Dir helfen!" Der Zwischenruf traf Manfred gänzlich unerwartet und von hinten, so dass er überrascht mit dem Schraubenschlüssel abrutschte. Er fluchte. So würde die Reparatur des Windrades nie etwas werden! Ohne Windrad keine Druckluft, ohne Druckluft kein Turbinenantrieb und ohne Turbine kein Strom. Er drehte sich zu seinem Sohn um. Der Achtjährige stampfte gerade wütend mit dem Fuß auf. "Doch Dieter - Du gehst zur Schule. Es muss nun einmal sein. Was Du da lernst, das brauchst Du vielleicht heute noch nicht, aber später einmal. Du kannst mir erst dann helfen, wenn Du verstehst, was ich und die anderen hier machen. Vorher würdest Du nur aus Versehen noch mehr kaputt machen. Damit wäre dann gar keinem geholfen. Es funktioniert sowieso kaum noch was. Schau mal: Wir brauchen das Windrad hier. Ohne das Ding sitzen wir im Dunklen. Und das willst Du doch nicht, oder?" "Nein" bekannte der Junge kleinlaut. "Na also" entgegnete sein Vater. "Dann sei brav und geh zur Schule." Nur widerwillig drehte sein Sohn sich um und ging fort. Manfred schraubte weiter.

    Die Schule war klein, nur ein einziger Raum für alle. Das reichte aber auch vollkommen aus, denn sie waren lediglich neun Kinder im Alter von sechs bis sechzehn Jahren. Die Älteren halfen den Jüngeren. Ein Erwachsener überwachte und dirigierte das alles - heute dieser, morgen jener, je nach Fähigkeiten. Eine typische Dorfschule eben. "Dieter, Du bist schon wieder zu spät" wurde Manfreds Sohn empfangen. "Ich weiß. Ich würde lieber meinem Vater helfen." "Das kann ich gut verstehen" meinte Herr Kowalske mitfühlend, denn auch er selbst war früher nur ausgesprochen ungern zur Schule gegangen "aber das geht nur, wenn Du verstehst, wie die Maschinen funktionieren." "Sowas Ähnliches hat Papa auch zu mir gesagt" maulte der Junge. "Gut - dann lasst uns anfangen. Wer von Euch weiß, wie der Strom gemacht wird?" "Die Windräder treiben einen Kompressor an, der erzeugt Druckluft und damit beschicken wir eine Turbine - die erzeugt den Strom" antwortete ein fünfzehnjähriges Mädchen gelangweilt. Sie kannte das schon und glaubte zu wissen, worauf Kowalske raus wollte. Doch sie sollte sich täuschen.

    "Das ist richtig" entgegnete der Erwachsene "und was macht ihr, wenn keine Druckluft zur Verfügung steht?" "Strampeln" meinte Paula, eine Zwölfjährige. "Genau, Strampeln" nahm Kowalske den Faden auf. "Was passiert dabei?" Heinz, der Sechzehnjährige, antwortete: "Über eine Kette wird eine Lichtmaschine angetrieben. Die lädt die Batterien." "Richtig - und woher stammen die Lichtmaschine und die Batterien?" "Aus den alten Autos, die überall in der Gegend rumliegen." Das kam von Dieter und er war zu Tode gelangweilt, was Herrn Kowalske nicht entging. Er nahm Dieter ins Visier. "Kannst Du mir sagen, warum überall Autos rumliegen?" "Weil die nicht mehr fahren können. Das konnten sie früher mal. Heute nicht mehr." "Warum nicht?" Schweigen. Der Junge wusste keine Antwort. Exakt das war von Kowalske mit seinen Fragen beabsichtigt worden; er wollte die Kinder zielgerichtet zu ihren Wissenslücken führen.

    "Nun?" Der Erwachsene fragte den Rest der Klasse. Immer noch Schweigen. "Ihr wisst es nicht" sagte Herr Kowalske und fuhr fort: "Dann werde ich Euch die Geschichte mal erzählen. Vor vielen Millionen von Jahren bedeckten große Wälder die Erde. Aus diesen Wäldern bildete sich Öl. Öl war über sehr lange Zeit hinweg ein äußerst unbeliebter Stoff; wenn es an die Oberfläche trat, dann verseuchte es beispielsweise das Wasser. Vor gut hundert Jahren aber entdeckten die Menschen, dass es möglich war, mit Öl einen Motor anzutreiben. Sie entdeckten auch ein paar Verfahren, die es ihnen erlaubten, das Öl so umzubauen, dass es fest und sauber wurde. So entstanden die Plastikstoffe, die Ihr alle kennt. Öl wurde zum wichtigsten Grundstoff. Alles basierte auf Öl - der Treibstoff für die Motoren, die in Autos eingebaut eine geradezu grenzenlose Fortbewegung ermöglichten. Medikamente, Düngemittel, Kunst- bzw. Plastikstoffe, Klebstoffe usw. Alles das wurde aus dem Öl hergestellt. Und man verbrannte das Öl, um damit Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Man brauchte Unmengen von Strom zum Betrieb von Maschinen, die alle möglichen Güter herstellten."

    Herr Kowalske schwieg einen Moment lang und ließ seine Worte wirken. Die Klasse war aufmerksam. Die Kinder ahnten, dass sie jetzt gleich etwas sehr Wichtiges erfahren sollten. Er machte weiter: "Das Öl wurde immer stärker gefördert. Immer mehr und noch mehr. Die Industriezivilisation entstand. Sie beruhte einzig auf diesem einen Rohstoff, dessen Vorräte allerdings begrenzt waren. Vor rund fünfzig Jahren überstieg die verbrauchte Ölmenge die Menge der Neufunde. Das war ein Alarmsignal, ein Anzeichen dafür, dass mehr verbraucht wurde als nachgeliefert werden konnte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten die damals Verantwortlichen handeln müssen, um den Rohstoff zu strecken. Aber das geschah nicht. Anhand einer Berechnung - der Peak-Oil-Simulation - wurde voraus gesagt, dass im Jahr 2030, also heute, kein Öl mehr zur Verfügung stehen und die industrielle Zivilisation zusammengebrochen sein würde."

    Dieter hatte eine Zwischenfrage: "Warum hat da keiner drauf reagiert?" Herr Kowalske antwortete: "Eine gute Frage, aber die kann Dir wohl niemand zufriedenstellend beantworten. Wir vermuten heute, dass die Verantwortlichen einfach nicht fähig waren, über ihren Tellerrand hinaus zu blicken. Kurzfristige Gewinne in astronomischer Höhe und das eigene Wohlergehen waren wichtiger als die Gemeinschaft. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der so genannten Ego-Gesellschaft. Aber weiter im Thema. Noch im Jahr 2007 wurde die Peak-Oil-Bedrohung von der damaligen Bundeskanzlerin, die den EU-Ratsvorsitz führte, schlichtweg ignoriert. Nur ein halbes Jahr später meldeten zuerst die britische Firma BP und danach der französische Konzern Total Peak Oil, also das Überschreiten des Fördermaximums. Das Öl ging unweigerlich zu Ende. Man versuchte in Folge halbherzig, aus Nahrungsmitteln Biotreibstoff herzustellen, aber das führte zu Unruhen, weil die Leute nicht mehr genug zu Essen bekamen. Dann stiegen die Treibstoffpreise ins Unermessliche, der Verkehr kam zum Erliegen, die Infrastruktur brach zusammen und den Rest kennt ihr schon."

    Der Lehrer hielt kurz inne und ergänzte: "Das Ende des Öls war auch das Ende der Industriezivilisation. Ein besonderes Problem zur Zeit des Zusammenbruchs bildeten die Städte. Die Städte waren so organisiert, dass dort mitunter Millionen von Menschen auf engstem Raum zusammen lebten. Die Versorgung dieser Menschen war ohne Infrastruktur - also ohne Verkehrsmittel, Trinkwasserversorgung, Abfallbeseitigung, Stromversorgung usw. - nicht mehr möglich. Die Folge war ein Kampf um's Überleben, jeder gegen jeden. Hier auf dem Land hatten wir bessere Karten, weil wir uns noch halbwegs selbst helfen konnten. So entstanden befestigte Dörfer, so wie unseres. Aber in den Städten ging es drunter und drüber. Es gab zahllose Tote. Die Hungersnot von 2022 und die Grippeepidemie im Jahr darauf führten dazu, dass die Städte weitgehend entvölkert wurden. Deswegen bilden die verwaisten Städte heute unsere Haupt-Rohstoffquelle. Aber es gibt dort immer noch ein paar Leute und die wollen nichts abgeben. Womit wir beim Thema Waffenkunde wären ..."

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  • Portable Bookmark-Datenbank

    Interessante Webseiten speichert man als Lesezeichen (Bookmark) im Browser ab. Und dann passieren mit ätzender Regelmäßigkeit zwei Sachen:

    1. Entweder man nimmt einen anderen Browser und kann aus unerfindlichen Gründen nicht auf die "alten" Bookmarks zugreifen, weil der Import warum auch immer scheitert oder
    2. man ist bei 'nem Bekannten und braucht jetzt genau die und die eine Seite, aber deren URL ist zuhause auf dem Rechner abgespeichert und jetzt wird schon seit geraumer Zeit so aus dem Gedächtnis raus vergeblich danach gesucht.

    Kennt irgendwer diese Situation?!? Zumindest für Windows gibt es eine Lösung des Problems (für Linux habe ich leider noch keine finden können), nämlich die portable Freeware Mahaf, früher auch GWLinks genannt. Die ist unter http://www.mahaf.de/ zu finden (da auf Download und in dem mittig erscheinenden Beitrag auf den Dateinamen in der Überschrift klicken).

    Mahaf kommt als Installer. Beim Installieren wird nach der Installationsart gefragt. Hier ALLES außer "Mobile Installation" deaktivieren. Bei der mobilen Installation wird die Software (ca. 1 MB groß) in einen Ordner "Mahaf" geschrieben. Nach der Installation startet die Software und man kann eine neue Link- bzw. Bookmark-Datenbank anlegen (es sind beliebig viele Datenbanken möglich). Wie geht das? Ziemlich simpel. Zuerst wird ein Dateiname für die Datenbank vergeben. Der endet automatisch auf .omn und steht jetzt in der Baumstruktur der neuen Datenbank ganz oben. Da mit der rechten Maustaste draufklicken und "Neu/ Kategorie" selektieren. Jetzt der neuen Kategorie einen Namen geben, also bspw. "Interessante Blogs". Die Kategorie wird daraufhin in der Baumstruktur angezeigt.

    Nun der Rechtsklick auf die Kategorie und "Neu/ Eintrag" wählen (oder noch eine weitere Unterkategorie anlegen - aber bleiben wir beim Eintrag). Unter "Name" gibt man die Seitenbezeichnung und unter "URL/Pfad" die Internetadresse der Seite an. Unter "Beschreibung" lässt sich ein kurzer Kommentar zu diesem Link eintippen. Wichtiger ist aber - da von der Suchfunktion ausschließlich berücksichtigt - die Sparte "Stichworte". Hier lassen sich durch Kommata getrennte Tags eingeben. Mit "Speichern" wird die Eingabe übernommen. Viele Einträge entwickeln sich so im Laufe der Zeit zu einer ganz ansehnlichen Datenbank. Die Suchfunktion hilft, da noch Durchsteigen zu können - denn wer will schon ein par tausend Bookmarks zu Fuß durchsuchen?

    Mahaf greift normalerweise auf den Default-Browser zu, wenn man einen Doppelklick auf einen Eintrag macht. Sollte der Zugriff nicht auf Anhieb funktionieren (kommt bei der Erstinbetriebnahme manchmal vor), dann mit der rechten Maustaste auf irgendeinen Eintrag klicken und "Öffnen mit (gefolgt von der Angabe des Browsers)" wählen. Tipp: Die Einträge können auch nachträglich per Drag And Drop noch beliebig umsortiert werden und es lassen sich mit "Daten importieren" vorhandene Bookmarks von Internet Explorer und von Firefox einlesen (spart Tipparbeit!).

    Den Mahaf-Ordner kann man nun 1:1 auf Memorystick oder Flashcard kopieren und hat auf diese Weise seine Links und Lesezeichen immer griffbereit. Wenn etwas geändert worden ist, dann kopiert man nur die betreffende OMN-Datenbank. Die ist im Mahaf-Ordner unter "\Dokumente\Mahaf\Datenbanken" zu finden. Ich verwende diese Software jetzt seit drei Jahren und halte sie aufgrund ihrer Nützlichkeit für unverzichtbar.

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  • Wissenswert: Strom und Tarife

    Es ist schön draußen. Windstill. Ich blicke aus dem Fenster, genau auf drei Windräder. Die drehen sich. Bei Windstille. Die verbrauchen Strom, obwohl wir alle doch zum Energiesparen aufgefordert sind. Warum? Um diese Frage beantworten zu können, muss man etwas tiefer in die "Eingeweide" vom Strom einsteigen. Da unterscheidet man einerseits zwischen der Leistung, die sich aus Spannung und Stromstärke zusammen setzt und in Kilowatt ("kW") gemessen wird und andererseits der elektrischen Arbeit, nicht ganz korrekt im Volksmund auch "Verbrauch" genannt. Das ist die verbrauchte Leistung pro Zeiteinheit, gemessen in Kilowattstunden ("kWh"). Praktisch unabhängig davon, ob er einen der üblichen Haushaltstarife oder einen Ökostromtarif hat, zahlt Otto Normalverbraucher für den Verbrauch, also für die elektrische Arbeit. Das sind dann soundsoviel Cent pro verbrauchter Kilowattstunde - zuzüglich der Abgaben für EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) und KWKG (Kraft Wärme Kopplung Gesetz).

    Doch es gibt zwei völlig unterschiedliche Arten von Tarifen. Für Großverbraucher (Industrie, Handelsketten usw.) existiert nämlich noch der Leistungstarif. Dabei handelt es sich um einen Mix. Je nach individuell ausgehandeltem Vertrag zahlt der Großverbraucher für die elektrische Arbeit nur die Hälfte bis rund ein Fünftel der Kosten, die Otto Normalverbraucher für den gleichen Strom zu berappen hätte. Mitunter sogar noch weniger. Zusätzlich allerdings wird - mit Hilfe eines Leistungszählers - die größte Leistungsspitze, die er im Jahr verursacht hat, erfasst. Je höher die Spitze, desto teurer ist die auch. Diese Leistungsspitze bildet die Berechnungsgrundlage der Stromrechnung für jeden einzelnen Monat. Der Großverbraucher bezahlt folglich eine Mischung aus Leistung und Arbeit. Nun sollte man meinen, dass es doch ungerecht ist, wenn die nur einmal im Jahr aufgetretene Spitze Monat für Monat in Rechnung gestellt wird. Dem ist aber nicht so.

    Die Leistung macht den Löwenanteil der Rechnung aus. Der eigentliche Verbrauch ist dann Peanuts. Es kann sich für den Großverbraucher daher durchaus rechnen, soviel an Leistung in einem Unternehmen oder in einem Markt zu installieren, dass er über die vom Versorger vorgegebene Tarifgrenze kommt (i. d. R. bei 30-35 kW anzusiedeln). Dann wird bei ihm ein Leistungszähler gesetzt und er kann einen Leistungstarif aushandeln. Das nun aber wird sehr häufig deutlich preisgünstiger, als wenn er die elektrische Arbeit zum "Normaltarif" bezahlen müsste - weil die ihn ja kaum noch etwas kostet! Ein Beispiel, nur um mal 'ne Hausnummer zu nennen: Der "Normaltarif" kostet 2.000 Euro im Monat. Beim Leistungstarif setzt sich die Rechnung bei gleichem Verbrauch aus 500 Euro für die Kilowattstunden und nochmal 500 Euro für die Leistung zusammen. Macht 1.000 Euro gespart. Mit anderen Worten: Der einfache Bürger soll Energie sparen. Doch beim Großverbraucher wird die Verschwendung belohnt.

    Aber was hat das jetzt mit den eingangs erwähnten Windrädern zu tun? Ganz einfach. Wenn viel Leistung "gezogen" wird, dann geht aufgrund einer so genannten Phasenverschiebung der Wirkungsgrad in die Knie. Typische Leistungsverbraucher sind Induktivitäten: Also Motoren und Trafos, wie sie für Sägen, Pumpen, bei der Galvanik, in der Elektrochemie, für elektrische Öfen usw. gebraucht werden. Aber auch Powerstrahler, wie man sie häufig an Märkten und Discountern findet. Je mehr davon also in Betrieb ist, desto schlechter wird der Wirkungsgrad des Stroms. Jeder kennt das: Mittags kommt das Essen auf dem E-Herd zuerst nicht in Gang, weil alle kochen, und so nach und nach tobt der Herd dann derart los, dass es beinahe anbrennt. Verschiebt man jetzt die Phase aber ganz bewusst durch das "Verheizen von überschüssigem Strom" noch etwas weiter, dann ist der Wirkungsgrad wiederhergestellt. Das ist technisch durchaus sinnvoll und dient der Stabilität des Versorgungsnetzes.

    Die Stabilität des Netzes liegt im Interesse der Versorger, denn die müssen dem Kunden ja beständig Strom liefern und können es sich nicht erlauben, sich von Stromausfall zu Stromausfall zu hangeln. Deswegen benötigt der Versorger auch Anlagen zur Phasenkorrektur. Muss er die selbst finanzieren? Nein - denn die Windräder eignen sich, wenn sie als Ventilator betrieben werden, geradezu ideal für diesen Zweck. Und die Windräder finanzieren sich aus den o. a. EEG-/KWKG-Abgaben der Verbraucher.

    Anders ausgedrückt: Der Strom sparende Otto Normalverbraucher finanziert dem "notleidenden" Versorger die technische Ausstattung. Damit der wettbewerbsfähig bleiben kann. Der verdient daran und steigert seine Wettbewerbsfähigkeit; das Geld muss ja irgendwo bleiben. Die Wettbewerbsfähigkeit wird z. B. durch immer neuere und größere (Atom?) Kraftwerke sichergestellt. Und manchmal auch durch die Windräder, wenn nämlich der Wind mal weht. Damit die Industrie versorgt werden kann, bei der man aufgrund der tariflichen Regelungen die Stromverschwendung belohnt. Das nennt man dann die "Liberalisierung des Strommarktes". Die Liberalisierung war auch dringend nötig. Wir sitzen nämlich bereits so tief in der Energieklemme, dass wir den Strom sogar exportieren müssen! Also immer dran denken: Ohne Atomstrom gehen bei uns die Lichter aus!
    _________________________

    Link zum Thema:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Strommarkt

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  • Atomkraft? Jein, mal sehen ...

    In Deutschland werden keine Atomkraftwerke mehr gebaut. Hmmm... - und wie ist dann dieser Bericht zu werten? http://www.ftd.de/politik/deutschland/:streit-um-ausstieg-merkel-bestreitet-bauplaene-fuer-atommeiler/50011748.html - "Merkel bestreitet Baupläne für Atommeiler" und im gleichen Beitrag (Zitat):

    Merkel sprach sich erneut für die weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches Endlager aus. "Ich halte es für richtig und wichtig die Erkundung von Gorleben fortzusetzen", sagte sie. Sie sehe bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Eignungsfähigkeit des Salzstocks nicht weiter geprüft werden solle. Union und FDP wollen im Falle eines Wahlsiegs den rot-grünen Atomkonsens aufkündigen.

    Gorleben ist sicher. Genau wie die Asse. Atomkraft ist sauber. Die Welt ist eine Scheibe und Schweine können fliegen. Haben die denn immer noch nichts gelernt?

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  • Eine Hosentaschen-Spielesammlung

    "Papa, gibt es eigentlich Spiele, die direkt vom Memorystick aus laufen? Dann kann ich auch mal am Computer spielen, wenn wir meine Tante besuchen!" Soweit meine Zwölfjährige. Und Papa hat gesucht - nach portabler Spiele-Freeware für Windows ab XP. Das Resultat ist die Spielesammlung für die Hosentasche. Sie läuft vom USB-Stick oder von der Flash-Card aus (also notfalls auch von einer Digitalkamera, wenn man da etwas Platz auf dem Speicherchip opfert).

    Hiebe für Diebe: http://www.chip.de/downloads/Die-Siedler-Hiebe-fuer-Diebe_12999517.html
    Reaktionsspiel aus der Serie "Die Siedler" mit sehr ansprechender Grafik. 4MB, direkt lauffähige EXE-Einzeldatei.

    Neverball und Neverputt: http://neverball.org/
    3D Geschicklichkeitsspiel ähnlich Super Monkey Ball oder Marble Madness und 3D Minigolf. 30 MB, Entpacken und Spielen.

    Zeltplatz: http://stammel.net/denksport/zeltplatz_windows.html
    Zeltplatz (Zeltlager) - Denksport- und Knobelspiel. 1 MB, direkt lauffähige EXE-Einzeldatei.

    NagaSkaki: http://www.mayothi.com/
    Schachspiel. 10 MB, Entpacken und Spielen.

    SMC: http://www.secretmaryo.org/
    Secret Maryo Chronicles - Super Mario Klon mit ganz hübscher Grafik. 67 MB, Entpacken und Spielen.

    LBreakout: http://lgames.sourceforge.net/index.php?project=LBreakout2
    Breakout- Variante. 8 MB, Entpacken und Spielen.

    Torcs: http://torcs.sourceforge.net/index.php
    Autorennen (ziemlich realistisch). 220 MB, Runterladen, Installieren, 1:1-Kopie des Spielordners auf Ziellaufwerk kopieren und auf Platte wieder deinstallieren - die Kopie läuft.

    Pingus: http://pingus.seul.org/~grumbel/
    Mischung aus Geschicklichkeitsspiel und Adventure (Lemmings Clone). 30 MB, Runterladen, Installieren, 1:1-Kopie des Spielordners auf Ziellaufwerk kopieren und auf Platte wieder deinstallieren - die Kopie läuft.

    Tux Racer: http://tuxracer.sourceforge.net/
    Jump'n Run Game - Snowboarding bzw. Snowsurfing eines Pinguins. 14 MB, Entpacken und Spielen.

    Super Tux: http://supertux.lethargik.org/
    Klassisches Jump'n Run Game im Stil von Super Mario - bloß mit Pinguin. 20 MB, Runterladen, Installieren, 1:1-Kopie des Spielordners auf Ziellaufwerk kopieren und auf Platte wieder deinstallieren - die Kopie läuft.

    SuperTuxKart: http://supertuxkart.sourceforge.net/
    3D Kart Rennspiel. 200 MB, Runterladen, Installieren, 1:1-Kopie des Spielordners auf Ziellaufwerk kopieren und auf Platte wieder deinstallieren - die Kopie läuft.

    Transcendence http://neurohack.com/transcendence/index.html
    Mix aus Weltraum-Ballerspiel und Adventure. 28 MB, Entpacken und Spielen.

    Blobby Volley: http://www.blobby-liga.de/
    Eine Art von Volleyball-Spiel. 7 MB, Entpacken und Spielen.

    Deluxe Pacman: http://home.cogeco.ca/~nroy15/games_index.html
    Pacman-Umsetzung für Windows. 4 MB, Runterladen, Installieren, 1:1-Kopie des Spielordners auf Ziellaufwerk kopieren und auf Platte wieder deinstallieren - die Kopie läuft.

    Frets On Fire: http://fretsonfire.sourceforge.net/
    E-Gitarre am PC spielen. Sowas Ähnliches jedenfalls ... 55 MB, Entpacken und Spielen.

    Jooleem: http://jooleem.sourceforge.net/
    Eine Art von Kugel-Puzzle. 12 MB, Entpacken und Spielen.

    Kung Fu Kim: http://www.yukyuk.com/games_downloads/games_kfk.htm
    Geschicklichkeitsspiel, bei dem Kugeln abzuwehren sind. 3 MB, Entpacken und Spielen.

    MegaMario: http://megamario.de/
    Jump'n Run Game nach dem Vorbild von Super Mario. 32 MB, Entpacken und Spielen.

    Die einzelnen Spiele werden auf dem Datenspeicher in separaten Ordnern untergebracht. Zum Starten empfiehlt sich ein Commander-Programm wie FreeCommander (unter http://www.freecommander.com/de/ als Freeware), weil sich die o. a. Spiele nicht alle mit den einschlägigen Schnellstartern bzw. Launchern aktivieren lassen. Mit einem Commander hingegen schon. Wer also Kinder hat, die bspw. bei einem Verwandschaftsbesuch beschäftigt werden sollen - nur zu, so eine Sammlung kostet nichts.

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  • Online-Dateientausch

    Aus aktuellem Anlass will ich heute mal kurz die Prinzipien eines Online-Dateientausches vorstellen. Ich habe das schon ein paar Mal gemacht und es funktioniert sehr gut. Wenn man Dateien an Bekannte weitergeben will, dann kann das zunächst mal per E-Mail als Anhang geschehen. Der Nachteil davon liegt im Mailto-Protokoll selbst begründet: Das war ursprünglich nur für kleine Datenbestände gedacht. Zumeist liegt die Übertragungsgrenze bei 3-5 MB. Was darüber hinaus geht, das wird entweder zurück gewiesen oder es verschwindet sang- und klanglos im elektronischen Nirwana.

    In Grenzen ist Abhilfe durch sg. Filesplitterprogramme möglich - die zerteilen große Dateien in mehrere kleine "Appetithäppchen", welche sich mit mehreren Mails einzeln übertragen lassen und danach vom Empfänger wieder zusammengesetzt werden. Unter http://www.michael-puff.de/Artikel/FileSplitter.shtml ist so ein Splitter für Windows gratis erhältlich. Dieses Programm generiert eine simultan mit zu übertragende Batchdatei, mit deren Hilfe der Empfänger die "Häppchen" ohne zusätzliche Software wieder zusammenfügen kann (das Batch greift dazu auf den uralten DOS-COPY-Befehl zu). Auf ähnliche Weise funktioniert der delphino FileSplitter (für Windows unter http://www.filesplitter.de/ gratis erhältlich) - allerdings muss hier der Empfänger zum Zusammensetzen auch über das Programm verfügen.

    Die andere Variante ist die Verwendung einer Online-Festplatte. Meist kostet so etwas Geld, aber http://www.mediafire.com/ finanziert sich durch Werbung und stellt so einen Dienst daher kostenfrei zur Verfügung. Die Vorgehensweise: Man packt alle zu übermittelnden Dateien in ein Archiv (ZIP dürfte wohl ziemlich gängig sein). Das Archiv darf maximal 100 MB groß sein; die Speichergrenze der Online-Festplatte ist theoretisch unbegrenzt und die Lebensdauer einer Datei beträgt 60 Tage (danach erfolgt automatische Löschung). Es wird www.mediafire.com angewählt. Mit einer gültigen Mailadresse und einem beliebig wählbaren Password generiert man zunächst einen freien Account ("Create A Free Account" - oben rechts auf der Seite). Dadurch erhält man den Zugriff zur Platte. Später kommt man unter "Login" mit diesem Account rein.

    Im nächsten Schritt wird auf den unübersehbaren Gigantobutton "Upload Files To Mediafire" geklickt. Es öffnet sich ein Fenster, in dem man sein vorbereitetes Archiv auswählen kann. Upload bestätigen und dann heißt es Geduld mitbringen. 50 MB Upload erfordern etwa eine halbe Stunde, weil alles byteweise durch den HTTP-Port gequetscht werden muss. Es wird angezeigt, wann der Upload beendet ist. Files können als "Privat" oder als "Öffentlich" gekennzeichnet werden. Bei "Öffentlich" stehen sie den Leuten zur Verfügung, denen man die Download-URL mitteilt. Default ist "Öffentlich".

    Unten rechts lässt sich daraufhin eine "Sharing-URL" in die Zwischenablage kopieren. Es empfiehlt sich NICHT, diese URL zu benutzen. Warum? Sie ermöglicht es demjenigen, dem man die Download-URL mitgeteilt hat, uneingeschränkt auf ALLE Files der Online-Festplatte zuzugreifen. Daher klicke man stattdessen auf die Bezeichnung der hochgeladenen Datei. Es öffnet sich eine neue Seite.

    mediafire

    Dort ist unter "Sharing URL" (unten rechts) ein anderer Download-Link, der nur für diese eine Datei gilt, angegeben. Der wird rauskopiert und dem Empfänger per Mail oder PN mitgeteilt. Der Empfänger klickt dann nur noch auf diesen Link bzw. kopiert ihn in die Adresszeile des Browsers. Er landet auf der gleichen Seite und kann mit "Click here to start download" (mitte links) das Archiv runterladen. Und wie schon gesagt: Das Ganze ist kostenlos. Die Werbepopups kann man hinterher beseitigen. Was sich hier vielleicht etwas kompliziert anhören mag, ist im Grunde genommen ganz einfach. Man muss es nur erstmal gemacht haben.

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  • Spätsommertage

    Vielleicht sind's die letzten wirklich schönen Spätsommertage. Ich nutze sie auf meine Weise. Draußen. In der Natur. Kletternd. Wandernd. Watend. Vielleicht irgendwie auch auf den Spuren der Vorfahren ... Die Natur hat seit Jahrmilliarden bewiesen, dass sie ohne den Menschen ganz gut auskommt. Und wie gut sind wir ohne die Natur? Wenn man sich abseits der Wege bewegt, dann hat das Vorteile. Es lässt einen Beobachten, Nachdenken und möglicherweise auch Verstehen. Einssein.

    Wir spielen mit dunklen Kräften, die wir mit unserem Namen nicht erfassen können, wie Kinder mit dem Feuer spielen, und es scheint einen Augenblick, als hätte alle Energie bisher ungebraucht in den Dingen gelegen, bis wir kamen, um sie auf unser flüchtiges Leben und seine Bedürfnisse anzuwenden. Aber immer und immer wieder in Jahrtausenden schütteln die Kräfte ihre Namen ab und erheben sich, wie ein unterdrückter Stand, gegen ihre kleinen Herren, ja nicht einmal gegen sie - sie stehen einfach auf, und die Kulturen fallen von den Schultern der Erde, die wieder groß ist und weit und allein mit ihren Meeren, Bäumen und Sternen.
    (Rainer Maria Rilke in "Worpswede")

    Nightwish - Creek Mary's Blood

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  • Noch Arroganz oder schon Verhöhnung?

    Man muss sich das mal reinziehen: Da gibt es Menschen, die sich für etwas "Elitäres" halten. Die bauen Schei... ('tschuldigung!). Wenn das einem einfachen Arbeiter oder Angestellten passieren würde, dann wäre der Ratz-Fatz draußen und müsste für den Schaden aufkommen. Nicht so die Elite. Die wurschtelt weiter und bekommt die Hilfen vom Staat hinten und vorn reingeblasen. Zahlen tut dafür - na, wer wohl? Genau! Eben der Arbeiter, der sich nicht den kleinsten Fehler erlauben darf. Und zwar zahlt der durch seine Steuergelder. Was machen "elitäre" Menschen damit? Sie stecken die Kohle vielleicht zum Teil in das von ihnen runtergewirtschaftete Unternehmen - zumeist aber erst einmal hinreichend viel in die eigene Tasche - und sehen sich gleichzeitig nach dem nächsten Chefsessel um. So läuft das nun mal. Die Millionen müssen ja weiter fließen. Ohne Ende.

    Und dann kommt das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Zeitschrift "Capital" und führt eine Umfrage über das Wirtschaftswissen in der Bevölkerung durch - bei der Elite, wohlgemerkt! Die vertritt daraufhin in drei Vierteln der Fälle den Standpunkt, das Wirtschaftswissen der Deutschen sei "weniger gut" bzw. "gar nicht gut" - unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,649191,00.html nachzulesen.

    Ja, wie jetzt? Wer hat die Krise denn gemacht? Der Arbeiter doch nicht, der die Folgen ausbaden muss! Oder ist Wirtschaftswissen in gewissen Kreisen mit dem Wirtschaften in die eigene Tasche gleich zu setzen?!? Sind derartige Umfrageresultate nun einfach nur bodenlose Arroganz einer weltfremd-abgehobenen, selbsternannten Möchtegernelite oder schon offene Verhöhnung der Werktätigen und der zu Verarmenden?

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  • Ein Soundtrack für Deutschland

    Ein verdammt guter Text, klasse Sound und ein Spiegel des Zeitgeistes. Aber auch ein Song, der garantiert nicht im Radio gespielt wird, weil er nicht zu der ganzen Sch... passt, mit dem einem tagtäglich die Ohren vollgesülzt werden. Einer der Kommentatoren des Videos schreibt: "Wie schön es nur wäre, wenn die Menschen ihn wortwörtlich nähmen und auf die Barrikaden gehen würden!" Dem ist nichts hinzu zu fügen!

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  • Parteien zur Wahl. Heute: Wahlversprechen

    Politiker versprechen alles. Vor der Wahl. Auch die absurdesten Dinge. Was nach einer Wahl aus diesen Versprechen wird, das ist jetzt endlich aufgeklärt worden. Unter http://www.youtube.com/watch?v=81WO5h3rOb8 wird das Geheimnis gelüftet. Dabei kommt nämlich High Tech zum Einsatz - das "Blitzdings" der Men In Black. Und falls irgendwen schon mal der Verdacht beschlichen haben sollte, unsere Politiker kämen von einem anderen Stern: Auch dafür gibt's Indizien.

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  • Blödes Gerede um die Asse!

    Das Atommüll-Endlager Asse geht in der letzten Zeit ständig durch die Medien. Blödes Gerede! Man hätte doch nur mal frühzeitig den Hausmeister fragen müssen:

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  • Auslandsreaktion auf Hartz-IV

    Da ich entgegen der von Extra 3 gesendeten Einschätzung einiger bestens informierter Menschen nicht ständig vor dem Fernseher sitze und Chips esse, habe ich bei Youtube eine interessante Reaktion aus der Schweiz auf Hartz-IV gefunden:

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  • Kaninchen (im Fissler-Topf)

    Eins meiner Lieblingsrezepte ist Kaninchen im Fisslertopf (das ist der mit dem Einsatz im Deckel, durch den das Bratgut Flüssigkeit ziehen kann). Dauert mit rund drei Stunden zwar ewig, reicht aber auch locker für vier Personen.

