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Archiv der Einträge: 24 November, 2009
  • Potenzialausgleichsadapter

    Hier mal wieder ein kleiner Basteltipp. Darüber, wie man Musik per PC mitschneidet und digital remastert, habe ich mich ja bereits unter http://realasmodis.blog.de/2009/09/30/musik-mitschneiden-7066613/ ausgelassen. Das dort geschilderte Verfahren eignet sich auch sehr gut, um Schallplatten und Kassetten zu digitalisieren. Allerdings muss in dem Falle der Stereoausgang der Stereoanlage mit Line-In des Computers verbunden werden.

    Das kann man zwar mit einem handelsüblichen Adapterkabel machen, doch es ist je nach den baulichen Gegebenheiten nicht ganz ungefährlich - denn gerade in Altbauten mit "klassischer Nullung" tummeln sich auf der Masseleitung oftmals erhebliche, vagabundierende Rest- bzw. Überspannungen. 100 bis 170 Volt (selbst gemessen) sind keine Seltenheit! Und die Überspannung wird über Kurz oder Lang die Soundcard des Rechners zum Durchbrennen bringen oder das Mainboard killen - Überspielkabel einstecken, ein scharfes lautes "Knacks" aus den Lautsprechern und tschüss Computer (selbst erlebt)! Separate Soundcards sind da übrigens wesentlich (!) robuster als "On-Board"-Cards.

    adapter

    Abhilfe leistet ein Potenzialausgleichsadapter. Der ist ist einfach zu basteln, indem ein 120k-Ohm-Widerstand PRO KANAL zwischen Masse und Mittelleiter eingelötet wird. In der Praxis sieht das so aus, dass man die Cynch-Stecker aufschraubt und im jeweiligen Stecker den Widerstand zwischen beide Kontakte pappt. Dann vorsichtig zuschrauben. Die Stecker lassen sich nun allerdings nicht mehr komplett verschließen. Macht nichts - mit selbstverschweißendem Pannenband umwickeln; das gibt ihnen wieder hinreichend viel Stabilität.

    Die Widerstandsgröße habe ich durch Versuch und Irrtum ermittelt. Um den Frequenzgang der Musik nicht negativ zu beeinflussen, sollten grundsätzlich nur Metallschichtwiderstände (blauer Körper!) zum Einsatz kommen. Den Potenzialausgleichsadapter lässt man permanent am Überspielkabel hängen - dann baut sich normalerweise erst gar nichts Gefährliches auf. Vor der Verbindung mit dem PC reicht es aus, die Cynch-Pole anzufassen: Wenn da nichts an den Fingern kribbelt, dann arbeitet der Adapter zufriedenstellend. Wichtig wäre noch die Anstöpsel- und Einschaltreihenfolge: Zusammenschließen von Stereoanlage und PC nur im abgeschalteten, stromlosen Zustand. Dann Stereoanlage einschalten, danach den Computer.

    Abschließend vielleicht noch ein Hinweis zum obigen Stichwort "Frequenzgang": Vinyl- und Kassettenaufnahmen weisen im Vergleich zur CD-Aufnahme einen wesentlich geringeren Frequenzumfang auf. Mit geeigneter Software kann man das aber ausgleichen. Richtwerte dazu:
    Kassette: Gain -3, 31 kHz ±0, 62 kHz ±0, 125 kHz ±0, 250 kHz ±0, 500 kHz ±0, 1000 kHz ±0, 2000 kHz ±0, 4000 kHz +1.5, 8000 kHz +3, 16000 kHz +4.25.
    Vinyl: Gain -3, 31 kHz ±0, 62 kHz ±0, 125 kHz ±0, 250 kHz ±0, 500 kHz ±0, 1000 kHz ±0, 2000 kHz +1, 4000 kHz +2, 8000 kHz +2.5, 16000 kHz +3.

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  • Umdenken wäre nicht schlecht ...

    Die Pharmaindustrie gibt es bestenfalls seit 150 Jahren, eher weniger. Die Volksmedizin hingegen existiert schon, seit es den Menschen gibt und sie entwickelte sich aus der Nahrungsbeschaffung heraus. Eine volksmedizinisch genutzte Pflanze - vermutlich die älteste Nutzpflanze der Menschheit überhaupt - liefert Fasern, Medikamente, als Treib- bzw. Brennstoff nutzbares Pflanzenöl und den Rohstoff für Papier. Bis vor 65 Jahren wurde ihr Anbau hierzulande sogar staatlicherseits gefördert.

    In den USA war das etwas anders. Das Hochfinanz-Quartett Anslinger, DuPont, Hearst und Mellon scheute nicht davor zurück, bewusste Falschmeldungen und Gerüchte in Umlauf zu bringen. Keine dieser (gebetsmühlenartig immer wieder aufgewärmten) Falschmeldungen hält bis heute einer Prüfung stand. Aber die Pflanze, um die es hier geht, war für das o. e. Quartett ökonomisch hundsgefährlich - machte sie doch DuPonts Pestizide überflüssig und schmälerte sie doch den Gewinn des Waldgroßbesitzers und Zeitungsmoguls Hearst sowie seines Bankiers Mellon. Und Anslinger als einer der führenden Beamten in einer ganz bestimmten US-Behörde war natürlich nur "rein zufällig" mit DuPont und Hearst liiert. Heute würde man das als Lobbyarbeit bezeichnen.

