Ich liebäugele trotz des sehr eingeschränkten Einsatzbereiches ja schon sehr, sehr lange mit einer Stereokamera. Und wenn ich das Geld dafür (übrig) hätte, dann hätte ich mir so ein Ding wohl auch längst schon besorgt. Na ja, was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht. Irgendwann. Möglicherweise. Hoffnung ist was Feines ...

Eingeschränkt ist der Einsatzbereich einer Stereokamera deswegen, weil man damit im Grunde genommen nur das so genannte "Panumareal", das ist der Sichtbereich in einer Entfernung von etwa 3 bis maximal 600 m vom Fotografen, vernünftig ablichten kann. Und auf sehr viele Funtionen, die man von "gewöhnlichen" Kompakt-Digiknipsen her kennt, muss man auch verzichten. Stereokameras können daher eine vorhandene Ausrüstung eigentlich nur ergänzen. Ihr großer Vorteil ist darin zu sehen, dass sich Bewegung räumlich einfangen lässt.

Dann kommt noch hinzu, dass die Entwicklung von Stereofotos recht kostspielig (ca. 5 Euro pro Foto in Lenticulartechnik, also quasi als "Wackelbild") und die Bildgröße mit maximal 13*18 cm doch ziemlich eingeschränkt ist. Will man diese Entwicklungskosten- und Bildgrößen-Probleme umgehen, dann muss man die Fotos aus der Stereokamera bearbeiten, um sie danach zum billig druckbaren (JPG-) Anaglyphenbild umzufummeln. Zwar an sich kein Problem, aber solche Knipsen verwenden für die Bilddateien das MPO-Format. Das ist ein Containerformat, in dem mehrere Bilder in einer einzigen Datei gespeichert werden (vergleichbar mit AVI, MP4, 3GP etc. bei Videos). Es ist folglich eine MPO-Konvertierung in zwei JPG-Fotos (nämlich entsprechend rechtem und linkem Auge bzw. rechtem und linkem Teilbild) nötig.

Nun liefern die Kamerahersteller derartige Software normalerweise zwar mit, aber solche Programme kommen als Installer. Sie laufen überwiegend nur auf einer Betriebssystem-Version und ohnehin nur auf einem Rechner. Damit aber ist eine Herstellerfestlegung gegeben und die Kompatibilität geht den Bach runter. Die Kamera passt dann bspw. zu Windows XP und wenn ich auf Windows 7 wechseln will, dann wird's problematisch. Bei Linux kann ich die Kamera gleich wegschmeißen. Solche Sachen eben. Daher suchte ich nach einer portablen Freeware, mit der ich MPO nach JPG konvertieren kann. Ich fand mehrere solcher Programme. Von der Bedienung her - sofort, intuitiv, ohne Einarbeitung - gefiel mir der CM Stereo Editor am besten. MPO-Testbilder dazu lieferte Fuji.

cmse

Die Bedienung ist simpel: Software (knapp3 MB ) runterladen, entpacken, StereoEditor.exe starten. Jetzt mit "Convert MPO/ .MPO to .JPG stereo pairs.../" ein Bild selektieren, dann den "Öffnen"-Button anklicken und fertig. Oder aber alternativ zuerst ein MPO-Stereobild einlesen und das dann wie oben beschrieben konvertieren. Als Resultat bekommt man im Ordner mit dem MPO-Bild zwei neue JPG-Fotos mit den Dateinamen irgendwas_L.JPG sowie irgendwas_R.JPG. Die Namenserweiterungen L und R stehen natürlich für Links und Rechts. Derartige JPG-Fotos können jetzt in eine beliebige Anaglyphensoftware eingelesen und zum Anaglyphen- oder Shutterbild umgewandelt werden (erfolgreich getestet!).

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