    Man benötigt:
    1 Kaninchen 2-3 kg
    100g Speck
    Margarine
    4-5 Mohrrüben
    1-2 Knollen Knoblauch
    2 große Zwiebeln
    Braten-Gewürzmischung
    Gyros-Gewürzmischung
    Wild-Gewürzmischung
    etwas Liebstöckel
    Weinbrand oder Rum
    Weißwein
    7-8 Kartoffeln

    Zubereitung:
    Gemüse putzen und klein schneiden; Speck in Streifen schneiden. Den Boden des Fissler-Topfes so mit den Speckstreifen auslegen, dass das Kaninchenfleisch keinen direkten Bodenkontakt bekommt. Zusätzlich einige größere Margarineflocken zwischen die Speckstreifen geben. Das Kaninchen zerteilen: Vorder- und Hinterläufe, Nierenstück, Brustbein, Leber und Herz separat und ggf. Kopf (falls vorhanden). Alle Fleischstücke sehr reichlich würzen, da das Fleisch Gewürze nur ausgesprochen schlecht annimmt. Fleischstücke in den Topf geben und das kleingeschnittene Gemüse darüber und dazwischen drapieren. Mit wenig Liebstöckel überstreuen (zuviel macht das Fleisch bitter). Zuletzt mit etwas Weinbrand oder Rum übergießen. Den Topf verschließen und dessen Einsatz mit Weißwein füllen. In den vorgeheizten Backofen geben und 100 Minuten bei 200°C Braten, dazwischen bei Bedarf Weißwein nachfüllen. Dann Backofen abschalten und den Braten 5-10 Minuten im Backofen nachgaren lassen. Heraus nehmen und abkühlen lassen. Leber, Herz und Kopf schon während des Abkühlens entnehmen und daran prüfen, ob und wie gar der Braten ist. Falls es nicht reicht, nochmal für eine Viertelstunde in den heißen Backofen geben. Den Sud noch warm abfiltern; er wird zu den Kartoffeln gereicht. Die Kartoffeln etwa eine halbe Stunde vor dem Ende der Bratzeit kochen.

    So - das Fleisch ist auf den Punkt genau fertig. Dann kann ich jetzt ja anfangen, Kartoffeln zu schälen ... :)

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  • Parteien zur Wahl. Heute: NLEPD

    (NLEPD = Neoliberale Einheitspartei Deutschlands; agiert unter verschiedenen Bezeichnungen: Vielleicht aus Gründen der Tarnung?)
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  • Rollendes Pissoir

    Stehen ein BMW und ein Trabi auf dem Parkplatz. Beide Fahrer steigen aus. Der BMW-Fahrer greift zum Reservekanister und füllt den Tank auf. Der Trabi-Fahrer öffnet den Tank und pinkelt rein. Darauf der BMW-Fahrer: "Ist das normal?" Antwort: "Nee - Super!"

    Das Verrückte an diesem alten Witz: Er könnte sogar wahr werden. Zuerst las ich es im Bild der Wissenschaft Heft 10/2009 S. 15, übertitelt mit "Urin im Tank" und hielt es für eine Ente. Dann recherchierte ich im Web. Es stimmt: Urin könnte zum Treibstoff werden. Er wäre in einer "Harnstoffzelle" eine billige Quelle für Wasserstoff; dazu würde schon eine simple Nickelelektrode ausreichen. Für die Elektrolyse (die elektrochemische Zersetzung) von Harnstoff (Urin) reichen bereits minimale Spannungen von 0,37 V aus. Eine einzelne Billig-Solarzelle liefert 0,5 V. Zum Vergleich: Bei Wasser sind zur Zersetzung und somit zur Wasserstofferzeugung immerhin 1,23 V nötig. Das Funktionsprinzip entspräche somit dem einer kleinen und kompakten Brennstoffzelle, wie man sie beim Ford Focus FCV Hybrid, beim Toyota Fine-N und anderen Hybridmotor-Autos bereits findet. Eine flexible Solarzelle auf dem Autodach könnte den Strom liefern. OK, man bräuchte natürlich einen Tank für den "Treibstoff", so Chemokloaken-mäßig. Und einen Geruchsfilter müsste der auch haben, sonst fühlt man sich wie in einem rollenden Pissoir. Und dann muss man auf langen Fahrten natürlich gaaaanz viiieeel zu Trinken mitnehmen ...

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    Links zum Thema:
    http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/urin_neuer_treibstoff_135452.html
    http://derstandard.at/fs/1246541591894/Urin-als-Treibstoff-der-Zukunft?sap=2&_pid=13443554
    http://www.motosport.info/artikel_8351.html

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  • Das alte Staubeckenmodell

    Erfurt, Emsdetten, Winnenden - heute Ansbach. Und alle Welt wird sich wieder nach den Gründen fragen. Hartz-IV? Migrationshintergrund? Ballerspiel-Junkie? Drogensüchtiger? Alkoholiker? Aus gestörten Verhältnissen? Und alle Welt - allen voran unsere so genannten, vermeintlich "unabhängigen" Medien - werden sich darin einig sein, dass noch mehr Kontrolle, noch mehr Überwachung Not tut und damit Herrn Schäuble geradewegs in die Hände spielen. Kontrolle und Überwachung unterdrücken aber bestenfalls Symptome. Sie beseitigen die Ursache nicht. Typische Stoppschild-Mentalität: Aus den Augen, aus dem Sinn.

    stoppschild2

    Als ich das mit Ansbach erfahren habe, ist mir das uralte Staubeckenmodell von Konrad Lorenz, oder genauer das psychohydraulische Instinktmodell, wieder eingefallen. Lorenz entwickelte es in den 1930er Jahren und es wird heute praktisch nicht mehr benutzt, weil man dem Verhaltensforscher unzureichende Grunddatenbestände vorwarf und weil es der modernen Neurobiologie bis dato nicht gelungen ist, die von Lorenz prognostizierten aktionsspezifischen Energien (m. E. nur ein anderer Ausdruck für Gefühle) messtechnisch zu erfassen. Ich will an dieser Stelle Lorenz' Modell nicht näher ausführen; Interessierte finden unter http://de.wikipedia.org/wiki/Instinkttheorie#Das_psychohydraulische_Instinktmodell bei Wikipedia hinreichendes Informationsmaterial.

    Aber unabhängig davon, ob das Staubeckenmodell als Ganzes nun ethologisch korrekt sein mag oder nicht, so beinhaltet es doch vier wichtige Aussagen:
    1. Je stärker ein Reiz ist, umso stärker fällt die Reaktion aus.
    2. Je stärker der innere Antrieb (die Motivation) ist, umso stärker fällt die Reaktion aus.
    3. Eine sehr hohe Motivation kann auch bei fehlendem Reiz eine Reaktion auslösen.
    4. Ein sehr starker Reiz kann auch bei fehlender Motivation eine Reaktion auslösen.

    Der erste Punkt wird in der Arbeitswelt genutzt. Der Chef befiehlt und der Arbeiter arbeitet. Immer mehr, immer schneller, immer länger. Bis zum Umfallen. Für miesen Lohn. Der Chef profitiert davon; er ist "die Wirtschaft". Der zweite Punkt ist der Grundgedanke einer echten Teamarbeit. Sowas hat's wirklich mal gegeben und ganz selten findet man es auch heute noch. Dabei handelt es sich aber um eine Art von Fossil. Der dritte Punkt ist die Prämisse jeglicher altuistischer Aktivität, wenn also jemand sich in einem Verein engagiert o. ä. Der vierte Punkt ist m. E. die Voraussetzung für so etwas wie Erfurt, Emsdetten, Winnenden und Ansbach. Warum?

    Ein sehr starker Reiz kann sich durchaus aus einer Vielzahl kleiner Einzelreize, die sich synergetisch verstärken, zusammen setzen. Aus sozialer Ungerechtigkeit, Mobbing, Desillusionierung, Veralberung durch gleichgeschaltete Medien, Langeweile durch hirnzersetzendes Fernsehen, Perspektivlosigkeit, ignorante Volksvertreter, abgehobene Führungskräfte und mehr. Alles zusammen schaukelt sich auf. Der Gedankengang "wenn die Gesellschaft mich nicht will, dann will ich sie auch nicht" folgt geradezu unausweichlich. Damit geht jede(r) dann auf seine bzw. ihre Weise um. Wer kann, der wandert vielleicht aus. Viele tun das. Meine Nachbarin, die vor gut zwei Jahren nach Kanada ging, bezeichnete es ganz unverblümt als "Flucht". Vielen steht diese Möglichkeit mangels finanzieller Mittel aber nicht offen. Deren Aggressivität nimmt automatisch zu, denn sie sind den sehr starken Reizen im Gegensatz zum Auswanderer weiterhin ausgesetzt.

    Andere sagen "leckt mich doch alle" und leben ihr Leben, klinken sich aus. Oder müssen sich ausklinken. Hartz-IV-Abhängige und Statistikbereinigte (die dürfen von GAR NICHTS leben), vom Staat vorsätzlich kriminalisiert zum Beispiel. Noch andere werden radikalisiert und trachten danach, eine träge Masse von manipulierten Mitmenschen aufzurütteln. Vor denen muss man sich in Acht nehmen, denn das sind alles potenzielle Gefährder. Die sollte man vorsorglich internieren. Meint ein Herr Schäuble. Und dann gibt es noch diejenigen, die keinen Ausweg mehr sehen. Sie flüchten sich in Drogen oder Alkohol. Oder sie begehen eine Kurzschlusshandlung. Wie Selbstmord. Oder wie einen Amoklauf.

    Die Auslöseschwelle und die Art der Folgehandlung sind individuell verschieden. Sie hängen vom jeweiligen Charakter und vielleicht auch von den noch verbliebenen Möglichkeiten ab. Gibt man den Menschen eine echte Perspektive, dann kann man die Auslöseschwelle vergessen. Sie liegt so hoch, dass sie nicht erreicht wird. Fehlt es an der Perspektive, dann sinkt die Schwelle dramatisch. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Lorenz uraltes Staubeckenmodell unter eben diesen Gesichtspunkten einmal modernisiert wird. Vielleicht ergeben sich daraus Folgerungen, um auch ohne übermäßige Kontrollen, Überwachungen und Internetzensur (respektive des Verbots von Ballerspielen, des Verbots von Gewaltdarstellungen u. ä.) so etwas wie in Erfurt, Emsdetten, Winnenden und Ansbach zu vermeiden. Und seien wir doch mal ehrlich: Wenn Gewaltspiele und Gewaltdarstellungen als vermeintlicher Auslöser für so etwas per Zensur verboten werden sollten, müsste man dann nicht konsequenterweise auch Tagesschau und Heute Journal verbieten? Schließlich präsentieren die einem ja auch jeden Tag eine gehörige Portion an Gewalt ...

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  • Manchmal beneide ich sie ...

    Manchmal beneide ich sie - die Völker, die ihre Zecken zumindest z. T. abschütteln konnten und sei es auch nur auf Zeit gewesen. In gewisser Hinsicht jedenfalls. Sie zeigen mir, dass es wirklich geht. Wie Portugal. Oder Chile. Aber was soll ich da? Ich lebe hier. Und wir müssen hier klarkommen ... - alle!

    Grândola, vila morena

    Grândola, vila morena
    Terra da fraternidade
    O povo é quem mais ordena
    Dentro de ti, ó cidade

    Dentro de ti, ó cidade
    O povo é quem mais ordena
    Terra da fraternidade
    Grândola, vila morena

    Em cada esquina um amigo
    Em cada rosto igualdade
    Grândola, vila morena
    Terra da fraternidade

    Terra da fraternidade
    Grândola, vila morena
    Em cada rosto igualdade
    O povo é quem mais ordena

    À sombra duma azinheira
    Que já não sabia a idade
    Jurei ter por companheira
    Grândola a tua vontade

    Grândola a tua vontade
    Jurei ter por companheira
    À sombra duma azinheira
    Que já não sabia a idade

    Übersetzung:

    Grândola, Du braune Stadt, Land der Brüderlichkeit. Das Volk entscheidet wieder in Dir, Du Stadt.
    In Dir, Du Stadt, entscheidet das Volk wieder, Land der Brüderlichkeit, Grândola, Du braune Stadt.
    An jeder Ecke ein Freund, in jedem Gesicht Gleichheit, Grândola, Du braune Stadt, Land der Brüderlichkeit.
    Land der Brüderlichkeit, Grândola, Du braune Stadt, in jedem Gesicht Gleichheit, das Volk entscheidet wieder.
    Im Schatten einer Eiche, Die ihr Alter schon nicht mehr wusste, beschwor ich einer Genossin, Grândola, Deine Kraft.
    Grândola, Deine Kraft, beschwor ich einer Genossin, im Schatten einer Eiche, die ihr Alter schon nicht mehr wusste.

    Venceremos

    Desde el hondo crisol de la patria
    se levanta el clamor popular,
    ya se anuncia la nueva alborada,
    todo Chile comienza a cantar.

    Recordando al soldado valiente
    cuyo ejemplo lo hiciera inmortal,
    enfrentemos primero a la muerte,
    traicionar a la patria jamás.

    Venceremos, venceremos,
    mil cadenas habrá que romper,
    venceremos, venceremos,
    la miseria (al fascismo) sabremos vencer.

    Campesinos, soldados, mineros,
    la mujer de la patria también,
    estudiantes, empleados y obreros,
    cumpliremos con nuestro deber.

    Sembraremos las tierras de gloria,
    socialista será el porvenir,
    todos juntos haremos la historia,
    a cumplir, a cumplir, a cumplir

    Übersetzung:

    Aus der Tiefe des Vaterlandes erhebt sich der Ruf des Volkes. Schon kündigt sich der neue Sonnenaufgang an, ganz Chile beginnt zu singen.
    Dabei gedenkt man Salvador Allendes, dessen Beispiel ihn unsterblich machte. Wir werden eher dem Tod in die Augen schauen als jemals das Vaterland verraten.
    Wir werden siegen, wir werden siegen. Tausend Ketten gilt es zu zerbrechen. Wir werden siegen, wir werden siegen. Wir werden das Elend zu besiegen wissen.
    Landarbeiter, Soldaten, Bergleute, auch die Frau des Vaterlandes, Studenten, Angestetllte und Arbeiter, wir werden unsere Pflicht erfüllen.
    Wir werden das Land mit Ruhm überdecken. Die Zukunft wird sozialistisch, alle gemeinsam werden wir unseren historischen Auftrag erfüllen.
    Wir werden siegen, wir werden siegen. Tausend Ketten gilt es zu zerbrechen. Wir werden siegen, wir werden siegen, wir werden das Unheil (den Faschismus) zu besiegen wissen.

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  • Hartz-IV-Kinder: No Future!

    (Eine wahre Geschichte über Hartz-IV, nur mit veränderten Namen. Wer noch mehr solcher Geschichten lesen will, der findet die auf meiner HP unter "Private Area/ Lesetipps/ Stilles Sterben" oder unter http://asmodis.heim.at/StillesSterben.pdf als Direktlink. Einige der Storys habe ich auch bei den "Aktiven Erwerbslosen in Deutschland AEiD" veröffentlicht - dort einfach mal ins Newsletter-Archiv schauen. Es lohnt sich!)
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    "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden (Art. 3 Abs. 3 GG)." Und: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung (Art. 6 Abs. 1 GG)." Diese Worte standen auf dem Blatt Papier, welches vor dem Mädchen auf dem Tisch lag. Sie schüttelte den Kopf und schrie verzweifelt: "Das ist doch alles die totale Kacke!"

    Das Mädchen zerknüllte das Blatt und warf es wütend gegen die Wand. Sie hieß Janine und besuchte die elfte Klasse eines Gymnasiums. Ihre Verzweiflung war echt. Ihre Wut auch, denn sie gehörte einer Hartz-IVFamilie an. Und ausgerechnet sie musste ein Referat in Politik schreiben! Ein Referat über graue Theorie, denn ihre ganz persönliche Realität sah völlig anders aus.

    Doch bei ihrem Politiklehrer handelte es sich um die typische, vom Staat berufene und bezahlte Lehrkraft. Der glaubte und vertrat das, was ihm seitens der Medien und der Politik aufgetischt wurde. Nur nichts infrage stellen; immer schön im Strom mitschwimmen! Auch wenn man dazu die Tatsachen verleugnen musste, immer nach dem Schema: "Was mein Weltbild ins Wanken bringen könnte, das blende ich einfach aus. Ach wie schön ist doch das Leben, wenn man stündlich rund zwanzig Euro verdient und sich um eine Kündigung keine Sorgen machen muss!" Ein typischer Lehrer an einer typischen Schule.

    Was dort produziert wurde, das waren willenlose Mitläufer, aber keine querdenkenden, kreativen Problemlöser. Janine hasste die Schule. Aber nicht nur wegen der Lehrer, für die sie sich um 180 Grad verbiegen musste, um gute Noten zu bekommen. "Niemand darf wegen seiner Herkunft benachteiligt oder bevorzugt werden - was für ein hirnrissiger Quatsch! Das Gegenteil ist doch der Fall!" dachte Janine.

    Ihre Gedanken schweiften ab, zur Unterrichtspraxis. Die Lehrer hielten so eine Benachteiligung oder Bevorzugung für selbstverständlich. Mitunter nahm das sogar schon die Form von offenem Mobbing an. Beispiel Schulbuchausleihe: Da gab es diejenigen, deren Eltern so gut situiert waren, dass die sich die Schulbücher selbst zulegten. Die genossen das höchste Ansehen. Danach kam das Fußvolk der Ausleiher - Ausleihe gegen Gebühr. Immerhin verdiente die Schule daran noch eine Winzigkeit und die Lehrer honorierten das. Und ganz zuletzt blieben noch sie - die Parias. Die Sozialschmarotzer.

    Diejenigen, die für das Ausleihen nicht zahlten. Die stattdessen in Kopie den Hartz-Bescheid vorlegen mussten. Janine war eine von ihnen. Außer ihr gab es in der Klasse noch vier andere. Fünf junge Leute, die ungewollt und ohne jegliches Zutun zu Aussätzigen geworden waren. Fünf Personen, die sich mangels Geld nicht wehren konnten, die alles über sich ergehen lassen mussten. Fünf Schüler, die trotz guter Leistungen zur Zielscheibe gewisser Pädagogen geworden waren. Es verging kein Tag, an dem sie nicht irgendeine bissig-böse Bemerkung zu ihrem Hartz-IV-Status aus berufenem Pädagogenmund zu hören bekamen: Mobbing und Outing durch Lehrer. Und was die Lehrkräfte vorlebten, das nahm die Masse der anderen bereitwillig auf.

    Janine hätte heulen können! Eine von ihnen war mittlerweile allerdings ausgestiegen; blieben nur noch vier. Lisa, ihre Freundin, die aussah wie achtzehn, zog schon vor geraumer Zeit die Konsequenzen. Die verdiente jetzt Geld. Unter der Hand. In der Horizontalen ... "Ob ich dabei vor die Hunde gehe oder in Hartz-IV langsam verrecke, das ist doch völlig egal!" Ungeschönte Worte, offen und ehrlich. Und verzweifelt. No Future - keine Zukunft! Dabei schien früher alles gesichert auszusehen. Janines Mutter blieb zu Hause. Ihr Vater nannte einen gut bezahlten Job in einem renommierten Unternehmen sein Eigen. Geld für Janines Studium nach dem Abitur war angespart worden.

    Doch dann ... Dann meldete das Unternehmen, in dem ihr Vater arbeitete, Insolvenz an. An den Beschäftigten lag es nicht - das Management war jahrelang von falschen Marktvoraussetzungen ausgegangen. Kein Job, kein Geld. Janines Vater zählte damals 45 Jahre und nach stillschweigender Übereinkunft der Personaler galt er damit als zu alt zum Arbeiten. An eine kurze Zeit des ALG-I schloss sich ein langes Leiden in ALG-II an. Doch bevor es soweit war, musste das für Janines Studium angesparte Geld aufgebraucht werden. So jedenfalls entschied die Behörde und vernichtete damit selbstherrlich die Zukunft eines talentierten Kindes.

    Ganz offensichtlich konnte diese Gesellschaft es sich locker leisten, auf vielversprechende Talente zu verzichten! Die Mutter fand einen Halbtagsjob und nach und nach wurde alles das, was sich irgendwie zu Geld machen ließ, auch zu Geld gemacht. Dennoch schnappte die Schuldenfalle langsam aber sicher zu. Janines Vater versuchte, sich seine Verzweiflung nach Hunderten vergeblicher Bewerbungen nicht anmerken zu lassen, aber sie spürte es trotzdem, konnte es nachfühlen.

    Ein paar Mal hatte sie schon daran gedacht, Lisas Weg zu gehen - dann den Gedanken aber schnell wieder beiseite geschoben. Ihre Eltern würden ausrasten! Aber irgendwoher musste das Geld für die Busfahrkarte zur Schule doch kommen! Deswegen war sie zeitweise arbeiten gegangen, als Aushilfe bei einer Fastfood-Kette. Daraufhin kürzte das JobCenter die Hartz-IV-Beihilfe um ziemlich genau das, was sie verdiente und verlangte monatlich Kopien ihrer Gehaltsbescheinigungen. Sie hatte umsonst gearbeitet - Sklaverei durch die Hintertür.

    Die Behörde ließ ihnen jetzt man gerade mal 150 Euro monatlich zukommen - für drei Personen und damit nur knapp ein Viertel von dem, was ein Obdachloser zum Überleben brauchte. Das GG sagte dazu in Art. 20 Abs. 1: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." Aber welche Chancen blieben einer Demokratie, in der das Denken durch gleichgeschaltete Medien gemacht wurde? Wie sozial war es denn, den Menschen die Lebensgrundlage zu rauben?

    Sie für ihren Teil wusste inzwischen ganz genau, was sie von der gelebten Praxis so eines Grundgesetzes zu halten hatte. "Wenden sie sich doch einfach an die Stiftung Familie in Not - die helfen schnell und unbürokratisch; die werden von unserer Familienministerin unterstützt!" Die Worte der Sachbearbeiterin im JobCenter ließen schwache Hoffnung aufkeimen. Zu früh gefreut.

    Die Stiftung unterstützte grundsätzlich nur Familien ab drei Kindern aufwärts. Und die Kinder durften auch noch nicht Sechzehn sein. Was das Unbürokratische betraf, da waren die noch schlimmer als das JobCenter. Die Stiftung teilte ihnen mit, dass pro Hilfsmöglichkeit zirka 20.000 Anträge vorlägen und dass der Höchstsatz an Hilfe bei fünfzig Euro pro Jahr und Kind läge. Janines Vater drückte es daraufhin mit folgenden Worten aus: "So eine Stiftung ist ein reines Renommierobjekt für karrieregeile Polithooligans. Wirklich helfen tun die nicht. Aber medienwirksames Ausschlachten ist garantiert!"

    Einschnitte allenthalben. Nur unwesentlich zuviel um gleich abzutreten. Mit ganz großem Abstand aber viel zuwenig zum Leben. Wenn die anderen aus der Klasse ein Eis essen gingen, dann setzte Janine sich mit einer Ausrede ab - kein Geld. Wenn die sich einen Burger oder Döner holten, dann schob Janine Kohldampf - kein Geld. Kino, Festivals und sowas - das gab es, aber nicht für Janine - kein Geld. Für die gab es vier Wände und nichts zu Tun, nichts zu Leben. Lebendig begraben.

    Das neueste Handy, die aktuellste Spielekonsole, die angesagteste Designerkleidung. Überall war es für Janine unmöglich, auch nur entfernt den Versuch des Mithaltens zu unternehmen. Kein Urlaub mehr. Sie konnte am allgemeinen Protzen nicht teilnehmen. Das führte in ihrer Altersgruppe zu Outing.

    Anfangs handelte es sich nur um das Tuscheln hinter vorgehaltener Hand. Dann war der Jahresbeitrag für den Sportverein nicht mehr bezahlbar und schweren Herzens trat sie aus dem Verein aus. Seither grüßten viele Leute nicht mal mehr. "Sieh zu, dass du dein Abi machst und such dir irgendwo im Ausland einen Studienplatz, am besten in Verbindung mit einer Arbeitsstelle. Hau ab aus diesem kaputten Land, so lange es noch geht. Für mich ist der Zug leider abgefahren." Die Worte ihres Vaters. Sie verstand ihn gut. Und sie stimmte ihm zu.

    "Proll!", "Asoziales Gesockse!" und "Behinderte!" beschimpften ihre Altersgenossen sie. Wer geoutet wurde, der wurde auch gemobbt. Das schien ein Naturgesetz zu sein - jedenfalls in diesem Staat. Geoutete wurden ungeachtet der tatsächlichen Verhältnisse und ohne jegliches Nachdenken in Deutschland immer schon als Sündenböcke missbraucht. Das war so und das blieb auch so. Wer nicht mithalten konnte, der war eben selbst Schuld. Irgendwo jedenfalls. Wie auch immer - anständigen Leuten passierte sowas garantiert nicht!

    Ein Zitat des Schriftstellers Michael Crichton fiel ihr ein: "Ein faschistischer Staat verlangt Blut für jeden Verstoß, sei er real oder ausgedacht." Anständige Leute: Dabei handelte es sich um die kritiklosen, obrigkeitshörigen, manipulierten Mitläufer. Sie lebte jetzt ein Leben in Armut und verordneter Gängelei. In der Schule hänselte man sie, weil sie schon zweimal vom JobCenter vorgeladen worden war. Weil sie dort Zeugniskopien abzuliefern hatte. Kindern von Hartz-IV-Empfängern wurde amtlicherseits nicht mal ein Hauptschulabschluss zugetraut; das war ihr so gesagt worden.

    Warum eigentlich? Warum setzten Behörden Besitz mit Intelligenz gleich? Oder hatten die etwa entsprechende Anweisungen von ganz oben, um die Existenz einer kleinen Kaste von Geldleuten zu sichern? Das hätte vieles erklärt. Konkurrenz - vor allem fähige Konkurrenz! - schaltet man am besten schon sehr frühzeitig aus. Auch ein Löwe, der ein Rudel übernahm, biss zuerst alle Nachkommen seines Vorgängers tot. Verhielten sich die ach-so-sozialen Politiker denn um so vieles anders als besagter Löwe? Sollte das sozial und zivilisiert sein?

    Angewidert vom verlogenen Verhalten solcher Volksvertreter setzte Janine sich wieder an ihr Referat. "Jetzt ist doch sowieso alles egal!" dachte sie. Und dann schrieb sie. Die Wahrheit, ungeschönt. Ob ihr Pauker das nun hören wollte oder nicht. Scheiß drauf! Tatsache blieb Tatsache, auch wenn nicht sein konnte, was nicht sein durfte. Die Lehrkraft verpasste ihr eine glatte Sechs. Ihre Eltern erhielten eine Einladung für ein sehr ernstes Gespräch in der Schule. Und die gutsituierten Mitschüler feixten sich eins ... Janine aber wartete insgeheim und innerlich schadenfroh grinsend schon darauf, dass es im Zuge der Wirtschaftskrise den einen oder anderen von denen auch noch erwischen würde! Denn das war unausweichlich!

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  • Tretet ihnen auf die Füße!

    reichstag

    Nein, ich rufe nicht zur Revolution auf. Ich rufe stattdessen zur Petition auf. Worum geht's dabei? Art. 17 GG verankert - noch! - das Grundrecht auf Petitionen. Eine Petition ist eine Bitte oder Beschwerde, die seitens eines Bürgers an den Deutschen Bundestag heran getragen wird. Eine derartige Petition muss sachlich und von allgemeinem Interesse sein. Ein aktuelles und sehr schönes Beispiel dazu ist bspw. die gerade laufende Petition "Arbeitslosengeld II - Abschaffung der Sanktionen nach § 31 SGB II" mit dem Wortlaut:

    Text der Petition: Der Deutsche Bundestag möge beschließen sofort die Sanktionen nach § 31 SGB II abzuschaffen.

    Begründung: § 31 SGB II verletzt die Menschenwürde und die Freiheit zur Entfaltung der Persönlichkeit und wandelt die gebotenen Hilfestellungen des Staates zu Zwangsmaßnahmen um. Abzüge vom absoluten Lebensminimum können nur durch Hungern kompensiert werden. Die Sanktionierung mit Hunger oder mit gesellschaftlicher Ausgrenzung steht auf derselben Stufe wie die Sanktionierung durch unmittelbare staatliche Gewalt.

    Petitionen kann man entweder mitzeichnen - den Einreicher also untersützen - oder selbst einreichen. Das geschieht unter https://epetitionen.bundestag.de/ auf der Petitionsseite des Bundestages. Bevor man dort etwas machen kann, muss man auf den etwas versteckten Link "Registrieren" klicken. Man gelangt dadurch auf eine Seite, auf der man
    1. eine gültige Mailadresse und
    2. die komplette eigene Adresse mit Namen und Postanschrift sowie
    3. ein frei wählbares Password
    angeben muss. Das ist durchaus sinnvoll, denn damit wird verhindert, dass ein Einreichen oder Mitzeichnen durch Scheinidentitäten verfälscht wird. BTW: Der gesamte Datentransfer läuft gesichert übert das HTTPS-Protokoll. Nach rund einer Woche (so lange braucht man wohl, um festzustellen, ob die Person, die sich da angemeldet hat, auch wirklich existiert und über 18 ist) erhält man per E-Mail einen Account der Form "Nutzer####". Damit und mit dem Password loggt man sich dann später ein, wählt eine der Petitionen, die einen interessieren und klickt auf "Mitzeichnen". Oder aber man reicht (nur per Formular auf der Seite oder aber alternativ per Brief) selbst eine Petition ein - die jedoch sollte zuvor bereits sorgfältig vorbereitet worden sein und einkopiert werden, damit sie nicht gleich im allerersten Anlauf scheitert. Der Petitionsausschuss behält sich nämlich das Recht zur Ablehnung vor - Zitat:

    Die Hauptgründe für die Ablehnung sind bereits laufende oder abgeschlossene sachgleiche Petitionsverfahren, persönliche Bitten oder Beschwerden oder solche, die so speziell sind, dass eine fruchtbringende Diskussion nicht zu erwarten ist. Ferner können auch unsachliche oder beleidigende Formulierungen im Text der Petition einer Veröffentlichung entgegenstehen.

    Im nächsten Schritt erfolgt die Vorprüfung durch zwei Abgeordnete – durch die so genannten Berichterstatter - und erst dann, wenn die grünes Licht geben (was i. d. R. rund drei Wochen dauert), kommt es zur Veröffentlichung in der Rubrik "Petitionen in der Mitzeichnung". Wenn jetzt binnen exakt 6 Wochen mindestens 50.000 Personen die Petition unterstützen, dann kommt es (meistens) zu einer öffentlichen Beratung, in deren Rahmen der Petent Rederecht erhält (bis es soweit sein kann, vergehen allerdings viiiieeeele Monate!). Bei so vielen Mitzeichnern kommt es auch gerne schon mal zu einer mehrtägigen Störung des Servers, so dass nicht mitgezeichnet werden kann - wie bei der Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen im Frühjahr '09 geschehen. Das ist natürlich nur reiner Zufall. Jedenfalls besteht mittels Petition die prinzipielle Möglichkeit, dass eine Meinung aus dem Volk Eingang in ein Gesetzgebungsverfahren findet. Meist jedoch wird eine Petition schon lange vor der öffentlichen Beratung abgelehnt. Auf die Gründe dafür wird der Korrektheit zuliebe per Link verwiesen. Heute war das wieder einmal ganz besonders aufschlussreich: "404 Seite nicht gefunden. Leider gibt es die von Ihnen aufgerufene Seite nicht." Und eine Petition, die Eingang in ein Gesetzgebungsverfahren gefunden hat, ist mir bisher auch noch nicht bekannt geworden.

    bundestagserror

    Also, was bringt das Ganze? Keine Ahnung. Aber es bewirkt zumindest, dass sich ein paar Abgeordnete mal mit den Wünschen der Bürger befassen und dass einige Abgeordnete für eine ganze Weile davon abgehalten werden, so einen ausgemachten Schwachsinn wie Zensursulas Stoppschild-Gesetz zu basteln. Allerdings muss man im letzteren Fall auch damit rechnen, dass ersatzweise irgendeine Anwaltskanzlei, und sei es in London, zur Gesetzgebung heran gezogen wird. Soll es ja schon gegeben haben. Trotzdem bin ich der Ansicht: Tretet ihnen auf die Füße! Nutzt das Petitionsrecht, so lange es das noch gibt. Denn wer weiß, was sich die NLEPD noch so alles einfallen lässt.

    nlepd

    Tretet ihnen auf die Füße! Wählt Hartz-IV ab!

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  • "Höherer Blödsinn" - Herrlich!

    (In den Siebzigern gab's die Nonsenslieder-Kultur. Ich war baff erstaunt, als ich bei Youtube Ulrich Roski, Schobert & Black, die Insterburgs, Leinemann usw. fand!)
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  • Ein "Überall"-Strategiespiel

    Was macht man mit Kindern, die sich langweilen? Am Strand, im Park oder wo auch immer? Mit einem Strategiespiel, das sie fordert, lassen sie sich stundenlang beschäftigen. Das Spiel ist eine Variante von "Havannah", 1981 dem Zweitplatzierten auf der "Spiel-des-Jahres"-Liste, und für zwei Spieler gedacht. Das Spielfeld ist ein Stofftaschentuch und kann daher überall hin mitgenommen werden. Die Spielfiguren sind kleine Steinchen oder kleine Muscheln, notfalls auch Knöpfe, Centstücke - eben alles, was von der Größe her passen könnte.

    spielfeld

    Die obige Grafik zeigt die Spielfeldvorlage. Um da das Spielfeld draus zu machen, wird sie rauskopiert und in eine Textverarbeitung übernommen. Dort soweit hoch vergrößern wie möglich (also z. B. DIN A4 möglichst ohne Rand) - das Bild muss nicht schön aussehen, denn es wird später ohnehin weggeworfen. Nun das Blatt ausdrucken. Es dient zum Abzeichnen. Es wird auf eine dicke Styroporschicht gelegt. Darüber kommt eine weißes Stofftaschentuch, mit Unmengen von Nadeln unverrückbar festgetackert. Jetzt mittels Wäschestift (damit es wasserfest wird) das Spielfeld auf das Taschentuch übertragen. Fertig. Zum Spielen sammelt sich jeder der beiden Spieler 55 Spielfiguren - also 55 kleine Steinchen und 55 kleine Muscheln oder sowas. Dann kann's losgehen.

