"Wenn wir in einem Sozialstaat leben, der so sozial ist, dass diejenigen, die auf ihn angewiesen sind, reihenweise Selbstmord begehen, dann kann doch etwas mit diesem Sozialstaat nicht stimmen!"
(Eigene Erkenntnis)

Im Web bin ich über einen Beitrag zum "Gedenken an die Hartz-IV-Opfer" gestolpert. Es handelt sich dabei um die Toten, die bisher bekannt geworden sind - m. E. aber nur die Spitze eines Eisberges. Die im o. e. Beitrag aufgeführte Liste der Fälle ist verlinkt, allerdings geben die Links nicht viel her. Ich habe mir daher mal im Verlauf der vergangenen Tage ganz viel Arbeit gemacht und besagte Liste Stück für Stück neu recherchiert. Einige der gelisteten Vorfälle habe ich NICHT bestätigen können. Die fehlen in meiner Liste. Dafür fand ich andere, die im o. e. Beitrag nicht enthalten sind. Die habe ich neu mit aufgenommen. Das Resultat findet ihr hier.

03.08.2004: Arbeitsloser erhängt sich in seiner Wohnung in Burghausen. [Quelle]
10.11.2004: Ein 51jähriger Fernmeldehandwerker aus Sachsenheim - ehemaliger H4-Empfänger und statistikbereinigt - begeht Suizid, indem er mit seinem Auto in den Haupteingang der regionalen Arbeitsagentur Bietigheim-Bissingen rast und sich selbst in die Luft sprengt. [Quelle]
02.12.2004: Eine 41jährige, frühere H4-Empfängerin, statistikbereinigt, wird in einem Hochhaus in Farmsen verhungert aufgefunden. [Quelle]
28.01.2005: In H4 abgerutschter, arbeitsloser Familienvater begeht nach Differenzen mit dem zuständigen Jobcenter in Höxter Suzizid durch Erhängen. [Quelle]
31.01.2005: In Berlin vergiftet sich das Ehepaar Stahl durch Autoabgase; ihr Abschiedsbrief besagt "Lieber tot als arm!" [Quelle]
23.02.2005: In Potsdam-Babelsberg erfriert der arbeitslose, 41jährige Maler und Familienvater Andreas H., nachdem er sich den Hausdurchsuchungen seitens der BA-Behörden verweigerte und es zur Zwangsräumung seiner Wohnung kam. [Quelle]
13.07.2005: 38jähriger Arbeitsloser in Pockau/ Sachsen begeht Selbstmordversuch durch Selbstverbrennung. [Quelle]
29.11.2005: In Schwerfen (Eifel) erschießt sich eine 48jährige Arbeitslose wegen Zwangsräumung. [Quelle]
18.08.2006: In Frankfurt (Oder) springt der arbeitslose Tim S. vor den Augen des Gerichtsvollziehers aus dem Fenster und in den Tod. [Quelle]
20.08.2006: Der 54jährige Uwe N., Ort unbekannt, begeht Selbstmord wg. Arbeitslosigkeit - achtung, diese Quelle ist NICHT verifizierbar! [Quelle]
19.04.2007: Die zuständige ARGE in Speyer macht Sascha K. zum Statistikbereinigten und lässt ihn verhungern. [Quelle]
16.07.2007: Der 47jährige Invalide, Frührentner und Familienvater Detlef Rochner (Journalist) springt aus dem 10. Stock eines Hochhauses in Berlin-Lichtenberg, weil er seitens der Behörden keinerlei Hilfe erhält und auch Wowereit für ihn keinen Finger rührt. [Quelle]
20.11.2007: Die Hartz-IV-bedingte Stromsperre zwingt eine Frau in Neumarkt St. Veit zur Verwendung von Kerzen; es kommt dadurch zum Wohnungsbrand und die Frau verbrennt. [Quelle]
13.12.2007: Der 58jährige, frühere Außendienstmitarbeiter Hans-Peter Z., arbeitslos und statistikbereinigt, verhungert zwischen Stehberg und Dingberg nahe Uslar. [Quelle]
07.12.2008: Mittellos gewordener Architekt erschießt sich in München wegen Zwangsräumung. [Quelle]
08.12.2008: In Taufkirchen bei München tötet die arbeitslose Silvia W. ihren Sohn und sich selbst wegen Zwangsräumung. [Quelle]
31.10.2009: Der 30jährige Fabian Rappel aus Aichach, Maschinenbauingenieur, begeht nach Schikanen und Demütigungen durch das zuständige Jobcenter Selbstmord. [Quelle]
19.05.2011: Die arbeitslose Christy Schwundeck wird im Jobcenter Gallus, Frankfurt/Main, von der Polizei "in Notwehr" erschossen, nachdem ein Antrag abgelehnt wurde und sie in ihrer Verzweiflung zum Messer griff. [Quelle]
07.08.2011: In Saarbrücken–Burbach verhungern eine arbeitslose Frau und ihr zweijähriges Kind, nachdem die Leistungen zwecks Statistikbereinigung eingestellt worden sind. [Quelle]
15.09.2011: Ein Arbeitsloser aus Berlin begeht wegen der Schikanen und Nötigungen seitens des Jobcenters Kreuzberg in Portugal Selbstmord durch Klippensprung. [Quelle]
04.07.2012: In Karlsruhe erschießt ein arbeitsloser Mann im Rahmen eines "Mitnahme-Suizids" sich selbst und vier Geiseln während einer Zwangsräumung. [Quelle]
10.09.2012: Nach Totalsanktion zwecks Statistikbereinigung verhungert eine 55jährige Arbeitslose in Halle/Saale. [Quelle]
26.09.2012: Die Jobcentermitarbeiterin Irene N. wird im Jobcenter Neuss von dem verzweifelten, dreifachen Familienvater und Arbeitslosen Ahmet S. erstochen. [Quelle]
13.10.2012: In Berlin überschüttet sich der 32jährige, arbeitslose Marius vor dem Reichstagsgebäude mit Benzin, zündet sich an und ersticht sich. [Quelle]
02.11.2012: In Thüringen sterben ein Vater und seine drei Kinder durch Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem es - bedingt durch Arbeitslosigkeit - zur Stromsperre gekommen war und sie zur Benutzung eines Notstromaggregat gezwungen waren. [Quelle]
28.11.2012: In Höxter erhängt sich der 43jährige, arbeitslose Jörg G. aus Verzweiflung in seiner Wohnung. [Quelle]
05.12.2012: Der 62jährige Arbeitslose, Udo S., zündet in Berlin-Lichtenberg sein Haus an und springt aus dem Fenster in den Tod. [Quelle]