    In Folge wurde die älteste Nutzpflanze der Menschheit verteufelt - auch bei uns. Bis heute. Unsere Nachbarn sehen das etwas lockerer. Und wie im schweizer Tagesanzeiger zu Lesen steht (unter http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Bluehende-Geschaefte-mit-Cannabis/story/30998986 findet sich der Artikel), scheint jetzt mit Obama auch in den USA ein vorsichtiges Umdenken einzusetzen. Hoffen wir mal, dass in diesem Zusammenhang auch bei uns ein paar Leute irgendwann von ihren Vorurteilen ablassen.

    Ach ja - hätte ich fast vergessen: Den Namen der Pflanze. Lateinisch nennt sie sich cannabis sativa. Der Volksmund hingegen kennt sie als Hanf, Marihuana, Pot, Stoff, Gras, Shit, Heu, Haschisch, Kif, Plan, Kraut, Weed. Wie verbreitet sie früher war, lässt sich vielleicht anhand von Begriffen wie "keinen Plan haben", "New Hempshire", "Hempstead" u. a. abschätzen. Ohne Hanf hätte es früher auch keine Seefahrt gegeben (für die Takelage brauchte man Hanfseile) und Napoleons Einmarsch in Russland diente nur dazu, ihn in den Besitz der größten Hanfplantagen Europas zu bringen. Und dann gibt es noch die auf Hanfpapier gedruckte Gutenberg-Bibel und ...

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  • Mich laust der Affe!

    Das Lausen unserer haarigen Vettern dient der Fellpflege. Sie entfernen dabei - neben Läusen - kleine Blätter und Unreinheiten. Zugleich ist das Lausen ein Zeichen von Freundschaft und Verbundenheit; es festigt die Gruppenzugehörigkeit und es motiviert die Gruppenmitglieder. Für den Affen ist das Lausen die Verhaltensweise sozialer Kompetenz schlechthin.

    Psychologisch betrachtet setzt sich soziale Kompetenz aus den beiden Komponenten der Konfliktfähigkeit und der Kooperationsbereitschaft zusammen. Sozial kompetente Menschen verfügten über die Gabe, diese zwei eher gegensätzlich erscheinenden Verhaltensweisen situativ so einzusetzen, dass es ihnen möglich wird, eigene Ziele innerhalb sozialer Beziehungen zu erreichen, ohne die Beziehung zu gefährden. Somit ist soziale Kompetenz als der optimale Kompromiss zwischen Selbstverwirklichung und sozialer Verträglichkeit zu sehen.

    Soziale Kompetenz entsteht aber nicht von selbst. Sie muss erlernt werden. Sowohl bei unseren äffischen Verwandten wie auch bei uns selbst setzt das bereits in früher Kindheit im Rahmen des Spiels mit den Artgenossen an. Das Spiel mit den Artgenossen ist ein interaktives Lernen. Allerdings kommt dieses interaktive Lernen zu kurz, wenn die Kontakte - aus welchen Gründen auch immer - auf ein Minimum beschränkt werden. Das Minimum kann dadurch entstehen, dass bspw. aufgrund von kinderfeindlicher Egogesellschaft keine Geschwister vorhanden sind, dass aufgrund von hoher sozialer Herkunft kein "standesgemäßer" Umgang möglich ist usw.

    Als Folge solcher frühkindlich verpasster Sozialisation identifizieren sich Betroffene eher weniger mit gesellschaftlichen Normen und tendieren zum Ellenbogenverhalten, zum Gegen- anstatt zum Miteinander. Gerade in Führungspositionen ist dieses Verhalten recht ausgeprägt; dort geht die Demonstration von Dominanz vor Effizienz. Wie kürzlich in RP Online zu lesen war, bietet der niederländische Biologe Patrick van Veen jetzt Seminare für Führungskräfte an, in deren Verlauf die Chefs mit dem Ziel der Mitarbeitermotivierung "das Lausen lernen sollen": Sozialverhaltenstraining für Affen in Anzügen. Dazu wird das Verhalten von Affen im Zoo Gelsenkirchen beobachtet.

    An sich ist das ja gar kein schlechter Ansatz. Ich frage mich allerdings, ob derartige Seminare wirklich von nachhaltigem Erfolg gekrönt sein können. Denn das Schwimmen oder Radfahren erlernt man ja auch nicht durch Beobachtung, sondern vielmehr dadurch, dass man es übt. Immer und immer wieder. Bezogen auf die Führungskräfte bedeutet das: Sie müssten das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen, um auch deren Sichtweise zu verstehen. Sie müssten erreichbar sein - wie das Alphamännchen in der Affenhorde. Vor allem aber: Sie müssten sich vom Elitedenken verabschieden. Und ist das nicht etwas viel verlangt?
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    Links zum Thema:
    http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/Manager-lernen-vom-Affen_aid_773998.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz

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