    Die Regeln sind denkbar einfach: Jeder der beiden Spieler versucht, mit seinen Steinen zwei Seiten des Sechsecks miteinander zu verbinden oder aber einen gegnerischen Stein so mit eigenen Spielfiguren "einzumauern", dass der vollkommen umschlossen ist. Wem zuerst eines von beiden gelingt, der ist der Sieger. Der Gegner versucht das natürlich auch - und er versucht, durch geschickt "im Weg" platzierte eigene Figuren die Absichten des anderen Spielers zu vereiteln. Gesetzt wird immer im Wechsel auf die schwarzen Punkte. Was sich allerdings so simpel anhört, das hat in der Praxis wirklich schon was von Schach!

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  • Retardation

    Der Begriff Retardation, semantisch nicht ganz korrekt mitunter auch als "Retardierung" bezeichnet, steht für eine Entwicklungsverzögerung. Im medizinischen Kontext verwendet man ihn auch, um ein mentales Zurückbleiben oder eine mentale Rückentwicklung zu beschreiben. Hier geht es um die Rückentwicklung. Hinsichtlich der menschlichen Intelligenz gibt bzw. gab es den so genannten Flynn-Effekt, benannt nach dem Politologen James R. Flynn. Der Flynn-Effekt besagt, dass die menschliche Intelligenz im Laufe der Zeit immer weiter zunimmt. In den Industrieländern war das bis in die 1980er Jahre hinein auch der Fall.

    Doch dann kehrte sich der Flynn-Effekt um. Seit dem Ende der 1990er Jahre nimmt die menschliche Intelligenz wieder ab. Das betrifft insbesondere Dänemark, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich und England. Während Wortschatz und Bildung praktisch unverändert geblieben sind, hat die Fähigkeit, neue Informationen schnell zu verarbeiten, merklich nachgelassen. Aber was ist das, die Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten? Das ist logisch-analytisches, folgerichtiges Denken. Das ist zukunftsgerichtetes Handeln. Kurzum: Es ist die Fähigkeit, die gemeinhin mit "dem Denken" oder "dem Verstehen" assoziiert wird, in Fachkreisen auch "fluide Intelligenz" genannt. Alles andere - das Unveränderte - ist das Auswendiglernen, als "kristallisierte Intelligenz" bezeichnet.

    Nach Siegfried Lehrl (deutscher Psychologe, der sich mit der Messung und Veränderung der geistigen Leistungsfähigkeit von Gesunden und Kranken beschäftigt) könnte eine mögliche Ursache darin zu sehen sein, dass von der modernen Gesellschaft überforderte Menschen in konkurrierende, einfach konsumierbare Medienangebote flüchten, die das Gehirn zu wenig fordern. Viele Anforderungen laufen auf einem zu hohen Niveau ab: Zu schnell, zu anstrengend, zu abstrakt, zu unverständlich und zu undurchschaubar. Das ist unangenehm; das will man hinter sich lassen. Oder, anders ausgedrückt: Die bunte Welt der Plastikidole (Casting-Shows, Fernsehgalas, intelligenzresistente Soap-Operas, second life usw.) ist nichts weiter als eine verdummende Neuauflage von panem et circenses.

    Die Medien fördern folglich eine Verminderung der fluiden Intelligenz durch ein geradezu hirnerweichendes Angebot. Eine TV-Reporterin (ich will den Sender hier lieber nicht nennen!), mit der ich für einen Beitrag über Synästhesie einmal zusammen gearbeitet habe, sagte sinngemäß zu mir: "Wir sind von der Redaktion angewiesen worden, das Niveau der Sendungen soweit in den Keller zu fahren, dass auch der Allerdümmste der Dummen glauben soll, damit noch etwas anfangen zu können." Mit anderen Worten: Die Fernsehschaffenden orientieren sich weder am Mittel- noch am Höchstmaß, sondern stattdessen an dem, was vielleicht schon pathologisch schwach ist. Und exakt das wird dann der breiten Masse als "der Normalfall" präsentiert!

    Was sind die Folgen? Auch das intellektuelle Niveau der Masse sinkt. Dadurch wird der Dümmste der Dummen noch dümmer. Und an dem orientiert man sich erneut. Das bedeutet, nach und nach das Niveau weiter und weiter runterfahren zu müssen. Ein gefährlicher, sich selbst verstärkender Prozess in Form einer Abwärtsspirale ist in Gang gesetzt worden. Die unvermeidliche Konsequenz davon äußerte sich u. a. in Form des PISA-Schocks im Jahr 2001. Und der Schuldige war (vor)schnell ausgemacht: Das Bildungssystem! Die Schüler mussten einfach nur noch mehr lernen, so einfach ging das!

    Immer mehr Unterrichtsstoff in immer kürzerer Zeit. Immer mehr zum Auswendiglernen, zur Förderung der "kristallisierten Intelligenz", was letztlich wieder zu schnell und zu anstrengend war. Was eben dadurch die "fluide Intelligenz" noch mehr vermindert und sich als kontraproduktiv erwiesen hat. Fachübergreifende, interdisziplinäre Ausbildung als Gegenmaßnahme ist zu langsam und zu teuer. Das wird so von Kultusministerien entschieden und in Form von (teils sinnentleerten) Lehrplänen festgeschrieben. Die müssen es ja wissen, weil da die Spezialisten für das Lernen sitzen. Doch ist das wirklich so? Ich brauche mir nur einmal die Reihe niedersächsischer Kultusminister anzuschauen. Da findet man zum überwiegenden Teil ein buntes Sammelsurium von Politologen, Verlegern, Juristen, Berufspolitikern und nur ganz wenigen Pädagogen. Da scheint mir das Hin- und Herschieben von Posten wichtiger als die Inhalte zu sein!

    Mit anderen Worten: Gerade in der Bildungspolitik spielt der Lobbyismus eine tragende Rolle. Lobbyismus entspringt immer Hierarchien und in einer Hierarchie ist es gefährlich, wenn jemand zuviel weiß. Wenn jemand selbständig zu Denken imstande ist. Wer nicht selbstständig denken kann, der ist führbar. Der ist auch manipulierbar. Und ich frage mich, ob das nicht vielleicht sogar gewollt ist. Denn: Wer könnte seinen Nutzen daraus ziehen? Der geführte, manipulierte und verdummte Konsument (Verbraucher, Wähler, Arbeitnehmer ...) doch bestimmt nicht! BLÖD macht deine Meinung!
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    Ein paar Links zu den Hintergründen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flynn-Effekt
    http://web.utanet.at/stanglyc/psychoblogger/2006/03/in-den-westlichen-industrielndern.html
    http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/253016.html

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  • TiddlyWiki: Ein Wiki für den Hausgebrauch

    Ich will heute mal eine Software (portable Freeware) vorstellen, die im Lauf der Jahre immer mehr zu meinem Lieblingsprogramm avanciert ist. Lieblingsprogramm deswegen, weil es sich beinahe schon um eine "eierlegende Wollmilchsau" handelt. Die Rede ist von TiddlyWiki, einem Wiki für den Hausgebrauch. Wikipedia kennt jede(r). TiddlyWiki gestattet etwas in der Art für die eigenen, für die privaten Datenbestände.

    Was kann man damit anfangen? Alles verwalten, was irgendwie verwaltet werden muss. Ganz egal, ob es sich um Fotos, Musik, Videos, eine digitale Bibliothek, Rezepte, Notizen, Fanprojekte, Schriftwechsel, Hausaufgaben, Referate, interessante Beiträge aus den Tiefen des WWW, elterliche Aufzeichnungen über die eigenen Kinder, Datensicherung des eigenen Blogs, Tagebuch oder was weiß ich handelt. TiddlyWiki hat den ganz großen Vorteil, als eine einzige HTML-Datei daher zu kommen und unter einer Vielzahl von Browsern zu laufen. Zum Abspeichern der Eingaben wird vom Programm auf die "Seite-speichern-unter"-Funktion des Browsers zugegriffen.

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    Das Schreiben von Einträgen auf den lokalen Datenspeicher (Festplatte, USB-Stick etc.) funktioniert mit InternetExplorer, Firefox, GreenBrowser, SeaMonkey und xbBrowser (ausprobiert!). Das Lesen ist hingegen mit fast jedem Browser möglich. Daraus resultieren als Systemanforderungen:
    - beliebiger Computer,
    - beliebiges Betriebssystem,
    - (fast) beliebige Hardware (min. 256 MB RAM wg. Browser - das Wiki selbst braucht nur 1 MB ),
    - (fast) beliebiger Browser,
    - im Bedarfsfall noch irgendein PDF-Reader und irgendein Mediaplayer,
    - Bildschirmauflösung 1024*768px oder höher,
    - hinreichend viel Speicherplatz für die Wiki-Inhalte.
    Mit anderen Worten: Das Ding läuft fast schon auf einer Armbanduhr. Die Einträge selbst werden ähnlich wie in den uns bekannten Blogs vorgenommen und unterteilen sich in Überschrift, Text und Tags. Überschrift und Tags sind zwecks Navigation automatisch verlinkt und selbstverständlich können auch Textlinks angegeben werden.

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    Ein Kurztutorial zu diesem durch und durch bemerkenswerten Programm findet sich in deutscher Sprache unter http://asmodis.heim.at/edv16.htm und dort sind auch ein paar Bezugsquellen angegeben. Bei den Bezugsquellen stehen verschiedene Versionen zur Verfügung. Einerseits wird natürlich auf die aktuellste Version des Originals verlinkt. Das allerdings weist derart viele (m. E. zumeist nicht benötigte) Features auf, das seine Kompatibilität merklich leidet. Ich persönlich bevorzuge daher die etwas ältere, dafür aber megakompatible Version 2.26. Die wurde von mir schon vor geraumer Zeit etwas eingedeutscht, direkt hinsichtlich des Programmcodes um ein paar der neueren Features ergänzt und mit dem o. e. Kurztutorial versehen. Sie hat sich bewährt und steht unter der Bezeichnung "Asmodis Alltags Wiki" gratis zum Download bereit. Nachteil dieser Version: Die neueren TiddlyWiki-Plugins passen nicht dazu - aber dafür läuft das Ding fast überall. Na, neugierig geworden? Dann einfach mal einen Blick auf die Anleitung werfen und ausprobieren!

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  • Fußball wie wir ihn lieben!

    Normalerweise kann ich Fußball nicht viel abgewinnen. Aber dieses Spiel ist einsame Spitze!

    1. Halbzeit

    2. Halbzeit

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  • James McMurtry - Cheney's Toy

    (Könnte es im Hinblick auf Afghanistan nicht genau so gut "Merkel's Toy" heißen?)
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    Another unknown soldier
    Another lesson learned
    Kick the gas can over
    Strike a match get back and watch that sucker burn
    Keep smiling for the camera
    Keep waving to the crowd
    Don't let up for an instant
    Stay the course and make your mama proud
    You're the man
    Show'em what you're made of
    You're no longer daddy's boy
    You're the man
    That they're all afraid of
    But you're only Cheney's toy
    Another unknown soldier
    Who's seen it all before
    All in the name of Jesus
    Behind the razor wire and shackled to the floor
    Just keep smiling at the cameras
    And keep that twinkle in your eye
    We don't need to know the answers
    Long as we're safe, just hit your marks and say
    your lines
    You're the man
    Show 'em what you're made of
    You're no longer daddy's boy
    Take a stand
    Give 'em what they paid for
    'Cause you're only Cheney's toy
    They'll take a fork and turn you over
    While the fat lady sings
    One more pin on one more shoulder
    Is all the future brings
    For another unknown soldier
    Who don't know his own name
    And he won't get any older
    And he can't see for the shrapnel in his brain
    (Multi Chorus)

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  • Mal was zum Schmunzeln ...

    Politiker sind ja die Vertreter des Volkes. Ja, das ist wahr. Sie vertreten uns in staatlichen Belangen, sie sollten es eigentlich tun. Ich kann ihnen das ja beweisen.
    Nur, ich muss da etwas ausholen. Ein Staubsaugervertreter, was verkauft der? Richtig, Staubsauger.
    Ein Autovertreter, was verkauft der? Richtig, Autos natürlich.
    Und was verkauft der Volksvertreter? Richtig, das Volk natürlich.

    Angela Merkel kommt in den Himmel und wird von Petrus begrüßt.
    Sie blickt sich um und sieht eine riesige Zahl von Uhren. Merkel fragt Petrus, was das bedeuten soll.
    "Nun, jede Regierung der Welt hat eine Uhr. Wenn die Regierung eine Fehlentscheidung trifft, rücken die Zeiger ein Stück weiter."
    Merkel schaut noch einmal in die Runde und fragt dann: "Und wo ist die deutsche Uhr?"
    "Tja", meint Petrus, "die hängt in der Küche als Ventilator!"

    Eine ältere Dame geht zur Bank, will ein Sparbuch eröffnen und 1.000 Euro einzahlen.
    Sie fragt: "Ist mein Geld bei Ihnen auch sicher?"
    Kassierer: "Klar doch!"
    Sie fragt weiter: "Und was ist, wenn Sie pleite machen?"
    Kassierer: "Dann kommt die Landeszentralbank auf!"
    Sie fragt: "Und was, wenn die pleite machen?"
    Kassierer: "Dann kommt die Bundesbank auf!"
    Die ältere Dame fragt noch einmal: "Und wenn die pleite macht?"
    Kassierer: "Dann tritt die Bundesregierung zurück, und das sollte Ihnen nun wirklich die 1.000 Euro wert sein!"

    Noch mehr davon findet sich unter:

    http://merkelwitzede.h685475.serverkompetenz.net/
    http://www.witze-komik.de/
    http://www.witzcharts.de/witze/politik-witze/

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  • Die Steine

    Ich mag die Externsteine. Sie haben ein einmaliges Flair. Deswegen "verewigte" ich die auch schon vor einiger Zeit in einer Mystery-Geschichte (wer noch mehr solcher Geschichten lesen will, der findet die auf meiner HP unter "Private Area/ Lesetipps/ Nicht von dieser Welt" oder unter http://asmodis.heim.at/nichtvondieserwelt.pdf als Direktlink).
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    externsteine04

    Ulli konnte sich nicht mehr so recht daran erinnern, wann er die Steine zum ersten Mal besucht hatte. Es war irgendwann in den Sechzigern und er selbst noch ein kleiner Junge gewesen. Ein Sonntagsausflug, anlässlich dessen seine Eltern ihn in den feinsten Sonntagsstaat gesteckt hatten, den ihm verhassten Matrosenanzug. Seinerzeit der letzte Schrei. Und dann ging es mit dem alten, gebrauchten Zweitakter-DKW, dem "Faltenrock", mehr als zwei Stunden lang über die Schlagloch-übersähten Landstraßen. Ihm war im Auto schlecht geworden und er musste sich übergeben. Gerade noch rechtzeitig konnte sein Vater damals rechts ran fahren. Der Matrosenanzug bekam nichts ab und genau das war den Eltern am Wichtigsten.

    Nach schier endloser Zeit - jedenfalls kam es ihm als Kind so vor - steuerte sein Vater einen Parkplatz an und der Motor wurde abgestellt. Von hier aus ging es zu Fuß weiter, durch ein lichtes Waldgebiet. Unvermittelt standen sie danach vor einer Wiese und an deren gegenüber liegender Seite erhob sich die imposante Kulisse einer aus dreizehn gigantischen Steinen bestehenden Felsgruppe, zu deren Füßen sich ein See befand. Tief im Innern verspürte Ulli damals ein sehr seltsames, undefinierbares Gefühl. Gerade so, als sei er plötzlich in ein Märchenland geraten. Mit seinen Eltern wanderte er um die Felsen herum und das seltsame Gefühl verstärkte sich noch. Er wollte nach oben klettern. Es wurde ihm verboten. Er wollte in die Felshöhle. Es wurde ihm nicht erlaubt. Er wollte zum Wasser hinunter. Auch das lehnten seine Eltern ab, denn der teure Matrosenanzug durfte ja nicht schmutzig werden. Alles in allem war es für Ulli ein äußerst unbefriedigender Ausflug. Nur eins blieb in seinem Gedächtnis haften - und das war das einzigartige Flair dieser Steine.

    Jahrzehnte später. Die Welt hatte sich weiter gedreht. Ulli war inzwischen selbst zum Familienvater geworden. Er fuhr seinen Schwiegervater, der gerade eine schwere Wirbelsäulenoperation hinter sich hatte, zur REHA nach Bad Driburg. Schon auf dem Hinweg fiel ihm irgendwo auf der Strecke dieses Schild auf: "Externsteine". Er erinnerte sich schlagartig an das seltsame Gefühl von damals und beschloss, auf dem Rückweg einmal bei den Steinen vorbei zu schauen. Nur so aus Neugier.

    Die Fahrt verlief wie geplant; der Schwiegervater wurde in der Klinik abgeliefert. Ulli brachte ihm noch das Gepäck mit auf's Zimmer. Als alles erledigt war ging er zum Fahrzeug zurück und schlug den Autoatlas auf. Ja, es würde kein großer Umweg werden. Die Steine befanden sich fast unmittelbar an der Strecke. Er fuhr los. Schilder erleichterten ihm die Orientierung, nur in Holzhausen hätte er sich beinahe noch verfahren. Schließlich kam er an.

    Er stieg aus und verschloss seinen Wagen. Etwas war hier anders, ungewohnt. Ulli fühlte die Aura der Steine lange bevor er die Felsen selbst zu Gesicht bekam. Aus dem lichten Waldstück seiner Kindheit war im Laufe der Jahre ein richtiger Wald erwachsen. Die Wiese vor den Externsteinen gab es noch, ebenso den See. Dem Mann schien es, als käme er nach unendlich langer Reise wieder nach Hause. Da war es auch erneut, dieses Märchenland-Gefühl aus seiner Kindheit. Wie schon damals umwanderte er die Steine, beeindruckt von ihrer zeitlosen Erhabenheit. Ulli ließ sich Zeit, nahm diese einzigartige Atmosphäre ganz und gar in sich auf. Lange verweilte er im Durchgang zwischen dem vom Wackelstein gekrönten Felsen und dem Treppenfels. Ebenso lange verbrachte er am Teich und am Grabfels. Einzig die Feenwiese besuchte er nicht, denn die wollte er sich für später aufsparen.

    Schade, dass er keinen Fotoapparat dabei hatte. Den würde Ulli beim nächsten Mal garantiert mitnehmen! Es erschien ihm sonderbar und höchst unpassend - ja geradezu wie eine frevelhafte Entweihung - dass er im Zuge der allgegenwärtigen Kommerzialisierung Eintritt bezahlen musste, um den Turmfels erklimmen zu dürfen. Irgendwie war das nicht richtig; ein alter Kultplatz sollte allen Interessierten offen stehen!

    Ulli befand sich jetzt mitten auf der Wiese und bestaunte die Felsen. Es war um die Mittagszeit herum und die Sonne verschwand eben hinter dem Turmfels, ihn dabei geradezu geisterhaft mit einer Mischung aus Rosa, Gold und Weiß beleuchtend, gerade so, als ob der Fels von innen heraus glühen würde. Der Mann ging noch ganz benommen von diesem unirdischen Anblick zum Kassenhäuschen. Kopfschüttelnd entrichtete er den Obolus und durfte erst daraufhin die eigentliche Felsenanlage betreten.

    Er war auf dem Weg den Treppenfels hinauf, als er die Sonne wieder sah. Sie brannte ihm direkt in die Augen, blendete mit bläulich-goldenem Feuer. Beinahe wäre er gestrauchelt, so überrascht war er. Krampfhaft hielt der Mann sich am Geländer fest und atmete erst ein paar Mal tief durch. Diese Felsen, dieses sonderbare Licht - beides hing untrennbar miteinander zusammen. Seine Knie fühlten sich plötzlich an wie Pudding, ohne dass es dafür einen erkennbaren Anlass gegeben hätte. Ulli stieg bedächtig und vorsichtig weiter auf. Normalerweise war er schwindelfrei, aber oben auf der Brücke ...

    Es kostete ihn sehr viel Überwindung, die Brücke zu überschreiten und den Höhenraum auf dem Turmfels zu betreten. Geweihtes Land, ging es ihm unwillkürlich und völlig irrational durch den Kopf. Das Rundbogenfenster des Höhenraumes zeigte, vom Höhlenfels aus gesehen, nach Osten. Zu Sonnenaufgang des Litha-Festes würde es von der Sonne durchstrahlt werden. Und nur dann! Ulli begann zu erahnen, welch überragende spirituelle Bedeutung dieser Ort für die Vorfahren einst gehabt haben musste. Ob die an diesem Ort wohl genauso empfunden hatten wie er selbst?

    Irgendwann - wieviel Zeit inzwischen vergangen war vermochte er nicht zu sagen - machte er sich an den Abstieg. Erst unten angekommen fiel ihm Verschiedenes auf. Die elegant gekleidete, ältere Dame, die im Gestrüpp nach bestimmten Kräutern Ausschau hielt. Eine Gruppe von Personen in mittelalterlicher Kleidung. Ein junges Mädchen, dass auf der Wiese vor den Steinen eine Decke ausgebreitet hatte, darauf saß und meditierte. Die Frau in schwarz mit Schellen an den Fußgelenken und dem Pentagramm als Kettenschmuck. Und vor allem die vielen Touristen, denen das entweder nicht zu Bewusstsein kam oder für die das ein ganz alltäglicher Anblick war. Gedankenversunken trat er den Rückweg zum Parkplatz an. Unmittelbar am Waldrand drehte der Mann sich noch einmal um und ließ den Blick über diese ewigen Felsen schweifen. Noch einmal erlebte er diese einzigartige Ausstrahlung.

    Der Weg zum Auto hin fiel ihm schwer. Unvermittelt und unerwartet erschien da dieses Flimmern vor seinen Augen, einem verwaschenen Vollmond nicht unähnlich und durchsetzt mit kleinen, grell-goldenen Spitzen, Lichtblitzen und Polyedern. Ein matter Fleck. "Scheiße - nicht jetzt!" dachte Ulli nur. Er kannte das. Es war die beginnende Aura eines Migräneanfalls. Die Lichtblitze nahmen zu und zogen sich in die Länge. Sie strebten diskontinuierlich langsam aber sicher dem Rand des Fleckens zu, wie Insekten, die von etwas Süßem angezogen werden. Am Rand des Fleckens verschmolz das alles miteinander, erst ein schwaches Leuchten, dann zunehmend. Grell-übersteuerte, gezackte, sich unablässig bewegende Linien und Muster entstanden. Immer dort, wo es eben noch besonders blendend aufgeblitzt hatte, war im nächsten Moment ein schwärzliches Geringel zu erfassen, so dass es aussah, als seien die grell-zackigen Farbempfindungen von kleinen, schwärzlichen Spiralmustern durchsetzt. Vielleicht eine Art von optischem Negativ-Effekt. Der unerträglich blendende Rand des Flecks dehnte sich aus, der Fleck selbst auch. Die Migräneaura war voll da.

    Auf wackeligen Beinen - da eines wichtigen Teils seiner Wahrnehmung beraubt - erreichte Ulli sein Auto. Schwer atmend ließ er sich auf den Fahrersitz fallen. Ihm war speiübel. Sein Kopf dröhnte wie von erbarmungslos aufeinander folgenden Glockenschlägen. Glücklicherweise überraschte ihn so ein Anfall nicht zum ersten Mal. Glücklicherweise hatte er ein starkes Migränemedikament dabei. Er nahm es ein. Leider nicht mehr rechtzeitig genug, um dem auf die Aura folgenden, gnadenlos- unmenschlichen Kopfschmerz gänzlich entkommen zu können. Aber gerade eben so doch noch früh genug, um diese Phase wenigstens abzumildern. Über eine Stunde saß er im Fahrzeug und versuchte, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Er wusste, dass er nach dem Medikament nun wirklich absolut nicht mehr fahrtauglich war. Aber was sollte er tun? Irgendwie würde er doch nach Hause kommen müssen! Und was hatte den so überraschend gekommenen Anfall ausgelöst? Hatte es etwas mit der Aura der Steine zu tun? Die Rückfahrt erschien ihm wie ein Horrortrip, doch er kam zu seinem eigenen Erstaunen wohlbehalten zu Hause an.

    Eine Woche später. Das Wetter war umgeschlagen und unbeständig geworden. Im Rahmen der Telefonate zwischen Schwiegervater und Schwiegermutter kristallisierte sich heraus, dass Ulli's Schwiegervater wohl doch nicht so ganz die geeignete Kleidung mitgenommen hatte. Seine Schwiegermutter bat ihn, deswegen noch mal hinzufahren. Ulli sagte sofort zu, denn dadurch konnte er früher als erwartet wieder zu den Steinen gelangen. Aber diesmal mit Kamera! Er überlegte nur kurz. Die Lichtverhältnisse würden das gesamte Spektrum umfassen - von der gut ausgeleuchteten Totalen bis hin zur dunklen Höhle. Er packte seine gesamte und wirklich hochwertige KB-Spiegelreflexausrüstung ein, dazu noch die kleine Digicam. Das würde zwar eine ziemliche Schlepperei werden, aber egal. Hauptsache es lohnte sich!

    Er fuhr nach Bad Driburg, bekam aber seinen Schwiegervater gar nicht zu Gesicht, weil der Anwendungen hatte. Stattdessen stand an der Rezeption der REHA-Klinik ein Koffer bereit, den er nur mitnehmen sollte. Umso besser! Das sparte Zeit, denn der ansonsten unvermeidliche Smalltalk fiel weg. Ulli tauschte lediglich den Koffer gegen seinen Mitgebrachten aus, setzte sich ins Auto und fuhr schnurstracks zu den Steinen.

    Mit der schweren Kameraausrüstung bepackt machte er sich auf den Weg. Hochsteigen würde er dieses Mal allerdings nicht, denn der Migräneanfall von letzter Woche war ihm noch zu frisch in Erinnerung. Das war so ... so absolut untypisch gewesen! Keine Vorzeichen wie sonst immer und auch kein langsames "Ausschleichen" hinterher. Stattdessen ein plötzlicher, überfallsartiger Anfall, der genauso schnell verschwand, wie er begonnen hatte. Gerade so, als wäre Ulli mit einer Art von astraler Energie aufgeladen worden, die dringend eines Ventils bedurfte und sich das auch gewaltsam gesucht hatte. Er wusste, dass diese Gedankengänge völlig irrational und bar jeder wissenschaftlichen Grundlage waren - und dennoch ... Dieses Mal würde er nur um die Steine herum wandern und auch die Feenwiese nicht aussparen, obgleich die etwas abseits lag. Warum eigentlich nicht da anfangen? Anstatt auf die Steine zuzugehen, bog er vom Parkplatz kommend nach rechts unten ab, umrundete einen Teil des Teichs und schlug sich dann rechts auf einem bergan führenden Trampelpfad in die Büsche. Zu seiner Enttäuschung jedoch gab die Feenwiese in punkto Motiv herzlich wenig her. Egal, dann eben die Steine selbst!

    Ulli verließ die Feenwiese und ging um den Teich herum, näherte sich den Steinen von der Rückseite her. Der sich im Wasser spiegelnde Turmfels sah atemberaubend aus. Ulli schoss ein paar Fotos mit verschiedenen Einstellungen und ging weiter auf die Felsengruppe zu. Oben, im Höhenraum, konnte er weißgewandete Gestalten ausmachen. "Wahrscheinlich so ein paar New-Age-Jünger, die es übertreiben" dachte er bei sich und musste unwillkürlich grinsen. Er kannte einige solcher Leute. Da waren wirklich welche dabei, die es übertrieben. Die jedem selbsternannten "Guru" hinterher rannten, wenn ihnen nur laut genug möglichst viel versprochen wurde. Spinner! Für solche Typen hatte er nichts übrig. Und dann waren da noch die wenigen anderen, die er sehr schätzte. Diejenigen, die selbst nachdenken konnten. Die einen eigenen Weg gingen, gerade auch in spiritueller Hinsicht. Das respektierte er. Während seiner Wanderung heftete sich sein Blick auf den Weg. Jetzt sah er wieder auf. Die Weißgewandeten waren nicht mehr zu sehen. Er nahm sich vor, nachher mal genauer auf eben diese Leute zu achten.

    Inzwischen war er schon dicht vor dem Felsdurchgang angelangt. Vor dem Treppenfels wich er aber vom Weg ab, überkletterte das Geländer links von ihm und ging zum Teichufer hinunter. Eine neue Perspektive. Die Aufnahmen würden phantastisch werden! Seltsam nur, dass er nun mutterseelenallein zu schein schien. Weit und breit kein Mensch. Als bewegte er sich in einem anderen, einem früheren Zeitalter! Dabei wimmelten es hier doch eben noch von zahllosen Touristen! Die Kraft der Steine brannte sich in ihn ein.

    Die Touristen sah er erst wieder, nachdem er zurück auf dem Weg war und den Durchgang durchschritten hatte. Noch ein paar Bilder, dieses Mal vom Wackelstein- und vom Treppenfelsen. Aus den Augenwinkeln heraus sah er eine seltsam anmutende Prozession von Menschen, gekleidet in Felle. Er blinzelte. Doch da war nichts. Wahrscheinlich nur eine optische Täuschung, hervorgerufen durch irgendwelche Lichtreflexe auf dem Wasser.

    Ulli schlug den Weg zur Höhle ein, denn er beabsichtigte, dort ein paar Fotos zu schießen. Wie erwartet war es stockdunkel. Er setzte das Blitzgerät auf seine Kamera, stellte die Bildschärfe so gut es eben ging manuell ein - die besten Automatiken sind die, die man abschalten kann, sagte er immer - und drückte auf den Auslöser. Im Sucher wurde es für einen Moment schwarz.

    Nachdem der Kameraspiegel wieder zurück geklappt war, konnte Ulli im Nachleuchten des Blitzlichts Felle und Tongeschirr erkennen. Im Hintergrund der Höhle standen geflochtene Körbe; in der Mitte befand sich eine stark rauchende Feuerstelle. Vor der Feuerstelle wiegte sich eine mit Federn, Fellen, Bärenzähnen und Tierkrallen behangene Gestalt. Ob Mann oder Frau war nicht erkennbar. Der süßliche Rauch stach Ulli in die Nase und ein nasaler Singsang berührte ihn tief im Innersten. Verwundert ließ er die Kamera sinken und starrte in die Höhle. Doch da war - nichts!

    "Bekomme ich etwa so langsam Halluzinationen?" fragte er sich und hob die Kamera erneut. Wieder das Gleiche. Der schwarze Sucher und das Nachleuchten des Blitzlichts. Die seltsame Gestalt war wieder da. Und Ulli erkannte weitere Details: Bronzene Schmuckstücke und kleine steinerne Statuen. "Das gibt's doch gar nicht!" flüsterte er und starrte erneut angestrengt in die Höhle. Die Höhle blieb leer.

    Entgeistert packte er die Kleinbild-Spiegelreflex weg und griff nach der kleinen Digitalkamera, die er eigentlich fast immer mit sich führte. Damit schoss er ein paar Bilder vom Innenraum der Höhle. Auf dem Miniaturmonitor des Gerätes war jedes einzelne Mal die Gestalt zu sehen, obgleich die Höhle tatsächlich leer war. Er kontrollierte die Bilder im Anschluss. Jedes einzelne Höhlenbild war absolut schwarz! Doch er löschte die misslungenen Aufnahmen nicht. Später, am PC, würde er versuchen, die aufzuhellen. Er verfügte extra für solche Fälle über hervorragende Software. Aufgewühlt drehte er sich um und verließ diesen Ort. In seinem Kopf schwirrte es.

    Ulli blickte über die Wiese zum Waldrand. Dort rührte sich etwas. Ein seltsamer Ton drang an seine Ohren. Er erblickte Menschen in weißen Kutten, eine Art von Prozession. Waren das die Leute von vorhin, vom Höhenraum? Vorne weg gingen zwei Personen, die halbkreisförmig gebogene, fast zwei Meter lange Hörner mit sich trugen und hinein bliesen. Musikinstrumente! Das war der Ton, den er gehört hatte. Aber solche Instrumente gab es doch heute gar nicht mehr ... Irritiert schloss Ulli die Augen. Öffnete sie wieder. Da war keine Prozession. Da waren auch keine Instrumente. Da waren nur Touristen ... Völlig verstört trat er den Rückweg an und fuhr nach Hause.

    Als Allererstes brachte er die drei vollgeknipsten KB-Filme zur Entwicklung. Dann wurden die Digicam-Fotos auf den PC überspielt. Ulli versuchte, die schwarzen Bilder aus der Höhle elektronisch aufzuhellen. Aber egal was er tat - die vermeintlichen Aufnahmen blieben schwarz. Einfach nur schwarz! Aber das war physikalisch unmöglich! Wenigstens der Vordergrund hätte aufgrund des Blitzlichts ansatzweise abgebildet sein müssen. Doch da war nichts - rein gar nichts! Das änderte sich auch nicht, als Ulli später die entwickelten Fotos in den Händen hielt. Dort, wo die Höhlenaufnahmen hätten sein sollen, war nur tiefes Schwarz! "Das kann nicht sein!" sagte er zu sich und trug die Bilder nach Hause.