Es existiert bei uns keine offizielle Suizid-Statistik und ergo auch keine Statistik, die Auskunft über die Selbstmorde nach der Einführung von Hartz-IV geben könnte. Warum eigentlich nicht? Ich denke, weil es politisch nicht erwünscht ist. Es könnte nämlich gewisse Lügner sehr schlecht aussehen lassen. Solange keine amtliche Statistik da ist, ist es ja auch sehr leicht, alles mit "bedauerlichen Einzelfällen" und "psychisch gestörten Personen" abzuwiegeln. Auffällig ist auch, dass die Suizide gerade nach der Hartz-IV-Einführung nicht mehr statistisch erfasst werden. Die Erfassung endete 2006/2007, als Hartz-IV sich eingespielt hatte. Warum eigentlich endete ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Erfassung? Zufall? Würde ich zwar gerne glauben, aber ... Ein interessanter Gedankengang, nicht wahr?

Doch die Fülle der bekannt gewordenen Fälle - auch wenn sie wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisberges darstellen, vgl. HIER - reicht doch eigentlich auch ohne amtliche Statistik schon mehr als nur aus. Sie belegt nämlich, dass wir in einem Unrechtssystem leben. Ein Unrechtssystem, das die Menschen so verzweifelt macht, dass sie nur noch die Selbsttötung als Ausweg sehen. Ein Unrechtssystem, das von 429 so genannten "Volksvertretern" unterstützt wird und das dennoch lt. gewissen Personen immer "noch nicht genug Leidensdruck" beinhaltet. Ich will es hier einmal ganz klar sagen: Für mich sind solche, H4-befürwortenden Leute KEINE Schreibtischtäter mehr! In meinen Augen sind das Mörder, die vor Gericht gestellt gehören! Aber keiner stellt sie vor Gericht. Stattdessen stellen sie sich zur (Wieder-) Wahl. Und dazu fällt mir nur noch eins ein: Nur die dümmsten Schweine wählen ihren eigenen Metzger! Und bevor mich wieder irgenwer von der NLEPD von der Seite anquatscht:

Hartz-IV ist vorsätzliche, bewusste und beabsichtigte Menschenrechtsverletzung! Hartz-IV ist Todesstrafe durch die Hintertür, steht über dem GG und ist jeder Demokratie absolut unwürdig! Jede Partei, die Hartz-IV unterstützt oder auch nur toleriert, ist für mich absolut unwählbar, weil sie antidemokratische Zustände befürwortet!

Wer angesichts dieser Liste von Leichen immer noch behauptet, Hartz-IV sei alternativlos, ist m. E. gut beraten, wenn er bzw. sie sich einmal Art. 1 (1) GG durchliest und darüber nachdenkt! Denn: "Jeder Mensch, der selbst Hand an sich legt, der sich selbst umbringt, wird ermordet – ermordet von einem grausamen, unmenschlichen System, einer kaltherzigen, vergesslichen, hektischen Gesellschaft!"

demokratie

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