    Dort angekommen scannte er die missratenen Fotos ein. Er versuchte die Aufhellung. Aber was er auch tat - die Bilder blieben schwarz! Er wollte es nicht wahrhaben. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit besuchte er die Steine erneut. Ulli machte wieder Fotos und es ergab sich kein Unterschied. Die Bilder von der Höhle blieben schwarz. Er konnte das nicht akzeptieren. In den folgenden Jahren war er regelmäßiger zu Gast bei den Externsteinen. Mal mit, mal ohne Migräneanfall. Er ging dieses ganz persönliche Risiko mit vollem Wissen ein. Seine Bildersammlung wuchs und wuchs. Es war nicht ein einziges Höhlenfoto darunter. Er kannte jeden Stein, jeden Strauch, jeden Wassertropfen. Nur die Höhle - die blieb ihm immer ein Buch mit sieben Siegeln. Sehr oft kam es ihm vor, als sähe er dort Menschen aus grauer Vorzeit. Aber nach jedem Blinzeln waren die wieder verschwunden. Täuschungen?

    Nach und nach begann der Mann zu glauben, dass sich aufgrund der Kraft der Steine an diesem bemerkenswerten Ort vielleicht die Zeitalter irgendwie überschnitten. Vielleicht ... Aber er konnte mit niemandem ernsthaft darüber sprechen. Man hätte ihn für verrückt gehalten. Es reichte allein schon aus, vorsichtig und beiläufig die besondere Aura der Steine auch nur zu erwähnen, um bezeichnende Blicke zu ernten. Das empfand er als belastend, wie eine Art von unangenehmem, dunklem Geheimnis.

    Nur sehr wenige seiner Bekannten nahmen wie er selbst diese seltsame Schwingung der Felsengruppe wahr. Und diese Personen traf er nur selten, weil sie Einzelgänger waren. Bei den meisten Menschen kam von dem Flair einfach nichts an. Für die waren die Steine eine Postkartenkulisse und mehr nicht. Und wer wollte sich jetzt hinstellen und sagen, das eine ist richtig und das andere nicht? War Ulli einfach zu hypersensibel und waren die anderen Menschen einfach zu abgestumpft? Erfuhren die das nicht mehr? Oder war Ulli mit seinem Empfinden seiner Zeit voraus und die anderen noch nicht soweit?

    externsteine06

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  • Bürgerstimmen zur Politik

    Die taz hat unter http://taz.de/1/politik/unerhoert eine kleine Serie mit Videoclips und unter http://www.taz.de/1/politik/unerhoert0/ eine Serie von Textbeiträgen gestartet, in der sich Bürger aus diesem unserem Lande zur aktuellen Politik äußern. Das ist keine Wahlwerbung, sondern es handelt sich um Stimmen aus dem Volk. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn gewisse Herrschaften in Berlin wenigstens etwas mit den digitalen Medien umgehen könnten, um diese Stimmen auch einmal zu hören.

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  • Die Guru-Papers

    Es gab da vor fünfzehn Jahren mal ein Buch: "Joel Kramer & Diana Alstad: Masken der Macht. Die Guru Papers. Warum Menschen bereit sind, sich einem Guru zu unterwerfen." Mittlerweile (hab mal bei Amazon geguckt) ist es nur noch gebraucht erhältlich. Schade eigentlich, denn es ist ein sehr interessantes Buch. Es beschreibt am Beispiel von Sekten, wie demokratische Strukturen sich über Autoritarismus (Personenkult) hin zu totalitären Strukturen wandeln. Es beschreibt auch, welche Methoden der Manipulation von Gefolgsleuten dabei eingesetzt werden. Geradezu schockierend empfinde ich die Tatsache, dass viele dieser Manipulationsmethoden von Sekten sich unverändert in der Politik wiederfinden lassen. In diesem Kontext mal ein paar Zitate aus dem Buch nebst meiner Anmerkungen dazu.

    "Toleranz ist einfach definiert als die Haltung, anderen nicht die eigene Sichtweise aufzuzwingen."
    Sektenführer machen das Gegenteil. Neoliberale auch. Im letzteren Fall durch die Medien, durch Einschüchterung (Überwachung) und durch Zensur.

    "Zur geistigen Gesundheit gehört die Fähigkeit, auf interne und externe Informationen so zu reagieren, dass die Möglichkeit einer Veränderung besteht."
    Schön und gut. Nun stelle man sich aber einmal eine mehr oder weniger gleichgeschaltete Medienlandschaft vor, in der Springer und Bertelsmann das Sagen haben. Damit wird dem Konsumenten der Information jede Möglichkeit zur Veränderung genommen.

    "Wenn besondere Kräfte als Beweis eingesetzt werden, um die Vernunft auszuhebeln und Menschen zu blinden Gefolgsleuten zu machen, ist die dahinterstehende Weisheit nie sehr groß."
    Der Beweis besonderer Kräfte - wenn man den Begriff "Kräfte" durch "Fähigkeiten" ersetzt, dann hat man eine treffende Beschreibung vom Selbstverständnis unserer selbsternannten Führungselite.

    "Um die geistige Herrschaft über Menschen aufrechtzuerhalten, ist es nötig, ihr Selbstvertrauen zu untergraben. Das geschieht hinterrücks, indem den Menschen die Möglichkeit genommen wird, Vertrauen in sich selbst aufzubauen."
    Das Selbstvertrauen von Menschen lässt sich untergraben, indem man sie auf den Überlebenskampf reduziert. Mit Maßnahmen wie Minijobs, die zum "Arm-durch-Arbeit"-Zustand führen oder mit Hartz-IV lässt sich das ganz elegant machen. Nicht zu vergessen die Statistikbereinigten, die bspw. in sinnlose "Qualifizierungsmaßnahmen" gezwungen werden (der frühere Systemadministrator im "Computer-für-Anfänger"-Kurs, der Texter im "Lehrgang zum Erlernen der deutschen Sprache" usw.).

    "Wenn Kinder lernen, sich nicht selbst zu trauen, dann haben sie als Erwachsene kaum eine andere Wahl, als sich jemand anders zu suchen, auf den oder die sie vertrauen können, vor allem in schwierigen Situationen."
    Frontalunterricht und Herkunftspädagogik - die besten Mittel zur Erzeugung kritikloser Mitläufer und zum eleganten Ausmerzen der potenziell gefährlichen Personen mit etwas höherer Intelligenz.

    "In ihrer Angst geben die Menschen, wenn sie nicht gelernt haben, sich selbst zu vertrauen, ihre Macht an Leute ab, von denen sie sich Schutz erhoffen. Das Problem dabei ist, dass sie dann ohne Schutz vor ihren Beschützern sind."
    Der Schutz besteht u. a. darin, dass man andere für sich Denken lässt - weil man selbst das verlernt hat. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang geistige Abkürzungen wie z. B. "die Ausländer sind an allem Schuld" oder "Hartz-IV-Empfänger sind Sozialschmarotzer weil sie gar nicht arbeiten wollen" oder "ohne den Neoliberalismus kann unsere Wirtschaft nicht existieren" usw. So etwas mutiert dann schnell zum Dogma, zu einer Scheinwahrheit, die nicht mehr hinterfragt wird. Abgrenzung und Vorurteile - Paradigmen - sind die unausweichliche Folge.

    "Jedes neue Paradigma muss die Zustimmung der Menschen durch Konsens erfahren, nicht durch eine Anordnung."
    Hat man die Menschen erst einmal durch wieder und wieder vorgebetete Vorurteile und Scheinwahrheiten auf sich eingeschworen, dann sorgt schon allein die Gruppendynamik (der Gruppendruck) dafür, dass ein Selbstläufer entsteht. Hatten wir schon mal. Vor 70 Jahren.

    "Nicht alle Menschen gehorchen blindlings. Überdies neigen Menschen, die zum Gehorsam gezwungen werden, dazu, andere ebenfalls zum Gehorsam zu zwingen, wenn die Möglichkeit besteht."
    Und denen, die nicht mitziehen, lässt man keine andere Möglichkeit, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Loyalität und (Kadaver-) Gehorsam werden zu den wichtigsten Tugenden und ermöglichen die Bildung einer autoritären Hierarchie. Wer das nicht unterstützt, der wird zum Negativintegrator der Gruppe, zum Sündenbock, dem man alles in die Schuhe schieben kann. Meist handelt es sich dann um eine Minderheit, die diskriminiert bzw. sogar verfolgt wird. Früher waren das die Juden. Und heute?

    "Weder müssen Hierarchie und Autorität notwendig autoritär sein, noch muss der Gebrauch von Macht zwangsweise zu Korruption führen. Wenn aber Macht und Autorität in autoritäre Hierarchien eingebettet sind, führt das mit Sicherheit zu Unrecht, Ausbeutung und Korruption."
    Dazu fällt mir nur ein: Parteispenden und Medienpräsenz! Im Jahr 1933 "kaufte" sich die IG Farben Politiker - Hitler und seine NSDAP. Auch das waren Parteispenden! Ist der Unterschied zu den heutigen Zuwendungen, die Parteien seitens der Industrie erhalten, wirklich so gravierend?

    "Autoritäre Gruppen, deren Führungspersönlichkeit kaum Beschränkungen unterliegt, erzielen ihre intensiven Gefühle von Loyalität und Einheit über die Errichtung gewaltiger Barrieren zwischen sich und der Außenwelt."
    Bannmeilen, Polizeischutz, Beratung ausschließlich durch Personen aus der eigenen Gruppe ... - man bleibt unter sich und verliert den Kontakt mit der Realität.

    "Autoritäre Hierarchien stützen sich auf eine autoritäre Weltanschauung und Moral. Ungeachtet ihres behaupteten Grundprinzips wird früher oder später immer die Selbsterhaltung ihr Hauptzweck, was sie unausweichlich korrumpiert."
    Das ist nur logisch und resultiert schon aus der Verhaltensbiologie. Das Alpha-Tier trachtet danach, seine hohe Rangordnungsstellung beizubehalten. Notfalls sogar zulasten der eigenen Gruppe. Bis die aber dran kommt, sind erst einmal diejenigen fällig, die ganz unten in der Machtpyramide stehen. Weil die sich nicht wehren können.

    "Das Bedürfnis, sich ständig den eigenen Wert zu beweisen, ist oft ein Zeichen für eine uns eingepflanzte autoritäre Moral mit einem inneren Autoritarismus, der uns als nicht gut beurteilt. Das veranlasst die Menschen dazu, sich eine äußere Autorität für eine Art Absegnung zu suchen."
    Wegen eben dieses Bedürfnisses bleibt man unter sich und schottet sich ab. Oder, kürzer formuliert: "Macht korrumpiert!" Und zwar gerade auch auf den tieferen Ebenen der Hierarchie. Denn ein kleines Bisschen Macht dort nährt die (meist vergebliche) Hoffnung auf einen Aufstieg. Solche Macht aber kann nur mit dem Gehorsam anderer einher gehen, denn sonst funktioniert sie nicht.

    "Wenn Loyalität, Pflichtbewusstsein und Gehorsam aber um ihrer selbst willen geschätzt werden, dann werden sie zu einer Begründung für den Missbrauch anderer, ohne Rücksicht auf deren Wohlergehen."
    Der zum Erhalt der autoritären Hierarchie notwendige Kadavergehorsam wird dann zur erstrebenswerten Tugend. Diejenigen, die sich ihr freies Denken bewahrt haben, sind zwangsläufig die "unvermeidlichen Kollateralschäden" - die Minderheiten, denen man alles in die Schuhe schiebt, um von den wirklichen Problemen abzulenken.

    "Und doch merkt jeder Mensch, der in irgendeiner Weise kreativ tätig ist, dass die ursprünglichen Ziele nur selten während des gesamten Prozesses dieselben bleiben. Das liegt z. T. daran, dass der Prozess selbst bestimmt, welche Art von Information zur Rückkoppelung verwendet wird und welche nicht. Daraus folgt, dass bei der Bemühung um etwas Neues der eingeschlagene Weg einen großen Einfluss auf das Ergebis hat."
    Oder, um es mit einem alten Sprichwort auszudrücken: "Aus Schaden wird man klug." Leider gilt das nicht, wenn es um den Erhalt einer Hierarchie geht, denn die sortiert aus Eigennutz von vornherein alle Querdenker aus.

    Fazit: Zwischen dem Vorgehen von autoritaristischen oder totalitären Sekten und neoliberaler Politik existieren mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Ob das wohl dem Wähler der NLEPD (Neoliberale Einheitspartei Deutschlands, tritt vermutlich aus Gründen der Tarnung unter verschiedenen Namen auf) bewusst ist?!? Wohin so ein Weg letztlich führt, demonstriert ein Video:

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  • Angela Merkel sagt die Wahrheit!

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  • Happy Shopping!

    Dein Kühlschrank ist mal wieder leer. Es nützt nichts: Auf in den Kampf. Kaufrausch und Konsumterror sind angesagt. "Nur das Nötigste!" schwörst du dir - denn du musst Sparen - und schreibst einen Einkaufszettel. Aber bleibt es bei den paar Sachen, die da drauf stehen?

    Es beginnt schon mit dem Einkaufswagen. Der ist riesengroß. Er spricht deine Urtriebe, insbesondere den Sammeltrieb, an und vermittelt dir das Gefühl, ihn auch füllen zu müssen. Jetzt rein ins Geschäft. Vor dir Kunden. Mit dem großen Wagen kommst du an denen nicht vorbei. Das zwingt dich, dein Tempo zu drosseln. Gelangweilt schweift dein Blick in Augenhöhe über die Regale. War da nicht vielleicht doch noch was, das fehlte? Was könnte man denn noch mitnehmen? Zeit zum Aussuchen hast du genug; der Gang vor dir ist ja durch die anderen blockiert. Denen es kein Stück besser geht. Du packst die eine oder andere Ware, die gar nicht auf deinem Einkaufszettel steht, zusätzlich mit ein.

    Was für ein Glück, wenn ein Display am Einkaufswagen dich aufgrund der RFID-Chips an den Waren auf vermeintlich günstige Angebote hinweist. Wer weiß, was du ohne diese sinnvolle Einrichtung alles übersehen hättest! An die gleichwertigen Waren in Kniehöhe verschwendest du keinen Blick. Warum auch? So entgeht dir, dass die nur allzu oft preiswerter als das vielgepriesene Angebot sind. So entgeht dir auch, dass in Sichthöhe nur die gewinnbringende Hochpreisware aufgestellt ist. Du greifst ins Regal, wirfst einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum und denkst: "Nur noch ein paar Tage TÜV. Na ja, wird schon gehen." Weiter nach hinten - dahin, wo die Frischware steht - greifst du nicht.

    Nach einiger Zeit erreichst du die verschiedenen Kaffeesorten. Herrlich, wie es hier duftet! Dir fällt nicht auf, dass vakuumverpackter Kaffee gar nicht duften kann. Das Gleiche am Wurststand - es duftet trotz Vakuumverpackung nach frischer Wurst. Die Beduftungsanlagen sind für den Kunden unsichtbar. Beim Gemüse sieht alles so richtig lecker aus, geradezu zum Reinbeißen! Die Lampen darüber leuchten das richtig gut aus. Ihre Lichtfarbe ist so bemessen, dass auch der übelste graue Genfraß wie ein kulinarisches Event wirkt - aber davon ahnst du ja nichts. Du kaufst bloß. Und fragst dich hinterher, welcher Teufel dich im Geschäft geritten hat, um ausgerechnet sowas mitzunehmen. Beim Kleidungskauf erfüllen übrigens verschlankende Spiegel diese Aufgabe. Aber du benötigst ja Lebensmittel. Beschränken wir uns also auf die.

    Bevor du die Dinge des täglichen Bedarfs erreichst, musst du den ganzen Laden durchqueren. Das ist Absicht. Dein Einkaufswagen ist jetzt vielleicht schon halbvoll. Mit Sachen, die du gar nicht haben wolltest. Irgendwann vor dem Kassenbereich findest du dann das, weswegen du wirklich hergekommen bist und packst es oben drauf. Jetzt geht es zur Kasse. Da heißt es Warten. Von den vielen Kassen sind nur zwei besetzt. Warum? Mangelt es an Personal? Mitnichten! Gerade in großen Märkten steuert man die Kassenbelegung gerne über ein Kunden-Radarsystem. Der Kunde soll warten - dann greift er nämlich nochmal zu. Meist bei der schönen, bunten Marketenderware unmittelbar vor der Kasse. Das die Schokolinsen hier allerdings wesentlich teurer sind als weiter hinten im Regal fällt dir gar nicht auf.

    Du zahlst - was für ein Glück, dass du deine Rabatt- bzw. Bonuskarte nicht vergessen hast - und begibst dich mit deinen Einkäufen nach Hause. Das war's, oder? Nicht ganz. Denn als du die Bonuskarte beantragt hast - pro fünf Euro Einkauf bekommst du immerhin einen ganzen Bonuspunkt und bei nur dreieinhalbtausend Punkten, also insgesamt schlappen 17.500 Euro Einkauf, dafür eine Einkaufstasche - da musstest du auch Namen und Adresse angeben. Zum Ausgleich für den großzügigen Bonus des Marktes gewährst du ihm komplette und individuell zuzuordnende Datensätze über dein Kaufverhalten. Wann, wieviel, welcher Art usw. Aus Menge und Einkaufshäufigkeit lässt sich ermitteln, ob du Single oder Familienmitglied bist. Die Preisgestaltung deiner Waren lässt Rückschlüsse auf deine finanziellen Verhältnisse, also auf dein Monatseinkommen, zu. Und noch viel mehr. Das Verfahren stammt aus der Rasterfahndung zu RAF-Zeiten. Wenn man es auf dich anwendet, dann bist du wichtig! Du kannst dich geehrt fühlen!

    Man nennt das Profiling. Profiling dient dazu, den Kunden besser kennen zu lernen. Und je besser man dich kennt, desto leichter kann man die ganzen Manipulationsmaßnahmen auf dich abstimmen. Aber das nimmst du ja gerne in Kauf - für eine Einkaufstasche, ein Pasta Set, ein Einjahreszeitschriftenabo usw. Zuhause fragst du dich dann nur, woher wohl die ganze Werbung kommt, die dir tagtäglich den Briefkasten verstopft. Die Werbefachleute nennen das "Intelligentes Targeting", doch so etwas soll dir ruhig egal sein. Solche Gedankengänge sind schnell wieder vergessen.

    Happy Shopping!
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    Ein paar Links zum Thema:
    http://de.wikipedia.org/wiki/DeutschlandCard
    http://www.publicount.de/
    http://www.duftagentur.de/
    http://www.discoverrfid.org/de/das-potenzial/erfolgreich-einkaufen/einkaufsberater.html
    http://www.orkidee.de/

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  • Über Führungseliten ...

    Draußen regnet's. Der CD-Player sorgt mit Rose Tattoo für einigermaßen Stimmung und ich entschließe mich, endlich mal die ganzen alten Fachzeitschriften auszumisten. Dabei fällt mir die "Psychologie Heute" vom Mai 2006 in die Hand. Besonders interessant an dem Heft ist das Interview mit dem Soziologie-Professor Michael Hartmann von der TU Darmstadt, abgedruckt unter dem Titel "Man spürt: Das ist einer von uns!" auf S. 27 bis 31. Der Wissenschaftler äußert sich darin über unsere Führungseliten. Faszinierend-beklemmende Sache. Hier mal ein paar Zitate aus dem Text:

    "Leistung alleine ist nicht ausreichend, um es in der Wirtschaft zu etwas zu bringen ... Von der Art zu sprechen über die Art zu denken bis hin zu der Art, sich zu bewegen, sollte alles einem Muster entsprechen, das in diesen Etagen gängig ist ... In der Wirtschaft empfiehlt man sich für Spitzenpositionen, wenn man riskante Aufgaben übernimmt. Das könnte theoretisch natürlich jeder, aber es ist klar, dass jemand, der es mühsam aus der Arbeiterschaft nach oben geschafft hat, nicht so schnell alles aufs Spiel setzt, was er bisher erreicht hat. Für den Sohn eines größeren Unternehmers ist das eine Chance unter vielen. Er weiß auch, dass es keine einmalige Chance ist ... Es gibt unter den wichtigen Ministern nur zwei Politiker, die nicht aus bürgerlichen Familien kommen ... Dann entscheiden wenige Leute aus einem bestimmten Milieu über das Schicksal ganzer Bevölkerungen. Und sie entscheiden ausschließlich auf der Basis ihrer begrenzten Erfahrungen ... Da machen Leute Vorschläge, die an den Problemen der breiten Bevölkerung vorbeigehen."

    Zitat Ende. Schon interessant, so alte Zeitungen ...

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  • Parteien zur Wahl. Heute: Spenden.

    April '09:
    250.000 Euro durch die Düsseldorfer Finanzierungsgesellschaft Substantia an die FDP

    Juni '09:
    200.000 Euro durch Deutsche Bank an die FDP
    150.000 Euro durch Deutsche Vermögensberatung AG an die FDP
    100.000 Euro durch Allfinanz Deutsche Vermögensberatung an die FDP
    150.000 Euro durch Daimler an die SPD
    150.000 Euro durch Daimler an die CDU

    Juli '09:
    150.000 Euro durch Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie an die FDP
    600.000 Euro durch Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie an die CSU
    106.000 Euro durch die Hamburger Berenberg Bank an die CDU
    100.000 Euro durch Verband der Chemischen Industrie an die CDU

    In Summe:
    850.000 Euro FDP
    956.000 Euro CDU/CSU
    150.000 SPD

    Macht eine prozentuale Verteilung von:
    43,5 % FDP
    48,9 % CDU/CSU
    7,6 % SPD

    Oder anders ausgedrückt eine Vertretung der Interessen des Bürgers in diesem unserem Lande durch:
    43,5 % Substantia, Deutsche Bank, Deutschen Vermögensberatung AG, Allfinanz, Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie
    48,9 % Daimler, Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Berenberg Bank, Verband der Chemischen Industrie
    7,6 % Daimler

    ( Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:spenden-welche-konzerne-den-parteien-geld-zustecken/50008586.html )

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  • Ohne Worte

    Pressemeldung ( http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/138631/index.html ):
    ... Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten. Der Unbekannte entfernte sich anschließend vom Tatort. Der 37-Jährige erlitt bei seiner Festnahme Verletzungen im Gesicht und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus ...

    ( http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/ermittlungen-gegen-pruegelpolizisten/ )

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  • Tipp: Schreiberlings-Software

    Manche(r) denkt sich, da müsste man mal ein Buch drüber schreiben. Und wenn man dann vor der leeren, weißen Fläche sitzt, sind alle Ideen wieder wie weggewischt. Schreibblockade nennt sich das. Aber ein Gegensteuern ist möglich. Ich stelle hier mal ein paar Freeware-Sachen vor (allesamt für Windows), von denen ich ganz angetan bin. Die Anfertigung des Covers nehme ich dabei allerdings aus, denn das würde hier zu weit führen.

    Typ: Exposé-Software
    Name: yWriter
    Installation: Kommt zwar als Installer (exe), ist aber als 1:1-Kopie portabel.
    DL: http://www.spacejock.com/
    Beschreibung:
    Ein Programm, um ein Exposé, also sozusagen den "Fahrplan" des Textes, zu erstellen. Einzelkapitel können zunächst grob skizziert und danach text- bzw. handlungsmäßig mehr und mehr verfeinert werden. Zig Protagonisten und zig Handlungsebenen lassen sich verwalten. Beim intuitiven Schreiben ohne Exposé ist es im Nachhinein eine Möglichkeit, um logische Fehler zu vermeiden. Wie geht das? Man beginnt irgendwo und tippt eine erste Idee als vorläufiges Kapitel ein. Das Kapitel verteilt sich auf die Registerkarten Inhalt, Beschreibung, Charaktere, Orte, Gegenstände, Notizen und Zielsetzung. So kann ein Kapitel nach und nach "gefüllt" werden. Es sind beliebig viele Kapitel möglich und deren Reihenfolge lässt sich beliebig hin und her schieben. Woran es mangelt, sind letztlich nur noch die fertigen Formulierungen.

    Typ: Notizverwaltung
    Name: Scribble Papers
    Installation: Wahlweise Installer (exe) oder portabel (zip). Ist als 1:1-Kopie grundsätzlich portabel.
    DL: http://www.scribblepapers.de.vu/
    Beschreibung:
    Ein Programm zur Verwaltung von vorzugsweise Textnotizen aller Art, geht aber auch für (kleine) Abbildungen. Sehr gut geeignet, um Formulierungen, die einem einfallen oder die man irgendwo mal findet, zu verwalten. Aus dem Kapitelinhalt (s. o.) und den Formulierungen lässt sich dann schnell mit Hilfe des integrierten Editors der eigentliche Text zusammen setzen. Auch diese "fertigen Rohkapitel" lassen sich hervorragend mit Scribble Papers verwalten. Woran es jetzt noch fehlt, ist das Buchblock-Layout, um das Manuskript kompatibel zur Druckmaschine zu machen.

    Typ: Buchblock-Layout-Vorlage
    Name: Vorlagen Taschenbuchlayout
    Installation: DL des ZIP-Archivs, Entpacken und die Vorlage unter eine Textverarbeitung laden.
    DL: http://asmodis.heim.at/dlsonstiges.htm
    Beschreibung:
    Hier werden zwei Taschenbuch-Buchblock-Vorlagen zur Verfügung gestellt. Die Vorlagen beinhalten bereits alle die Formatierungen (Randeinstellungen, Asymmetrie gegenüber liegender Seiten, Vorläuferseiten mit Seitenzahlunterdrückung usw.), die man bei einem Buchblock beachten muss. Das Dateiformat RTF bewirkt, dass diese Vorlagen unter praktisch jede Textverarbeitung geladen werden können. Es stehen zwei Vorlagen - Schriftgrößen 10 und 12 dpi - zur Verfügung. Standard ist 12 dpi. Die Schriftgröße 10 dpi empfiehlt sich nur für umfangreiche Bücher, welche in 12 dpi 500 Seiten deutlich überschreiten. Die Schriftart ist zwar frei wählbar, doch empfiehlt sich die Verwendung von Garamond.

    Typ: Textverarbeitung
    Name: Open Office Portable
    Installation: Installer (exe) in einen beliebigen Ordner entpacken, läuft danach als 1:1-Kopie grundsätzlich portabel.
    DL: http://portableapps.com/apps/office/openoffice_portable
    Beschreibung:
    Komplettes Office-Paket inklusive Textverarbeitung "Open Office Writer (OOWriter)". Weist gegenüber MS-Office die für Bücher unverzichtbare Möglichkeit des direkten PDF-Exports inklusive automatischer Schriftarteneinbettung auf (ohne dieses Feature gäbe es keine Kompatibilität zu Druckmaschinen). Taschenbuch-Layout-Vorlage unter OOWriter laden und die Kapitelinhalte per Clipboard aus Scribble Papers einkopieren. Dann Schriftart einstellen, Text noch einmal stilistisch überarbeiten, Schlusslayout vornehmen, Inhaltsverzeichnis angeben und Seitenzahl des Buchblocks auf eine durch Vier teilbare Anzahl bringen (weil die Druckmaschine immer vier Seiten auf einen Bogen packt). Zuletzt als PDF exportieren und dessen Layout nochmal kontrollieren. Wenn alles OK ist, dann hat man jetzt eine zu Druckmaschinen kompatible Datei.

    Mit dieser Datei kann zwecks Druck an einen Verlag heran getreten werden. Ich habe in der Vergangenheit mit mehreren Verlagen zu tun gehabt, wo auch renommierte Namen mit darunter waren. Verlage, mit denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe und deren Namen ich hier nicht nennen werde, um etwaigen Schwierigkeiten wegen Geschäftsschädigung aus dem Wege zu gehen. Es soll jetzt keine Werbung sein, aber zwei Verlage sind mir sehr positiv aufgefallen:

    http://www.1-2-buch.de/
    Perfekt bei Kleinauflagen und Unikaten für den Privatbedarf. Man sollte sich aber grundsätzlich immer erst einmal ein Angebot per Mail machen lassen. Bei einem 300-Seiten-Taschenbuch ist man pro Einzelexemplar mit rund 30 Euro dabei, was in etwa mit den Druckkosten eines Tintenstrahldruckers vergleichbar ist. Bei der 6-Exemplare-Kleinauflage reduziert sich der Einzelpreis dann schon auf etwa 10 Euro pro Exemplar. Und: Hier dürfen die Manuskripte 256-Farben-Graustufengrafiken enthalten! Die Lieferung fertiger Bücher geschieht binnen rund einer Woche und die Bücher sind absolut professionell. Positiv ist auch, dass hier individuell auf den Autor eingegangen wird - die Beratung ist sehr gut!

    http://www.bod.de/
    Gut für Bücher, die man privat verkaufen oder in den Handel bringen will. Mit dem BOD-Fun-Paket lässt sich das Ganze auf den ersten Blick zwar kostenlos machen, aber für die Bücher muss man beim Kauf natürlich zahlen. Nach zwei Monaten kommen noch die Datenhaltungskosten hinzu. Positiv ist, dass eine Buchhandelsanbindung angeboten wird. Ein bei BOD publiziertes Buch kann daher auch bei Libri, Amazon, Buch24, Thalia usw. bestellt werden - oder über jede Buchhandlung. Nachteilig ist, dass Abbildungen und Autorenberatung nur in den kostenpflichtigen Paketen enthalten sind.

    Auf eine Tatsache muss ich aber noch hinweisen: In Bezug auf die Werbung lässt einen jeder Verlag im Regen stehen. Da ist der Autor selbst gefordert. Immer!

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  • Fotos, die mir gefallen

    Da ich ja ganz gerne fotografiere, stelle ich hier mal ein paar Fotos ein, die mir ausnehmend gut gefallen.

    steppenadler
    Der Steppenadler entstammt der Falknerei im Saupark Springe.

    niagara
    Die Niagarafälle finde ich von unten wesentlich eindrucksvoller als von oben.

    everglades
    Wenn man mit dem Propellerboot durch die Everglades fährt, dann ist es nicht unbedingt empfehlenswert, die Hand ins Wasser zu halten.

    kreuzotter
    Die Kreuzotter sonnte sich irgendwo am nördlichen Harzrand.

    klatschmohn
    Der Klatschmohn sagte irgendwie "Knips mich mal!".

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  • Demographischer Wandel

    (Die folgende Story habe ich letzte Woche erlebt. Das hat mich sehr nachdenklich werden lassen.)
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    Leicht verärgert trete ich aus dem Discounter heraus. "Fahr früh hin, damit die Angebote nicht schon weg sind" hatte meine Frau mir eingeschärft. Ich war früh gefahren. Die Angebote - auf die man angewiesen ist, wenn man an allen Ecken und Enden sparen muss, selbst wenn man weiß, dass die der Kinderarbeit in Nicaragua entstammen - waren aber doch schon weg. Umsonst gefahren! Rechts von mir wird gerade ein Wahlkampfstand aufgebaut. Schräg vor mir ist der Computerladen, aus dem ich mir öfter Ersatz- oder Zubehörteile hole. Mal sehen, was der für Angebote hat.

    Ich stehe vor dem Schaufenster. So richtig günstig ist hier auch nichts mehr. Plötzlich eine Stimme hinter mir: "Was wird denn hier verkauft? Noch mehr Radios und Fernseher?" Ich drehe mich um. Ein Opa, so irgendwo zwischen 70 und scheintot, aber ziemlich vornehm aussehend. "Nein" antworte ich "keine Radios und Fernseher. Der verkauft Computer und Zubehör." "So ein Blödsinn, vor 50 Jahren gab's das noch nicht und was kann man denn mit diesem ganzen neumodischen Kram schon anfangen?"

    "Vor 50 Jahren ..." denke ich. Vor 70 Jahren hatten wir ein Tausendjähriges Reich. Zwanzig Jahre zuvor einen Kaiser. Ein Opa aus der ewiggestrigen Fraktion? Die Wahlwerbung der vermeintlichen Volkspartei vom Stand nebenan hält er fest umklammert wie ein Evangelium. Ich setze zu einer Erwiderung an: "Computer können mehr als Radio oder Fernseher. Damit kann man ..." Genauso gut hätte ich mit der Tapete im Geschäft sprechen können. Er unterbricht mich unhöflich: "Gucken Sie sich bloß das mal an. Wie kann man nur so bescheuert sein und WeWeWeIrgendwasDe auf sein Schaufenster schreiben?" Ich entgegne: "Das hat schon seinen Sinn. Das ist eine Internetadresse. Da kann man sich detailliert über das Angebot informieren." "Blödsinn! Internet - das ist doch bestimmt schon wieder so'n modernes Zeug. Was kann man damit machen? Wände streichen?"

    Ich gebe es auf. Viele bleiben von Alzheimer verschont. Bei Manchen nähert er sich auf leisen Sohlen. Bei anderen mit Riesenschritten. Wenn jemand irgendwann stehen geblieben ist und danach nur noch abgebaut hat, wie soll man mit dem diskutieren? Ich kenne solche Leute. In meinem Bekanntenkreis gibt's auch einen. Der sah sich im Fernsehen immer nur das Erste an, weil es das schon unter Adenauer gab. Das Zweite war ihm suspekt und weiter reichten seine Toleranz und Vorstellungskraft ohnehin nicht. Als die terrestrische Analogabstrahlung eingestellt wurde, da setzte der Rentner sich abends in seinen Fernsehsessel und starrte auf den schwarzen Bildschirm.

    "Der Fernseher ist kaputt!" konstatierte er nach ein paar Tagen und rief beim Haus-und-Hof-Elektriker an. Der versuchte vergeblich, meinem Bekannten zu erklären, dass lediglich kein empfangbarer Sender mehr da sei. Zwei Wochen lang setzte sich besagter Rentner wieder vor den schwarzen Bildschirm. Dann bat mich seine Frau, die sich das nicht mehr mit ansehen konnte, denen eine Sat-Anlage zu installieren. Machte ich. Während ich damit beschäftigt war, wurden mir die Ohren damit vollgesülzt, dass unsere Politiker genau wüssten was sie tun und dass die eben in Berlin wären, weil sie von allem so wahnsinnig viel mehr verstehen als unsereins. Fand ich ätzend. "Zum Glück ein Einzelfall" dachte ich damals. Die Sat-Installation ging zügig. Tausende von Speicherplätzen und Hunderte von frei zu empfangenden Sendern. Seither wird wieder das Erste geguckt.

    Diese Episode fällt mir jetzt wieder ein, als ich den bestens informierten Herrn vor mir betrachte. Und mir dämmert es: "Mein Bekannter ist wohl doch kein Einzelfall." Das ist der demographische Wandel, die Überaltung der Gesellschaft. Aus dieser Gruppe von Mitmenschen speist sich das Heer der Traditionswähler. "Ich gehe jetzt eine Kreuzfahrt buchen, bevor ich mein Erspartes für die ganzen Sozialschmarotzer, die nicht arbeiten wollen, abgeben muss" verkündet mein Gegenüber und wendet sich ab. Ich sehe ihm nach. Auf dem Weg zum Reisebüro macht er noch am Kiosk Halt und nimmt sich eine BILD mit. "Armes Deutschland" schießt es mir durch den Kopf.
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    Und weil's gerade irgendwie zum Thema passt:

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  • Dieser Kater ist korrupt!

    Ich mag ja Katzen. Weil sie selbständig sind. Um meinen Hund habe ich mich früher sehr viel mehr kümmern müssen, bis ich ihn dann schweren Herzens habe einschläfern lassen. Da hatte er 21 Jahre auf dem Buckel. Ein Methusalem. Als dann aber wieder ein Haustier ins Gespräch kam, da fiel die Wahl auf eine Katze. Weil die weitgehend für sich selbst sorgt. Meine ältere Tochter nannte das Tier Susi. Susi wurde nach fünf Jahren angefahren und alle Bemühungen des Tierarztes waren vergebens: Einschläferung! Aus ihrem ersten Wurf stammten zwei Kater, die sie irgendwann weggebissen hat. Einer davon war Bimbo (den Namen hat er meiner jüngeren Tochter zu verdanken). Nach Susi's Tod sagte ich: "Kein Haustier mehr. Das tue ich mir nicht nochmal an." Bimbo war wohl anderer Meinung.

    bimbo2

    Nach viereinhalb Jahren kam er zurück. Woher? Keine Ahnung! Jedenfalls pünktlich zum Geburtstag meiner Ältesten. C. G. Jung's Synchronizität lässt grüßen! Seit ein paar Jahren hält er sich uns jetzt als Haustiere. Damit kann ich leben. Bisher dachte ich allerdings immer, dass Katzen Charakter hätten.

    bimbo1

    Aber dieser Kater ist korrupt! Er macht, was er will und das ist auch gut so. Aber wenn eine meiner Töchter mit der Katzenleckerli-Dose raschelt, dann lässt er sich von den Gören alles gefallen! Alles! Selbst die Sachen, die bei mir zur Alarmierung des Rettungswagens mit anschließender Einweisung ins Krankenhaus führen würden! Ich finde das moralisch verwerflich! :)

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  • Die Esskastanie

    Das Tal zwischen Deister und Süntel scheint klimatisch begünstigt zu sein. Jedenfalls ist's hier immer etwas wärmer als im Rest vom Norden. Deswegen ist nicht weit von meiner Wohnung aus dem Esskastanien- (Maronen-) Bäumchen, das irgendwer da vor Urzeiten mal gepflanzt hat, ein ziemlich mächtiger und imposanter Baum geworden. Vielleicht ist es sogar die nördlichste Esskastanie Deutschlands. Möglich wär's jedenfalls. Bedingt durch das Nordklima trägt der Baum nur alle Jubeljahre mal verwertbare Früchte. Dann ist Sammelzeit. Ich habe mit den für mich "exotischen" Früchten ein Bisschen in der Küche rumexperimentiert. Hier ist mein Lieblingsrezept (für 4 Personen, Zubereitungsdauer etwa zweieinhalb Stunden).

    Man braucht:
    1 kg Esskastanien
    Zucker
    Butter
    Wasser

    Zubereitung:
    Ca. 1 kg Esskastanien sammeln und kreuzförmig tief (!) einschneiden. Das dient dazu, später die Pelle abmachen zu können. Danach 20 Minuten im auf 200°C vorgeheizten Backofen backen, dabei 1 Blechschale mit Wasser gegen Austrocknung mit reinstellen. Dann rausnehmen und die braune Umhüllung abpulen (achtung - sehr, sehr heiß!). Gereinigte Kastanien als Schicht in eine feuerfeste Schale geben. Mit Butter und Zucker überschichten. Dann die nächste Schicht Kastanien usw. Wenn die letzte Schicht Butter und Zucker aufgebracht worden ist, die Schale nochmals für ein paar Minuten bei 80-100°C in den Backofen stellen, damit die Butter komplett schmilzt. Zuletzt rausnehmen und gut durchrühren.

    Anzumerken ist noch: Stark stopfendes Gericht, im Kühlschrank bis 3 Tage haltbar. Esskastanien sind als Beilage eine gute Alternative zu Kartoffeln, man kann sie aber auch als Hauptgericht verzehren. Hält nur leider nicht lange vor.

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  • Die Uhr (eine Geschichte)

    Ein Sommertag, schwül-heiß, aber nicht zu heiß. Der Junge wollte nicht in die Badeanstalt. Zu viele Menschen dort. Statt dessen entschied er sich für eine Radtour. Fuhr aus dem Dorf hinaus dort hin, wo die Felder in den Wald mündeten. Sein Ziel waren die Berge.

    Später. Dunkles Gebrodele am Himmel. Dunst aus Schwaden von Wasserdampf, wie in einer Sauna. Er zog sein T-Shirt aus. Bis auf den Shorts war jetzt nackt. Der Schweiß lief ihm in Bächen am Körper herunter. Das dunkle Gebrodel ließ nur noch einen einzigen lichten Fleck übrig. Besorgt sah das Kind nach oben, erblickte das Wetterleuchten, hörte das vermeintlich ferne Grollen. Sein Blick wanderte nach vorn. Hohe, uralte Buchen säumten den Weg. Gefährlich, wenn jetzt ein Gewitter losbrechen sollte - hier oben, hier in der Gipfelregion. Er beeilte sich, um aus dem Wald heraus zu kommen. Übergangslos warf ihn eine unsichtbare, imaginäre Riesenfaust vom Rad. Er schlug hart auf. In diesem einen Moment war alles von urplötzlicher, unerträglicher Helligkeit erfüllt, so grell und blendend wie nie zuvor gesehen.

    Er spürte, dass er halbnackt auf dem Waldboden lag. Ein seltsames Gefühl, dieses Einssein mit der Erde, aber keinesfalls unangenehm. Nach und nach - in dem Maße, wie er sein Bewusstsein zurück erlangte - kamen noch andere Gefühle hinzu. Da war die beißende Kälte. Der Junge öffnete die Augen, konnte aber kaum etwas erkennen. Nur grüne Schatten, die sich erst allmählich lichteten. Der Blitz hatte ihn geblendet, hatte seine Netzhäute beinahe verbrannt.

    Doch Stück für Stück kehrte seine Sehfähigkeit zurück. Weiß - um ihn herum war alles weiß, wie von Schnee. Doch dann erkannte er, dass es sich um Schichten von Hagelkörnern handelte, die jetzt dampfend zerschmolzen. Auch sein Bauch, seine Beine und seine Brust waren vom Hagel bedeckt. Daher stammte das Kältegefühl. Er fror und schlang sich die Arme um den Oberkörper. Taumelnd erhob er sich. Sein Rad lag ein Stück entfernt, schien aber noch in Ordnung zu sein. Nur das vordere Schutzblech war verbogen. Glück gehabt. Unter dem Fahrrad fand er sein T-Shirt - patschnass. Dennoch streifte der Junge es über.

    Jetzt konnte er wieder einigermaßen sehen. Das, was ihn umgeworfen hatte, war ein Blitzeinschlag gewesen. Die Buche zu seiner Rechten sah verheerend aus. Oben, dort wo Stamm und Krohne ineinander über gingen, war eine pechschwarze Brandnarbe zu erkennen, welche sich nach unten hin fortsetzte. Aber nicht weit. Die Energie des Blitzes war zu reiner Hitze umgeformt worden und hatte das Zellwasser im Stamm gekocht, verdampft, so dass die Zellen des Baumes geplatzt waren. Durch den Druck des Wasserdampfes war ein Großteil der Rinde abgesprengt worden und fingerbreite Längsrisse durchliefen jetzt den toten, von feiner weißer Asche bestäubten Stamm.

    Ein sehr scharfer Juckreiz und der Junge sah an sich herunter. "Oh verdammt!" entfuhr es ihm. Wie Sägespäne schienen Tausende winziger Holzsplitter auf seiner Haut zu kleben. Doch die klebten dort nicht nur, die hatten sich hinein gebohrt. Und exakt das verursachte den Juckreiz. Erst jetzt dämmerte ihm, was eigentlich passiert war.

    Er fuhr, auf der Flucht vor dem Gewitter. Ein Blitz schlug in eine der Buchen neben ihm ein und die Druckwelle hatte ihn vom Rad gefegt. Ein Wunder, dass er das ohne Verletzungen überstand - wenn man mal von einer dicken Beule auf seiner Stirn absah. Der Baum war durch die zugeführte Energie förmlich explodiert und seine Splitter bohrten sich als winzige Pfeile in die Haut des Kindes. Er musste längere Zeit bewusstlos hier gelegen haben, denn an ein Hagelschauer konnte er sich nicht erinnern. Sein Kopf schmerzte. Er fühlte sich noch ganz benommen, als er sein Rad aufhob und das Schutzblech notdürftig richtete.

    Das war nahe dran gewesen. Der Blitz hätte genauso gut ihn selbst treffen können: Ende, Aus. Doch das geschah nicht. Warum nicht? Weil er erkannte, dass es für jeden Menschen eine Art von Uhr gibt. Seine war noch nicht abgelaufen. Und bis zu dem Zeitpunkt konnte ein Jeder sein Leben leben, wie es ihm gefiel. Er dachte an die Worte, die eine Bekannte zu seiner Mutter geprochen hatte: "An it harm none, do what you will."

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  • Qualität seit 1976: BAP

    Das, was an den Texten von BAP betroffen macht, ist neben den Texten an sich (leider!!!) die verdammte, zeitlose Aktualität eben dieser Texte!

    "Das Leben - hasse oder ignoriere es, lieben kannst du's nicht." (Marvin, manisch-depressiver Roboter aus Douglas Adams fünfbändiger Trilogie 'Per Anhalter durch die Galaxis')

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  • Fritz Riemann

    "...als Einzelpersonen analysiert, könnten sie leicht als Soziopathen eingestuft werden ... innerhalb einer Gruppe, die sie nie infrage stellt, wird ihr unethisches Verhalten jedoch zur Norm, und sie haben keinen inneren Konflikt." (Kenneth Eisold, Psychoanalytiker und Präsident der "International Society for the Psychoanalytic Study of Organizations")

    Einleitung:
    Fritz Riemann (1902-1979) war ein international renommierter Psychologe, der die menschlichen Charaktere studierte. Seine Erkenntnisse fasste er u. a. in dem Standardwerk "Grundformen der Angst" zusammen - ein Buch, das auch heute noch als unverzichtbar in der psychologischen Ausbildung gilt. Riemann erkannte, dass sich jeder Charakter auf die Schnittmenge von vier Angsttypen zurück führen lässt.

    Die Angst vor der Hingabe
    Die Angst vor der Hingabe ist bei schizoiden Persönlichkeiten mit Abstand am stärksten ausgeprägt. Der Mangel an Einsicht und sozialer Verantwortung, gepaart mit Gefühlskälte, Misstrauen, Narzissmus, Geltungssucht und Arroganz ist hier vorherrschend. Die bei depressiven Persönlichkeiten auftretenden Wesensmerkmale fehlen fast völlig; zwanghafte und hysterische Charakterzüge sind durchschnittlich vorhanden. Personen dieser Gruppe werden als impulsive, rücksichtslose Kontrollfreaks - als "Macher" - empfunden.

    Die Angst vor der Selbstwerdung
    Die Angst vor der Selbstwerdung ist bei depressiven Persönlichkeiten am stärksten ausgeprägt. Sie führt zur Verharmlosung und Umdeutung, zum Aufbau von Abhängigkeiten und zur Manipulierbarkeit. Die bei schizoiden Persönlichkeiten auftretenden Wesensmerkmale fehlen fast völlig; zwanghafte und hysterische Charakterzüge sind durchschnittlich vorhanden. Personen dieser Gruppe werden als devot und friedfertig empfunden. Sie tendieren zu Ersatzhandlungen wie Kaufsucht, Essen und Trinken, Medikamentenmissbrauch, Spielen etc.

    Die Angst vor der Veränderung
    Die Angst vor der Veränderung ist bei zwanghaften Persönlichkeiten am stärksten ausgeprägt. Sie bewirkt ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis, das Kultivieren von Vorurteilen, Intoleranz und Despotie sowie Überkorrektheit, dabei aber auch eine ausgeprägte Entscheidungsschwäche. Die bei hysterischen Persönlichkeiten auftretenden Wesensmerkmale können überrepräsentiert sein; schizoide und depressive Charakterzüge sind durchschnittlich vorhanden. Personen dieser Gruppe zeichnen sich durch eine "Hundeführermentalität" aus. Der Volksmund nennt sie "Paragraphenreiter" und "Schreibtischtäter".

    Die Angst vor der Notwendigkeit
    Die Angst vor der Notwendigkeit ist bei hysterischen Persönlichkeiten am stärksten ausgeprägt. Die Folge davon ist eine Realitätsferne durch Bagatellisieren, Ignorieren, Aussitzen etc., das Leben in einer Scheinwelt und die Sucht nach Bestätigung, die durchaus selbstzerstörerische Formen annehmen kann. Die bei zwanghaften Persönlichkeiten auftretenden Wesensmerkmale können überrepräsentiert sein; schizoide und depressive Charakterzüge sind durchschnittlich vorhanden. Personen dieser Gruppe vermitteln mitunter einen erfrischend chaotischen, aber auch naiven Eindruck.

    Beim psychisch gesunden Menschen sind alle vier Angstgrundformen in etwa gleich stark oder schwach vorhanden - bei selbstbewussten Personen schwächer, bei Zweiflern stärker. Die Psychologie "misst" nun geistige Eigenschaften gerne mit Fragebögen oder Merkmalslisten. Auch die Riemann'schen Angstformen haben Eingang in solche Listen gefunden. Nach der "Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD-10 - das sind die kryptischen Nummern, die auf dem gelben Schein vom Arzt drauf stehen), gilt das Krankheitsbild eines Psychopathen als gesichert, wenn alle der folgenden Eigenschaften zutreffen:

    1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer.
    2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen.
    3. Skrupellose Gefährdung anderer.
    4. Lügen und Hintergehen anderer zum eigenen Vorteil.
    5. Unfähigkeit Schuld zu empfinden.
    6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften.

    Für das Krankheitsbild des Soziopathen - also für die so genannte "Dissoziale Persönlichkeitsstörung" reicht es allerdings schon aus, wenn mindestens drei der nachfolgend genannten Eigenschaften und Verhaltensweisen vorliegen:

    1. Unbeteiligtsein gegenüber den Gefühlen - insbesondere dem Leid - anderer.
    2. Deutliche und andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen.
    3. Unvermögen zur Aufrechterhaltung längerfristiger Beziehungen, aber keine Schwierigkeiten, vielfältig neue Beziehungen einzugehen.
    4. Sehr geringe Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten.
    5. Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbewusstsein oder zum Lernen aus Erfahrung, besonders aus Bestrafung.
    6. Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für eigenes fehlerbehaftetes Verhalten anzubieten.

    So - und nun ist der Leser bzw. die Leserin aufgefordert, diese beiden Listen einmal auf unsere Führungseliten anzuwenden. Viel Spaß dabei!
    _________________________

    Ein paar Links zur Thematik:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Riemann_%28Psychoanalytiker%29
    http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/EMOTION/Riemann.shtml
    http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie
    http://de.wikipedia.org/wiki/Soziopathie
    http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlamtl2006/fr-icd.htm

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  • Zahlen auf den Zahn gefühlt

    Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Relative_Armut sind Angaben des statistischen Bundesamtes zu finden, wonach das Existenzminimum in Deutschland pro Person bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 614 Euro liegt. Die Unterschreitung bewirkt Verarmung. Bezogen auf eine Vollzeitarbeitsstelle wäre das ein Stundenlohn von 3,84 Euro netto respektive ungefähr 5,37 Euro brutto (je nach Steuerklasse). Alles, was darunter liegt, kann mit Fug und Recht als sittenwidrig bezeichnet werden, weil es das Existenzminimum unterschreitet. Alles, was darunter liegt, erzeugt Abhängigkeit, erzeugt Lohnsklaverei. Das von der großen Koalition getragene Hartz-IV-Konzept sieht für Arbeitslose 359 Euro netto pro Monat vor, produziert also ein Heer abhängiger Arbeitskräfte.

    Am 21.2.2007 sprach Herr Müntefering (SPD) sich für einen gesetzlich verankerten Mindestlohn von 5 Euro brutto pro Stunde aus. Am 11.12.2007 sprach Frau Merkel (CDU) sich generell GEGEN einen Mindestlohn aus und unterstrich damit das, was bereits am 12.04.2005 ein Herr Westerwelle (FDP) von sich gegeben hatte. Die bemerkenswerte Begründung ist immer die Gleiche: "Durch einen Mindestlohn würde man Arbeitsplätze vernichten und jede wirtschaftliche Vernunft über Bord werfen." Wirtschaftliche Vernunft ist demzufolge logischerweise in einer Verarmung der Bevölkerung zu sehen.

    Mit anderen Worten: Gemäß den Vorstellungen der so genannten "Volksparteien" kann unsere Wirtschaft nur dann florieren, wenn sittenwidrig geringe Löhne bzw. Bezüge gezahlt werden. Das erklärt auch das permanente Subventionieren prekärer Arbeitsverhältnisse - wenn also die Bevölkerung systematisch verarmt: Arm durch Arbeit! Dann muss aber auch die Frage erlaubt sein, wer davon profitiert, wer dafür die Zeche zahlt und wessen Interessen die vermeintlichen "Volksparteien" eigentlich vertreten.

    Ein altes Sprichwort besagt "Geld kommt zu Geld". Wenn bei begrenztem Geldvolumen jemand immer mehr bekommt, dann muss ein anderer dafür etwas hergeben. So funktioniert Neoliberalismus. Ganz einfach. Vielleicht sollte man das in zwei Wochen, wenn das Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu machen ist, einmal berücksichtigen!

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  • Zum Gedenken an die Opfer

    Nine Eleven zum Ersten
    Ich war 15 Jahre alt und interessierte mich bereits für Politik. Es war der 11. September 1973. Eine Al-Qaida-ähnliche Terrortruppe entmachtete Chiles demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende und setzte an dessen Stelle einen blutrünstigen Massenmörder namens Augusto Pinochet. Der installierte Terrorismus als Staatskonzept. Es gab durch ihn mindestens 3.000 Tote; andere Quellen sprechen von 10.000 - wobei es auch zu Übergriffen des chilenischen Militärs im Ausland kam. Die Terrortruppe nannte sich übrigens CIA und Pinochet öffnete Chile für US-Investmentfonds.

    Nine Eleven zum Zweiten
    Ich war 43 Jahre alt und hatte mit Brokdorf erlebt, wie garantierte und gelebte Demokratie auseinander driften. Im Außendienst kämpfte ich mich gerade mit abgefahrenen Sommerreifen durch ein überraschendes Schneeschauer an der österreichen Grenze, als ich die Meldung vom WTC-Angriff im Autoradio hörte. Zuerst dachte ich an einen schlechten, geschmacklosen Scherz. Leider war's keiner! Gut 3.000 Opfer ...

    Seltsam ist's schon. Die Dualität der Ereignisse. Die Tatsache, das eine Großmacht in beiden Fällen davon profitierte. Die Tatsache, das es in beiden Fällen um Rohstoffe ging. Kupfer und Edelmetalle in Chile. Der WTC-Angriff wurde zum Anlass genommen, den Irak anzugreifen. Da lag Öl. Die vermeintliche Verfolgung von Al Qaida wurde zum Anlass genommen, eine militärische Polizeiaktion in Afghanistan durchzuführen. Durch das Land könnte einmal eine Pipeline zum Kaspischen Meer führen. Da gibt's auch Öl. Ohne Pipeline kommt man da aber nicht ran. Und dann gab es da noch viele, viele Ungereimtheiten ... Ich frage mich manchmal, wie weit gewisse Kreise zwecks Gewinnmaximierung gehen würden. Wie viel ist Erzkapatalisten ein Menschenleben wert?

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  • Grüne Mauern

    Die Menschen meiden den Ort. Viele empfinden ihn als unheimlich. Ein Hochmoor und undurchdringliche grüne Mauern schotten ihn gründlich vom restlichen Wald ab. Es handelt sich um den uralten Germanen-Friedhof auf den Bückebergen, auf ungefähr 1500 v. Chr. datierend. Ich liebe dieses Fleckchen Erde. Es ist für mich wirklich noch natürlich - auch wenn ich ebenfalls an den grünen Mauern scheitere.

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    "Die Natur hat kein System, sie hat, sie ist Leben und Folge aus einem unbekannten Zentrum zu einer nicht erkennbaren Grenze." (Johann Wolfgang von Goethe)

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  • Grenzerfahrungen (eine wahre Geschichte)

    Da war er wieder, dieser Drang nach der Auseinandersetzung mit der unverfälschten Natur. Diese absolute Notwendigkeit, die Grenzen des eigenen Körpers ausloten zu müssen und das Leben zu fühlen. Also raus, raus in den Wald. Ich fahre mit dem Auto zum nächsten Waldrand, parke, steige aus und verschließe den Wagen. Betrachte das Grün um mich herum. Rund dreihundert Meter erhebt sich der Berg vor mir. Nicht viel, aber sehr steil. Und sehr unwegsam, denn was es hier mal an Wegen gab, das ist im Laufe der Jahre schon wieder weitgehend zugewuchert. Die Natur holt sich zurück, was ihr zusteht. Immer.

    Ich beginne mit dem Aufstieg. Meine Ausrüstung: Gute Schuhe, eine wetterfeste Jacke, eine kleine Taschenlampe und das unverzichtbare Taschenmesser. Alles andere ist Luxus, ist überflüssig. Brombeerranken versperren den Weg. Mitten durch würde ich unweigerlich und auf sehr schmerzhafte Weise gestoppt werden. Ich betrachte die Pflanzen, beobachte ihre Wuchsformen, suche die Schwachstellen im Dickicht - und finde sie auch. Eben meine Art der Naturbetrachtung. Ich gehe auf die Eigenheiten der Pflanzen ein und komme durch. Der unter den Ranken nahezu unsichtbare Boden ist stellenweise von eimergroßen Felsbrocken übersäht. Jeder Schritt ein Tasten; jeder Schritt ein Risiko.

    Ich komme voran. Sehr langsam. Es ist überaus mühsam. Auf halber Höhe - ich bin inzwischen schon in Schweiß gebadet und habe mir durch meine eigene Unachtsamkeit ein paar selbstverschuldete Kratzer eingehandelt - scheuche ich eine Rotte Wildschweine auf. Nicht ganz ungefährlich. Aber: Hier traut sich keiner entlang. Es ist einfach zu unwegsam. Ich habe Zeit, Zeit zum Nachdenken. Bin eins mit er mich umgebenden, urwüchsigen Lebenskraft. Ich spüre die authentische Natur. Ich liebe dieses Gefühl! Ich brauche es immer wieder!

    Weiter oben - wieviel Zeit inzwischen vergangen ist, vermag ich nicht zu sagen - ist da dieser alte Stollen. Gehe ich heute noch unter Tage? Das Berginnere atmet verlockende Zeitlosigkeit aus. Mein Blick streicht prüfend über das Grün vor mir. Ich entscheide mich gegen das alte Bergwerk. Diese Route habe ich schon lange nicht mehr benutzt und sie verlangt mir einiges ab. Ich keuche vor Anstrengung. Also nach oben. Ein Stück weiter hat das Wasser die Erde fortgespült. Wo einstmals ein Weg entlang führte, da tritt jetzt nackter Fels zutage. Eine neue Herausforderung, die es zu meistern gilt. Ich klettere hoch. Moose und Flechten machen die Steine rutschig.

    Irgend wann habe ich den Vorsprung hinter mir. Irgend wann ist es nur noch ein schmaler, aber begehbarer Trampelpfad, der zum Gipfel hinauf führt. Oben steht eine Schutzhütte. Erst dort wird pausiert. Ich sitze auf der Bank, rauche, und klaube mir die Dornen und Samen aus der Jacke. Die Samen fallen zu Boden, bilden den Keim neuen Lebens. Die Natur holt sich zurück, was ihr zusteht. Immer. Sie hat alle Zeit der Welt dazu, denn Zeit ist für sie bedeutungslos. Meine Muskeln zittern. Es war verdammt anstrengend - aber irgendwie auch unendlich schön und unverzichtbar. Für den Rückweg fällt die Entscheidung zugunsten des gut ausgebauten Wanderweges. Der ist zwar mehr als doppelt so lang wie der Hinweg, aber dennoch wesentlich bequemer. Ich bin jetzt schon fertig.

    Und so wandere ich langsam wieder bergab, allein, Gerüche und Geräusche wahrnehmend. Es sind die Gerüche und Geräusche des Waldes. Es ist die unverkennbare Stimme von etwas, das um soviel größer ist als wir selbst. Es ist die Stimme von etwas, von dem wir selbst nur ein ganz kleiner und unbedeutender Teil sind. Dennoch betrachten die meisten von uns sich als die Krone der Schöpfung. Ist das Entfremdung oder Ignoranz? Beides könnte man zur Not noch hinnehmen, wäre da nicht dieser Alleinherrschaftsanspruch. Dieser Anspruch, dass nur deren Welt die einzig Wahre ist - dem vermeintlichen Reichtum hinterher zu rennen und darüber hinaus das echte, unverfälschte Leben zu vergessen.

    Bald werde ich wieder zurück sein und Unverständnis für meinen Ausbruch aus dem Alltagstrott ernten. Bald werde ich meine Lebenszeit wieder wartend, manipuliert und fremdbestimmt verbringen müssen - weil die von der Natur Entfremdeten glauben, einzig ihre Sichtweise der Welt sei korrekt. Bald wird sich die Tür in mir wieder für unbestimmte Zeit schließen. Dann lebe ich wieder irgendwie künstlich, und das stört. Was mich stört, sind eben diese Störungen ...

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  • Misshandlung

    (Es liegt schon sehr lange zurück - aber diese Geschichte ist wirklich passiert. Ich habe sie vor rund einem Jahr bereits an anderer Stelle veröffentlicht und ich hoffe, dass die Story dazu anregt, bei Kindesmisshandlung nicht wegzuschauen, sondern sich stattdessen einzumischen.)
    ____________________

    Klaus war aufgestiegen, hatte Karriere gemacht. Er fuhr jetzt selbst den LKW mit den toten Tieren. Sein Verdienst war dadurch deutlich gestiegen. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders und entsprechend hoch fielen die Einkommen aus. Arbeit gab es wie Sand am Meer. Wenn ein Unternehmer die hohen Löhne nicht zu zahlen bereit war - OK, tschüss, such Dir einen Neuen. Doch auch in anderer Hinsicht gab es Veränderungen. Diesmal ein Wunschkind - Jutta war hochschwanger. Im Hinblick auf das Wunschkind kaufte Klaus die von ihm bewohnte Haushälfte für vergleichsweise wenig Geld von seinem Cousin ab. Er war jetzt selbst Hauseigentümer! Herr im Haus! Er war etwas!

    Daher konnte er auch bestimmen, was mit welchen Räumlichkeiten geschah und nahm es als ganz selbstverständlich an, dass die anderen ihm gehorchen mussten. Klaus stellte seine Mutter vor die Wahl: "Entweder Du ziehst aus oder Du gibst Dich mit den beiden kleinen Räumen oben zufrieden!" Seine Mutter traute dem Sohn nicht mehr, vor allem wegen der seltsamen Unfälle ihres Enkels Tobias in letzter Zeit. Sie beschloss, im Haus zu bleiben, quasi als "Aufsichtsperson". Klaus hatte damit zwar nicht gerechnet, nahm es aber zähneknirschend hin. Er stellte ihr zwanzig Quadratmeter Raum, aufgeteilt auf zwei Zimmer, zur Verfügung - und kassierte Miete wie für eine Suite.

    In die Stallungen waren mittlerweile zwei Schweine, eine Ziege und ein paar Kaninchen eingezogen. Nicht zu vergessen die sechs Hühner. Auch gab es viele Katzen und die waren dringend notwendig - wegen der zahllosen Ratten und Mäuse. Tobias hatte in den ersten vier Jahren seines Lebens nur wenig von den Eltern gehabt. Besonders sein Vater vermittelte ihm das Gefühl, ihn nicht zu mögen. Die meiste Zeit befand Tobias sich in der Obhut seiner Oma, weil die Eltern arbeiteten. Wenn die Eltern wirklich einmal zuhause waren, dann wollten sie unter sich sein. Er störte nur. Er war überflüssig. Wie überflüssig, dass erfuhr der Junge überaus drastisch, als sein Vater beschloss, das Haus zumindest teilweise nachträglich zu unterkellern. Auf einmal wimmelte das Haus von fremden Menschen, die im Untergeschoss Ausschachtungen vornahmen.

    Tobias war nur im Weg - selbst dann, als er sich ganz klein machte und ganz oben auf der obersten Treppenstufe sitzend durch das Geländer neugierig nach unten linste. Irgendwann bemerkte sein Vater ihn: "Du Bengel" brüllte der wutentbrannt los "ich habe Dir doch gesagt, dass Du verschwinden sollst! Na warte, jetzt bist Du fällig!" Noch bevor Tobias einen Fluchtversuch unternehmen konnte, war sein Vater bei ihm, packte ihn am Haarschopf und zerrte ihn gewaltsam die steile Treppe hinab. Halb stolperte, halb fiel der kleine Junge nach unten. Stieß sich Knie, Schienenbeine und Ellenbogen an. Es tat verdammt weh! Noch größere Schmerzen verursachten ihm aber die Haare, die sein Vater ihm gleich büschelweise ausriss.

    Klaus zerrte den ungeliebten Sohn hinter sich her, hin zum Schweinestall, einem stinkenden Verschlag von vielleicht sechs Quadratmetern. Er stieß Tobias hinein. "Jetzt kannst Du unter Deinesgleichen bleiben, Du Schwein!" Die Tür wurde zu geknallt und von außen verschlossen. Absolute Dunkelheit! Tobias, ein vierjähriges Kind, spürte die Gegenwart der Schweine. Es waren große Tiere, viel größer als er selbst. Und wild, gefährlich ... Zitternd vor Angst, Schwäche und Scham verkroch er sich in eine Ecke. Stundenlang blieb er in Dunkelhaft im Stall. Bis der Großmutter seine Abwesenheit auffiel. Sie war es auch, die ihn befreite - weil sie nach ihm suchte. Zu dem Zeitpunkt war das Kind schon in Panik und von oben bis unten mit Schweinekot beschmiert. Es weinte jämmerlich und zitterte am ganzen Leib wie Espenlaub. Zum Schreien hatte Tobias keine Kraft mehr. Zum Glück bedurfte der Biss des einen Schweins keiner ärztlichen Behandlung.

    Tobias wurde von seiner Oma gewaschen. Sie desinfizierte die Bisswunde am Bein und klebte ein großes Pflaster drauf. Nachdem er sich auf ihr Sofa gelegt hatte spendete sie ihm Trost. Dann ließ sie ihn allein. Die Mutter hatte ein Wörtchen mit ihrem Sohn zu reden. Durch die geschlossene Tür hörte Tobias die laustark geführte Unterhaltung mit. "Du kannst sowas nicht mit Deinem Kind machen!" Das war seine Oma. Sein Vater entgegnete brüllend: "Was ich mit dem Mistkäfer mache, ist allein mein Bier. Das ist mein Kind! Und das erziehe ich, wie ich es will! Und jetzt sitzt der bei Dir drüben und flennt wie ein Mädchen! Diese Memme! Eine Tracht Prügel hat der obenrein noch verdient!" Tobias erschauerte. Eine Gänsehaut lief ihm über den Rücken. Er kannte seinen Vater. Wusste, dass es dem irrsinnigen Spaß machte, andere zu schlagen - vor allem dann, wenn die sich nicht wehren konnten.

    "Irgendwann wirst Du Dein eigenes Kind noch totschlagen!" Das war wieder seine Oma gewesen. Brüllend: "Und wenn schon! Der Schweinepriester hat's nicht anders verdient! Der hat doch mein ganzes Leben versaut! Ob und wann ich die Wanze totschlage ist meine Sache! Da hast Du Dich nicht einzumischen!" "Doch, habe ich - schließlich ist er mein Enkel und Du ..." - KLATSCH! - Klaus hatte zugeschlagen. Seine eigene Mutter. Polternde Geräusche, als ob etwas umgestoßen wird. Das Knallen einer Tür. Dann kam Tobias Großmutter schluchzend herein gestürmt, warf sich in ihr Bett und weinte in die Kissen. Aufgewühlt und schockiert sah Tobias zu. Erst nach geraumer Zeit wagte er die leise Frage: "Oma, darf ich heute Abend bei Dir bleiben?" "Ja, komm her mein Kleiner ..." Jutta bekam von all dem nichts mit. Der Krankenwagen fuhr vor, als Tobias im Schweinestall in Dunkelhaft eingesperrt war und holte sie ab. In dieser Nacht wurde Tobias Schwester geboren: Gabriele. Das Wunschkind. Er selbst hingegen war seinerzeit der Grund für die Muss-Heirat gewesen.

    Am nächsten Tag. Klaus kam aus dem Krankenhaus zurück, wo er Mutter und Tochter besucht hatte. Scheu versuchte Tobias, ihm aus dem Weg zu gehen. "Komm sofort her zu mir!" befahl Klaus herrisch. "Du hast jetzt eine Schwester. Freu Dich gefälligst darüber!" Tobias wusste als vierjähriges Kind damit nicht viel anzufangen und guckte nur verständnislos. Ohne irgend eine Vorwarnung schlug Klaus ihm mit dem Handrücken kräftig ins Gesicht. "Freuen sollst Du Dich, verdammt noch mal!" brüllte er. Tobias fing an zu weinen. "Memme! Mistkäfer! Schweinepriester! Scheißkerl! Du hast mein ganzes Leben ruiniert! Flennst wie ein Mädchen! Wegen eines läppischen Schlages! Warte, Du ... Ich gebe Dir einen Grund zum Flennen! Die Hose runter!" Der Stock war etwa einen Meter lang, von rund zwei Zentimetern Durchmesser und aus Bambus. Es pfiff, als Klaus ihn auf den nackten Hintern seines Sohnes herabsausen ließ. Genau zehn Hiebe. Tobias brüllte vor Schmerzen. Tagelang konnte er nicht mehr sitzen - bis die blauroten Schwielen endlich abgeschwollen waren. Später veränderte Tobias Vater die Erziehungsmethode und benutzte die Peitsche.

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  • Auf dem Weg in die Rentnerrepublik

    "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung." (Art. 6 Abs. 1 GG)

    Soweit die graue Theorie. Jetzt mal zur gelebten Praxis. Deutschland und die Kinder - das ist ein Trauerspiel in unendlich vielen Akten. Das frühere Sozialsystem in diesem unserem Lande basierte auf dem so genannten "Generationenvertrag". Wer arbeitete, der zahlte für Sozialleistungen ein, um später im Alter davon profitieren zu können. Das setzt voraus, dass
    1. hinreichend viele SV-pflichtige Jobs da sind und
    2. hinreichend viel ausgebildeter Nachwuchs da ist.
    Nachwuchs - das sind die Kinder. Bevor mich zwei liebenswerte Quälgeister als Vater mit einer Dauerbeschäftigung belegten, bin ich ein kleines Bisschen in der Welt rumgekommen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann waren es 26 Länder, die ich im Laufe der Jahre bereist habe - teils privat, teils beruflich. Eins ist mir dabei aufgefallen: Überall ging man mit Kindern sehr viel respektvoller bzw. toleranter um als bei uns. Sie wurden nämlich als Kinder akzeptiert. Deutschland dagegen schneidet im Vergleich ganz mies ab. Es ist schlicht Kinder- und Familien-feindlich. Kinder sind hier keine Kinder, sondern stattdessen nur "schlecht funktionierende kleine Erwachsene", die es mit allen Mitteln zu normieren gilt.

    "Wie - Sie sind verheiratet und haben Kinder? Aber dann sind Sie ja gar nicht flexibel und ungebunden! Also, wenn Sie den Job wirklich haben wollen, dann lassen Sie sich schleunigst scheiden. Danach können wir noch mal darüber reden!" (O-Ton während eines Vorstellungsgespräches)

    Deutschland hat von allen europäischen Ländern die höchste Kinderlosenquote. Im weltweiten Vergleich liegt die Geburtenrate an 181. Stelle. Offensichtlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis uns sogar der Vatikanstaat abgehängt hat. Kinderlosigkeit ist "in"; die Ego-Gesellschaft ("Jeder ist sich selbst der Nächste") fördert das. Der Neoliberalismus leistet der Ego-Gesellschaft nicht nur Vorschub; er zementiert sie sogar.

    "Wenn ich vor die Wahl gestellt werde, jahrelang ein Vermögen für Pampers und Kinderkleidung ausgeben zu müssen oder mir ein neues Auto kaufen zu können, dann nehme ich natürlich das neue Auto. Damit kann ich wenigstens in den Urlaub fahren. Ich will ja selbst auch was vom Leben haben! Kinder dagegen - die stören; die sind laut; die stinken; die bringen alles durcheinander." (O-Ton einer Patentante)

    Eine Familie zu gründen bedeutet bei uns in vielerlei Hinsicht empfindliche Einschnitte hinnehmen zu müssen. Zunächst in finanzieller Hinsicht. Kinderausstattung, Kindernahrung, Kinderzimmer, später Kindergartenkosten, dann Lehrmittel, Fahrgeld zur Schule usw. Für das, was Eltern in nur ein einziges Kind investieren, könnten sie ein Haus bauen. Hinzu kommt die Bindung. Da kann man nicht mehr "mal eben" ins Kino, zum Konzert oder ins Theater gehen. Weil man sich um die kleinen Ruhestörer und Nervensägen kümmern muss. Im Falle einer Trennung der Eltern ist die Gefahr, in Hartz-IV zu verarmen, praktisch unabwendbar. Dann wäre da noch die mangelnde Toleranz zu erwähnen - die meisten Menschen scheinen auszublenden, dass sie selbst mal Kinder gewesen sind.

    "Dann sind wir uns also einig. Sie bekommen die Wohnung. Aber eins sage ich Ihnen gleich: Keine Haustiere, keine Kinder! Wenn Sie mir mit Kindern ankommen, dann fliegen Sie sofort raus!" (O-Ton einer Vermieterin)

    Auch darf man eins nicht vergessen: Bei Kindern ist das Immunsystem noch nicht voll entwickelt. Oder kurz: Sie tendieren dazu, sich alles Mögliche einzufangen. In dem Fall geht die Artzsuche los und der Ärztemangel in vielen ländlichen Gebieten macht sich deutlich bemerkbar. Gesundheitlich betrachtet existieren jedoch Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen. Bedeutet, dass Kinderärzte vonnöten sind. Kindermedizin in Deutschland, die mag es vielleicht irgendwo geben - nur wo? Für die Eltern heißt das, lange Fahrten auf sich nehmen zu müssen, Kosten zu haben und zum Ausgleich dafür auf freie Zeit zu verzichten.

    "Also, wenn ich sehe, wieviel Zeit Ihr für Eure Kinder ans Bein bindet, dann sage ich mir, das muss doch nicht sein. Da bleibe ich dann lieber gleich kinderlos." (O-Ton aus der Verwandschaft von Eltern)

    Kinderbetreuung gibt es nicht, bestenfalls Kinderaufbewahrung. Weil (im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten) kein professionelles Fachpersonal da ist, ja nicht mal ausgebildet wird. Die ukrainische Fachkraft für 1,50 die Stunde wird's schon richten. Und dafür zahlen die Eltern nicht zu knapp; das seitens Ursula von der Leyen eingeführte Elterngeld gleicht die Kosten für den Kindergarten allerdings wieder aus. Plus-Minus Null unter'm Strich. Auch nicht gerade ein Anreiz, bestenfalls ein Versuch, die Symptome eines kranken Gesellschaftssystems halbherzig zu kurieren. Aber es gibt ja noch das Kindergeld. Nur: Das ist - zumindest für Hartz-IV-Empfänger - "anzurechnendes Einkommen". Die eine Arbeitsamtsdienststelle (nämlich die Familienkasse) zahlt es aus. Und die andere Arbeitsamtsdienststelle (nämlich das JobCenter) kassiert's gleich wieder ein. Sehr sozial. Und echt hilfreich! Sozialer Abstieg für Familien ist vorprogrammiert.

    "Bevor Sie Kinder in die Welt gesetzt haben, hätten Sie sich eben überlegen müssen, dass Sie auch mal arbeitslos werden können. Wer heute noch Kinder hat, der ist doch sowieso asozial!" (O-Ton eines Fallmanagers im JobCenter)

    Aber in dem Fall gibt's ja zum Glück eine soziale Hängematte, nämlich die "Stiftung Familie in Not". Die hilft. Und wie! Fünfzig Euro pro Kind und Jahr. Aber nur dann, wenn eine Familie mindestens drei Kinder hat. Die drei- oder vierköpfige Familie hat das Nachsehen. Und fünfzig Euro jährlich, das sind immerhin rund satte 13 Cent täglich! Zum Vergleich: Der tägliche Bedarf eines Obdachlosen wird auf sechs Euro geschätzt. Will man mit Kindern Ferien machen, dann ist man schulisch bedingt auf die Hochpreissaison angewiesen. Wo kinderlose Singles sich problemlos vier Wochen Urlaub für lau erlauben können (weil sich Angebote außerhalb der Ferienzeit mitnehmen lassen), da wird die Familie schon binnen nur einer einzigen Woche gnadenlos abgezockt. Mehr ist dann beim besten Willen nicht mehr drin.

    "Viermal Urlaub im Jahr muss schon drin liegen. Mit Kindern geht das nicht. Was also sollte ich mit Kindern?" (O-Ton einer alleinstehenden Nachbarin von Eltern)

    Bleibt noch die Zukunftsplanung. Jeder hat ein ganz natürliches Bedürfnis nach Sicherheit. Familien selbstverständlich auch. Aber Kindererziehungszeiten bedeuten ein Ausscheiden aus dem Job. Bekommt man den danach wieder? Und man will den Kindern ja auch mal was hinterlassen. Hausbau wäre schön. Aber wie soll das finanziert werden, wenn die Personaler interne Grenzen für das höchste Arbeitsalter festlegen? Wenn jemand, der z. B. Programmierer ist, mit 33 als zu alt betrachtet wird, weil er den Programmcode angeblich nicht mehr schnell genug schreiben kann? Wenn eine weibliche Bürokraft mit 40 und ihr männliches Gegenstück mit 43 als zu alt zum Arbeiten gelten? Wenn man den Techniker mit 48 zum alten Eisen zählt und auf die Hartz-IV-Abqualifizierungsrutsche setzt? Wenn jemand mit 30 sein BaFöG gerade abgestottert hat und von zehn Jahren Lebensarbeit ausgehen kann, dann bleibt kein Platz mehr für Familienplanung! Vielleicht baut die betreffende Person in diesem Zeitraum ein Haus und denkt für das "Danach" an Kinder. Aber dann ist der Zug oftmals in biologischer Hinsicht schon abgefahren.

    "Es ist mir egal, ob die fünfzig Euro, die Ihre Tochter sich monatlich dazu verdient hat, für die Fahrkarte zur Schule bestimmt waren. Schulpflicht interessiert mich nicht; das sind andere Gesetze; das ist Ihr Bier! Fakt ist, dass das ein anzurechnendes Einkommen war und Sie das unterschlagen haben. Das geht vor Gericht, denn dabei handelt es sich um das Erschleichen von Sozialleistungen!" (O-Ton eines ARGE-Leiters gegenüber einem Vater im Hartz-IV-Status)

    Aus der Alterspyramide in Deutschland wird bis zum Jahr 2050 ein zwiebelförmiger Kirchturm. Das belastet die Sozialkassen noch mehr. Wenn unser Nachwuchs vernünftig bezahlte, SV-pflichtige Jobs in Aussicht hätte, dann würde das zur Entlastung beitragen. Solange aber regierungsseitig Minijobs und prekäre Arbeitsverhältnisse subventioniert werden und solange man Mindestlöhne und flächendeckende Tarifverträge torpediert, wird daraus wohl nichts. Solange wird jeder finanzielle Anreiz für Familien zwangsläufig Makulatur bleiben müssen. Aber immerhin: Das ist dann für die Initiatoren wenigstens medienwirksame Makulatur! Vielleicht könnte ein Antidiskriminierungsgesetz für Eltern helfen, die Akzeptanz für Kinder in dieser Gesellschaft zu fördern. Viel wichtiger aber wäre m. E. ein echtes Umdenken - damit Kinder (wieder) als die Zukunft verstanden werden! Das zu ignorieren und stattdessen mit Riesenschritten auf eine Rentnerrepublik hin zu arbeiten, in der die Altersarmut ganz groß geschrieben wird, ist auch eine Möglichkeit, ein Land vor die Hunde gehen zu lassen.

    hundchen

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  • Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht!

    Uraltes Zeugs - aber aktueller denn je!

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  • Warum eigentlich ...

    Alle Welt (OK, vielleicht mit Ausnahme einiger Manager) meckert über unsere Politiker. Zu Recht wie ich finde. Aber Meckern kann jeder. Warum eigentlich nicht dann mal zur Abwechslung ein paar konstruktive Vorschläge, wie man es besser machen könnte. Ich stelle mir vor:

    - Begrenzung von Managergehältern.
    - Persönliche Haftung von Managern/ Eigentümern im Falle von Misswirtschaft.
    - Verlagerungsabgabe für Unternehmen, die meinen, im Ausland ließen sich Löhne sparen.
    - Rücknahme der Hartz-IV-Gesetzgebung und der Zusammenlegung von BA und Sozialämtern.
    - Dänisches Modell für die Zahlung des Arbeitslosengeldes.
    - Stärkung der schwachen und mittleren Einkommensgruppen.
    - Stärkung des Mittelstands als größtem Arbeitgeber Deutschlands.
    - Mindestlohn in allen Branchen.
    - Flächendeckende Tarifverträge, die verbindlich sind.
    - Verbot von Scheingewerkschaften.
    - Leiharbeit wirklich nur noch ausschließlich zum Abfangen von Spitzen und nicht zum Ersetzen regulärer Arbeitnehmer.
    - Verbot der Vernichtung regulärer Jobs durch zwangseingesetze 1-Euro-Jobber.
    - Deutliche Besteuerung von Unternehmensgewinnen.
    - Verzicht auf unsoziale Steuern.
    - Automatischer Inflationsausgleich.
    - Stärkeres Mitspracherecht der Arbeitnehmervertreter bei Geschäftsentscheidungen.
    - Deutliche Vermögensbesteuerung.
    - Abschaffung des Stiftungsrechts (= Stopfen von Steueroasen-/ Abschreibungs-Schlupflöchern).
    - Senkung des Rentenalters und gleitender Übergang in die Rente (schafft Arbeitsplätze!).
    - Frei wählbare Weiterqualifizierungen anstelle sinnloser Maßnahmen zum Schönen von Statistiken.
    - Nach Vermittlungsanzahl ausgerichtete Leistungsprämie für Arbeitsvermittler.
    - Öffentliche Investitionsprogramme, von denen insbesondere der Mittelstand profitiert.
    - Rechtzeitige Unternehmens(teil)verstaatlichung bei erkennbarer Misswirtschaft.
    - 35h-Woche bei vollem Lohnausgleich.
    - Minimierung von Überstunden (= Schaffung von Arbeitsplätzen).
    - Freier und kritischer Journalismus anstelle von manipulativ-gleichgeschalteten Mediendiktaturen.
    - Einführung von Volksabstimmungen.
    - Recht auf Abwahl unfähiger/ egoistischer Politiker.
    - Strafbarkeit von Lohndumping.
    - Abschaffung von Studiengebühren und freier Bildungszugang für alle.
    - Qualitätskontrolle für Lehrkräfte, bspw. durch zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse.
    - Schluss mit dem entwicklungsbiologisch unsinnigen Verteilen der Kinder im Alter von 10a auf verschiedene Schulsysteme.
    - Erhöhung der Politikerbezüge bei gleichzeitigem Verbot von Beraterverträgen u. ä. für das nächste Jahrzehnt (damit die wirklich dem Wähler verpflichtet werden).
    - Hinarbeit auf ein bedingungsloses Grundeinkommen.

    Das sind jetzt nur mal ein paar Sachen, die mir so aus dem Handgelenk eingefallen sind. Wahrscheinlich kann die Liste noch locker um tausend andere Vorschläge ergänzt werden. Letztlich aber läuft's darauf raus, die Von-Unten-nach-Oben-Umverteilung abzuschaffen, um das Leben in diesem unserem Lande wieder lebenswert zu machen. Momentan ist es das nämlich nicht! Z. Zt. kann man eigentlich nur noch abhauen. Offiziell bezeichnet man das als "Auswandern". Nachbarn von mir sind 2007 ausgewandert. Sie nannten das "Flucht".

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  • Soundbasteleien

    "Ohne Musik wäre das Leben ein Fehler." (Friedrich Nietzsche)

    Manchmal habe ich meine kreative Ader und dann bastele ich. Mitunter nur, um zu sehen, ob ich's hin bekomme. Und ich liebe Musik. Leider jedoch spiele ich selbst mangels feinmechanischer Geschicklichkeit kein Instrument (woran die in früher Kindheit erfolgte Zwangsumschulung von Links- auf Rechtshänder einen beträchtlichen Anteil haben dürfte). Aber Musik lässt sich ja auch mit dem Computer machen. Oder abwandeln. Gerade bei Filmmusiken bietet sich so etwas an. Allerdings darf die Dauer so einer Bastelarbeit keineswegs unterschätzt werden - ein paar Stunden pro Titel braucht man schon.

    Der Herr der Ringe (3:57)
    Hier ist es der Soundtrack "May It Be" in der Romantik-Version von Nazca. Die Freeware Aura (unter http://umopit.ru/AuraEng.htm zu finden) generiert täuschend echte Wald- und Naturgeräusche. Die wurden unter die Musik gelegt und um eine Süntelbuchen-Diashow ergänzt.

    Kill Bill (5:18)
    Tarantinos Film fand ich beeindruckend. Uma Thurman lieferte eine schauspielerische Glanzleistung ab. Die Filmmusik war so teils-teils. Deswegen verwurstete ich die zu etwas Neuem. Bei meinem Musikmix vermischen sich "Twisted Nerve" von Bernard Herrmann und "Battle Without Honor or Humanity" von Tomoyasu Hotei mit Dialogen aus Teil 1 und Teil 2.

    Braveheart (15:30)
    Die Geschichte des Freiheitskämpfers von William Wallace, gespielt von Mel Gibson, ist m. E. einer der ganz hellen Sterne in der Kinolandschaft. Für diesen Mix benutzte ich die Ansagen vom Anfang und Ende des Films, Dialogausschnitte, den Soundtrack "Braveheart" von Enya und den Song "Highlander" von Beto Vasquez Infinity.

    Highlander (3:56)
    "Es kann nur einen geben" - so lautete das Motto im Film "Highlander" und folglich war auch nur der erste Teil der drei Filme wirklich sehenswert. Die Titelmusik "Princes Of The Universe" stammte von Queen und ist hier um die Ansage vom Filmanfang und um Dialoge ergänzt worden.

    Raumpatrouille (6:49)
    Ich bin ein Fan von "Raumpatrouille - die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion". Als das zum ersten Mal über den Bildschirm flimmerte, da war ich acht Jahre alt und guckte es heimlich aus einem Versteck heraus, weil ich zur Sendezeit längst hätte im Bett sein sollen. Es ist aber auch wirklich so: Qualität überlebt die Jahrzehnte. Und Orion ist Qualität! Mein Mix besteht aus "PTSO - Space-Patrol", "PTSO - Outside Atmosphere" und "PTSO - The Space Patrol's Return" mit dazwischen geschnittenen Dialogsequenzen aus den sieben Fernsehfilmen.

    Viel Spaß beim Hören!

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  • Was kann schöner sein auf Erden ...

    Reinhard Mey hat was!

    "Bei gleichgeschalteter Publizistik sind die Abwehrmechanismen außer Kraft gesetzt und das Individuum kann sich der Beeinflussung durch Massenmedien nicht entziehen." (Elisabeth Noelle-Neumann)

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  • Zahlenspielereien mit Managergehältern

    Es ist nicht ganz einfach, Angaben über den Verdienst unserer "Wirtschaftselite" zu finden. Doch unter http://www.n24.de/news/newsitem_5391249.html bin ich fündig geworden. Dort wird beklagt, wie sehr unsere Manager doch schon mit ihren 2008-Gehältern unter der Krise gelitten haben. Ein paar Zahlen zu den Jahresverdiensten '08 aus dem Artikel:

    Peter Löscher (Siemens): 9,8 Millionen Euro
    Wolfgang Reitzle (Linde): 8 Millionen Euro
    Jürgen Großmann (RWE): 7,1 Millionen Euro
    Josef Ackermann (Deutsche Bank): 1,4 Millionen Euro
    Martin Blessing (Commerzbank): 0,6 Millionen Euro

    Vielleicht ist das, was ich jetzt mit diesen Managergehältern mache, eine unfaire Rechnung. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht demonstrieren die folgenden Zahlenspielereien ja auch nur, wie weit die Schere zwischen Arm und Reich bei uns bereits auseinander geklafft ist. Man stelle sich jemanden vor, der dreißig oder vierzig Jahre lang gearbeitet hat. Er hat Erfahrung, hat sich engagiert, hat sich weitergebildet. Aber er wurde nicht jünger. Man mobbte ihn raus, kündigte ihm oder die Firma machte Pleite, um kurz danach mit jüngeren Leuten unter anderem Namen wieder neu eröffnet zu werden. Egal. Besagter Arbeitnehmer ist zunächst arbeitslos. Da er aber inzwischen schon "viiiieeel zu alt zum Arbeiten" und aufgrund seiner Weiterbildungen "viiiieeel zu überqualifiziert" ist, gilt er als unvermittelbar und wird schnell auf die Hartz-IV-Verarmungsrutsche abgeschoben. Um überhaupt noch irgend etwas zu bekommen, darf er sich zuvor von all dem, wofür er über die Jahrzehnte hinweg den Rücken krumm gemacht hat, trennen. Wenn er dann ganz viel Glück hat, dann bekommt er den Hartz-IV-Höchstbetrag von 357 Euro; das waren 2008 4284 Euro jährlich. Jetzt teilen wir einfach mal:

    Peter Löscher (Siemens): 9,8 Millionen Euro/ 4284 Euro = 2287 Jahre Hartz-IV-Bezug
    Wolfgang Reitzle (Linde): 8 Millionen Euro/ 4284 Euro = 1867 Jahre Hartz-IV-Bezug
    Jürgen Großmann (RWE): 7,1 Millionen Euro/ 4284 Euro = 1657 Jahre Hartz-IV-Bezug
    Josef Ackermann (Deutsche Bank): 1,4 Millionen Euro/ 4284 Euro = 326 Jahre Hartz-IV-Bezug
    Martin Blessing (Commerzbank): 0,6 Millionen Euro/ 4284 Euro = 140 Jahre Hartz-IV-Bezug

    Mit anderen Worten: Um an das Jahresgehalt eines (vielleicht sogar früheren Chefs) Peter Löscher zu kommen, müsste der rausgemobbte und überqualifizierte ehemalige Arbeitnehmer und heutige Hartz-IV-Bezieher 2287 Jahre leben. Nun sagt man ja gerne, dass Manager eine 80-Stunden-Woche hätten und Arbeitnehmer schon nach 37,5 Stunden nach Hause gehen könnten. Doch dabei wird tunlichst verschwiegen, dass der Arbeitnehmer ja auch lange Zeiträume seiner Freizeit unentgeldlich in die Weiterqualifizierung (die ihm später zum Verhängnis wird) investiert. Es wird auch verschwiegen, dass besagter Arbeitnehmer vielleicht sogar noch in einem Zweitjob arbeitet, um überhaupt über die Runden kommen zu können. War wohl nichts mit 37,5-Stunden-Woche. Die 80-Stunden-Woche als Begründung für die hohen Managergehälter zieht also nicht so richtig. Doch man kann die o. a. Rechnung auch noch anders interpretieren:

    Peter Löscher (Siemens): 9,8 Millionen Euro/ 4284 Euro = 2287 Hartz-IV-Empfänger pro Jahr
    Wolfgang Reitzle (Linde): 8 Millionen Euro/ 4284 Euro = 1867 Hartz-IV-Empfänger pro Jahr
    Jürgen Großmann (RWE): 7,1 Millionen Euro/ 4284 Euro = 1657 Hartz-IV-Empfänger pro Jahr
    Josef Ackermann (Deutsche Bank): 1,4 Millionen Euro/ 4284 Euro = 326 Hartz-IV-Empfänger pro Jahr
    Martin Blessing (Commerzbank): 0,6 Millionen Euro/ 4284 Euro = 140 Hartz-IV-Empfänger pro Jahr

    Jetzt wird das Aufklaffen der Schere zwischen Arm und Reich noch auffälliger. Da stehen nämlich auf der einen Seite fünf Manager, die jährlich 26,9 Millionen Euro verdienen. Denen gegenüber befinden sich 6277 Hartz-IV-Empfänger, die sich den gleichen Betrag teilen müssen. Und da soll nicht einer dabei sein, der den Job des Managers auch machen könnte - und zwar preiswerter?!?

    Sicher, Manager tun was sie können. Sie setzen sich voll für ihr Unternehmen ein. Aber tut der einfache Arbeiter das für den Erhalt seines Arbeitsplatzes etwa nicht? Wenn er dann obendrein noch auf Lohn verzichtet, in eine ungewisse Zukunft blicken muss und ein Chef, der den Karren voll gegen die Wand gebrettert hat (Stichworte Archandor-Pleite - Middlehoff und Eick) letztlich doch noch zig Millionen einstreicht und im Endeffekt nur den Chefsessel wechselt, dann wird die Wut des künftigen Armen nur allzu verständlich. Gut, Manager gehen Risiken ein. So manches Geschäft wäre ein Himmelfahrtskommando, dem ein einfacher Angestellter niemals zustimmen würde. Aber: Besteht das Risiko für den Manager wirklich? Ist es sein Geld, das da vielleicht den Bach runter geht? Nein! Es ist das Geld, das alle Beschäftigten zusammen erwirtschaftet haben. Vor diesem Hintergrund wäre es nicht nur sinnvoll, die Managergehälter zu begrenzen, sondern auch, die Herren Chefs persönlich haftbar zu machen. Damit sie wieder wissen, was sie tun!

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  • Zwiespältig: Gentechnik

    Ich bin heute über einen doch eher enthusiastischen Beitrag zum GloFish gestolpert (unter http://www.geo.de/GEO/natur/tiere/61675.html zu finden). Ich kann die dort zum Ausdruck gebrachte Hoffnung, einer Überfischung der Meere durch gentechnisch veränderte Fische entgegen zu treten, nicht teilen. Was wissen wir denn wirklich von so einem Ökosystem? Der GloFish - in Deutschland darf er nicht verkauft werden - ist ein transgener Organismus, ein Chimäre. Genpanscherei aus Zebrabarbe und Seeanemone. Chimären sind normalerweise unfruchtbar. Der GloFish ist es nicht. Eine Sternstunde der Gentechnik? Ich denke nicht. Eher eine ökologische Gefahr. Ich sehe die ganze Sache mit der Gentechnik ziemlich zwiespältig.

    Wenn ein Bauer oder Gärtner versucht, über zig Jahre hinweg durch Einkreuzen optimale Eigenschaften bei bspw. einer Pflanze zu züchten, dann ist das auch eine Form von Gentechnik. Eine, die seit Jahrtausenden angewandt wird und die längst allgemein akzeptiert ist. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, so einen Vorgang auch unter Nutzung moderner technischer Mittel zu beschleunigen. Warum? Es ist durchaus möglich, dass in jahrelanger Kleinarbeit das erwünschte Produkt erreicht wird (bspw. ein mäßig frostresistenter Chili durch Kreuzung der äußerst artverwandten Pflanzen Paprika und Chili). Aber wenn man Pech hat, dann sind solche Zuchtexemplare unfruchtbar. Jahre vertan und man muss von vorn beginnen. Das Pech kommt oft vor. In solchen Fällen - zur Beschleunigung "natürlicher" Zucht - halte ich Gentechnik für durchaus akzeptabel.

    Was ich allerdings widernatürlich finde, ist die o. e. "Genpanscherei", d. h. das Vermengen der Erbsubstanzen von Organismen, die in der Natur absolut gar nichts miteinander zu tun haben - um des Kommerzes Willen. Die mit so einem "Genshake" verbundenen Risiken halte ich für unkontrollierbar. Ein Beispiel (unter http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/50209.html nachzulesen): In Australien wurde versucht, Bohnen und Erbsen mit dem Ziel einer Schädlingsresistenz gentechnisch zu vermengen. Das klappte auch. Aber als man die "Bohnerbse" an Versuchstiere verfütterte, da erkrankten die. Eiweiße hatten sich auf unvorhersehbare Weise verändert und schädigten die Lungen. Die Gleichung "Harmlos + Harmlos = Harmlos" geht in der Gentechnik folglich nicht auf.

    Bleibt noch das Klonen (auch Cloning genannt). In Grenzen eingesetzt - OK. Um für einen Verbrennungsverletzten Haut oder für einen Amputationsverletzten bspw. ein Ohr nachwachsen zu lassen. Akzeptiere ich - voraus gesetzt, es handelt sich um das Gewebe eben dieser Person und nicht um das Gewebe eines Schweins, weil da immer die Gefahr besteht, dass irgendwelche Erreger überspringen. Aber das Klonen von Haustieren? Die Evolution basiert auf Veränderung, auf Geburt und Tod, so bitter uns das mitunter auch erscheinen mag. Cloning stände dem entgegen, wäre folglich mit Devolution gleich zu setzen.

    Mal ganz abgesehen davon dürfte so etwas auf noch nicht absehbare Zeit ohnehin nur von den "oberen Zehntausend" bezahlt werden können. Die Horrorvorstellung ist dann nicht mehr fern: Viele Schäubles, Merkels, Steinbrücks, Scholzes, Bushes etc. - u. U. auf Jahrhunderte hinaus. Brrrr... :( Gentechnik ist 'ne verdammt zwiespältige Sache, bei der Kontrollen Not tun!

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  • Süntelfotos

    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder." (Dante Alighieri)

    Der Süntel, nördlich von Hameln gelegen, ist das kleinste deutsche Mittelgebirge. In seiner südwestlichen Verlängerung geht er ins Weserbergland und das dann in den Teuto über. D. h. man kann im Wald wandern, wandern, wandern ... soweit die Füße tragen. Das Schöne am Süntel: Er ist keine Kultursteppe. Der Süntel ist einfach zu unwirtlich, um überall bewirtschaftet zu werden. Deswegen bietet er auch noch ein paar wirklich schöne Ecken. Hier sind ein paar Bilder davon.

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    Der Langenfelder Wasserfall ist der größte natürliche Wasserfall Niedersachsens. Richtig Wasser führt er aber nur nach längeren Regenperioden. Der Aussichtpunkt befindet sich zwar oberhalb des Falls, aber ich finde, am eindrucksvollsten sieht das von unten aus. Der Abstieg ist nicht ganz einfach. Der Aufstieg ist - na ja ... man sollte schon halbwegs geübt im Klettern sein!

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    Der Hohenstein bei Zersen beherbergte nachweislich einst das älteste "Parlament" Europas. Er war Kultstätte, Heiligtum, Opferplatz und Versammlungsort der germanischen Stämme aus Norddeutschland. Seine Klippen sind über 60m hoch. Der Weg dort hinauf ist anstrengend. Wenn man glaubt, das Schlimmste sei geschafft, dann wird's erst richtig steil. Aber es lohnt sich. Der Ort hat ein einmaliges Flair. Übrigens: Die Tatort-Folge "Märchenwald" ist dort gedreht worden. Der Ort hat wirklich was von einem Märchen ...

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    Nicht nur über der Erde lohnt sich der Gang durch die ausgewaschenen Sedimente. Unter Tage finden sich wunderschöne Tropfsteinhöhlen. Die Langenfelder Tropfsteinhöhle ist inzwischen als Schauhöhle ausgebaut worden. Allerdings: Nichts für klaustrophobisch veranlagte Leute.

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  • Gratis: Zwei verdammt gute E-Books

    Bereits im voraus gegangenen Beitrag "Schriftstellerei und Medien" riss ich die Probleme kurz an, mit denen "kleine" Newcomer-Autoren auf einem Markt, dem man durchaus mafiöse Strukturen unterstellen könnte, zu kämpfen haben. Eine solche, "kleine" Autorin ist Eva Marbach. Zwei ihrer Bücher gehören mit zum Besten, was ich je gelesen habe. Und ich kenne verdammt viele Bücher - die Anzahl geht in die Tausende, wenn nicht sogar in die Zehntausende.

    Jenseits des Ölgipfels
    Erdöl ist als Rohstoff oder als Energie in quasi allen industriell hergestellten Gütern enthalten; es stellt den Grundpfeiler der industrialisierten Welt dar. Aber ein Ölfeld kann nicht runter bis auf Null ausgebeutet werden, denn irgendwann ist die Ölmenge, die zur Energiegewinnung reingesteckt werden muss, größer als die, die man rausholt. Typische Ausbeuten liegen so bei 45 % und das Maximum der Förderung wird als Peak Oil bezeichnet. Der US-Ölgeologe Marion King Hubbert zeigte anhand dieser Tatsache in den 50er Jahren, dass das Öl schon lange, bevor es wirklich zu Ende ist, sehr knapp wird. Die nach ihm benannte Hubbert-Kurve prognostiziert das Ende des allgemein verfügbaren Öls auf das Jahr 2012. Voraus würden - lt. Hubbert - Kriege ums Öl und u. U. weltweite Wirtschaftskrisen gehen. Der Roman "Jenseits des Ölgipfels" beschreibt die Verknappung von Öl und daraus gewonnenem Strom - und wie sich das für Otto Normalverbraucher auswirken dürfte. Nachdem ich selbst zweimal erlebt habe, wie unsere ach-so-hochentwickelte Zivilisation binnen weniger Tage am völlig Ende war (nämlich anlässlich der Ölkrise 1974 und anlässlich der norddeutschen Schneekatastrophe von 1978/79) glaube ich sagen zu können, dass die Autorin die zu erwartenden Verhältnisse überaus realistisch beschreibt. Dieses E-Book ist im HTML-Format gratis erhältlich.

    EMP
    Der zweite Roman befasst sich mit dem "Electro Magnetic Pulse", kurz EMP. Ein EMP kann durch eine Atombombe oder aber alternativ und nichtnuklear durch einen speziellen Störfeldgenerator (sg. "Elektromagnetische Bombe") ausgelöst werden - bis vor gar nicht mal allzu langer Zeit war dazu sogar noch eine Bauanleitung bei Wikipedia zu finden. Der EMP ist für Lebewesen und Gebäude harmlos. Er zerstört jedoch zuverlässig und ausnahmslos alle elektronischen Geräte im Abstrahlkegel - auch dann, wenn solche Geräte ausgeschaltet sind. Im Roman EMP geht es um einen EMP-Schlag terroristischen Ursprungs, der zeitgleich die Industrienationen trifft. Und wie das Leben dann ohne Strom weiter geht. Dieses E-Book ist im PDF-Format gratis erhältlich.

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  • Schriftstellerei und Medien

    Aus aktuellem Anlass: Am 07.09.2009 um 19:00 Uhr - also gestern Abend - brachte "ZDF Heute" einen Kurzbeitrag, übertitelt mit "Google Books: Dauerstreit ums Copyright". Mit diesem Beitrag wurde den Zuschauern der Eindruck vermittelt, der "ach-so-böse" Riese Google verdiene an eingescannten, digitalisierten Büchern derart, dass die Autoren das Nachsehen haben, weil sie nichts mehr verkaufen können, wenn es etwas gratis im Internet gibt. Das mag vielleicht auf einige wenige Spitzenautoren zutreffen, ganz bestimmt aber nicht auf das Gros der "kleinen" Schriftsteller. Wer daran vielleicht etwas seines Gewinns verliert, ist der jeweilige Medienkonzern. Die Nachrichtenmeldung vermittelte m. E. ein völlig falsches Bild. Sie hatte einzig die Manipulation zum Ziel - Konzerninteressen als Nachrichten getarnt. Der folgende Beitrag dient der Richtigstellung.
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    "Da kannst Du ja ein Buch drüber schreiben!" Diesen Spruch habe ich schon oft gehört. Zu oft. Ich habe Bücher geschrieben. Ich bin Autor. Ich weiß, wie es mit dem Buchmarkt und dem Verlagswesen läuft. Die Leute hingegen, die mir mit solchen Ratschlägen kommen, belegen damit nur ihre Unkenntnis. Doch wie läuft es mit der Schriftstellerei wirklich? Da muss man differenzieren.

    Zuerst der renommierte Großverlag. Überschrift: Gleichgeschaltete Medien! Er lässt Newcomern praktisch keine Chance. Falls doch, dann läuft das nur über Massen von Vitamin B. Wie bei Funke oder Rowling. Oder man nennt eine Werbeagentur sein Eigen und macht das Marketing selbst. Wie bei Schätzing. Schafft es ein Newcomer dennoch, einen Großverlag überhaupt zu interessieren, dann bekommt er i. d. R. einen Vertrag aufgedrückt, der ihm die Augen tränen lässt: Privatinsolvenz normalerweise vorprogrammiert. Den Großverlag interessiert nicht, welches Thema oder welchen Inhalt ein Buch hat. Den Großverlag interessiert einzig der zu erwartende Gewinn. Am Anfang steht eine Untersuchung der WRZ, der "werberelevanten Zielgruppe". Wer würde was lesen wollen und kaufen? Wie groß wäre die WRZ? Über welche Finanzmittel verfügt die? Was lässt sich verdienen? Umfragen werden gemacht.

    Wenn die Sache lohnenswert erscheint, dann konzipiert der Verlag eine großangelegte Marketingkampagne für das noch gar nicht existente Buch. Deren Kosten fließen natürlich in den späteren Buchpreis mit ein. Erst dann, wenn das alles in trockenen Tüchern ist und sich auch rechnet, folgt die Werbung und danach bekommt irgendein Haus-und-Hof-Autor mit wohlklingendem Namen den Auftrag "Schreib mal binnen eines Jahres was zu dem und dem Thema" (in dieser Reihenfolge!). Der Autor verdient dabei am noch am Wenigsten. Er ist im Druck- und Verlagsgewerbe weniger wert als die Druckerschwärze unter den Fingernägeln. Ein Verdienst von zwei bis vier Cent pro verkauftem Buch ist schon spitzenmäßig, acht Cent die große Ausnahme. Einen Euro pro Buch erzielen nur die absoluten Großverdiener. Dabei geht das Buch mit zehn bis zwanzig Euro über den Ladentisch.

    Eine Bekannte von mir - renommierte Krimiautorin bei einem größeren Verlag - bekommt sagenhafte vier Cent pro verkauftem Buch. Sie kann jährlich etwa 2.500 Bücher verkaufen, Ladenpreis knapp 13 Euro. Daran verdient sie rund 100 Euro. Leben kann sie davon nicht. Hat der Haus-und-Hof-Autor weder Zeit noch Lust, etwas zu Schreiben, dann beauftragt er ein Ghostwriting-Unternehmen (z. B. http://www.wissberatung.de/ , http://www.drfranke.de/akademische-ghostwriter/ , http://www.akademische-texte.de/ , http://www.textconsulting.de/ u. v. a. m.). Ich vermute, das viele "Prominentenbücher" auf diese Weise entstanden sind. Der Name macht's! Der Autor übergibt das Manuskript an den Großverlag und der kümmert sich um alles Weitere. Auf diese Weise entstehen die Schriftstücke, die später bspw. auf der Frankfurter Buchmesse (der "Profi"-Buchmesse) präsentiert werden.

    Betrachten wir nun einmal den "kleinen" Autor, der ohne den Großverlag zurecht kommen muss. Er hat (gute) Ideen und verfügt über eine gehörige Portion an Engagement. Er schreibt. Mit viel Herzblut. Irgendwann ist sein Manuskript fertig gestellt. Ein Buch ist das aber noch lange nicht. Jetzt darf er sich nämlich erst mal damit auseinander setzen, dass sein Textverarbeitungs-Manuskript inkompatibel zur Druckmaschine ist. Das bedeutet eine Menge an EDV-Arbeit, um alles umzufummeln. Irgendwann steht der Buchblock, und zwar druckmaschinenkompatibel. Jetzt darf der Autor sich mit der millimetergenauen Anfertigung des Buchcovers amüsieren und dabei feststellen, dass Millimeter und Millimeter bei unterschiedlichen Grafikprogrammen auch sehr unterschiedlich ausfallen. Sofern er nicht entnervt aufgibt, steht auch irgendwann das Cover.

    Daraufhin sucht er sich einen Druckservice, handelt einen Preis aus und übermittelt dem Druckservice die Daten. Der Druckservice druckt das Buch; der Autor finanziert es. Die Buchhandelsanbindung kostet extra. Hat der Autor genügend Geld, dann ergattert er vielleicht einen der raren Plätze auf der Leipziger Buchmesse (der "Newcomer"-Buchmesse) und hofft. Meist wird die Hoffnung aber entäuscht. Um all das, was damit zu tun hat, sein Buch - eins, das u. U. inhaltlich sehr viel besser als das seines renommierten Konkurrenten ist - unter die Leute zu bringen, muss er sich selbst kümmern. Das kostet noch mal. Dabei kann man schnell arm werden. Deswegen sind viele "kleine" Autoren dazu übergegangen, ihre Bücher gratis als E-Books ins Netz zu stellen und hoffen geradezu auf die Digitalisierung seitens Amazon oder Google - denn das ist die einzige Möglichkeit, um die vorfinanzierten Kosten wieder herein zu bekommen. Ein komplettes Buch am Bildschirm lesen nämlich nur die Leute, die Sonderkonditionen beim Augenarzt haben. Die anderen lesen es an und kaufen es bei Gefallen.

    Den meisten Autoren wird folglich mit der Digitalisierung kein geistiges Eigentum geraubt - im Gegenteil: Für sie ist es kostenlose Werbung, auf die sie angewiesen sind!

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  • The Dubliners: Free The People

    "Nur wenige Menschen leisten sich den größten Luxus, den es im Leben gibt: Eine eigene Meinung." (Sir Alec Guinnes)

    Der Song "Free The People" von den Dubliners ist eigentlich auf Nordirland gemünzt gewesen. Ich befürchte allerdings, dass Nordirland gar nicht so weit entfernt ist - zeitlich gesehen.

    Laws were made for people
    And the law can never scorn
    The right of a man to be free
    [Chorus]
    Free the people, let them have their say
    Free the people let them see the light of day

    The dismal dawn was breaking
    When they took her man away
    Not knowing what was his crime
    Just what was he guilty of
    Not one of them could say
    But they'll think of something in time
    He says goodbye and remembers
    We shall overcome

    Comforting her children
    Softly crying in the night
    She tried very hard to explane
    You know your daddy never did a thing
    That wasn't right
    So soon he's bound to be home again
    He is a good man
    And we shall overcome

    What does it profit him
    The right to be born
    If he suffers the loss of liberty
    Laws were made for people
    And the law can never scorn
    The right of a man to be free
    We are the people
    And we shall overcome
    We are the people
    And we shall overcome

    "Lever düad as Slaav." ("Lieber tot als Sklave" - früherer Wahlspruch der Sylter Fischer)

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  • Einfach nur zynisch oder schon echt krank?

    "Was Richterstuhl und Polizei für den Bürger, muss die öffentliche Meinung für Regenten und ihre Minister werden." (Karl Julius Weber)

    Ich habe mal ein paar sehr bemerkenswerte Zitate unserer politischen Elite - der so genannten "Volksvertreter" - gesammelt. Dazu gebe ich meinen Senf gemäß Art. 5 Abs. 1 GG ab. Noch ist der ja nicht "angepasst" worden (s. u.). Anders gesagt: Ich mache von meinem noch vorhandenen Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch!

    "Hier ein bisschen was weggeschmissen und dort einen angerempelt, hier mal auf dem Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt, immer so hinter dem Motto 'Ist alles nicht so schlimm'. [...] Null Toleranz bei Innerer Sicherheit, meine Damen und Herren!" Angela Merkel (CDU)
       Genau! Der Falschparker von Heute ist nämlich der Selbstmordattentäter von Morgen! Da hilft nur der finale Rettungsschuss!

    "Vor allem die Geheimdienste und das Bundeskriminalamt müssen alles Erdenkliche tun." Wolfgang Schäuble (CDU)
       ...schnüff... GeStaPo und GeFePo durften noch jederzeit und überall auf ihre Weise für Recht und Ordnung sorgen. Und ich als Innenminister darf das nicht ...schnüff...

    "Was die Chinesen können, sollten wir auch können." Hans-Peter Uhl (CSU)
       China weiß nämlich, was Menschenrechte sind!

    "Wer das als Marsch in den rechtlosen Überwachungsstaat diffamiert, der weiß wirklich nicht, was es heißt, in einem rechtlosen Überwachungsstaat zu leben." Angela Merkel (CDU)
       Früher war alles besser. Deswegen wird uns wohl ein kleines bisschen Stasi heute auch nicht schaden. Mit den modernen Möglichkeiten kann man das ja auch viel subtiler machen. Dann ist das auch kein Überwachungsstaat. Alles nur eine Frage der Definition!

    "Den Rechtsstaat macht aus, dass Unschuldige wieder frei kommen." Wolfgang Schäuble (CDU)
       Aber zuerst muss man die Leute einkassieren! Alles potenzielle Gefährder! Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!

    "Es macht auf Dauer keinen Sinn, dass die Bundeswehr überall auf der Welt vielfältige Aufgaben wahrnehmen kann, nur nicht in dem Land, in dem das Grundgesetz gilt." Wolfgang Schäuble (CDU)
       Wir sollten uns endlich einmal ein Beispiel an 1933, am "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich", auch als "Ermächtigungsgesetz" bekannt, nehmen. Das gestattete es der damaligen Regierung, so einen Blödsinn wie die "Verfassung" zu umgehen und Militär im Landesinnern einzusetzen. Das ist es, was wir wieder brauchen!

    "So etwas wie der Warnschussarrest wird irgendwann genauso normal sein, wie die Videoüberwachung." Angela Merkel (CDU)
       Erst schießen, dann fragen!

    "Bei einer terroristischen Bedrohungslage muss es möglich sein, auch ohne das Wissen der Betroffenen Wohnungen zu durchsuchen." Uwe Schünemann (CDU)
       Art 13 Abs. 1 GG - "die Wohnung ist unverletzlich" - gehört abgeschafft. Wann wird das Grundgesetz endlich reformiert?

    "Das Grundgesetz würde doch zerbrechen, wenn wir es nicht anpassen würden." Wolfgang Schäuble (CDU)
       ... und was Anpassung ist bestimmt der Innenminister ... So schützt man das zu Tode, was eigentlich schützenswert ist.

    "Das Verbrechen beginnt im Geist und in der Seele von Menschen, derer sich das Böse bemächtigt." Otto Schily (SPD)
       Richtig! Vorsorgliche Sicherheitsverwahrung für alle Kritiker und Querdenker. Als nächstes käme konsequenterweise dann die Bücherverbrennung (hat ja Tradition in Deutschland) und danach ...

    "Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt ja nur, dass die Bürger informiert werden müssen, wer wann was von ihnen speichert." Brigitte Zypries (SPD)
       Es ist euer gutes Recht, zu wissen, dass wir alles von euch wissen wollen. So, und nun reicht mal rüber: Schulzeugnisse, Wäschebon, Parkausweis, Kaufbeleg für Schuhe, Fahrkarte ...

    "Die globale Informationsgesellschaft ist eben auch die Basis des Verbrechens." Wolfgang Schäuble (CDU)
       Die können mit Computern und dem Internet umgehen und ich habe keine Ahnung davon! Ich weiß nicht, was die da machen! Und die mögen mich nicht! Alles Verbrecher!

    "Es geht um den sehr deutlichen, harten, entschlossenen Einsatz repressiver Mittel." Otto Schily (SPD)
       Die Amis haben uns mit Guantanamo ja vorgemacht, wie perfekt sowas funktioniert.

    "Ich wäre für die Vorratsdatenspeicherung auch dann, wenn es überhaupt keinen Terrorismus gäbe." Dieter Wiefelspütz (SPD)
       Was man hat, das hat man. Viel hilft viel. Und wenn man nur lange genug sammelt, dann wird sich schon was zum Zusammenkonstruieren finden lassen. Wie war das doch gleich? Im Alter von acht Monaten haben Sie Ihre Milch wieder ausgespuckt? Renegat! Sie hatten wohl schon immer ein Problem mit Autoritäten?

    "Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt." Angela Merkel (CDU)
       Wäre ja noch schöner, wenn wir nicht perfekt über unsere Untertanen informiert wären. Die muss man nämlich kontrollieren!

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  • Fantasy ...

    Ich mag gute Fantasy. Sowas wie "Sorla Flusskind" von Amadeus Firgau (Gratisdownload unter http://www.lulu.com/content/paperback-buch/sorla-flusskind/2030580 - aber die Papierfassung ist besser zu lesen). Im Jahr 2006 habe ich selbst mal so etwas in der Art geschrieben: "Norgast - Ein synästhetischer Fantasy-Roman" (ISBN 3-8334-4426-6).

    bcnorgast

    Was geschieht, wenn man soziales Unrecht wie Hartz-IV, politische Lügen und Lobbyismus in eine mittelalterlich geprägte Welt der Magie portiert? Wenn die dort dargestellten Rituale und Praktiken dem heutigen Hexenwesen abgeschaut, also authentisch sind? Die Meinungen bisheriger Leser waren extrem polarisiert. Sie reichten von "geht so" bis "setzt neue Maßstäbe". Dazwischen gab es nichts. Man kann "Norgast" durchaus zweimal lesen. Einmal als reine Fantasy-Unterhaltung. Andererseits aber auch als Rätselspiel, nämlich zwischen den Zeilen: Was ist der reale Hintergrund? Die Auflösung gibt's im Anhang. Das Lesen zwischen den Zeilen zielt auf alle die ab, die das eigene Denken noch nicht verlernt haben.

    Das Buch kann über jede Buchhandlung bezogen oder bspw. bei http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3833444266/qid=1139060929/sr=1-3/ref=sr_1_10_3/302-6005306-6499259 direkt bestellt werden. Weitere Bezugsquellen sind unter http://asmodis.heim.at/norgast.htm angegeben und dort findet sich auch eine Leseprobe. Ergänzend ist mein Lesungsmanuskript vom "Zweiten Synästhesie-Weltkongress (2nd International Conference On Synaesthesia ICS 2006, Hanover Medical School, Germany)" unter http://asmodis.heim.at/lesungnorgast.pdf verfügbar.

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  • Abwahlaufruf!

    Um sich greifende Politikverdrossenheit. Entäuschte Wähler der so genannten "Volksparteien". Ich habe einen Traum: Was wäre wenn? Voraus gesetzt, die Wahlergebnisse werden nicht manipuliert: Was wäre, wenn alle vom Neoliberalismus geschädigten Bürger, alle Kurzarbeiter, Leiharbeiter, Unterbezahlten, Verarschten, Gefrusteten, Bespitzelten, Arbeitslosen, Statistikbereinigten und Hartz-IV-Empfänger ihre wirklich ehrliche Stimme abgeben würden?

    Leute, geht wählen! Freiheit und Demokratie nutzen sich ab, wenn man sie nicht nutzt!!!

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  • Synästhetische Wahrnehmung

    Wahrnehmung - ist das die Welt, wie unsere Sinnesorgane sie uns präsentieren? Nein. Denn Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken wird durch Nervenimpulse der Sinnesorgane plus einer auf Erfahrungen basierenden Bewertungsleitung des Gehirns gebildet. Das Bild unserer Welt entsteht erst mit einer Zehntelsekunde Verspätung. Mit Kernspinaufnahmen ist das belegt worden. Oder, mit anderen Worten: Das Bild unserer Welt entsteht erst in unseren Köpfen. Andere Lebewesen haben ein vollkommen anderes Bild von der Welt.

    Eine Biene: Sie sieht vorwiegend im Ultraviolettbereich. Sie sieht die Blumen und Pflanzen zwar auch, aber mit anderen Formen und Farben als wir Menschen. Das wahrgenommene Weltbild einer Biene unterscheidet sich damit von dem des Menschen - und doch ist es genauso real.

    Ein Hund: Er lebt geruchs- und gehörorientiert. Beidem kommt aus seiner Sicht ein wesentlich größerer Stellenwert als dem Sehen zu. Das wahrgenommene Weltbild eines Hundes unterscheidet sich damit von dem des Menschen - und doch ist es genauso real.

    Ein Cetacea: Ein unter Wasser lebender Wal oder Delfin orientiert sich mit Sonarclicks. Sein eigentliches "Sehen" besteht aus Echos von reflektiertem Schall. Das wahrgenommene Weltbild eines Cetacea unterscheidet sich damit von dem des Menschen - und doch ist es genauso real.

    Eine Fledermaus: Auch ihr Weltbild besteht aus reflektiertem Schall - nämlich aus Ultraschall. Sie "sieht" mit Ultraschall, "sieht" die Töne. Das wahrgenommene Weltbild einer Fledermaus unterscheidet sich damit von dem des Menschen - und doch ist es genauso real.

    Fazit: Es gibt viele, durchaus reale und nur qualitativ unterschiedliche Weltbilder. Die vermeintliche "Realität" kann folglich gar nicht so real sein, wie wir es gerne hätten. Und wie sieht das Weltbild jetzt beim Menschen aus? Die fünf Sinne sind fein getrennt und verführen ihn zum Schubladendenken und zu der irrigen Annahme, nur sein Weltbild sei richtig. War das immer so; ist das bei jedem so? Nein.

    baby

    Ein Mensch: Säuglinge nehmen ihre Umwelt undifferenziert und ganzheitlich wahr. Die "Entmischung" der fünf Sinne setzt erst ab etwa dem 4. Lebensmonat ein und ist bis ungefähr zum 24. Lebensmonat abgeschlossen (wer's Nachlesen will: unter http://psyche.cs.monash.edu.au/v2/psyche-2-27-baron_cohen.html ist der betreffende Beitrag zu finden). Das ist also wissenschaftlich belegt. Man nennt das Synästhesie. Jeder Mensch wird als Synästhet geboren! Erst nach dem zweiten Lebensjahr sind die fünf einzelnen und zuvor vermischten Sinne vorhanden. Aber nicht bei allen Menschen. Manche nehmen ihre Umwelt weiterhin in etwas vermischter Form wahr.

    Einige Wissenschaftler haben die Hypothese aufgestellt, dass die Entmischung der menschlichen Sinne auf den Abbau neuronaler Verbindungen im Gehirn zurück zu führen ist. Man nimmt an, dass das durch ein Enzym geschieht. Bei einigen Menschen scheint das Exprimieren (die Freisetzung) dieses Enzyms genetisch bedingt gehemmt zu sein. Wenn diese Menschen älter werden, dann bleiben bei ihnen normalerweise abzubauende Hirnverbindungen bestehen. Das hat Auswirkungen auf Charakter, Verhalten, Kritizismus und Kreativität - eben auf die Wahrnehmung.

    Typische Vertreter dieser Gruppe sind bzw. waren Leonardo Da Vinci, Hélène Grimaud, Jimi Hendrix, Wassily Kandinsky, Franz Liszt, Emil Nolde, Edgar Allan Poe, Nikolai Rimsky-Korsakov, Nikola Tesla, Eddie Van Halen, Johann Wolfgang von Goethe, Stevie Wonder u. v. a. m. Synästheten "sehen" Geräusche, Gerüche, Schmerzen. Sie "hören" Gefühle und Bilder. Und mehr ... All das ist urnomal. Es ist uralt. Es ist eine andere Qualität des Denkens. Eine, die zu Problemlösungen und Neuem führt. Synästheten denken aufgrund ihrer abweichenden Wahrnehmung anders. Aber was anders ist, das ist auch unbequem. Unbequemes ist anrüchig, ist vielleicht sogar gefährlich. Das führt zur Ablehnung: Was ich nicht kenne, damit will ich nichts zu tun haben!

    susi

    Dabei ist vielleicht gerade diese etwas andere Betrachtungsweise, diese andere Form der Wahrnehmung der Anstoß, der zur Lösung von Problemen führen könnte. Vor allem deswegen, weil Synästheten i. d. R. auch hochbegabt sind. Synästhesie geht praktisch immer mit Hochbegabung einher (nicht jedoch umgekehrt). Soviel zum Anreißen der Thematik. Wer das vertieft haben möchte, der findet auf meiner HP in der "Private Area" unter "Synästhesie" noch wesentlich mehr.

    Ganz wichtig ist aber eines: Wenn ein Kind zu einem Erwachsenen sagt, dass sich ein Wort blau anhört, samtig anfühlt o. ä., dann sollte man es keinesfalls deswegen tadeln und zu korrigieren versuchen oder das als überschäumende Phantasie abtun. Es könnte nämlich sehr gut sein, dass eben dieses Kind sich noch einen Rest seiner ursprünglichen Wahrnehmung bewahrt hat - einen Rest, um den es zu beneiden ist und dessen Unterdrückung einer Lobotomie gleich kommt!

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  • Fundstücke des Internets

    De Drangdüwels: Ode an die Bundeswehr (Unter "Ergüsse aus dem Übungsraum" - an der Direktverlinkung bin ich leider gescheitert.)

    Die Betakteten: Das Lied vom Datenkraken (Unbedingt anhören!)

    Und hier noch ein paar Musikvideos:

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  • Euphemismen: Orwell'sches Neusprech

    Die heiße Phase des Wahlkampfes ist eingeläutet worden. Jetzt bombardieren sie uns wieder mit Reden und Ansprachen. Mit verbalem Ausfluss, der von Euphemismen nur so durchsetzt ist. Euphemismen sind Wörter oder Formulierungen, die einen Sachverhalt beschönigend, verhüllend oder verschleiernd darstellen. Die Äußerungen unserer "Führungselite" (sei es aus Politik oder Wirtschaft) strotzen nur so von Euphemismen. Hier ist eine kleine, unvollständige Sammlung dieser semantischen Perlen - das sagen sie und das meinen sie.

    Abbau von Bürokratie: Entlassung von Arbeitnehmern, Produktion von Arbeitslosen
    abbauen: entlassen
    abenteuerlich: unglaubwürdig
    Ablösung: Enteignung
    Abrechnung: Vernichtung
    Abschöpfung: Gewinnentnahme
    abtragen: entfernen, amputieren
    aktivierende Hilfe: Verfolgung, Zwang, Nötigung
    aktivierender Sozialstaat: Sozialabbau
    Anforderungsprofil: Fähigkeiten
    Angebotsumstellung: Entlassungen
    Anpassung: Senkung (z. B. Lohn, Rente usw.)
    Anreiz für Wachstum: Reduzierung des Arbeitslosengeldes auf Sozialhilfeniveau
    Arbeitsbeschaffung: Zwangsarbeit, überflüssiger Dienst
    Begrüßungszentren: Sammellager
    Beitragsanpassung: Beitragserhöhung
    Beschäftigungsschwund: Steigerung der Arbeitslosigkeit, Massenentlassungen
    Betriebsstörung: Umweltkatastrophe
    bewaffneter Konflikt: Krieg
    Brainstorming: Sammlung unausgegorener Ideen
    Bündnistreue: Vasallengehorsam
    Bürgernähe: Populismus
    Clustern: Streichen von Studiengängen
    die Wirtschaft: die maßgeblichen Konzerne
    die zivilisierte Welt: die Industrienationen
    Eigenverantwortung: Entlassung der Unternehmer/ Manager aus deren Verantwortung
    Ernstfall: Katastrophe
    erwerbslos: arbeitslos
    Freisetzung: Entlassung
    fremdfinanzieren: Schulden machen
    Frieden erzwingende/ schaffende/ sichernde/ erhaltende Maßnahmen: Krieg
    Friedenssicherung: Aufrüstung
    gefallen: Im Krieg gestorben
    Gefährder: Schäublegegner
    geflogene Einsätze: Fliegerbombardements
    Geistig-moralische Erneuerung: Reinstallierung reaktionärer Werte
    Gesundheitsreform: Reduzierung medizinischer Versorgung
    heilende Kräfte des Marktes: Raubtierkapitalismus
    Interessenvertreter: Lobbyist
    Kampf gegen den Terrorismus: Krieg im Dienste wirtschaftlicher Interessen
    Kollateralschaden: jemanden oder etwas, der oder das einer Absicht im Weg steht, kaltlächelnd beseitigen
    kostenbewußt arbeiten: gewinnfördernd arbeiten
    kostenintensiv: teuer
    kreative Buchführung: Bilanzfälschung, Manipulation von Statistiken
    Kreditmanager: Schuldeneintreiber
    Kreditnehmer: Schuldner
    Kundeninformation: Werbung
    liebenswürdige Übertreibung: dreiste Lüge
    Lohnangleichung: Lohnsenkung
    Lohnnebenkosten: Ausgaben, die arbeitslosen, alten und kranken Menschen dienen
    Lohnpause: Ausbleiben von Lohnerhöhungen, Reallohnverlust
    Mann aus dem Volk: Angehöriger der Unterschicht
    marktgerechte Geschäftspolitik: Lohnsenkungen
    Medienmogul: Unternehmer mit enormer Medienmacht, Manipulator
    Menschen mit Migrationshintergrund: Einwanderer
    militärische Polizeiaktion: Krieg
    Militäroperation: Feldzug
    Mission: militärischer Angriff
    Mitbewerber: Konkurrent
    Modernisierung: Aufrüstung beim Militär, Computer statt Menschen in der Wirtschaft
    Müllentsorgungspark: Mülldeponie
    Neiddiskussion: Empörung Benachteiligter über ungerechte Umverteilung von unten nach oben
    nicht exponierte Berufe: schlecht bezahlte Jobs, Leiharbeit
    Nullwachstum: Stillstand, Stagnation des Wirtschaftswachstums
    Politikverdrossenheit: Boykottieren einer selbsternannten Elite
    Polizeiaktion: Kriegseinsatz
    potenzieller Gefährder: Bürger
    Preisanpassung: Preiserhöhung
    Prekariat: (gemachte) Unterschicht
    Präventivschlag: Angriffskrieg
    Rationalisierung: Einsparung, in der Wirtschaft meist durch Entlassung von Arbeitnehmern
    Recyclingpark: Müllkippe
    Rückbau: Abriss, Demontage
    Sonderabfall: Giftmüll
    Sonderwaffe: Nuklearwaffe
    sozial schwach: arm
    Sozialreform: Sozialabbau, gewollte Verarmung
    Sparmaßnahme: Entlassung
    strategische Verteidigungsinitiative: militärischer Angriff
    suboptimal: schlecht, unbrauchbar
    Synergie-Effekt: Einspareffekt bei Unternehmenszusammenlegung, hat i. d. R. Entlassung zur Folge
    Team: Toll ein anderer machts
    Teamfläche: Grossraumbüro
    Umsiedlung: Vertreibung
    Umstellung: Aufrüstung
    uneingeschränkte Solidarität: Bekenntnis zu einem Zweckbündnis
    verbale Unrichtigkeit: Lüge
    Verbündete: Unterworfene
    Verschlankung: Sozialabbau, Entlassung
    Verteidigung der Werte des christlichen Abendlandes: Antihumanismus
    Verteidigung der westlichen Welt: Aufrüstung
    Verteidigungsbündnis: Kriegspakt
    Verteidigungsfall: Krieg
    Verteidigungsgüter: Kriegswaffen
    Verteidigungsminister: Kriegsminister
    Volk: Untertanen
    volksnah: populistisch
    Vorwärtsverteidigung: Angriffskrieg
    Waffengewalt anwenden: Krieg führen
    Wettbewerb: Konkurrenz
    Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung: Unterwerfung
    Wohnpark: Ghetto
    Zielgruppe: Gruppe von Menschen, die man manipulieren will

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  • Sinn und Zweck von Versicherungen

    Das Leben ist ein Risiko. Und gegen Risiken versichert man sich. Man bringt zusammen mit vielen anderen viel Geld in einen großen Topf ein und wenn mal etwas passieren sollte, dann bekommt man davon etwas ausgezahlt, um wieder auf die Beine zu kommen. Das ist das Prinzip einer Versicherung. Der große Topf wird vom Versicherer verwaltet. Der legt das Geld gewinnbringend an und profitiert nicht schlecht davon. Der Versicherte zahlt ein. So versichert man sich gegen Haftungs- und Krankheitsrisiken oder einfach nur, um später im Alter auf ein hinreichend großes finanzielles Polster zurück greifen zu können. Lebens-, Kranken-, Unfall-, Hausratversicherung - wer kennt das nicht.

    Jetzt stelle man sich aber einmal folgenden Fall vor: Man kann weder den Versicherer noch den zu zahlenden Beitrag wählen. Stattdessen wird einem ein nicht unbeträchtlicher Beitragssatz zwangsweise aus der Tasche gezogen - über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Irgendwann geht das in die Hunderttausende, und zwar bei jedem Einzelnen. Plötzlich tritt der Versicherungsfall ein - einfach deswegen, weil man irgendwie Pech gehabt hat. Jetzt ist der Versicherer gefordert. Und was macht der? Zahlt der?

    Mitnichten! Nach hartem Kampf, wobei man sich als Versicherter obendrein auch noch üble Beschimpfungen in Richtung auf "Parasit" und "Schmarotzer" anhören muss, bekommt man mit sehr, sehr viel Glück vielleicht gerade mal nicht ganz zehn Prozent der eingezahlten Beiträge zurück - und zwar in zig winzigen Raten. Wenn überhaupt und selbstverständlich unverzinst! Der Versicherer begründet das damit, dass aus einem nicht nachvollziehbaren Grund seine Kassern leider leer wären. Gleichzeitig aber unterstützt er mit dreistelligen Milliardenbeträgen von diesem vermeintlichen "Nichts" diejenigen, die ohnehin schon zu den absoluten Spitzenverdienern zählen.

    Wäre so etwas noch eine Versicherung und würde auch nur ein einziger Kunde dort einen Vertrag abschließen? Oder wäre das eine reine Abzocke zugunsten von Wohlhabenden? Ich denke, diese Frage kann sich jede(r) selbst beantworten. Und doch gibt es eine solche Versicherung. Sie nennt sich Sozial-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Ihre Versicherten, die im Laufe der Jahre dort zig Milliarden an Euro zwangseingezahlt haben, sind heute Rentner, Kranke und Arbeitslose. Oder kurz, wie der Versicherer es in seiner herzlichen Art auszudrücken pflegt: "Faulpelze und Sozialschmarotzer". Die Konsequenzen aus derartigem Verhalten muss jeder selbst ziehen. Es ist ja bald Wahl.

    "Von Politikerreden bekomme ich Tinnitus. Da höre ich immer Pfeifen!" (Aufgeschnappt bei einem Stammtischgespräch)

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  • Hetze, Diffamierung, Polemik, Propaganda

    "Man muss den Leuten sagen, was sie denken sollen, weil sie von sich aus nicht zu rationalem Denken fähig sind." (Edward L. Bernays, 1891-1995)

    Edward L. Bernays war ein Neffe von Sigmund Freud. Er befasste sich auf der Grundlage der Arbeiten seines Onkels intensiv mit dem Verhalten des Massenmenschen (also von Menschenmassen) und nutzte im Auftrag des früheren US-Präsidenten Woodrow Wilson seine Kenntnisse zur Schaffung von Illusionen. Diese Illusionen dienten dazu, den Ersten Weltkrieg populär zu machen, so dass er seitens der Bevölkerung befürwortet wurde. Bernays u. a. erzeugten Kriegsbegeisterung durch Propaganda. Sie setzten dabei einerseits auf die das Verhalten des Einzelnen steuernden Mächte des Unterbewusstseins und andererseits auf den Gruppendruck. Gerade der Gruppendruck war es, der Mitläufer hervor brachte oder aber der kritische Stimmen verstummen ließ. Da eine Gruppe wesentlich unintelligenter und gefühlsbetonter als ein Individuum agiert, kann ihre Sichtweise auch leichter gesteuert und somit verzerrt werden. Bei unangenehmen Geschehnissen, Gräueltaten und Ungerechtigkeiten sieht die Gruppe eher als das Individuum weg: Was nicht berichtet wird, das ist auch nicht passiert.

    Die Propaganda gibt es noch heute. Sie ist perfektioniert worden. Hetze, Diffamierung und Polemik - all das betrifft immer Minderheiten, denen jede Chance zur Richtigstellung genommen wird. Eine Minderheit wird zum Sündenbock für alles Mögliche gemacht und das lenkt wirklich herrlich von unangenehmen Nachfragen und tatsächlichen Problemen ab. Bereits die Nazis kannten und nutzten dieses Verfahren - "Deutsche kauft nicht bei Juden" hieß es einmal und der Sündenbock war da. Die Reichskristallnacht folgte. Eine Minderheit, der man alles ungestraft in die Schuhe schieben konnte. Dabei heraus gekommen ist der größte Massenmord in der Geschichte. Jeder kann sehen, wohin solche Propaganda führt. Intelligente Menschen lernen daraus. Sie bevorzugen die sachliche, offene Diskussion. Eigentlich sollte man eine solche Sachlichkeit bei unseren Volksvertretern und Medien stillschweigend voraus setzen können - eigentlich ... Leider ist dem nicht so!

    ARD-Sendung "Anne Will" vom 25.05.2008: Hartz-IV-Empfänger leisten sich ein bequemes Leben auf Kosten der Gesellschaft.
    FAZ-Interview Angela Merkel vom 20.06.2008: Hartz-IV-Empfänger bekommen monatlich 2.000 Euro netto für nichts.
    ARD-Sendung "Anne Will" vom 27.07.2008: Dito.
    BILD-Schlagzeile am 30.08.2008: "Hartz-IV-Betrüger - Luxus-Leben auf Teneriffa: Den Staat muss man schädigen"

    Die Hetzkampagne läuft schon zu lange. Bleiben wir mal nur beim letzten Beitrag. Der "Sozialschmarotzer" (O-Ton BILD) soll lt. Zeitung 80.000 Euro kassiert haben. Tja... - der monatliche Hartz-IV-Höchstsatz betrug seinerzeit 347 Euro. Teilt man die 80.000 Euro durch den monatlichen Höchstsatz, dann kommt man auf rund 231 Monate. Das sind knapp 20 Jahre. Man schrieb das Jahr 2008. Besagter "Sozialschmarotzer" hätte also seit 1988 Hartz-IV kassieren müssen. Letzteres wurde aber erst 2005 eingeführt. Kann man eine dreist hetzende Propagandalüge eigentlich noch faustdicker präsentieren? Kann man die durch nichts gerechtfertigte Diffamierung noch toppen?

    "Hartz ist Pfusch. Und Pfusch kann nicht repariert werden. Mit einem Auto, dessen Motor permanent repariert wird, würde ich nicht fahren." (Norbert Blüm, Ex-Arbeitsminister)

    Man kann. So geschehen seitens FDP-Parteichef Guido Westerwelle. In der Saarbrücker Zeitung kündigte er an, im Falle eines Wahlsiegs stärker gegen Erwerbslose vorgehen zu wollen. Weil die Sozialleistungen missbrauchen. Sie lebten von "staatlich bezahlter Faulheit". Sie sollten sich durch das Fangen von Ratten ein paar Euro dazu verdienen. Sie würden die normal arbeitenden Menschen beschimpfen. Ihr Regelsatz müsse um 30 Prozent gekürzt werden. Beweise für seine Anschuldigungen führte Herr Westerwelle nicht an. Wenn ein Otto Normalverbraucher derartig üble Hetzparolen absondert, dann muss er mit einer Klage wegen bösartiger Verleumdung rechnen. Bei einem Dr. jur. ist das wohl anders. Vor dem Recht sind alle gleich, aber einige sind gleicher - vor allem diejenigen, die das Recht nicht machen. Mir läuft's jedenfalls kalt den Rücken runter, wenn ich einer solchen Person als vermeintlichem "Volksvertreter" meine Stimme geben soll. Eher würde ich ein "t" in dem Wort streichen!

    "A fascist state demands blood for any transgression, real or imagined." (Michael Crichton)

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  • Ein etwas anderes Hexenbild

    Bereits am 1.9.2009 unter dem Titel "Über den Namen und den Zweck dieses Blogs" wies ich ja darauf hin, dass ich dieses Blog auch zum Zwecke der Eigenwerbung betreibe. Das hier ist so ein Beitrag. Ein Beitrag, in dem es um meine Sicht des Hexenwesens geht.

    Historie - Geschichte - ist zwangsläufig immer interpretierend. Fundstücke weisen auf einen Weg hin und dazu werden Hypothesen aufgestellt. Weitere, passende Fundstücke lassen die Hypothese zur Theorie werden. Liebgewonnene Theorien tendieren allerdings dazu, alles das, was eben nicht passt, geflissentlich zu ignorieren. Dann wird aus einer Theorie eine Doktrin, etwas, was nicht zu hinterfragen ist. Mitunter dauert es sehr lange, bis eine solche Doktrin revidiert wird. Als ich in den Sechzigern noch zur Schule ging, da lernte ich, dass der Mensch vor ungefähr 600.000 Jahren entstanden sein soll. Heute gilt die damalige Theorie als Falschinformation. Den Menschen gibt es schon seit einigen Millionen von Jahren. Das soll hier nur mal als Beispiel für eine überholte Theorie genügen.

    Zum Hexenwesen: Auch da gibt es überholte Theorien. Da wird seitens der Medien ein Zerrbild aufgebaut. Teufelsanbetung, Blutriten, Drogenkonsum und ähnlicher Nonsens. Warum? Weil sich so etwas gut verkauft; die Leserschaft ist sensationsgierig. Ein Bericht über jemanden, der bzw. die Kräuter sammelt, um daraus einen Tee gegen Magenverstimmung herzustellen, wäre ganz gewiss nicht medienträchtig. Ich habe mich aus verschiedenen Gründen, die hier nichts zur Sache tun, schon seit Jahrzehnten mit dem Hexenwesen befasst. Meine Erkenntnisse trug ich im Jahr 2005 in einem Buch zusammen - einem Buch, aus dem ein neues, ein modernes Hexenbild resultiert. Danach hat es sich bei den Hexen - den "Hagias" oder "Hagazussas" - um frühe, empirisch arbeitende Heilerinnen gehandelt. Heilerinnen, die ob ihres Erfolges in Konkurrenz zur herrschenden Klasse in der Kleinstaaterei standen und die deswegen Diffamierungen ausgesetzt waren. Wichtig dabei: Dieses Erkenntnisse stehen nicht im Gegensatz zur Geschichte, sondern werden durch die Letztere sogar belegt. Hier ist ein kurzer Überblick zu den einzelnen Kapiteln.

    Einleitung
    Die Einleitung beschreibt, wie, warum und vor welchem Hintergrund es zur Entstehung des Buches kam.

    Zeittafel: Früher und Heute
    Die Zeittafel beginnt mit der Jäger- und Sammlerkultur am Ende der letzten Eiszeit. Anhand von Zeitmarken im soziokulturellen und religiösen Zusammenhang wird dargelegt, wie Medizinmänner und Schamanen das Leben beeinflussten. Daraus entstand später das Druidenwesen der Kelten, streng in die beiden Rollen männlich und weiblich aufgeteilt. Die Römer beseitigten die männliche Führungslinie und stießen in das so entstandene Machtvakuum. Die weiblichen Druidissinnen hingegen, deren Hauptaufgabe in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung bestand, blieben davon weitgehend verschont. Sie wurden die Ahnherrinnen der späteren Hagias. Die Hagias im Mittelalter lebten weitgehend selbständig in einer streng patriarchaischen Gesellschaft. Ihre Selbständigkeit und ihre Erfolge dürften der herrschenden Klasse ein Dorn im Auge gewesen sein. So kam es zu den Hexenverbrennungen. Sehr viel Wissen über Kräuter und Naturstoffe ist dadurch vernichtet worden. Erst in der Renaissance konnte altes Wissen wiederentdeckt werden. Später führte das zur Entwicklung der heutigen Wissenschaften Chemie und Pharmazie. Die Zeittafel spannt einen sehr weiten, wissenschaftshistorischen Bogen.

    Die Aufgaben einer Hagazussa
    Eine Beschreibung der Lebensumstände einer empirisch arbeitenden Heilerin. Entgegen allen romantischen Verbrämungen dürfte das ein ziemlicher Knochenjob gewesen sein, denn sie war zum Überleben auf Erfolg angewiesen.

    Rituale, Zaubersprüche und der Placebo-Effekt
    Einem Patienten, der sich selbst aufgegeben hat, kann man auch mit dem stärksten Pharmakon nicht helfen. Er muss dahingehend beeinflusst werden, dass er wieder Lust am Leben findet. Erst dann greifen seine Selbstheilungskräfte, greift der Placebo-Effekt. Die Beeinflussung - möglicherweise in der Art einer Hypnose - kann durch Rituale erfolgt sein. Die Zaubersprüche hingegen dürften sich auf althergebrachte Herstellungsvorschriften beziehen. Dazu existieren Beispiele wie der "9-Kräuter-Segen".

    Verbreitete "Hexen"-Naturstoffe und ihre Wirkungen
    Kräuter, Wachse, Minerale, Sekrete - die Natur liefert ein sehr reichhaltiges Reservoir an Heilmitteln. Unsere gesamte Bäderkultur beruht ja heute noch auf der heilsamen Anwendung von Wasser und Salz. Einige Naturstoffe, die sich in historischen Funden wiederholen, dürften früher zum Standard einer jeden "Hexe" gehört haben. Deren Wirkungen werden beschrieben, allerdings ohne Rezeptangaben, denn die sind aufgrund verschiedener gesetzlicher Rgelungen heute nicht mehr zulässig.

    Hexen heute
    "Hexe" heute hat nichts mehr mit männlich oder weiblich zu tun, sondern vielmehr damit, eigene, kritische Wege zu beschreiten. Das jedenfalls ist die Quintessenz des Kapitels, indem verschiedene Strömungen von Neohexen - Freifliegende bis Wicca - näher betrachtet werden. Und zwar aus Insidersicht.

    Hexenlaboratorium Küche?
    Auch noch in unserer Zeit liefert die Natur Kräuter u. ä. Auch heute noch lässt sich das medizinisch einsetzen. Tatsächlich wird es auch gemacht. Doch was seitens der Pharmaindustrie in professionellen Laboratorien geschieht, dass ist in Grenzen auch in der heimischen Küche möglich. Dabei handelt es sich um Arbeitstechniken wie Zerkleinerung, Phasentrennung, Dosierung, Destillation, Lösen, Trocknen etc. Deren Ausführung mit Küchenutensilien wird näher erläutert.

    Schlusswort
    Ein paar Ausführungen zum Kontext des modernen Hexenwesens in Gesellschaft, Religion und Spiritualität.

    Danksagung
    Es gab viele Leute, die mir bei dem Buch hilfreich zur Seite standen - Neohexen ebenso wie Rechtsbeistände (ohne die ist ein kritisches Buch heute nicht mehr möglich) und Testleser. Denen gilt mein Dank.

    Verwendete Quellen
    Zuletzt werden noch die wissenschaftshistorischen Puzzlesteine aufgeführt, deren Zusammensetzen zu dem etwas anderen Hexenbild geführt hat.

    Das Buch nennt sich "Böse Hexen gibt es nicht - Versuch einer interdisziplinären Betrachtung des Hexenwesens" (ISBN 3-8334-3183-0). Es kann über jede Buchhandlung bezogen oder bspw. bei http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3833431830/qid=1120293956/sr=1-2/ref=sr_1_10_2/302-4633452-7646426 direkt bestellt werden. Weitere Bezugsquellen sind unter http://asmodis.heim.at/indexteaser.htm angegeben.

    boesehexen

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  • Angst vs. Motivation

    "Jede bewusste Handlung und in gewisser Weise sogar unser ganzes Leben, das wir uns unter den gegebenen Bedingungen einrichten, lässt sich als Antwort auf die große Frage auffassen, die uns alle beschäftigt: Wie werde ich glücklich? Was uns bei dieser Suche nach dem Glück aufrecht erhält, ist die Hoffnung." (Dalai Lama XIV. )

    Motivation - damit ist die Ausrichtung des Verhaltens eines Menschen auf ein bestimmtes Ziel hin gemeint. Das Ziel ist für den Einzelnen immer ein veränderter und erstrebenswerter Zustand. Erstrebenswert: Das ist eine bessere Entlohnung, eine kürzere Arbeitszeit (sprich: mehr Freizeit, mehr Zeit für die eigene Familie), Sicherheit für die Zukunft, Zukunftsplanung, die Möglichkeit, in der Rangordnung aufzusteigen. Kurz: Das Ziel eines jeden Einzelnen liegt in einer Absicherung und Verbesserung seiner Lebensumstände. Steht so etwas in Aussicht, dann motiviert das. Motivation führt dazu, dass jemand sich freiwillig und im Sinne seiner Kollegen bzw. Mitmenschen ohne unmittelbare Belohnung engagiert. Das etwas Neues entsteht. Früher hat das zu Qualitätsbegriffen wie "Made in Germany" geführt. Und wie sieht es heute aus?

    Heute regiert die Angst. Angst vor Lohnkürzung, vor Entlassung, vor Hartz-IV, vor Verarmung. Eine gesicherte Zukunft gibt es nicht mehr; Zukunftsplanung ist schon deswegen nicht mehr möglich, weil das verdiente Geld kaum zum Leben reicht und der Job bestenfalls befristet ist. Doch das ist noch längst nicht alles, denn es kommt erschwerend noch etwas hinzu. Alle Arbeitsschritte sind betriebswirtschaftlich in immer kleinere und kleinste Arbeitseinheiten zerhackt worden, so dass weder Erfahrung noch erfahrene Fachkräfte benötigt werden. Jeder bearbeitet nur noch ein winziges Teilstück vom großen Ganzen und ist beliebig austauschbar geworden. Erfahrung zählt daher nichts mehr - im Gegenteil: Je jünger ein arbeitender Mensch ist, desto weniger Lohn erhält er und desto mehr verdient daran das Unternehmen. Ideal ist es, wenn er gänzlich kostenfrei arbeitet. Das sind dann die Praktikantenstellen. Neoliberal nennt man das nach offizieller Lesart. Ein Altbundeskanzler namens Helmut Schmidt bezeichnete es einmal als "Raubtierkapitalismus". Der Mann wusste noch, wovon er sprach.

    Desto überflüssiger ist aber auch der ältere, erfahrene Mitarbeiter geworden. Bei dem macht sich die Angst breit. Die Angst davor, das zu verlieren, wofür er sein Leben lang den Rücken krumm gemacht hat. Angst bewirkt, dass jemand in Deckung geht. Jedes Tier tut das; es gehört zum Selbsterhaltungstrieb. Auch der Mensch ist ein Tier. Angst bedeutet, nur nicht aufzufallen. Mitschwimmen im Strom, solange es noch möglich ist. Auffällig ist es, wenn jemand anders denkt. Wenn er Ideen hat; wenn er seine Erfahrung einbringt oder gar kreativ ist. So etwas stört - und zwar gewaltig! Außerdem ist es gefährlich.

    "Drittklassige Vorgesetzte stellen nur fünftklassige Untergebene ein" besagt ein altes Sprichwort. Albert Einstein drückte es ähnlich aus (Zitat): "Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." Probleme haben wir heute genug. Aber es mangelt an Problemlösern. Denn wer Angst hat, der engagiert sich nicht; der ist nicht motiviert. Der lautstarke Ruf der Industrie nach gut ausgebildeten Fachkräften ist Schwachsinn hoch Drei, denn es gibt diese Fachkräfte zuhauf. Sie sind nur keine Dreißig mehr. Sie sind desillusioniert und räumen bei Edeka, Netto und Penny die Regale ein. Sie schlagen sich zähneknirschend als Briefträger oder als Zeitungsausträger durch. Deswegen sind sie aber keinesfalls minderqualifiziert!

    Bewirbt sich heute jemand bei einem Unternehmen, dann sortieren die Personaler von vornherein all das aus, was nicht zum Mitläufer-Mittelmaß passt. Denn es könnte stören. Andersdenkende werden gnadenlos ausgemustert. Andersdenkende - das sind nur allzu oft hochintelligente, querdenkende Menschen. So bringen die Firmen sich selbst um die besten Mitarbeiter. Für sie bringt das den Vorteil, dass niemand aufgrund seiner Fähigkeiten einem Vorgesetzten mehr gefährlich werden kann. Aber nach und nach geht eben dadurch das gesamte Unternehmen langsam aber sicher den Bach runter. Es fehlt an kreativen Inputs. Dann folgt als Rettungsanker die "Entlassungsproduktivität". Sicherheit für die Einen (weit genug oben) bedeutet dann nur noch Angst für die Anderen (weiter unten). Wer da noch versucht, mit "Motivationsprogrammen", die wohlklingende Namen wie "Corporate Culture" o. ä. aufweisen, etwas verändern zu wollen, der muss längst jeden Kontakt zur Realität verloren haben.

    "Der hastende Mensch ist sicher nicht nur von Gier gelockt, die stärksten Lockungen würden ihn nicht zu so energischer Selbstbeschädigung veranlassen können, er ist getrieben, und was ihn treibt, kann nur Angst sein." (Konrad Lorenz)

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  • Fanatiker

    When you have and hold a need, harken not to other's greed.
    With a fool no seasons spend, or be counted as his friend.
    Merry meet and merry part, bright the cheeks and warm the heart.
    (Wicca Rede)

    religion

    Fanatiker halten nur ihre eigenen Vorstellungen für zutreffend und versuchen, andere von eben diesen Vorstellungen zu überzeugen. Zweifel und ein Hinterfragen sind nicht zugelassen; jeder abweichenden Meinung wird mit Intoleranz begegnet. Fanatiker gibt es überall. Im Neoliberalismus ebenso wie im Kommunismus, im Islam ebenso wie im Christentum, in der Wirtschaft ebenso wie in der Politik. Es ist allerdings grundfalsch, von einer Person, die sich fanatisch verhält, auf alle Menschen mit ähnlichen Ansichten zu schließen. Solche Pauschalverurteilungen führen nur dazu, dass Vorurteile entstehen und zementiert werden. Vorurteile nähren Auseinandersetzungen - Gewalt, die nicht notwendig wäre, wenn man nur die Bereitschaft hätte, sich mit der anderen Denkweise auseinander zu setzen. Beidseitig. Das aber verlangt ein Überwinden der eigenen Bequemlichkeit, vielleicht auch ein Infragestellen einer eigenen, hohen Rangordnungsstellung. Das verlangt Toleranz und Altruismus ...

    gene

    Und wenn ihnen gesagt wird: "Stiftet kein Unheil auf der Erde", so sagen sie: "Wir sind doch die, die Gutes tun."
    Gewiss jedoch sind sie die, die Unheil stiften, aber sie empfinden es nicht.
    (Qur'an, Sure 2.11 - 2.12)

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  • Wertfrei: Schönheit der Natur

    (Hinweis: Infos zu diesen fast ausgestorbenen Bäumen - den Süntelbuchen - sind unter http://www.fagus.xail.net/ zu finden.)

    subu1
    Ein Mensch, der sehen kann, wie schön die Welt ist, muss ihr optimistisch gegenüber stehen. (Konrad Lorenz)

    subu2
    Die totale Seelenblindheit für alles Schöne, die heute allenthalben so rapide um sich greift, ist eine Geisteskrankheit, die schon deshalb ernst genommen werden muss, weil sie mit einer Unempfindlichkeit gegen das ethisch Verwerfliche einher geht. (Konrad Lorenz)

    subu3
    Der Mensch, dessen Auge für die Wahrnehmung der Harmonie der Natur, für die Schönheit der richtig ausbalancierten Biosphäre nicht trainiert ist, steht ihr absolut blind gegenüber und fühlt nicht die mindesten Gewissensbisse, die letzten noch auf Erden vorhandenen schönen Orte zu "entwickeln", Bäume mit Bulldozern wegzuräumen, alles mit Beton zu bedecken und Luxushotels zu bauen. (Konrad Lorenz)

    subu4
    Die beste Schule, in der ein junger Mensch lernen kann, dass die Welt einen Sinn hat, ist der unmittelbare Umgang mit der Natur selbst. (Konrad Lorenz)

    subu5
    Jeder Mensch, der an der Schöpfung und ihrer Schönheit Freude empfindet, ist gegen jeden Zweifel an ihrem Sinn gefeit. (Konrad Lorenz)

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  • Es geht auch ohne den Staat ...

    Alles muss irgendwie reglementiert werden. Von oben, seitens des Staates, durch Gesetze und Vorschriften. Weil die Menschen offensichtlich viel zu unselbständig sind, um selbst etwas auf die Beine stellen zu können. Das scheint die in Deutschland vorherrschende Einstellung zu sein. Doch stimmt das wirklich? Nein! Anhand von zwei Beispielen lässt sich zeigen, dass auch der einfache Bürger ohne staatliche Vorgaben dazu in der Lage ist, selbst etwas zustande zu bringen. Dazu müssen sich nur hinreichend viele Gleichgesinnte zusammen finden.

    Beispiel 1: TARGET

    http://www.target-human-rights.com/

    Rüdiger Nehbergs Menschenrechtsorganisation leistet mit einem Minimum an Verwaltung unter dem Motto "Taten statt Worte" gegen die FGM mehr als so manche, politisch gesteuerte Entwicklungshilfe. Weil TARGET sich an den Menschen, ihren Bedürfnissen, ihrer Religion und ihrer Kultur orientiert. Weil TARGET auf Vorverurteilungen verzichtet und nicht als Besserwisser auftritt. Pikantes Detail am Rande: Im Kapitel "Enttäuschungen" des Buches "Karawane der Hoffnung" beschreiben Rüdiger Nehberg und Annette Weber, wie andere Organisationen versuchten, die TARGET-Erfolge für sich selbst zu beanspruchen.

    Beispiel 2: Die DGzRS

    http://www.dgzrs.de/

    Menschen, die ihr eigenes Leben riskieren, um andere aus dem Wasser zu ziehen. In Nord- und Ostsee. Freiwillig. Ungefähr einen pro Tide. Finanziert ausschließlich durch Spenden.

    Search and Rescue

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  • Kulinarische Experimente mit Chili

    Ich befasse mich nicht nur mit sozialen Ungerechtigkeiten a la Hartz-IV, dem "Alten Weg", dem Mittelalter, Heilkräutern und was sonst noch so interessant ist. Manchmal experimentiere ich - zum Leidwesen meiner besseren Hälfte und zur Freude meiner Kids - auch in der Küche. Hier sind zwei super-simple und preiswerte Rezepte für alle die, die es "etwas" schärfer mögen.

    Espresso Mortale
    Ein Kaffee, der morgens wirklich wach macht - man nehme einen starken Kaffee und rühre da eine Messerspitze Chili-Pulver (Red Habanero o. ä.) rein. Als Alternative kann man auch Viscious Vampire oder Lava Jolokia verwenden: Einfach einen Zahnstocher mit etwas von der Soße benetzen und in den Kaffee reinrühren. Wer davon nicht wach wird, der/die ist garantiert schon tot!

    Curry-Honig als Aufstrich (... hmmmmm ...)
    Zwei Teile Null-Acht-Fuffzehn-Curry mit einem Teil Red-Habanero-Pulver mischen (Wichtig: Schutzhandschuhe verwenden!). Davon einen gehäuften Teelöffel in ein Glas Wiesentracht-, Frühjahrs- oder Sommer-Honig einrühren und fertig ist der Aufstrich für Brot oder Brötchen. Der Honig kann zum Einrühren im Wasserbad erhitzt werden, damit er fließfähiger wird, aber nicht über 40°C (sonst geht er kaputt - Thermometerkontrolle!!!). Beachten: Mit sehr aromatischen Honigen (Kastanie, Tanne, Akazie usw.) geht das nicht - das wird dann ungenießbar!

    Vielleicht noch ein kleiner Hinweis zum Chili-Pulver: Wenn da kein Warnhinweis drauf ist ("Hautkontakt vermeiden - von Kindern fern halten!"), dann ist's auch kein richtiges Chili.

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  • Bandbreite find' ich gut!

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  • Wenn der Petitionsausschuss hilft ...

    ... dann sollte man auf alles gefasst sein. Es geschah in Niedersachen im Jahr 2008. Aufgrund eines Buchungsfehlers bei einem JobCenter bekam ein Hartz-IV-Empfänger ein Vierteljahr lang nicht einen müden Cent. Wovon sollte er jetzt leben? In seiner Not wandte er sich an den Petitionsausschuss des Landes Niedersachsen - in der Hoffnung auf rasche und unbürokratische Hilfe. Es tat sich - nichts! Gar nichts!

    Dieser Bürger eines "Sozialstaates" (vgl. Art. 20 Abs. 1 GG) stand vor der Wahl, ganz legal verrecken zu dürfen oder illegal zu Überleben. Sein Selbsterhaltungstrieb siegte. Er überlebte. Legal war das natürlich nicht möglich - zum Überleben mussten kleinere Diebstähle, Betrügereien und Wildereien begangen werden. Nach gut einem Jahr (!) bequemte sich der Petitionsausschuss dann zu einer Antwort und stimmte besagtem Bürger zu:

    petition

    "Rückabwicklung" - das bedeutet, das Rad der Zeit zurück zu drehen und die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Kann man Volksvertreter, die so etwas offiziell empfehlen, überhaupt noch ernst nehmen? Denken diese Menschen über das, was sie da selbsternannt elitär von sich geben, überhaupt einmal nach? Oder kriminalisiert der Staat hier seine Bürger gedankenlos bzw. sogar vorsätzlich? Und wer zieht daraus seinen Nutzen?

    Die Klein-, Sozial- und Alltagskriminalität hat seit der Einführung von Hartz-IV zugelegt (Quelle: http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/kriminal.html ). Warum wohl? Weil die Menschen plötzlich Recht und Gesetz nicht mehr achten oder weil diese Art von vermeintlicher Sozialgesetzgebung dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb zuwider läuft? Wäre es nicht sinnvoller, anstelle von immer neuen Überwachungs-, Bespitzelungs- und Gängelungsgesetzen einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und auf ein bedingungsloses Grundeinkommen hin zu arbeiten?

    Sozialarbeit, Hilfe und Beratung sind aber - ausgehend von dem durch nichts begründeten Vorurteil, dass Hartz-IV-Empfänger arbeitsunwillig seien - einer Verfolgungsbehörde gewichen, in der "nur die Gesetze erfüllt werden". Es gab schon mal jemanden, der nur "die Gesetze erfüllt hat". Sein Name war Rudolf Franz Ferdinand Höß. Er war Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz.

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  • Über den Inhalt von Reden ...

    Wer etwas auf sich hält, der langweilt seine Mitmenschen mit einer Rede. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei Wirtschaftskapitänen und Politikern. Was wirklich gesagt werden soll, das verschleiert und beschönigt man durch viele in bester Boulevardblatt-Manier formulierte Worte. Dabei lässt sich der wirklichen Aussage dennoch auf die Schliche kommen. Das geht ganz einfach mit einem 3-Stufen-Verfahren:
    1. Man besorge sich den Originaltext.
    2. Man streiche alle Füllworte, unbewiesenen Behauptungen und ersetze Euphemismen durch wirkliche Bedeutungen.
    3. Man formuliere das Wenige, was anschließend vielleicht noch übrig bleiben sollte, mit eigenen Worten.

    Dieses Verfahren funktioniert sehr gut. Und es funktioniert immer - bei jeder Rede!

    Dazu hier mal ein (kurzes) Beispiel - Auszug aus der Rede von Wirtschaftsminister zu Guttenberg beim Unternehmertag 2009 der Bayerischen Bauindustrie am 1.4.2009 in Würzburg (Quelle: http://www.bauindustrie-bayern.de/fileadmin/docs_pub/Veranstaltungen/mv2009/2009mv_festvortr_zuguttenberg.pdf ):

    "Meine Damen und Herren, ja, ich werde mich daher auf das beschränken, was mir an Gedanken auf dem Weg hier runter durch den Kopf ging und ich glaube, das genau das wichtig ist in dieser Zeit. Neben den Dingen, die uns im täglichen Geschäft manchmal nach Blaupausen beschäftigen, doch auch ein wenig das Herz und hoffentlich noch den Verstand sprechen zu lassen. Das, was so richtigerweise auch gefordert wird. Nämlich dass man diese Zeiten, diese sehr, sehr unruhigen Zeiten immer wieder auch nutzt, um ein Stück zurückzutreten und den Blick aufs Ganze zu wagen, wohin wir uns tatsächlich gerade bewegen. Dass man nicht nur in kurzfristigen Maßstäben zu denken in der Lage bereit ist, sondern dass man auch den Blick darüber hinaus ein Stück weit wagt."

    Soweit der Originaltext. Jetzt kommt das Streichen. Dann bleibt übrig:

    "... das [was] wichtig ist in dieser Zeit. ... dass man diese sehr unruhigen Zeiten nutzt, um ein Stück zurückzutreten. Dass man den Blick darüber hinaus wagt."

    Umformuliert hat Herr zu Guttenberg somit in vielen blumigen Worten tatsächlich gesagt:

    "Wichtig ist, kürzer zu treten, weil die Zeiten schlecht sind. Vielleicht wird's mal wieder besser."

    Das ist doch 'ne klare Aussage, oder? Eine Aussage, wie man sie von Seiten eines verantwortungsvollen und kompetenten Experten erwartet! So etwas lässt hoffen!
    _______________________

    Kleiner Nachtrag - weil's gerade so schön zum Thema passt:

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  • Wichtigste Meldung vom 4.9.2009

    Projekt Daumenschraube

    http://www.freitag.de/politik/0936-prekariat-armut-wirtschaftsministerium

    Während sich die Medien aller Couleur hinsichtlich der Berichterstattung über die Beisetzung von Michael Jackson gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, geht die m. E. wichtigste Meldung des Tages praktisch unter. Panem et circenses. Die wichtigste Meldung - das ist ein Plan des Wirtschaftsministeriums, in dem die Einführung von Zwangsarbeit für Arbeitslose propagiert wird. Wen kümmert schon Art. 12 GG, wen kümmert schon die völkerrechtliche Ächtung der Zwangsarbeit durch die ILO? Oder vielleicht sollte die Frage anders gestellt werden: Welchen Politiker kümmert schon eine funktionierende Demokratie?

    Für mich sehen diese Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums frappierend nach einer Neuauflage von 1933/38 aus: Gleichschaltung der Reichsanstalt, Abschaffung der freien Berufswahl zu Gunsten der "Lenkung der Arbeitskräfte", Einführung von Arbeitsdienst usw. In Folge 1938 Einführung der Arbeitspflicht. Nach Kriegsbeginn waren die Arbeitsämter auch in den überfallenen und besetzten Ländern für Rekrutierung, Organisation u. Verteilung der Zwangsarbeiter für die Kriegswirtschaft im Reich zuständig. Der Unterschied zu damals besteht für mich darin, dass wir bisher "nur" in Afghanistan Krieg führen (auch wenn das als Hilfs-, Aufbau- und Polizeieinsatz verschleiert werden soll).

    Und was soll eigentlich zwangsweise gearbeitet werden; wie viele reguläre Jobs würden durch die Einführung von Zwangsarbeit kaputt gemacht werden? Ich plädiere daher zum Schutz der Demokratie für eine Grundgesetzänderung, nämlich für das Ersetzen des derzeitigen Art. 1 GG durch den Wortlaut des ursprünglichen Art.-1-Vorschlages (Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee vom 10. bis 23. August 1948) inklusive des später offiziell unveröffentlichten Abs. 3:

    (1) Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.
    (2) Die Würde der menschlichen Persönlichkeit ist unantastbar. Die öffentliche Gewalt ist in allen ihren Erscheinungsformen verpflichtet, die Menschenwürde zu achten und zu schützen.
    (3) Jedes Verhalten von Amtsträgern, das diesen Grundsatz verletzt, wird strafrechtlich geahndet.

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  • Lesestoff: Älter und dennoch aktuell

    absurdistan

    Eines meiner eigenen Bücher: "Fordern statt Fördern - Ein satirisches Märchen aus der Bananenrepublik Absurdistan". Vorsicht, stellenweise ist das so eine bitter-bissig-böse Satire, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt! Das Buch kann gedruckt über www.bod.de bezogen werden. Alternativ dazu ist es als Gratis-E-Book unter http://asmodis.heim.at/absurdistan.pdf runterzuladen. Passend zum Thema hier noch noch ein paar Schlagzeilen, bei denen man sich unwillkürlich fragt, inwieweit es sich bei dem o. a. Buch wirklich um eine Satire handelt.

    Produktion von Parias: Bericht aus den Eingeweiden der Arbeitsagentur
    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2005/08/29/a0180
    Was war der Manchester-Kapitalismus doch human im Vergleich zu derartigen Machenschaften!

    Ein Job wie jeder andere - Hartz IV macht's möglich: Die Vermittlung von langzeitarbeitslosen Frauen ins Rotlicht-Milieu ...
    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2004/12/18/a0077
    Staatlich geförderte Prostitution als Erwerbsquelle - Respekt! Ist doch egal, was man arbeitet. Hauptsache Arbeit ...

    Die Diffamierung macht mich wütend
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-diffamierung-macht-mich-wuetend/
    Wem die Grundrechte aberkannt worden sind, den kann man ja ungestraft und nach Herzenslust als Sündenbock diffamieren, selbst wenn dazu haarsträubende Falschmeldungen zu erfinden sind. Gab's das in Deutschland nicht schon mal? Bei den Juden?

    Jugendliche ohne Chance: Wie Deutschland an den Gescheiterten scheitert
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,585369,00.html
    "Was haben die Nazis unter dem Begriff Untermenschen verstanden?" fragt die Lehrerin. Antwort des Schülers: "Na, det is wie heute. Oben sind die Millionäre und unten is Hartz IV."

    Frau nimmt Beamten als Geisel - Haftstrafe
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,608459,00.html
    Erst die Zahlung wegen eines Verdachts auf Leistungsmissbrauch stoppen und dann keine Essensmarken für eine Mutter von zwei hungrigen Kindern rausgeben wollen. Das Ergebnis: Kriminalisierung einer "Kundin", weil sie zu einer Verzweiflungstat gezwungen worden ist. Das ist wahrlich sozial!

    Dann müssen Sie halt verhungern!
    http://www.sozialticker.com/dann-muessen-sie-halt-verhungern_20080817.html
    ... so lautet eine ARGE-Empfehlung an einen Hartz-IV-Empfänger ...